Samstag, 27. August 2016

Berlin, Berlin

Wie auch schon beim letzten Mal musste ich wieder nach Berlin fahren, um mein Visum zu beantragen. Denn als normaler Tourist darf man nur 3 Monate im Land bleiben, für einen längeren Aufenthalt benötigt man allerdings ein Visum.
Früh zeitig bin ich diesmal allein in Halle gestartet und von Leipzig mit dem ICE nach Berlin gedüst. Alles lief nach Plan und ich war kurz nach der Öffnung an der japanischen Botschaft. Wieder waren die Leute am Einlass sehr nett und ich kam auch gleich an die Reihe. Jedoch wurde mir mitgeteilt, dass es seit einiger Zeit nicht mehr möglich ist, dass das Visum innerhalb eines Tages ausgestellt wird. Da half alles Bitten nichts und ich musste mich entscheiden; entweder in ein paar Tagen wiederkommen zur Abholung, oder mir meinen Pass zuschicken lassen. -.- Da ich weder Zeit noch Geld habe, noch mal nach Berlin zu gondeln habe ich mich für den Postweg entschieden. Alles soweit so gut, aber die Botschaft besitzt keine Briefmarken.. Da ich eh einen festen Zug gebucht und ewig viel Zeit hatte, wurde vereinbart, dass ich am Nachmittag noch Marken vorbeibringe.
Also verfolgte ich erst mal meinen ursprünglichen Plan und bin zum Museum für Kommunikation, da ich mir die Sonderausstellung „Mein Name ist Hase – Sprichwörter und Redewendungen“, die bei Figaro vorgestellt wurde, anschauen wollte. Eine lange Zeit habe ich in dem Räumchen verbracht und einiges neues gelernt. Am besten hat mir das Spiel gefallen, wo man dt. Redewendungen zu dem ausländ. Pendants zuordnen musste. (Meine Favs: „Nachts hat die Mango keine Würmer“ Haiti = „Was er nicht weiß,...“ & „Bei dir sind nicht mehr alle Mumins im Tal“ Finnland = „Du hast nicht mehr alle Tassen im Schrank“) Auch das restl. Museum ist sehr sehenswert! Obwohl ich zu der Postkarte, die ich kaufte, eine Marke dazu erwerben konnte bekam ich nur diese eine.. Also hab ich gefragt, wo man noch welche bekommen könne. Kurzerhand hat man für mich gegoogelt und der nette Herr vom Eingang erklärte mir den Weg. Also auf zur Friedrichstraße 67!
Als ich aber bemerkte, dass die Nummern nicht nach gerade und ungerade aufgeteilt waren, hatte ich schon die Hälfte der Straße abgeschritten. Deshalb habe ich die Seite gewechselt und siehe da, die Nummern nahmen wieder ab. Etwas verwirrt war ich allerdings, als mir ein Kleid im Schaufenster 2x auf der gleichen Seite ins Auge sprang... das rote Kleid von H&M wollte mich doch tatsächlich veralbern... Denn es gibt innerhalb von ~200m zwei Geschäfte von H&M auf der Friedrichstraße und das auf der selben Straßenseite.. Wer bitte möchte mir diese Logik erklären?
Endlich kam ich an der 67 an, doch eine Poststelle, ein Lottoladen oder so etwas in der Art, wo es Briefmarken gab, war nicht in Sicht. Viel mehr ein Laden in dem es Handtäschchen und Blüschen für teuer Geld gab... (ich hätte aus Spaß reingehen und fragen sollen..XD ) Als ich um die Ecke sah, wurde mir bewusst, warum mir der Herr diese Adresse gesagt hatte, denn lediglich ein Briefkasten stand dort und wartete auf Futter... Tja,.. so hieß es weitersuchen. Echt, in Berlin gibt es jeglichen Scheiß und auffallend viele Briefkästen, aber keine Marken! In der 'Mall of Berlin', die zum Glück, auf dem Weg zurück zur Botschaft lag, habe ich endl. bei McPaper welche kaufen können und war sehr glücklich. Diese habe ich brav nach der Mittagspause(!) in der Botschaft abgegeben und bin ein letztes Mal an diesem Tag an den Polizisten vor der türkischen Botschaft vorbeigegangen. Die müssen auch gedacht haben; 'nich die schon wieder.. (¬__¬ )'
Zum Abschluss bin ich noch mal zum Alex gelaufen, hab mich etwas umgesehen (wollte eigentl. noch was cooles von Harry Potter bei Primark abstauben, aber da war es so voll, dass ich das Geschäft innerhalb von ca. 5 min wieder fluchtartig verlassen habe... >.<), ich war noch was essen und bin dann zurück zum Bhf.
Wenn man eine Reise tut.... ich hätte längst noch mehr berichten können; von dem unglaublichen Verkehr, von Baustellen, Prunkläden und toller Architektur, aber mein Fazit lautet: Ich möchte um alles in der Welt nicht in Berlin wohnen. Die Stadt ist mir einfach zu groß...., sagte die, die bald nach Tokyo geht... ^^“
Gegen 21°° war ich endl. wieder in meiner Wohnung und wollte nach ~18.000 Schritten verständlicherweise keinen einzigen mehr machen.

Das Ende vom Lied; Ich war Mittwoch (03.08.) dort und schon am Freitag (05.08.) kam mein Pass wieder wohlbehalten bei mir an. Und wie enttäuschend, das Visum sieht diesmal gar nicht so chic aus wie beim letzten Mal, obwohl es länger gedauert hat. ._.
Naja, jetzt muss ich 'nur' noch Koffer packen und noch ein paar Erledigungen machen und dann geht die große Reise am 30.08. auch schon los.

Bis dann, wir lesen uns von Japan aus wieder ;)
Eure Misuka

Sonntag, 21. August 2016

Hoffen und Bangen


Hallo meine Lieben!

Es war hier still geworden und das obwohl ich doch noch ein paar Einträge verfassen wollte. Aber wie es oft so ist, kommt es anders als man denkt. Doch, wie einige sicher bemerkt haben, habe ich das Hintergrundbild geändert und stehe genau wie das Mädchen mit den blauen Zöpfen (Miku) nun an einem neuen Wegzweig meines Lebens.
Seit meinem letzten Eintrag sind über zwei Jahre vergangen. In dieser Zeit ist so viel passiert! Und die meisten wissen es bereits, sonst würden sie wahrscheinlich nicht hier rein schauen; es ist mir vergönnt ein zweites Mal für länger Zeit in Japan zu verweilen!
Nach meinem Bachelor habe ich mich entschieden noch den Master ran zuhängen. Auf die zusätzlichen paar Jahre kommts nun auch nich mehr drauf an. Und wenn ich einmal drüber bin … >__>' Außerdem möchte ich diese Chance, die sich mir nun bietet auf jeden Fall nutzen.
Kurz möchte ich daher erklären wie es nun zu dem weiteren Japanaufenthalt gekommen ist, oder bzw. was alles dahingehend passiert ist.
Ich habe mich mittlerweile auf Samurai, deren Geschichte und insbesondere auf deren Rüstungen spezialisiert. Und bin aus der Orientarchäologie in die Archäologie für Mittelalter und Neuzeit gewechselt. Obwohl die Kombination ein bisschen komisch wirkt ist sie doch ganz gut miteinander verknüpfbar und bezieht sich sogar weitläufig auf mein Forschungsgebiet. Denn auch im Hinblick auf meine Masterarbeit werde ich mich weiter mit Rüstungen beschäftigen. Leider ist die Forschung von Dtl. aus auf diesem Gebiet sehr beschränkt und deshalb werde ich nun noch einmal nach Japan gehen. Diesmal ist es sogar für ein ganzes Jahr. Wieder geht es nach Tokyo. Zunächst hatte ich mich auf eine Uni in Kobe beworben, da die Lage in Zentraljapan perfekt für Forschungsreisen nach Kyoto, Osaka usw. gewesen wäre. Zudem hätte ich eine neue Gegend des Landes kennen lernen können. Doch die Uni in Kobe ist mehr in dem naturwissenschaftl. Zweig involviert. Außerdem gab es noch ein kleines Bewerbungsgespräch mit einer Dozentin aus Japan von der Keio Universität und anscheinend habe ich da gut punkten können, weshalb ich nun an der Keio Universität angenommen wurde. Zudem hat diese Uni eine gute Bibliothek, die sicher viele Bücher für mich bereithält. Auch mit Stolz möchte ich an dieser Stelle kurz anmerken, dass die Keio die Nr. 2 im Ranking der japanischen Hochschulen darstellt und gleich hinter der berühmten Todai rangiert. (Wie ich es geschafft habe dort hin zu kommen, weiß ich selbst nicht. Aber ich freue mich mittlerweile wahnsinnig. Obwohl mir die Entscheidung an diese Uni zu gehen, viel Kopfzerbrechen und ne schlaflose Nacht beschert hatte. Es gab in der Bewerbungs-/Auswahlphase viel hin und her...)
Seit einiger Zeit stecke ich nun in den Vorbereitungen für diesen Aufenthalt. Obwohl schon eine gewisse 'Routine' dabei ist, da ich weiß, auf was ich zu achten habe, ist es trotzdem aufregend. Denn ein ganzes Jahr kann verdammt lang sein. Wenn ich allerdings an meinen letzten Aufenthalt denke, wird das Jahr, meiner Erfahrung nach schneller rum sein, als ich guggen kann.
Auch reise ich diesmal nicht allein. Kommilitoninnen von mir gehen entweder mit an die Keio oder an eine andere Uni. Ich werde sie euch im Laufe des Blogs dann sicher vorstellen.

Auch die Wohnsituation ist diesmal eine andere. Zunächst hatte ich mich auf einen Wohnheimsplatz der Uni beworben, wofür ich extra 4°° morgens aufgestanden war, um möglichst die Erste im Online-Bewerbungssystem zu sein und ein hübsches Wohnheim abzubekommen, denn es galt; wer zuerst kommt mahlt zuerst. Tatsächlich hatte ich auch den Platz bekommen, den ich wollte. Doch die Dozentin von der Keio und eine Kommilitonin, die schon ein paar mehr Erfahrungen hatte, riet mir/uns in ein sogenanntes 'Shared House' (Haus, das man sich teilt) zu gehen. So habe ich mit einer Freundin angefangen zu suchen. Nach etlichem hin und her habe ich schließlich meinen sicheren Wohnheimsplatz gekündigt (in dem Moment wars mir echt nich gut, das könnt ihr mir glauben) und hab ein Zimmer bei 'Sakura House' gemietet. Dieses Unternehmen vermietet ausschließlich an Ausländer in Japan. Und ich muss sagen, dass Auswahl, Service und Reservierung top waren. (mal abgesehen von persönl. Problemen mit meiner Kreditkarte -.-) Ich werde nun Mitten im Gewusel in Tokyo in einer 4-er WG wohnen. Zum Glück konnte auch meine Freundin in dem Haus ein Zimmer ergattern und wir wohnen nun zusammen. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Später werde ich sicher mal noch ausführlich über meine Unterkunft schreiben, denn ich mag sie jetzt schon, nur von den Bildern her. ^^“
Auch die Finanzierung ist diesmal ZUM GLÜCK durch ein Stipendium gesichert. Das erleichtert das Ganze um ein Vielfaches! Zunächst hatte ich mich für ein DAAD-Stipendium beworben, doch ich wurde abgelehnt.. wer weiß warum... es scheint schwer zu sein da rein zu kommen und so wurde ich von meinem Institut für ISAP vorgeschlagen (was irgendwie auch über den DAAD läuft.. aber fragt mich nich, wie das zusammenhängt oder funktioniert), was geklappt hat. :) Das bedeutet, dass ich mir nun auch mal Obst kaufen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Auf jeden Fall bin ich gespannt, was diesmal so alles passiert und von welchen Kuriositäten ich euch berichten kann. Auch dieses Mal versuche ich wieder jede Woche etwas zu posten. Ob ich allerdings auch wieder Rätsel finde, wird sich zeigen.. Ich gebe jedoch mein Bestes.

Nun denn, auf ein Jahr voller Abenteuer, interessanter Erkenntnisse und lustiger Begebenheiten.
Eure Misuka  ( ❛ᴗ❛ )


p.s. Auch dieses Mal werde ich nicht auf meinen Dialekt verzichten und Wörter wie 'rum', 'guggen' und 'nich' sind durchaus beabsichtigt. ;)