Sonntag, 29. Dezember 2013

Tokyo in vielen Fassetten

Nun, ich melde mich zurück in Tokyo. Die Reise war sehr schön und anstrengend zugleich, aber dazu mehr im nächsten Post, denn sonst würde dieser zu lang werden. Deshalb erzähle ich euch erst mal, wie meine Ferien begannen.

In der Nacht zum Samstag (21.12.) habe ich von einem Erdbeben geträumt. Wie sich im Verlauf des Tages dann noch raus stellte, hatte es wirklich eins gegeben. Ich habe es also einfach in meinen Schlaf integriert, ohne davon aufzuwachen. Schon sehr früh zeitig bin ich aufgestanden und mit Lulu gleich nach dem Frühstück zum Bahnhof aufgebrochen, um Richtung Tsukiji zu fahren, wo heute der Start für die Walkingtour mit Brian war.
In Tsukiji befindet sich der größte Fischmarkt Tokyos. Schon um 4°° geht hier der Betrieb los. Allerdings dürfen Touristen seit einiger Zeit nicht mehr so zeitig erscheinen, da sie sonst den eigentlichen Betrieb stören. Doch auch gegen 9°° kam ich mir noch reichlich fehl am Platze vor. Denn viele der Händler fahren mit eigenartigen Gefährten durch durch die engen Gassen zwischen den Ständen. Und das in einem unglaublichen Tempo. Ich war echt froh, dass wir vorher beim Sushi Essen waren. Dann all das Getier, was hier zu sehen war hätte meinen Appetit nicht unbedingt vergrößert. Aber dieser Markt hatte einen ganz eigenes Flair, wie man es sonst nur von Märkten aus südlichen Ländern kennt.
Anschließend sind wir mit einem high-speed Aufzug, in eine der oberen Etagen eines Hochhauses gefahren. Von dort hatte man einen schönen Blick auf den Fischmarkt und auf künstlich angelegtes Land, welches die Nutzfläche von Tokyo vergrößern soll.
Nach dem Betrachten einer großen Uhr, die vom Studio Ghibli designt wurde liefen wir weiter zur Rainbow-Bridge Richtung Odaiba. Die Brücke ist rund 800m lang und immer wenn LKWs an einem vorbei fahren, könnte man meinen, es war ein Erdbeben. In Odaiba haben wir kurz am Stand ein bisschen gematscht und haben danach von Brian ein Eis ausgegeben bekommen. Oh, war das lecker!
Als wir wieder zur Bahnstation liefen erkannte ich viele Dinge, die ich schon im letzten Jahr gesehen hatte. Auf dem Heimweg habe ich mit Lulu noch mal ein kleine Pause auf dem Spielplatz gemacht. Alles in allem bin ich an diesem Tag rund 23000 Schritte gelaufen.
Der Sonntag war wieder ein Haushaltstag und auch zum erholen da.Denn am Montag, den 23.12., wartete schon das nächste Abenteuer auf mich. Schon zeitig war ich aufgestanden, da wir eigentlich 8°° aufbrechen wollten. Doch da ein paar unserer Gruppe verschlafen haben kamen wir erst ca. ne Stunde später und auch unvollzählig los. Besonders ärgerte ich mich nach dem Aufbruch, dass ich meinen Schrittzähler vergessen habe!
Vom dem wunderschönen Gebäude des Bahnhofs Tokyo aus, ging es Richtung Kaiserpalast. Der Kaiser, in Japan Tennō genannt, hatte nämlich an diesem Tag Geburtstag und lädt zu einer Gartenparty ein. Wer jetzt denkt, es gibt BBQ und Schnittchen, den muss ich jetzt leider enttäuschen. Es ist eigentlich nur so, dass man an diesem Tag den Garten des Tennō besichtigen kann. Dies ist nur 2 mal im Jahr möglich; nämlich zu seinem Geburtstag und an Neujahr.
Ziemlich viele Leute waren unterwegs, allerdings nicht nur normales Volk, sonder auch ziemlich viele Rechte, die gleich mit ganzen 'Fanbussen' angereist sind. Anstatt Schnittchen hat jeder ein Fähnchen bekommen und nachdem unsere Rucksäcke kontrolliert wurden, durften wir auf das Gelände des Palastes. Ein eigenartiges Gefühl war das. Auf einem großem Platz vor einem chicen Gebäude wurden wir platziert.
Und dann geschah etwas, womit ich nicht wirklich gerechnet hatte, der Tennō trat vors Volk, um eine Rede zu halten. Ein bisschen hab ich verstanden, aber ich war so fasziniert, dass ich kaum auf seine Worte geachtet habe. Nach der Rede mussten wir weiter laufen. Und dann war es gut, dass ich gesagt habe wir nehmen den linken Weg, denn so kamen wir noch in den großen Gartenbereich.
Und obwohl das meiste schon kahl und braun war, gab es doch hier und da noch ein paar Blüten. Sogar ein paar Winterkirschblüten (?) habe ich fotografieren können. Dann bekamen wir so allmählich großen Hunger. Nach kurzer Beratung wurde beschlossen zum All-you-can-eat zu gehen. Shabu-shabu nennt sich dieses Eintopfgericht, was direkt am Tisch zubereitet wird. Zwei Grundsoßen waren in unserem Topf und wir konnten die restlichen Zutaten selbst bestimmen. Oh, dieses Gericht ist so lecker!
Melodie, Lulu und Julia
Anschließend stürzten wir uns noch in die Masse, die ihre letzten Weihnachtseinkäufe machen wollten. Schlimmer, wie auf deutschen Weihnachtsmärkten war das, und das in der Feinkostabteilung, der großen Edelkaufhäuser. Wie froh war ich, als ich an diesem Tag endlich wieder zurück im Wohnheim war!


Am 24.12. hab ich nach dem Frühstück noch mal geschlafen und habe dann am Vormittag noch Weihnachten bei Familie Hoppenstädt und Familie Heinz Becker geguggt. Nach dem Mittag habe ich dann meine Weihnachtspost entgegen genommen. (^_^)
Beinah hätte ich sogar 3 Päckchen bekommen, aber da ich so gar nich wusste, von wem das 3. kommen sollte checkte ich lieber noch ma die Adresse. Und siehe da, es war gar nich für mich. Mit auspacken hab ich gewartet, bis ich mit Mutti geskypt habe, weil auspacken in Gesellschaft einfach mehr Spaß macht. Und Abends habe ich dann noch mit meinem Liebsten geskypt und so ging mein Heiliger Abend auch vorüber.

Am Mittwoch hab ich nur ein bisschen gebastelt und ganz traditionell Drei Haselnüsse für Aschenbrödel geguggt. Außerdem musste ich ja auch noch meine Sachen zusammen suchen, die ich auf die Busreise mitnehmen wollte.

Ihr könnt auf den Bericht der Reise gespannt sein, den ich euch im neuen Jahr hochlade.



So und das letzte Rätsel des Jahres; Brian hat uns dieses Objekt auf der Walkingtour gezeigt. Was könnte das wohl für ein eigenartiges Gebäude sein? 

 



In dem Sinne, guten Rutsch und bis nächstes Jahr. \(^o^)/

Samstag, 21. Dezember 2013

Vorweihnachtswoche

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und meine letzte Unterrichtswoche in diesem Jahr ist nun auch vorbei. Und da wir uns bis dahin nicht noch mal sehen wünsche ich euch allen jetzt schon mal
Fröhliche Weihnachten!
~ * ~ - . _ . - ~ * ~ - . _ . - ~ * ~ 
 
die sind so niedlich! ich will auch solche haben (ö__ö)
 
Letzten Samstag (14.12.) war ein Basteltag für mich. Lange habe ich, im Auftrag des Weihnachtsmannes, meine Pflichten als Weihnachtswichtel erfüllt. Als ich am Nachmittag noch mal spazieren war habe ich etwas lustiges beobachtet; Ein Rollstuhlfahrer, der ein motorisiertes Gefährt besaß, hat einen anderen, der nur einen normalen Rollstuhl hatte, hinter sich her gezogen. Die Zwei waren lustig anzuschauen und ich freute mich über ihre Cleverness, sich gegenseitig zu helfen. (^_^)
Am Sonntag war ich noch ein bisschen fleißig für die Uni und habe versucht den Falter von meinem Pullover zu bewegen. Denn er hatte sich es dort in der Nacht wohl gemütlich gemacht. (Ich hätte mich gern dabei beobachtet...) Er saß dann noch einige Zeit auf meinem Balkon. Dann fing er an stark mit den Flügeln zu schlagen. Das machte er eine ganze Weile, bis er letztendlich abhob. Das Verhalten erinnerte mich doch stark an einen Hubschrauber. XD
Meine letzte Unterrichtswoche, die am 16.12. begann, war wieder ein bisschen aufregender, als die Letzte. Dennoch fiel es mir von Tag zu Tag schwerer Früh zeitig aufzustehen. Erstens ist es kalt und zweitens noch nich so richtig hell. Zudem finde ich es schwierig, meine Stäbchen beim Frühstück gut fest zu halten, wenn meine Hände kalt sind. In der Uni musste ich heute meine Rede für morgen mit einem Mikrofon üben. Im Anschluss bin ich nach Ikebukuro gefahren, um ein letztes mal nach einer Strickjacke zu suchen. Aber der Laden, wo ich hin wollte, machte erst um 12°° auf. Also vertrödelte ich meine Zeit noch mal in anderen Läden. Und weil ich dachte ich könnte mit einem Bus der Uni zurückfahren fuhr ich noch meinem erfolglosen Einkauf wieder zurück nach Ekoda.
ein Herz für Bahnkunden...
Doch als ich den Busfahrer fragte, hatte der nur ein schäbiges Lachen und ein 'NEIN' für mich übrig und ich musste wieder umdrehen und wie immer die Bahn nehmen und laufen. (>.>) Schon den ganzen Tag war ich am rumschniefen und eine kleine Erkältung schien sich anzubahnen. Zudem dachte ich auch noch, dass am Montag das Wasser im Wohnheim abgestellt wird und hab deshalb versucht meine Blase zu ignorieren. Jedoch stellte sich das am nächsten Tag als falsch heraus. Denn grade in dem Moment, als ich am Dienstag etwas abspülen wollte, kam die Durchsage im Flur.
Putzi; mein Aufwaschschwamm
(Aber ich habe es noch geschafft meinen Kram abzuwaschen.) Extra hübsch angezogen bin ich heut zur Uni. Nach einer nochmaligen Probe für die Rede ging es erst noch mal zum normalen Unterricht. Und dann war der große Moment gekommen; wir mussten unsere Rede vor Publikum und Videokamera halten. Alles lief ziemlich glatt über die Bühne und die Leute lachten an den richtigen Stellen. Falls ich einen Fehler gemacht hätte, so hätte wohl mein Kleid gekonnt davon abgelenkt. Froh darüber, dass ich es endlich hinter mir hatte saß ich im Bus und lies mich zurück schaukeln. Nach dem Abendbrot hielt ich meine Rede jedoch auch noch mal für Lulu und Kyokyo, die am Nachmittag nich dabei sein konnten, denn indirekt hab ich auch über die beiden erzählt. (^.^)
Am Mittwoch, den 18.12., habe ich früh noch vor der Uni meine Miete überwiesen. Schon beim Betreten der Bank kam mir die freundliche Angestellte entgegen. Ich nehme an, sie hat mich wiedererkannt (wohl an meiner lila Tasche) und wusste noch, dass ich Hilfe brauche. (^^') Nach dem Unterricht gab es heute eine kleine Weihnachtsfeier im MCV. 
Neben Spielen und kleinen Vorträgen, wie Weihnachten in verschiedenen Ländern gefeiert wird, 
gab es auch noch ein bisschen Essen und einen übelst leckeren 'Eggnog' (ähnlich wie Eierflip). Dieses Getränk wird in England zu Weihnachten getrunken, allerdings mit Alkohol drin. Da es nich erlaubt is Alkohol in der Uni auszuschenken war diese Version des Getränkes allerdings alkoholfrei.
Auf der Heimfahrt im Bus freuten wir uns dann alle schon auf unser richtiges Weihnachtsessen im Wohnheim.

Am Donnerstag war ein eigenartiger Tag. Viele meiner Gedanken, ob nun gut oder schlecht, wurden wahr.. Schon als ich zum Frühstück ging dachte ich: 'Oh, Fisch wär wieder mal toll...', und siehe da, es gab welchen. Als ich auf dem Weg zur Uni in der Bahn saß, dachte ich: 'Hm, dafür dass ich schon so lang hier bin, gab es bis jetzt ziemlich wenige Selbstmorde....'. Und zack; eine Station vor Ekoda blieb der Zug stehen. (ô.O) Ab da nahm ich mir vor so was nich noch mal zu denken. Die eine Stunde mit Brian verging zum Glück recht fix und danach machte ich mich umgehend wieder auf den Weg zurück, kochte mir Tee und schlief 3 Stunden lang, um endlich mal meine Erkältung aus zu kurieren.
Am Freitag (20.12.) war nun der letzte Unterricht in diesem Jahr. Sensei hatte als Überraschung schon die DVD von unserer Rede mitgebracht und wir schwatzten über japanisches Neujahrsessen. Auch gab es zum Abschied für Sunny (Chinesin), die eher als alle anderen Japan wieder verlässt, Süßigkeiten und Kaffee von Seki-Sensei. Da ich heute noch auf eine Infoveranstaltung warten musste, in der uns noch Dinge erklärt wurden, die wir vor der Abreise zu erledigen hatten, bin ich gleich in Ekoda noch mal Nahrungsmittel einkaufen gegangen. Denn über Neujahr müssen wir selbst für uns sorgen und es gibt kein Essen im Wohnheim. Da das nicht all zu lang gedauert hatte, musste ich also meine restliche Zeit bis halb vier irgendwie im MCV vertrödeln.


So, nun zum heutigen Rätsel: Wie oft stand ich vor diesem Schild und suchte mich dumm und dämlich! Irgendwann dachte ich, die haben das entweder dort irgendwann mal vergessen oder aus Spaß aufgestellt....Oder findet ihr den Feuer Hydrant?

Nächste Woche geht’s auf Reisen und ich komme ja erst am 28.12. wieder, daher werde ich wohl noch nichts am Wochenende hochladen können. Allerdings habe ich mir vorgenommen den nächsten Post noch dieses Jahr hoch zu laden.
Und macht euch keine Sorgen, meine Erkältung ist auch schon wieder weg. :)
Einen fleißigen Weihnachtsmann für euch und bis bald,
Eure Misuka

Samstag, 14. Dezember 2013

Eine ruhige Woche

Hallo, da bin ich wieder. Ich hoffe es geht euch allen gut und der Weihnachtsstress ist nicht all zu groß.

Meine letzte Woche war nicht all zu stressig, wenn ich nun darauf zurück blicke.

Am Samstag (7.12.) habe ich nur ein bisschen was für die Uni gemacht und Reiseführer studiert.

Auch der Sonntag war recht ruhig. Ich hab mich zwar wieder bissel über meine Bank ärgern können, weil ich wieder nich so viel Geld bekommen habe, beim Abheben, wie ich wollte, aber ok, vielleicht gibt’s ja nächste Woche wieder was. Mein selbst versorgtes Abendessen bestand aus einer Nudelsuppe und Hühnchenrollen mit Käsefüllung, die im Supermarkt schrien; „Kauf uns wir sind lecker!“. Sie sahen auch verdammt gut aus. Aber blöderweise hab ich erst beim letzten Bissen bemerkt, dass ich vergessen hab sie zu fotografieren. (>.<'')

Die neue Woche startete nich so doll. In Japanisch musste ich meine Rede vorlesen, die ich nächste Woche halten muss. Doch das lief nich wirklich glatt. Über mich selbst ärgernd fuhr ich wieder zurück und hab versucht zu üben. Nach dem Abendbrot gab es heut ein Meeting vom Wohnheim aus. Wir Ausländischen Studenten mussten sogar zwei mal nach vorn, um uns vor zu stellen und noch zu sagen was wir toll an Japan fanden...Ich hasse das, aus dem Stehgreif vor so vielen Leuten auf Japanisch zu reden. Auch hat der Manager noch ein bisschen was gesagt, wovon ich aber immer nur stückchenweise was verstanden hab.

niedlicher Weinachtskaffee (^o^)
 Der Dienstag (10.12.) war zum Glück recht entspannend. Allerdings hatte es geregnet und ich hasse es mit meinem Schirm durch die engen Straßen zu gehen. (>.<) Ständig stößt man an andere. Heute war Tyner auch nich da, weshalb ich nur Japanisch hatte. Nach der Uni auf dem Heimweg im Bahnhof in Ikebukuro, sah ich eine alte Frau, die sich mit einem großen Koffer auf den Stufen abquälte. Ohne viel nachzudenken ging ich zu ihr, faselte was von helfen und drückte ihr im Gegenzug meinen Regenschirm in die Hand. Dann schnappte ich mir den Koffer und trug ihn ihr nach oben. (^^) Und so hab ich mir wieder eine Feder an meinen imaginären Flügeln verdient.*

Am Mittwoch verging der Unterricht so schnell. Bei Mock's Kurs ging es um echt interessante und unglaubliche Sachen.
Danach hatte ich mich mit Narumi verabredet, weil ich immer noch auf der Suche nach einem neuen Portmonee war. So wollte ich heut mein Glück noch ma in Harajuku versuchen. Doch auch da bin ich nich fündig geworden. Allerdings habe ich einen An- und Verkaufladen gefunden, die ziemlich günstige Kimono und Obis haben. (*.*) Den muss ich mir unbedingt merken! 
so sehn die in echt aus
In einem Laden hab ich auch etwas unglaubliches gefunden. Leider war es dort schwierig ein Foto zu machen. Das wäre ein gutes Rätsel gewesen. Denn ich frage mich, hättet ihr Wellenbrecher aus Plüsch erkannt?? Erst relativ spät kam ich ins Wohnheim zurück. Zum Glück habe ich noch was zum essen bekommen. Auch Tintin war erst um diese Zeit zum Essen bekommen. Auch sie wäre shoppen gewesen, dennoch sah sie betrübt aus. Um sie bissel abzulenken erzählte ich ihr von meiner Suche nach einem perfekten Portmonee. Plötzlich wurden ihre Augen ganz groß, denn sie suchte ebenfalls eins. Ein schwarzes, kleineres, was hübsch aussieht, wo Karten rein passen und wo ein Fenster für Fotos drin is! Genau wie ich auch! Was für ein Zufall.

Am Donnerstag (12.12.) bin ich früh noch mal Geld holen gegangen und siehe da, es klappte wieder. Dann bummelte ich zur Uni, damit ich nicht all zu zeitig zu Brians Unterricht erschien. Doch obwohl ich 5 min zu spät war, war ich trotzdem die erste. Ich setzte mich und wartete. Doch als so gar keiner kam wunderte ich mich schon. Dann tauchte eine Japanerin auf und sagte mir, sie hätte grad in der Bahn auf FaceBook gelesen, dass heut kein Unterricht is, weil Brian krank is. Was?! Ich hab mich umsonst aus'n Bett gequält?! Na toll! Mal abgesehen davon, dass ich keinen FaceBook-Account habe und dadurch eh immer Nachteile habe, aber wer bitte checkt denn schon gleich nach dem Aufstehen, ob es Neuigkeiten gibt?! Ok, in dem Fall vielleicht praktisch, weil man dann einfach weiter pennen kann. Aber es geht mir einfach darum, dass die Technik immer mehr unseren Tagesablauf bestimmt. Ich finde es erschreckend zu sehen, dass einige wohl noch vorm Zähneputzen erst mal auf FaceBook vorbeischauen, oder vielleicht sogar während dessen....So nutze ich die plötzliche freie Zeit um Mails zu schreiben, und unterwarf mich ebenfalls der Technik. In Deutsch gab es heut Stollen zu essen und ein paar interessante Vorträge. 
Danach fuhr ich noch ma nach Harajuku, weil mir eine gewisse Tasche nicht mehr aus dem Kopf ging. Außerdem wollte ich noch mal in Ruhe nach Strickjacken oder Ähnlichem suchen. Ebenfalls habe ich doch noch ein Portmonee gefunden. Es ist zwar nich schwarz, aber trotzdem recht hübsch.

Am letzten Tag der Woche (Freitag dem 13.12.) hatte ich wieder mal Privatunterricht. Da hatte Sensei genug Zeit mit mir meine Rede bis zum Erbrechen zu üben. (>.<) Ich schaffte es an diesem Tag mal ohne Umwege ins Wohnheim zurückzukehren und war sogar noch ein bisschen fleißig.

Schon früh saß ein großer Nachtfalter bei mir am Fliegengitter, dieser saß auch am Nachmittag noch dort. So habe ich zum Wäsche aufhängen dann extra die andere Balkon-Schiebetür benutzt, damit er weiter schlafen konnte.(Wer weiß, was das für einer is, darf es gern verraten.)



So und diese Woche wieder ein neues Rätsel; Als was könnten diese Bockwurstdosen hier in Japan verkauft werden?






Bis zur nächsten Woche,
   Eure Misuka


* Ich verfechte ja die Theorie, dass wenn man über sein Leben hinweg gute Taten vollbringt, man eine, in dem Moment imaginäre Feder als Belohnung bekommt. Je nach Größe der Tat, eine Daunen- oder eine Schwungfeder. Diese ergeben am Ende des Lebens Flügeln. Hat man genug Federn gesammelt, sind die Flügel stark genug einen in den Himmel zu tragen. (Natürlich verliert man bei schlechten Taten wieder Federn!)

Samstag, 7. Dezember 2013

Erfindergeist und leckeres Essen

Nun hat zu Hause die Adventszeit angefangen und ich muss ehrlich sagen, auch wenn hier das Wetter besser ist, diese Zeit ist zu Hause doch am schönsten! Und dank dem Internet kann ich mir wenigstens musikalisch ein Stück Heimat her holen. Dennoch fehlen mir schon irgendwie die erzgebirgischen Weihnachtsmärkte! Vielleicht habe ich hier einen zu romantisierten Blick auf alles, doch getreu nach dem Motto; „Frisch auf, alle Zeit! Mir halten trei zu unnrer Haamit un singe lustig unner Lied! Un müß mr fort, so kehr mr wieder, so wie dr Vugel hamwärts zieht!“ So werde auch ich bald wieder kommen und nächstes Jahr alles doppelt genießen!

Doch genug der langen Vorrede schließlich wollt ich ja eigentlich berichten, was letzte Woche so los war.

Am Samstag (30.11.) bin ich schon sehr zeitig aufgestanden, weil ich gleich nach dem Frühstück zu Narumi aufbrechen wollte. Mein Rucksack war gepackt und ich bin losgelaufen. Auf der Hälfte des Weges Richtung Bahnhof fiel mir auf, dass ich die Wegbeschreibung zu Seki-Sensei, zu der wir heut Abend zum Dinner geladen waren, vergessen hab. (>.<) Es nützte alles nichts, ich musste noch ma zurück. Und weil ich noch ein Gastgeschenk brauchte wollt ich noch was im Supermarkt holen. Und als ich dort dann endlich ankam hatte der noch zu. So musste ich noch bis 10°° warten... 
Angeblich sagten schon die Mongolen „wenn du es eilig hast, geht es nur noch langsamer“. Ich konnte das an diesem Tag nur bestätigen. Nun hatte ich hübsche Pralinen und hab mich beeilt zu Narumi zu kommen. Wir haben uns zunächst an dr Uni getroffen, von wo sie mich abholte. Bis ca. halb 5 haben wir noch an ihrer Arbeit rumgebastelt. Zwar haben wir nicht alles geschafft, aber immerhin den Hauptteil. In Shibuya wollte ich mich dann eigentlich mit den anderen treffen, um gemeinsam zu Seki-Sensei zu fahren, doch die sind einfach ohne mich in den Bus gestiegen und haben nicht gewartet. Noch nich mal am Eingangsbereich von Seki-Sensei Wohnhaus und das, obwohl sie wussten, dass ich gleich im nächsten Bus saß. Ich war verdammt sauer! 
Zum Glück konnte mich Sensei mit ihrem riesigen Festmahl wieder gnädig stimmen. Es gab unter anderem dunkles, deutsches Brot (!), Fleisch, Obst und einen wunderbaren Kuchen mit Erdbeeren! 
Auch ihre beiden Wan-chans (kleine Wuffis) waren sehr nett. Einer war auch unglaublich flauschig. (^_^) Wir waren recht lange bei ihr. Erst gegen viertel 10 sind wir wieder gegangen. In der Bahn nach Ikebukuro begegneten wir noch einem pöbelnden Italiener. Kein Wunder, dass die Japaner keine Ausländer mögen, wenn solche lautstarken Exemplare durch die Gegend laufen.


Mein erster Advent (1.12.) war ein Tüfteltag. Denn mein Etui für meine Bahnkarte is kaputt gegangen und ich musste es reparieren. Zum Glück hatte ich noch einen alten, nicht mehr funktionstüchtigen Kuli da. Dessen Miene hat mir sehr geholfen! Des weiteren habe ich heute wieder gewaschen. Die Lösung für das Problem mit dem kalten Wasser lautet; 'eine Waschsocke'! Ich fülle nun immer mein Waschpulver in ein weiße Socke. Dadurch kann es sich nicht mehr unkontrolliert auf meiner Wäsche verteilen. (^u^)v Und am Abend bat mich heut eine weitere Japanerin um Hilfe bei ihrer Abschlussarbeit. Allerdings hatte sie noch gar nichts übersetzt, was für mich echt heftig war! Da wir nur ein bisschen was geschafft hatten, haben wir uns drauf geeinigt, dass sie bis morgen schon mal übersetzt und ich das nur noch sortieren muss.

Am Montag gabs nichts großartig Spektakuläres. Der Text für Geschichte war wieder mal so spannend, dass ich darüber eingeschlafen bin. Auch der deutsche Text für die Japanerin war ein Kinderspiel, da ihr wohl schon irgendjemand geholfen hatte, der selbst gut Deutsch konnte. (Warum nich gleich so?)

 Auch der Dienstag ging recht ruhig vorüber. Es gab ein kleineres Erdbeben (Stärke 2-3) und ich hab mich noch mal mit Narumi getroffen. Jedoch nicht um noch mal mit ihr zu arbeiten, sondern sie wollte mir heut meine 'Belohnung' mitbringen. Zudem war heut der Abgabetermin der Arbeit. Ihr Dankesgeschenk waren 2 Röcke, die sie nich mehr anzieht. (*.*) Aber diese waren der beste Dank, den sie mir geben konnte.
Am Abend war wieder mal Krieg auf dem Militärübungsgelände angesagt. Von den ganzen Schüssen zog dann eine Rauchwolke über den Sportplatz. Ich kann nur hoffen, dass die auch immer richtig zielen...

Am 4.12. (Mittwoch) hab ich mir früh ein neues Monatsticket geholt. Dafür musste man ein kleines Formular ausfüllen und zum Glück war ich so intelligent eben dieses vor 3 Monaten abzufotografieren, um zu wissen, was ich jetzt wo eintragen muss. Alle andren haben jetzt so ihre Müh und Not das auszufüllen. ;) Und im Japanischunterricht haben wir heute was unglaublich praktisches für die Umformung der Verben gelernt. Hätte mir das mal jemand schon vor 4 Jahren gesagt wäre einiges einfacher gewesen. (-.-')

Am Donnerstag habe ich einer weiteren Japanerin geholfen ihren deutschen Text zu korrigieren. Allerdings war Narumi zum Glück die einzige, die ihre komplette Arbeit auf deutsch geschrieben hat. Die anderen hatten je nur ne Seite. 
Im Anschluss bin ich mit Narumi und Risa, der ich grad geholfen hatte noch mal nach Ikebukuro rein und wir sind gemeinsam shoppen gegangen. Jedoch kommt man zu dritt nich wirklich vorwärts, weshalb ich nicht wirklich das gefunden habe, was ich wollte. Aber wir haben noch Purikura zusammen gemacht. Wenigstens das war noch recht lustig. (^_^) Zum Abendbrot gabs Curry und da stopfe ich mich immer ordentlich voll! Man weiß ja nie, wann's das mal wieder gibt.

Am letzten Tag dieser Woche (6.12.) bin ich nach der Uni noch mal allein bummeln gegangen und habe mir passend zum Nikolaustag ein Paar Stiefeletten und Socken gekauft. (*.*) Ich finde sie so chic! Solche wollte ich schon immer mal haben. Auf dem Weg zum Wohnheim habe ich dann noch einen kleinen Teddy aufgehoben, den ich einen Tag zuvor schon gesehen und in der Hoffnung, dass ihn doch noch jemand finden würde auf einen Zaun gesetzt hatte. Anscheinend wurde er da nicht beachtet und war wieder runter gefallen. Er ist zwar nicht sehr hübsch, aber er tat mir so leid, wie er da so frierend zwischen dem Laub lag. Ich musste ihn einfach mitnehmen. Nach der Rückkehr ins Wohnheim war ich ziemlich müde und ich hatte mich noch mal hingelegt und dadurch beinah das Abendbrot verpennt...

Das wars diesmal auch schon. Mal sehn, ob nächste Woche mehr passiert. Ich bezweifle es.



Da ihr immer noch nich das Rätsel von letzter Woche gelöst habt, werde ich diese Woche einmal damit aussetzten. Es ist gar nicht so schwer, wie ihr denkt. Die Lösung ist total logisch und lustig, finde ich. (^^)

Na dann überlegt mal noch ein bisschen, wie die Füchse heißen könnten!



Bis nächste Woche, eure Misuka

Dienstag, 3. Dezember 2013

So viel Stress

Es tut mir Leid, dass ich erst jetzt wieder was hochlade. Die letzte Woche ging ganz schön in die Knochen und am Sonntag, meinem einzigen freien Tag in der Woche, brauchte ich mal ein bisschen Ruhe und Zeit für mich.
Aber ihr ahnt schon, wenn die Woche so stressig war, gibt es auch viel zu berichten. Also dann will ich mal loslegen,ne?!

Am Samstag, den 23.11. ärgerte ich mich erst mal schon wieder über das Waschpulver, oder besser über die japanischen Waschmaschinen, denn die waschen nämlich nur mit kaltem Wasser, weshalb ich immer Rückstände vom Pulver auf meiner Kleidung habe. Nach einigen Konsultationen und fachmännischer Beratung mit Mutti, habe ich das Waschpulver diesmal vorher aufgelöst. Doch auch das hat nichts gebracht...also muss ich eine andere Lösung finden. (Welche erfahrt ihr nächste Woche)
Am Sonntag hab ich noch ein bisschen was für die Uni gemacht. Einen Geschichtstext gelesen, über den ich eingeschlafen bin, und eine Abschlussrede auf Japanisch geschrieben, die ich bald halten muss, da sich meine Zeit hier langsam dem Ende neigt.
Zum Start in die neue Woche (am 25.11.) gab es das skurrilste, was es je zum Frühstück gegeben hatte; eine kleine Kohlroulade mit Pilzen und Würstchen. Wenn ich es nicht selbst gegessen hätte, würde ich es auch nich glauben. Ehrlich Leute, ich vermisse meine all-morgendliche Portion Kornflakes! In der Uni gab es dann heute eine Privatstunde nur für mich, weil Rick wieder mal verschlafen hatte und Melodie krank war. So war ich allein mit Sensei. (>.<) Das war ganz schön anstrengend, denn man hat noch nich ma eine Minute zum Nachdenken oder Verschnaufen, man is ja ständig dran....
Im Anschluss gings wieder in die Bibliothek. Langsam bekam ich das Gefühl, dass Narumi niemals rechtzeitig fertig werden würde. Bis 18°° dauerte heut unsre Schicht und dann gings endlich zurück.
Am Dienstag hab ich früh noch fix Hausaufgaben gemacht und konnte noch die Polizei beobachten, wie sie die Spuren eines Unfalls festhielt, bevor die stark befahrene Strecke vor dem Wohnheim wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Ich für meinen Teil hab die Lage so eingeschätzt, dass ein Motorradfahrer sich wieder mal ganz cool fühlte und den LKW auf den Trennstreifen zwischen den zwei Fahrbahnen überholen wollte und dabei ins Schleudern kam. Die fahren hier echt alle wie die Henker! Vor allem die Motorräder und Mopeds überholen die Autos eben da, wo grad ä bissel Platz is...schrecklich! Da kann man meist gar nich hinguggen! (><)
diese Bahn erinnert mich immer an Interstella 5555
 Zur Mittagspause, nach Japanisch wollt ich mich, wie jede Woche, schon in das Zimmer setzten, in dem wir danach Unterricht haben. Doch es waren Japaner drin. Ich sagte ihnen, sie könnten bleiben, mich stört es nich und ich bin ganz still, doch sie packten ihre Sachen und gingen...
Da Tyner heut ganz schön durch seinen Stoff gerannt is, hatte ich sogar noch mal Zeit, um Narumi zu gehen. Im Anschluss gab es im MCV (Musashi Communication Village) Kaffee und Stollen. Es sollte wie ein kleines deutsches Fest sein und Reini die Deutschlehrerin hatte mich und Julia gebeten, als Dekoration zu erscheinen. Ich habe die kleinen, niedlichen Japanerinnen mit meinen grauenvollen Sätzen bombardiert, aber das war anscheinend sehr lustig, denn wir haben alle viel gelacht. ;D
Der 27.11. (Mittwoch) war nich mein Tag. Auf Japanisch folgten drei Stunden Kultur bei Mock-Sensei. Die 1,5h am Anfang vergingen schnell, doch durch das anstrengende Zuhören bekam ich im 2. Teil arge Kopfschmerzen. Ans nach Haus gehen konnt ich aber lange noch nich denken, denn heut wollte ich unbedingt mit zu einem Schreinfest gehen. Mit dem Architekten von unserem Wohnheim und einem Mitarbeiter vom kokusai-Center (die kümmern sich um die Ausländer) liefen wir los. 
lecker! es is so ähnlich, wie Schnitzel
Zunächst gingen wir katsudon essen. Es war soooo lecker und aber auch so viel, dass mir danach ein wenig übel wurde. Die Kälte und der Wind, der mir um meine kleinen, kalten Ohren blies, trug nicht zur Verbesserung meines Wohlbefindens bei. 
Ein wenig abwesend stand ich auf dem Festgelände rum und schaute mir mehr oder weniger das traditionelle Theater mit Flötenspiel und Trommel an. Frierend, mit Kopfweh und Übelkeit wurde ich zusammen mit den anderen wieder aus der Festmeile geschoben. Japaner sind dabei echt radikal! Da wird gedrängelt und geschubst, fast noch schlimmer, wie in Deutschland. 
Am meisten bereiteten mir aber die kleinen Kinder Sorgen,
die sich mit ihren Schokobananen und Süßigkeiten ebenfalls in der Menschenmasse befanden. Wiedererwarten wurde ich nicht damit voll gekleckert und bin heil aus der ganzen Sache wieder raus gekommen. Ich war sehr froh, als wir endlich gegen 20:40 wieder im Bus Richtung Wohnheim saßen.  
Am Donnerstag (28.11.) hatte ich wirklich so absolut keine Lust zu Brians Unterricht zu gehen und so bin ich erst zur 2. Stunde in der Uni gewesen, um von 11°°-18°° wieder fleißig an Narumis Text zu arbeiten.  
 In der Nacht zum Freitag gab es gegen 1:15Uhr mal wieder ein Erdbeben (ca. Stärke 3). Zunächst hab ich es in meinen Traum integriert, bin dann aber trotzdem noch davon wach geworden. Nach Japanisch gings noch mal kurz in de Bibliothek (zu Narumi) und danach traf ich mich mit Julia und noch ein paar Japanerinnen, denn heute sollte sich einer meiner langen Träume erfüllen. Wir fuhren eine ganze Weile mit der Bahn und liefen noch ein Stück durch ein kleines nettes Örtchen und standen dann vor dem Ghibli-Museum.
Wer findet die Rußbällchen?
Wer Kinder hat und denen mal wirklich gute Zeichentrickfilme zeigen möchte, die nicht immer nur von Superhelden handeln, sollte Ghibli-Filme auswählen! Ghibli ist ein Filmstudio, welches mit Nausicaä, aus dem Tal der Winde 1984 seinen Durchbruch hatte.  Das Team um Hayao Miyazaki und Isao Takahata (hat übrigens Heidi gezeichnet) hat im Laufe der Jahre viele wunderbare Filme produziert. Meine Empfehlungen sind: Mein Nachbar Totoro od. Kikis kleiner Lieferservice. Die Filme haben oft mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur zu tun. Ich liebe vor allem die noch per Hand gezeichneten wahnsinnig schönen Hintergründe! Doch genug der Schleichwerbung, denn so wie ich von den Filmen schwärme, so enttäuschend war doch im Nachhinein das Museum für mich. Natürlich gab es allerhand Skizzen und derlei Dinge zusehen, man konnte auch vieles selbst ausprobieren oder irgendwo dran drehen, aber es gab auch viel Raum, wo einfach Nichts war. Auch gibt es ein striktes Fotoverbot und in jedem Zimmer steht jemand und schaut darauf, dass du dieses auch einhälst. Zudem hat kein Rußbällchen eine Chance sich irgendwo niederzulassen. Auch mit dem Katzenbus dürfen ausschließlich nur Kinder spielen. Wenigstens hat man mir mal erlaubt eine Pfote zu streicheln. Das Highlight war für mich allerdings eine Figurenszenerie, die wie eine Art von riesiger Weihnachtspyramide aufgebaut war. Wenn diese sich immer schneller und schneller drehte, so fingen die Figuren an sich zu bewegen, weil sie alle eine kleine Nuance verschieden waren. Völlig fasziniert hätte ich ewig davor stehen können. Auch der Kurzfilm, der in einem kleinen Kino gezeigt wurde war sehr niedlich! Es war eine herzzerreißende Geschichte, über eine Wasserspinne und einen Wasserreiter. Es gibt mehrere Kurzfilme, die nur im Museum gezeigt werden und wenn man alle mal gesehen haben will muss man öfters hin gehen, denn man darf nur einmal während des Aufenthaltes in das Kino. 
All diese Regeln und die wenigen Ausstellungsstücke haben mich ein bisschen enttäuscht. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht, Produkte zu sehen, die es im Laufe der Jahre so gegeben hatte. Naja, nichts desto trotz habe ich dennoch im Museumsshop einige schöne Dinge ergattern können. 
Mit einem hübschen Bus sind wir dann wieder zum Bahnhof gefahren und wieder zurück nach Tokyo rein. Weil Julia noch eine Verabredung in Ikebukuro hatte, bin ich allein zum Wohnheim. Puh, endlich war die Woche geschafft! Aber am Samstag stand schon der nächste Termin an. Doch dies ist schon wieder eine neue Geschichte. :)


Heute gibt es mal ein skurriles Rätsel. Auf dem Foto seht ihr einen Teil von dem Schal einer Japanerin (Chipe). Im Prinzip sind es zwei Füchse und der eine beißt sich am anderen fest. Ja, und ich glaube die sind sogar echt. (>.<) Aber nun sind sie einmal tot und sind sehr weich und fluffelig. Ich habe Chipe gefragt, ob die beiden Namen haben und sie verneinte, worauf hin ich meinte, die beiden brauchen unbedingt einen Namen! Was glaubt ihr, welche Namensvorschläge ich ihr beim nächsten Treffen gegeben habe?

Danke, dass ihr so lang gewartet und fein durchgehalten habt. Viel Spaß beim Raten. ;)
Bis nächstes mal wieder eher, eure Misuka



p.s. Ich lade demnächst noch ein paar weitere Fotos hoch, wenn mir Chipe die zugeschickt hat...

Freitag, 22. November 2013

Hilfe für Narumi

Da bin ich wieder, um von meiner sehr produktiven und vor allem auch sehr sonnigen Woche zu berichten. (^_^) Aber zunächst zum Wochenende.
Der Samstag (16.11.) war tagsüber nicht sehr aufregend. Wie immer hieß es waschen und Bolg schreiben. Doch der Abend hatte noch zwei Ereignisse für mich, die meine Nerven strapazierten. Zunächst hatte ich ein paar Probleme mit meinem Computer (wegen eigener Blödheit) und zu allen Übel kam auch noch ein Erdbeben angerollt. Ja, wirklich angerollt...es wurde langsam immer stärker, aber zum Glück war es auch schnell wieder vorbei. Und das Computerproblem konnte dann ich dann auch mit vielerlei Hilfe lösen. (Danke an Mutti, ich bin stolz auf dich!)
oben Feige, unten Kiwi
Sonntag war auch ein sehr ruhiger Tag. High-light war für mich allerdings das Frühstück, weil es heute zu meinen zwei Toastscheiben zum einen kleine, deutsche Salamis und zum anderen Kiwimarmelade gab.
Der Montag (18.11.) war auch nicht weiter aufregend. Aber es war wieder mal soweit, dass die Miete fürs Wohnheim überwiesen werden musste. Da ich ja nichts falsch machen will frage ich immer einen Angestellten in der Bank, ob er mir hilft. Und diesmal stand ein recht auffällig uniformierter, älterer Herr da, den ich bat mir zu helfen. Er machte das zwar auch, wirkte dabei aber sehr angespannt und blickte sich ständig um, als er bei mir am Automaten stand. Keine Ahnung warum, vielleicht hätte er seinen Platz nicht verlassen dürfen, war aber in der Zwickmühle mir helfen zu wollen,...ich weiß es nicht, aber ich bedankte mich paar mal mit tiefen Verbeugungen und marschierte weiter.
Denn ich habe einen wunderbaren Vorhang letzte Woche gesehen, den ich jetzt unbedingt haben wollte. Und natürlich, wie konnte es anders sein, sind Eulchen drauf. Am Abend quälte ich mich wieder einmal mit einem viel zu spät hochgeladenen Text ab. Dieser war auch noch ziemlich schrecklich, weil er aus Berichten bestand, die sich um den Krieg der Japaner in Manshuko (Mandschurei) drehten. Beim zu Bett gehen hatte ich schon Angst auch noch davon zu träumen und das wo ich so schon nie gute Träume habe... (>.<)
Nach einer Nacht ohne schlechte Träume war am 19.11. (Dienstag) nach dem Japanischunterricht eine Feuerübung angesetzt. Punk 12°° erklang ein Alarmton und es wurde durchgesagt, dass jetzt die Übung sei. Aufgeweckt, wie unsere Lehrerin stets ist rüttelte sie an den Stühlen und rief „Erdbeben, Erdbeben“. Riss noch die Tür auf (damit diese sich im Notfall nicht verklemmt) und hockte sich kurz unter den Tisch. Und dann sollten wir ruhig und ohne Hektik das Gebäude mit unseren Taschen verlassen. Nun standen wir auf dem Platz vor der Uni und warteten auf das Entwarnungszeichen. 
In der Mittagspause hielt ich im Klassenzimmer ein kleines Mittagsschläfchen, bis Tyner-sensei ins Zimmer kam. Jedes mal erzählt er dann mit mir. Und jedes mal verstehe ich kaum etwas, doch er scheint das nicht zu bemerken. Anscheinend habe ich das Talent auch dann noch interessiert und schlau zu guggen, selbst wenn ich keine Ahnung hab, um was es eigentlich geht. Während des Geschichtsunterrichts erreichte mich auf dem Handy ein Hilferuf von Narumi. Sie ist eine sehr liebe Japanerin, die Deutsch lernt und im Moment ihre Abschlussarbeit auf deutsch schreibt. Bis 18°° saß ich mit ihr dann noch in dr' Bibliothek und verbesserte ihre Sätze. So konnte ich gemütlich mit dem Uni-Bus zum Wohnheim zurückfahren und gleich nach der Ankunft das leckere Abendbrot genießen. Es gab endlich mal wieder Curry und ich hab 2x eine riesige Portionen verdrückt. (^____^)
Am Mittwoch fiel der Unterricht von Mock aus und so wollte ich nach Japanisch, wo heut wieder Japanerinnen zum quatschen (üben) da waren, mit Julia nach Harajuku shoppen gehen. Doch Julia sagte ab und so nahm ich mir noch mal 2 Stunden Zeit für Narumi und bin danach allein ins Paradies gefahren. Unter der Woche ist in Harajuku zum Glück nicht all zu viel los und man kann mehr oder weniger in Ruhe bummeln. 
Erstes Ziel war ein kleiner Schmuckladen namens 'Paris Kids'. Weiter ging es in diverse andere Läden und zum Closet Child (das ist mittlerweile Pflicht XD). Fündig bin ich dort natürlich auch geworden. Dann habe ich noch einen weiteren SecondHand-Laden gesucht, den mir eine Japanerin empfohlen hatte. 
Meine Beute
Auf dem Weg zu diesem kam ich noch an einem Gebäude vorbei, wo es angeblich auch Lolita-Klamotten geben sollte. Also guggen kann man ja mal, dacht ich mir und als ich die Etage mit den Sachen gefunden hatte, war ich den Tränen nah! Staunend lief ich umher. Aber traute mich kaum nach den Preisen an den Sachen zu schauen... (>.<) In einer Abteilung (bei h.Naoto) kam ich dann noch mit der Verkäuferin ins Gespräch. Sie war sehr nett und gab mir auch noch einen Fyler mit.
Den letzten SecondHand-Laden hab ich dann auch noch gefunden. Und ich staunte nich schlecht, was es da alles gab! (o.O) Die verkaufen hier noch Klamotten, die bei uns schon lange kein Schwein mehr anziehen würde. Aber in Japan kann man selbst noch einen Strickpulli aus den 80-ern in neongelb und rot für ca. 10€ verkaufen. Ein bisschen Lolitakram hatten sie auch und so hab ich auch da noch was gefunden.
Am Donnerstag (21.11.) hieß es in der 1. Stunde wieder einmal Brians-Zukunfts-Kurs überstehen. Zu allem Übel musste er heut auch noch eher gehen, aber wir sollten in Gruppen weiter über die Zukunft der Musashi diskutieren. Auch im Deutschkurs wurde es nicht besser, da Reini (die Lehrerin) wieder einmal einen deutschen Liedtext dabei hatte. Diesmal von einem angeblich ganz berühmten Sänger...komisch ich hatte noch nie was von ihm gehört. Ich möchte auch davon absehen ihn namentlich in diesem Blog zu nennen, weil ich mit solchen 'Gestalten' nichts zu tun haben möchte! Als sie uns auch noch das Video zu dem Lied zeigte hatte ich einige Probleme meine Fluchtreflex unter Kontrolle zu halten und nich schreiend wegzulaufen! Wenn das deutsche Jugendkultur widerspiegeln soll, dann sehe ich für die Zukunft in Deutschland schwarz! (-.-)
Im Anschluss hieß es wieder bis 'open end' = 18°° Narumis Text korrigieren. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Jugendsprache in Deutschland und Japan im Vergleich. Und ich muss sagen, dass die Ergebnisse ihrer Untersuchungen recht interessant sind.
Auch der Freitag lief kaum anders ab. Wieder saß ich nach Japanisch mit Narumi von 10:30 bis 18°° in dr' Bibliothek und arbeiteten an ihrem Beitrag. Ständig bedankt sie sich, wenn ich stöhne und überlege, wie ich ihre Sätze ins Hochdeutsche bringen kann...arme Narumi. Aber ich muss sagen, dass es mich auch freut ihr zu helfen. Man bekommt an diesen Tagen auch selbst das Gefühl etwas geschafft zu haben. Ich versuche ihr Mut zu machen, so wie meine Mutti mir, wenn ich verzweifelt vor einer Hausarbeit sitze. Ich hoffe wir schaffen es noch rechtzeitig. 
Zu erwähnen sei noch, dass diese Woche ohne Unterbrechung jeden Tag die Sonne von Früh bis Abends schien! Auch wenn es nicht all zu warm ist, so tut dieses Licht unglaublich gut und ich versuche jeden Strahl zu geniesen, denn ich weiß, dass es zu Hause zur Zeit eher grau aussieht..

So und an dieser Stelle ausnahmsweise noch die Auflösung des Rätsels aus der letzten Woche: Natürlich war es der Fuji. Das Bild war von meinem Balkon aus. Und das Bild was ihr hier seht hätte ich, wenn ich im 8. Stock wohnen würde (da ist allerdings leider nur ein Jungsflur und ich bin nunmal leider kein Junge....die wissen das bestimmt gar nich zu schätzen)

Ein neues Rätsel folgt trotzdem noch: Was könnte das nun schon wieder sein?





Bis nächste Woche vom Sempai* Misuka. ;)


* als 'Sempai' werden in Japan Mitschüler bezeichnet, die älter sind als man selbst, oder einen höheren Kurs besuchen. Sie helfen oft den jüngeren Kommilitonen, die Kohai genannt werden. Diese Sempai-Kohai-Beziehung gibt es aber in allen Generationen und ist kein reiner Schulbegriff. Auch in Firmen gibt es diese Art von hierarchischer Struktur.