Auch am 6.2. haben wir ein
letztes mal in dem kleinen Café gefrühstückt und haben es heut zum
zweiten mal versucht auf den Fischmarkt zu gehen. Trotzt des
fortgeschrittenen Vormittags war immer noch viel los und wir mussten
aufpassen von den kleinen fahrbaren Fischtransportern nicht
angefahren zu werden. Es war immer noch recht hektisch, da möcht ich
gar nicht wissen, wie es hier zu Spitzenverkaufszeiten zugeht. (>.<)
Am Rande des Marktes sind kleine Geschäfte, Lokale, sowie
Imbissstände. An einem lachte uns eine Eierrolle zu und wir gönnten
uns ein zweites kleines Frühstück. Im Anschluss fuhren wir noch mal
nach Shibuya.
Zum Einen, weil man schon einmal über die riesige
Kreuzung gegangen sein muss, die im Fernsehen immer gezeigt wird, und
zum Anderen, finde ich lohnt sich auch ein Besuch an der Statue von
Hachiko, dem treuen Hund, der auch nach dem Tod seines Herrchens
täglich am Bahnhof auf ihn wartete. Auch gingen wir noch mal duchs
Kaufhaus 1O9. Aber die Läden dort sind eher für Mädchen, die das
ganze Gegenteil des Lolita-Stils tragen. So bummelten wir so noch ein
bisschen rum und fuhren aber auch bald zurück. Als wir ins Hotel
zurückgekehrt waren ruhten wir uns eine Weile aus und gingen dann
zur rechten Zeit noch mal runter zur Ghibli-Uhr, um ein Video des
Spektakels auf zu nehmen. Und dann kam der schwerste Teil meiner
Reise, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ich musste versuchen all
meinen Kram in 3 Koffern von ca. 23kg zu verteilen (+Handgepäck von
~8kg, +eine 'Handtasche'). Während mein Freund innerhalb einer
halben Stunde alles soweit fertig eingepackt hatte, brauchte ich ca.
geschlagene 3 Stunden. Auch das wiegen der Koffer war eine Tortur!
Nach einer Runde sykpen war dann auch schon schlafen angesagt.
Denn am nächsten Tag (7.2.)
hieß es schon ganz zeitig aufstehen. Gegen 4:40Uhr quälte wir uns
aus dem Bett, packten die letzten Sachen in die Taschen und ich nahm
schweren Herzens langsam Abschied von dem Leben in Japan. Die Bahn
war, dank so früher Stunde noch schön leer. Nur ein Betrunkener
störte die Stille der schläfrigen Bahnfahrer. In Nippori hieß es
wieder umsteigen. Immer ist das Ein- und Aus-checken an diesem
Bahngate ein bisschen verwirrend, aber letztendlich hat alles
geklappt und nach ein bisschen warten saßen wir dann auch schon im
Skyliner, der uns zum Flughafen brachte. Nachdem wir unsere Koffer
abgegeben hatten warteten wir ein kleines Weilchen, bis wir in den
Sicherheitsbereich gingen. Wir mussten durch mehrere Kontrollen und
ich wurde sogar noch mal 'rausgefischt', weil man meine
Registrationskarte noch ungültig machen musste. Dann hauten wir
unser letztes Kleingeld auf den Kopf, so gut es ging. Beim Kauf von
Schokolade fand ich an einer Kasse auch noch einen Pass eines
chinesischen Reisenden. An unserem Gate schauten wir beim Putzen und
Beladen unserer Maschine zu und aßen unser letztes Onigiri.
Bald hob
der Flieger ab und wir flogen, sehr zu meiner Freude, über halb
Japan nach Norden, bis hoch nach Hokkaido. Dort war alles voller
Schnee. Eine wunderschöne Landschaft! Wäre ich in dem Moment allein
gewesen hätte ich sicher viel mehr geweint. Aber zu wissen nicht
allein zu sein, dass zu Hause liebe Menschen warten und die
Gewissheit wieder her kommen zu können haben über den
Abschiedsschmerz hinweg geholfen. Bis ich nicht mehr ein Fitzelchen
Land sehen konnte, konnte ich mich auf nichts anderes konzentrieren.
Aber ganz klasse fand ich es dass es diesmal im Bordprogramm einen
Film im Angebot gab, für den ich 2012 den Kino-Trailer in der Bahn
gesehen hatte, und mir dachte; den würd'ste gern mal guggen! Es war
die Realverfilmung des Manga Rurouni Kenshin. Und ich muss
sagen, dass mir der Charakter in 'real' noch viel besser gefällt.
Was gibt es cooleres, als einen langhaarigen, jungen Samurai. (^w^')
Ansonsten war der Flug recht
langweilig und unspektakulär. Ab und zu gab es was zu Essen oder zu
Trinken und nach ca. 11 Stunden landeten wir etwas wackelig in
Frankfurt. Kaum in Deutschland angekommen kann ich noch nicht mal
mehr hiesige Toilettentüren öffnen. Die japanischen Mädchen, die
mir halfen staunten über mein japanisches 'Danke' und ich staunte
über ihre Verwunderung. Eigentlich müsst ich es doch langsam mal
gewohnt sein...An einer Taschenkontrolle herrschte ein wenig
Verwirrung. Und da von den ca. 10 Beamten, die dort rum standen nur
gefühlte 2 arbeiteten, ging es recht langsam voran. Die Japaner
hinter uns, die schon ganz vorbildlich ihre Taschen in ein Körbchen
legen wollten, wurden von einer deutschen Beamtin so blöde darauf
hingewiesen, dass sie warten sollten, dass ich mich am liebsten für
der Frau ihr Verhalten entschuldigt und ihnen erklärt hätte, dass
Deutsche, die im Service Bereich arbeiten, nicht immer freundlich
sind. Auf das Fremdschämen kam schon der nächste Schock, da mein
Freund, der meinen Laptop in der Tasche hatte rausgezogen wurde und
ihn vorzeigen sollte. Aber es war alles ok und wir konnten weiter
gehen..puh!
Nun suchten wir uns ein Plätzchen und klingelten erst
mal zu Hause durch. Und danach habe ich mir das leckerste
Käsebrötchen meines Lebens gekauft! Es war sündhaft teuer, aber es
schmeckte himmlisch! Nun hatten wir noch ca. 7 Stunden Zeit. Mit
kleinen Suchspielen, Leute beobachten und abwechselnd auf dem
Katzenkissen schlafen versuchten wir die Zeit tot zu schlagen. Eine
Stunde vor Abflug kam eine Durchsage, dass das Gate geändert werde
und wir liefen noch mal ein Stückchen und dann ging es auch endlich
bald weiter. Kaum hatten wir die maximale Reiseflughöhe erreicht
landeten wir eigentlich auch schon wieder. Eine Weile standen wir am
Gepäckband und warteten auf unsere Koffer. Ihr könnt euch gar nich
vorstellen, wie erleichtert ich war, dass alle da waren! Nun
trotteten wir so als die Letzten mit 4 großen Koffern, 2 großen
Taschen und nem kleinen Rucksack Richtung Ausgang. Für die
Zollbeamten sahen wir wohl sehr verdächtig aus, nach all den
Geschäftsleuten, welche nur kleine, Briefkasten-ähnliche Köfferchen
hinter sich her zogen. Grund genug für sie, uns aufzuhalten und
dämliche Fragen zu stellen. Aber Leute, nach 11+1 Stunde Flug, 7
Stunden abgammeln auf'n Flughafen hat man für so was herzlich wenig
Nerven. Sie waren aber nett und ließen uns weiter gehen. Nun wollten
wir nur noch ins Auto und nach Hause fahren. Gegen 1°° waren wir
endlich angekommen. Meine Mutti war sogar noch wach und begrüßte
uns herzlich. Nun war ich wieder dr' Heme!



