Freitag, 27. September 2013

Viel Kultur und schmerzende Füße

Schon wieder ist eine Woche um. Die Zeit rennt wirklich, oder? In Deutschland auch?
Für mich wird es schon langsam zur Normalität, hier zu leben. Natürlich ist es anders als in der Heimat. Natürlich begegnet man jeden Tag noch kleinen Wundern. Aber man achtet nicht mehr auf seine Umwelt, saugt nicht mehr jedes neue Detail auf, sondern läuft stur die Wege ab, die man kennt. Ach, apropos laufen,... das ist ein guter Einstieg für den heutigen Post.

Denn am Samstag den 21.9. bin ich so ca. um die 20km durch Tokyo gelaufen. Ja 20km! Und glaubt es mir, an dem Abend war ich fix und alle und wollte mich nie wieder bewegen. Doch wie es dazu kam möchte ich euch nun berichten.

Am Samstag war der 'Walking-Day' von Brian. Start war 9:30Uhr in Ikebukuro.
Er führte uns zunächst in zu einem Tempel (Zoshigaya Kishimojindo Tempel), in dem man um Glück für Mütter und Kinder bitten konnte. Es war sehr interessant. Tokyo ist ein Ort der Gegensätze. Läuft man ein paar Meter abseits der großen Straßen findet man kleine verschlafene Plätze. Ich finde es faszinierend, dass diese Kontraste überall in Japan zu finden sind. Nicht nur in der Umgebung wird das sichtbar, sondern dies zieht sich durch alle Bereiche der Gesellschaft und Kultur, eingeschlossen Kleidung, Musik und Speisen.

Such die Katze, such!
Doch zurück zum Tempel...(^.^) dort gab es nämlich auch einen Kiosk, in welchem eine Katze schlief. Oh, die war so niedlich und flauschig. Scheinbar ist sie schon ein Maskottchen, denn am Kiosk konnte man sogar Postkarten von ihr kaufen.

Zum nächsten Tempel, dem Gokokuji-Tempel, gings zunächst erst an einem recht großen Friedhof
vorbei und dann hindurch. Nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben und auch hinein gehen konnten, liefen wir auch schon weiter. Einen Tempel oder einen Schrein darf man sich nicht als ein Gebäude vorstellen. Es ist vielmehr eine Anlage in der mehrere einzelne Bauten, Statuen und Laternen stehen. Das zentralste Gebäude ist meist das Hauptgebäude.
Holztäfelchen für Wünsche
Tempel gehören zum Buddhismus und Schreine zum Schintoismus. In was man sich nun befindet ist immer ein bisschen schwierig. Aber wenn man am Eingang durch ein Torii gegangen ist, dann folgt auf jeden Fall ein Schrein. ;) Und im Tempel müsste man demzufolge irgendwo mindestens eine Buddha-Statue finden.


Auf dem Weg zum nächsten Schrein unterhielt ich mich mit einer doch recht eigenartigen Japanerin. Oder sie sich eher mit mir?! Sie blickte mich kaum an, und obwohl ich ihr sagte sie solle etwas langsamer sprechen, weil ich kaum was verstehe, redete sie einfach munter weiter.
Wir liefen auch zusammen durch die Schreinanlage, in der es heut ein Fest gab. Das war sehr praktisch, weil wir dort gleich Mittag essen konnten. Es gab so viele Buden, aber nach jeder 5. wiederholte sich das Essensangebot. Ich entschied mich nach langer
mit essbarem 'Teller'
Überlegung für ein Hashimaki (dünnes Okonomiyaki auf Stäbchen gerollt) und eine Schokobanane (für nur 200¥ ).
yummi (^u^)
Bei traditioneller Musik erholten wir uns noch etwas, bevor es dann weiter zur Todai ging. Wow, ich war an der Todai!!! Todai ist die Abkürzung für Tokyo Daigaku (Tokyo Universität). Hier studiert die Elite! Nur die Besten der Besten werden hier angenommen.
Hauptegäude der Todai
Der Campus ist riesig und der Baustiel ist eine Mischung aus Kathedrale und Bauhaus.


Weiter gings zum nächsten Schrein. Auch hier gab es etwas besonderes zu erleben, denn es fand gerade eine Shinto-Hochzeit statt. Bis auf das Brautpaar waren alle Hochzeitsgäste in schwarz gekleidet.
Es herrschte oft Stille. Ab und zu man hörte man nur den durchdringlichen Klang der Flöten und die Gesänge der Mönche.
Schrein-Dienerin verteilt Sake
Nach der Zeremonie fuhr die ganze Hochzeitsgesellschaft in großen, schwarzen und glänzenden Autos davon.


Inzwischen waren wir von Ikebukuro nach Ueno gelaufen. Wir liefen durch den Onshi-Park, eine der ältesten
ein Feld voller Lotuspflanzen
Parkanlagen Japans, blieben kurz bei einem Straßenkünstler stehen und ich fand schon wieder den nächsten starken Kontrastpunkt. Denn neben dem Spielplatz, wo die Kinder tobten und ihren Eltern zuwinkten, schliefen die Obdachlosen. Diese Szenerie wirkte so unwirklich...

Am Tokyo Nationalmuseum verabschiedete sich Brian und verkündete uns noch, dass wir laut seiner Uhr (!) zusammen 12km gelaufen sind.


Sehr von Vorteil war, dass der Eintritt für ausländische Studenten heute frei war, und so stolzierten wir mit unseren grünen Bändchen, die wir am Eingang bekamen, durchs Museum. Ok, die Französinnen rannten mehr und so teilte sich unsere Gruppe sehr schnell. Zu sehen gab es viele schöne, alte Dinge. Zum
Is die nich total genial?!
Beispiel Näbbeln, Teekannen, Kalligraphie Boxen, Kimonos, Bücher und und und. Im 2. Gebäude des Geländes waren internationale Fundstücke ausgestellt. Unter anderem auch Dinge, die mir aus meinem Archäologiestudium und dem Louvre bekannt waren. (^_^)

Nach dem Museum gings endlich Richtung Wohnheim! Die Strecke vom Bahnhof bis zu besagtem Ziel erschien mir ewig! (Pro Stecke sind das übrigens 2km.)

Was verdammt lesen die da? Mein Sparbuch?
Nach dem Abendbrot wurde uns noch die Bankkarte gegeben, und tatsächlich; es ist die Winnie Puuh-Karte. Ich werd verrückt!

Am Sonntag war nichts tun und lernen angesagt. Aber am Abend durften wir an der heiligen Zeremonie des Rollbraten-essens teilnehemen. Der Manager vom Wohnheim (Aoki-san) hatte gekocht und schnitt nun den Braten in dünne Scheiben. Diese wurden kunstvoll auf einem Teller drapiert und wir durften kosten. Alle rufen total begeistert oiiishiiii! (lecker) (-.-) nunja, was soll ich sagen es war nur Rollbraten,.. es gibt besseres..aber ich war höflich und habe mitgerufen. Von 2 dünnen Scheiben wird man natürlich nich satt und so gabs noch lecker Nudeln aus'n Konbini.

Am Montag den 23.9. gabs schon die nächsten interessanten Erfahrungen. Nach meinem Unterricht war ich noch mal im richtigen Supermarkt und hab viele Schnäppchen gemacht. Zudem habe ich Dinge für Frauen gekauft, an sich soweit ok. Doch an der Kasse wurde mir das in eine extra Tüte, die schwarz war, eingewickelt, damit man es nicht durch meine weiße, eigentliche Plastetüte durchsieht...(ö.Ö) ach,..Japaner...

'Pausenbrot' = Onigiri
Die restlichen Tage waren unimäßig nich sooo spannend. Der Unterricht ist anstrengend und ich mache immer fleißig Hausaufgaben.

Am Mittwoch den 25. allerdings sind Julia und ich mal mit dem Uni-Bus zurück zum Wohnheim gefahren. Das war eine sehr interessante Angelegenheit, denn wir saßen direkt hinterm Fahrer. Linksverkehr live...sehr spannend!
Ich werd es Hermine nennen ^.^
Aus Dumdideldei bin ich heut auch mal am Briefkasten vorbei und siehe da ich habe Post. \(^___^)/ und was für welche! Zunächst ein Japanisches Renten-Buch. (keine Ahnung was das soll...ich soll's aufheben und vor Abreise wieder abgeben). Aber der Clou war der Brief von Risu! Ooooh~ ich hab so gequietscht! Ein kleines Eulchen und eine Karte waren drin. Vielen lieben Dank dafür!

Der Donnerstag war hingegen sehr komisch...Zuerst hatte ich wieder Unterricht bei Brian, wo ich heut auch noch mit einer Gruppe Jungs zusammenarbeiten musste, die ganz schüchtern waren mit mir über Olympia 2020 zu diskutieren. Der Kurs kann heiter werden!

Am Nachmittag bin ich mit Julia nach Ikebukuro ins ClosetChild (Second hand Lolita-Laden) gefahren. Mal abgesehen von den immer noch viel zu teuren Kleidchen hab ich nix gefunden. (>.>) Nur eine wunderschöne Kette hab ich gekauft.
Dann durchstöberten wir noch die CD-Abteilung. Plötzlich kam ein Mann rein, gab ein paar Flyer ab, lies von sich ein Foto machen und ging wieder. Welch Schock traf mich als ich auf den Flyer starrte. Es war der Sänger (?, glaub ich) von Malice Mizer!! (o.O) wtf! Wie geil!

Auch im animate (Manga-/ Anime-Laden) bin ich heut auf den 6 Etagen nicht wirklich fündig geworden..nur nen Miku-Drink hab ich gekauft.


Oh, und auch der Freitag (27.9.) war nicht mein Tag. Hab heut auch aus Spaß den Anfängerkurs mal mitgemacht und war schockiert wie viele Partikel ich die ganze Zeit durcheinander hau...-.- wie deprimierend! Danach musste ich noch ewig warten, weil wir heute erklärt bekommen sollten, wie man die Geldkarte benutzt. Zwar hab ich derweil Kanji gelernt und Buch gelesen, aber beim Lesen knickte mein Kopf alle 2 Minuten nach unten weg. Blöd dass man in der Uni nich noch nen Raum zum schlafen hat. Im MCV (Musashi Communication Village = Treffpunkt für ausländische Studenten) is schlafen leider verboten. (u_u)'

Dann endlich gings zur Bank. Zuerst Geld einzahlen, und dann überweisen. In Deutschland kein Problem, aber hier mit all den Tasten mit zu vielen Kanji drauf...es gibt noch nich mal nen Knopf für Englisch. (>.<) Keine Ahnung wie, aber ich hab meine erste Miete bezahlt.

Der einzige Tost war heut mein Yakult und ganz viel Essen zum Abendbrot.



Puh, das war heut ein langer Eintrag. Aber danke, dass ihr durchgehalten habt.
Und wie immer gibt es nun noch das Rätsel. Heut mit einer Schätzfrage;

Hier auf dem Foto seht ihr 4 Bauarbeiter zur Mittagspause. Doch wie viele Bauarbeiter werden wohl insgesamt an der Baustelle von ca. 30-40m Länge beschäftigt sein?
Bin auf eure Antworten gespannt. 

Bis zur nächsten Woche. Eure Misuka (^o^)/


Freitag, 20. September 2013

Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn die Tür auf geht...

Eigentlich wollte ich euch heut berichten, wie meine erste volle Unterrichtswoche war. Ich wollte erzählen wie langsam alles in seinen Trott kommt. Doch heute Früh wurde diese Version gekappt.

Wie immer lief ich in den Bahnhof Asaka und freute mich auch noch drüber Werbetaschentücher bekommen zu haben. Als ich oben an den Gates war fielen mir gleich die Menschenmassen auf. Mehr als gewöhnlich standen sie rum. Und dann erblickte ich auch schon den Grund dafür; Züge fielen aus, oder verspäteten sich, auf Grund eines Personenschadens. Mal wieder gab es irgendwo auf den Gleisen Tokyos jemanden, der seinem Leben ein Ende setzten wollte.

'Bitte bringen Sie sich nicht zu den Hauptverkehrszeiten um!' Ich weiß nicht ob es diese Schilder wirklich gibt. Wenn ich sie sehe, würde ich sie nicht wahrnehmen, weil ich sie nicht lesen könnte, aber es wäre wirklich ratsam sich daran zu halten. Schon aus Rücksicht seinen Mitmenschen gegenüber.

Den ersten Zug, der wieder fuhr konnte ich nicht nehmen. Auch beim 2. überlegte ich kurz, ob ich da wirklich einsteigen will. Doch ich wollte auch zur Uni. Und es hätte auch nichts genützt anstatt den SemiExpress (etwas schnellerer Zug), den Local (langsamer Zug) zu nehmen, denn nun war alles in Richtung Ikebukuro brechend voll!!! Die Rush Hour an normalen Tagen war heut nichts dagegen! Umfallen war wirklich unmöglich!

Der letzte Arm, der letzte Taschenzipfel wird noch von den netten Herren mit den weißen Handschuhen in die Bahn gestopft, damit sich die Türen schließen und dann fährt der Zug ab. Dich an dicht steht man nun da. Menschentetris, könnte man dazu sagen, nur dass sich keiner auflöst, wenn die Reihe voll ist. Keine Bewegung keine Regung. Alle starren vor sich hin. (Keine Ahnung wie's euch gehen würde, aber ich hab bei jeder Schwankung und Kurve versucht mein Gleichgewicht zu halten und dabei auch meine Mimik verwendet... +__+')

Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch recht viele große Japaner gibt. Und nun weiß ich auch warum es so wenig dicke Japaner gibt. Hier darf man sich das einfach nicht erlauben. Sonst würden viel weniger Leute in die Bahn passen.

Ein bisschen ins Schmunzeln kam ich dann doch, als ich sah, wie das MakeUp der einen Frau an der Schulter des Herren im Anzug landete.

Sonderbarer Weise kam ich nur 20 Minuten zu spät zum Unterricht. Auch auf dem Rückweg gegen Mittag waren die Auswirkungen noch zu spüren. Die Züge fuhren so völlig außerplanmäßig. Am besten in irgend einen einsteigen und so weit fahren, wie man kommt. Das hab ich auch getan, teilweise bin ich auf die letzte Sekunde noch in den Zug gesprungen und war so froh, als sich die Türen in Asaka auch wirklich öffneten. (auf der Heimfahrt hatte ich sogar einen Sitzplatz ^_^)

Vor lauter Stress hab ich vergessen mir eine Yakult-Flasche zu kaufen..Mist, denn Freitag sollte mein Yakult-Tag werden..
Blick aus dem Flur im 2. Stock des Wohnheims. (So kann Japan auch aussehen)



Doch wie war meine restliche Woche so?

Für alle, die es interessiert, hab ich hier mal meinen Stundenplan mit hochgeladen, mit den Namen der Lehrer, damit man später immer mal wieder guggen kann. (^_^)


Am Montag den 16.9. fiel zum Beispiel auch der Unterricht erst mal aus, da ein Taifun über Japan hinwegfegte. Es war echt heftig! Raus gehen und Bahnfahren wäre wirklich gefährlich gewesen. Zudem war auch noch ein Feiertag (Tag der Alten). Und da bekommt man kein Essen hier im Wohnheim. Das hatte ich völlig vergessen, zum Glück durfte ich ein Toast von Julia essen, sonst hätte ich gar nichts gehabt....

Die süße Miku seh ich jeden Tag auf'n Weg zur Uni


Am Dienstag (17.9) war ein echt anstrengender Tag! Nach Japanisch gabs die erste Stunde Geschichte, und obwohl heut nur Einführung war, war ich schon sehr überfordert. Der Herr macht mir ein wenig Angst und die Texte, die wir zu jeder Stunde lesen müssen, noch viel mehr.

Anschließend bekamen wir heut noch die Unterlagen für unseren Bankaccount.
Warum?
Und ich frage mich, womit habe ich das verdient?!
Ein Disney-Sparbuch?! WTF! Warum kann man da keinen Einspruch erheben? Seit wann schreibt man Seriosität bei einer Bank klein? Ganz ehrlich; dafür hasse ich Japan! Für seinen ewigen Disneykitsch! (Japan ist im Übrigen auch das einzige Land in dem es neben dem normalen Disney-Land auch ein Disney-Sea gibt. Speziell mit Meeresattraktionen -.-)
Der Mittwoch war schon wieder besser. Denn der Lehrer für Geschichte und Kultur ist wirklich sehr nett! Und er sieht wirklich aus wie der Weihnachtsmann. Du hattest Recht Risu. ;) Der Kurs scheint sehr interessant zu werden. Außerdem versucht er auf die zu achten, die im Englischen nicht so perfekt sind, was ihn unglaublich sympathisch macht!



Mein Heft für den Donnerstagkurs, kawaii,ne?!
Am Donnerstag war ich die einzige Europäerin in Brians Kurs. Er redet sehr langsam Englisch für die Japaner und das find ich wiederum sehr gut. ^_^ Wir sollten zum Thema Zukunft einen kleinen Aufsatz schreiben, so als Einstimmung auf das kommende Semester, weil es da um die Zukunft Japans gehen soll. Brian meinte, damit wir frei und unbeschwert schreiben können, dürften wir gern den Raum verlassen. Er wiederholte das ein paar mal recht deutlich. Doch keiner außer mir tat dies dann auch. Alle Japaner lieben brav im Zimmer sitzen. Ich hingegen setzte mich im Flur auf eine Bank, auf die die Sonne schien und schrieb gemütlich vor mich hin.

Der restliche Donnerstag war recht entspannt. Ich war fleißig und habe mich mit der Topographie Japans auseinandergesetzt.

Doch merke ich nun, dass der Stress richtig beginnt. Man hat was an dem Tag getan und will sich ausruhen, aber da ist es schon wieder das schlechte Gewissen, dass einem sagt, du hättest auch noch mehr machen können....Texte lesen, Kanji lernen, Hausaufgaben machen, Topographie lernen, übersetzen....Das wird nun mein Alltag für die nächsten 4 Monate sein.

Ich hoffe dennoch, dass ich auch weiterhin spannende Dinge erlebe und immer ein Rätsel für euch finde. 




Apropos Rätsel..; Was könnten das wohl für Gegenstände sein?
Entschuldigt die Bildqualität. Es befindet sich unter Plaste und ich musste das Bild heimlich und schnell machen. ^.^' Aber ich fand das Design so herrlich!



Süßigkeiten in Blütenform, wie chic *__*


p.s. An Risu, ähm....nein, an Hermine; Als ich Mock-Sensei dein Omiyage gegeben habe und gefragt habe, ob er sich an dich erinnert, meinte er: 'Wie kann man sich nicht an Maria erinnern? Sie war die beste Studentin, an die ich mich überhaupt erinnern kann!'

Danke für die Bücher für Mock-senseis Kurs. Er nimmt sie dieses mal auch wieder. (^_^)d

Sonntag, 15. September 2013

Und die Tage vergehen...

Es ist unglaublich. Die Tage vergehen so schnell! Ich habe so viel zu tun und komme grad so dazu die Aufzeichnungen für mich zu machen.
Mein hanko (Namensstempel) im Kästchen

Dennoch erscheint mir die Zeit hier noch ewig.

Doch nun will ich euch wieder einmal berichten, was ich alles so erlebt habe.



Los geht’s mit dem 7.9. Der war an sich recht ruhig. Doch als ich allein beim Abendbrot saß kam plötzlich die Hausmutter auf mich zu und sagte mir irgendwas auf Japanisch. Ich habe kein Wort verstanden, außer, dass ich um 21°° im Speiseraum sein soll. Voller Angst und Sorgen, dass ich etwas falsch gemacht haben könnte, konnte ich mein Essen nicht wirklich genießen. Im Endeffekt ging es dann nur um Belehrungen und um Briefe, die wir vom Amt bekamen.

Danach gab's noch Bier und wir haben Tischtennis gespielt.



Auch zum Sonntag gibt es nicht viel zu sagen, außer dass ich mit Julia einkaufen war. Sonntag ist nämlich der Selbstversorgertag. Die Preise im Supermarkt sind so heftig! Aber an dem Doraemon-Joghurt konnt ich nich vorbeigehen.



Am Montag den 9.9. war schon wieder mehr los.

Aufstehen fiel zwar schwer aber wir hatten es alle geschafft. In der Uni gab's an diesem Tag einen kleinen Vortrag zum Thema Culture-shock. Und nach dem Mittag wurden wir in die hohe Kunst der Bedienung von japanischen Computern
eingeführt. Wie benutze ich meinen Mailaccount und derlei Dinge.
Danach duften wir mit japanischen Studenten Kalligraphieübungen machen. Es war wirklich sehr lustig und am Ende kam bei mir der philosophische Schriftzug „nächtlicher Regen“ heraus.

Nach der Uni gingen wir nach Ikebukuro. Da keiner so richtig nen Plan hatte oder keiner sich traute zu sagen, was er machen will, meinte ich wir könnten doch Purikura machen gehen. Gesagt, getan! Es war sehr lustig, aber da wir so viele waren erkennt man die Leute auf dem kleinen Bild kaum. ^^'

Dann herrschte wieder Planlosigkeit. Also schlug ich vor zu claire's im SunshineCity (Einkaufscenter) zu gehen, also ok, dann machen wir das! 
Da gab es
aber gard Renovierungsarbeiten und da der Ghibli-shop gleich um die Ecke is gings dort hin (auf meinen Wunsch). Da ich ja nun dringend ein Pocket für meine Pasmo brauchte und claire's zu hatte, war ich ja gezwungen eins in diesem Shop zu kaufen. ;D Nebenbei ergatterte ich noch ein sehr süßes kleines Handtuch. Sehr praktisch, weil es hier auf den Toiletten keine Handtücher oder dergleichen gibt. Alle haben ihr eigenes dabei.



Am 10.9 gab es zum Frühstück schockierendes zu Essen. Im halbwachen Zustand nahm ich mir erst mal alle Näbbeln, die im Angebot waren ohne auf den Inhalt zu achten. Erst am Tisch fiel mir auf, dass mich aus der einen Schüssel viele kleine Augen anstarrten. (>.<) Weiße kleine Fische mit blauen Augen... das war zu viel für mich! Einen hab ich gekostet, aber die Konsistenz sagte mir nicht wirklich zu. Dass ich sie dann weg tun musste tat mir dann doch bissel leid. Waren sie nicht gestorben, um mir zu schmecken?!


Nach der Uni, wo es heute einen Vortrag zur geistigen Gesundheit beim Auslandsstudium gab, sind wir alle zusammen mit Brian ins Edo-Tokyo Museum. Dort drin war es wirklich sehr schön. Vor allem die Modellhäuser und nachgebauten Straßenzüge haben es mir angetan. Ab und zu konnte man selber etwas ausprobieren oder anfassen. Für Spielkinder genau das richtige. ;D


Danach ging es wieder zurück zum Wohnheim. Wir alle werden von Tag zu Tag müder und freuen uns täglich auf unser Bett.

Aber heut erreichte mich auch eine traurige Nachricht. Einen Traum, den ich hatte, kann ich mir in Tokyo nicht mehr erfüllen...Seit ich damals den Manga Othello von Satomi Ikezawa gelesen hatte und dadurch mit dem Gothic-Lolita-Virus infiziert wurde, war es mein Traum auf der Brücke, die im Manga gezeigt wird auch Lolitas zu treffen, Fotos zu machen oder selbst so verrückt angezogen dort aufzukreuzen. Schon letztes Jahr war ich dort, hab aber niemanden gesehen. Bis mir Julia heute sagte, dass sie sich nicht mehr dort treffen, weil ihnen die Touristen zu viel geworden sind. Auf der einen Seite kann ich es verstehen, dass sie sich einen neuen Platz gesucht haben, denn das war längst kein Insider-Tipp mehr. Aber auf der anderen Seite macht mich das sehr traurig, zu wissen, dass es DEN Treffpunkt nicht mehr gibt....



Der 11.9. begann genau so verschlafen, wie die Tage zuvor. Zumindest war heut das Frühstück normal. (-__-)
Ja, man kann durchaus manchmal einen Sitzplatz in der Bahn ergattern (links: Julia und Sunny; rechts: Alex, Paul, Richard)



In der Uni hab ich heut noch weniger mitbekommen als gestern. Es ist eigenartig. Ich dachte zunächst mein Englisch wird besser, aber es scheint zu schwanken. Im Moment wird es wieder schlechter...

Und heute stand der große,.. ähm naja,..Gesundheitscheck an, wenn man es denn so nennen darf. Als erstes gings in ein Gebäude, wo wir einen Kuli geschenkt bekamen. Mit dem füllten wir ein Blatt aus. (Name, Adresse, bitte Kreise die Krankheiten ein, die du hast. Darunter auch schwanger sein., Nimmst du Tabletten?, Und hast du irgendwelche Bedenken für deine Gesundheit hier in Japan?) Dann holte man uns in Gruppen (Jungen und Mädchen getrennt) vor das Gebäude zu einem Bus. Vor diesem waren Stühle aufgestellt, dort setzten wir uns und warteten. Ein Wartezimmer im Freien...,ja das hat was. Einzeln wurden wir in den Bus gebeten. Wir mussten unsern Oberkörper frei machen, ein dunkelblaues 'medical-T-Shirt' drüber ziehen, und dann flupps bitte einmal da hinstellen und ruhig halten.. danke das wars! Ja, wir wurden einfach mal so geröntgt. Ohne Bleigürtel und sonst wollte man auch nichts weiter von uns wissen. Weder Größe, Gewicht oder Blutdruck ist für die Japaner interessant. Was auch immer ihnen die Röntgen-Info bringt, ich weiß es nicht.

Im Anschluss haben wir noch in 2 Zimmern die Tafeln voll gekritzelt. Aufgabe war aufzuschreiben, was wir über bestimmte Länder schon wissen und was wir darüber noch lernen wolln. Als kein Platz mehr war durften wir gehen. Julia und ich setzten uns von der Gruppe ab, die noch mal nach Ikebukuro wollte. Somit erlebten wir unsere eigenen Abenteuer. Denn wir stiegen in den falschen Zug ein und fuhren ein bisschen zu weit. Denn unsere Station hat er als Haltestelle übersprungen. Aber das ist in Japan alles kein Problem, man steigt aus und fährt einfach wieder zurück. Solang man nicht durch ein Gate muss und die gleiche Linie benutzt könnte man Stunden hin und her fahrn.



Der 12.9. war für mich ein verlorener Tag. Zwar war heut keine Uni, trotzdem traf sich dort ein riesiger Trupp um ein Handy kaufen zu gehen. Ich hab zwar das japanische Handy von Risu, aber ich bin trotzdem mit, weil ich dachte irgendeiner hilft mir vielleicht beim aufladen. Doch stattdessen saß ich ewig und 2 Stunden mit bei den anderen im Laden, während sie ihre Handys kauften. Dieser Landen war Media Markt ähnlich, nur dass hier mehr Mitarbeiter nutzlos in der Gegend rumstehen, als Kunden sich in dem Laden befinden. Es war schon interessant zu beobachten wie sie rumschlichen und eine Beschäftigung suchten. Alle halbe Stunde lief einer beispielsweise mit nem großen Wischmopp durch.
ein Onigiri-Samurai   XD

Die ganze Handy-kauf-Aktion hat so viel Zeit gebraucht, dass für mich keine mehr blieb und so fuhr ich unverrichteter Dinge wieder mit zum Wohnheim.

Dafür wurde ich beim Abendessen entschädigt. Es gab Curry!!! Und das war sooooo lecker!

Am Abend wollte ich eigentlich fleißig sein, aber eine Chinesin hatte Geburtstag und es gab eine kleine Feier unten im Speisesaal. Naja gut ok, es war ganz lustig und es gab Obst! Jede Obst-Gelegenheit sollte man hier mitnehmen, denn es ist meist wahnsinnig teuer! (z.B. ein Apfel = 1€ und der is schon im Angebot, weil er aus Fukushima ist! [ja wirklich! Aber steht nur ganz klein daneben.])



Freitag der 13.9. war unser erster richtiger Uni-Tag. Ich finde meinen Stundenplan ganz ok. Nur dass ich 3x in der Woche früh zeitig hab ist bissel doof. In meinem Kurs ist aus unserem Wohnheim nur noch Richard. Auf den wollte ich eigentlich warten, aber als er halb 8 immer noch nich beim Frühstück war, bin ich allein losgelaufen. Und stellt euch vor, ich habe die richtigen Züge erwischt und bin sogar, obwohl ich nich wusste wo eigentlich der Unterrichtsraum is, genau pünktlich gekommen. Richard war zu meiner Verwunderung auch nur 10min zu spät (hatte aber kein Frühstück!). Im meinem Sprachkurs sind wir nur zu dritt, aber dadurch ist das Lernklima sehr gut.

Der Unterricht mit Seki-Sensei scheint sehr lustig zu werden, denn diese Frau hat echt Power. Kein Wunder, denn sie ist auch in einer Taiko-Trommler-Guppe.
Mein Mittag: Sobanudeln im Hotdog-Brötchen

Da ausgemacht war nach der Uni heut Karaoke singen zu gehen, aber alle unterschiedlich lang Kurse haben, hieß es nun erst mal warten und die Zeit irgendwie totschlagen.

Aber dann gings los. Es war wirklich sehr lustig. Allerdings hab ich nur 2x richtig selbst gesungen, aber es hat Spaß gemacht.

(die Lieder die ich trellerte → country roads auf japanisch: http://www.animelyrics.com/anime/woth/moscroad.htm 
und sakuranbo (ich liebe diese Lied ^__^):

Ich seilte mich nach dem Singen ab, und der Rest der Truppe ging noch nach Roppongi, dem Vergnügungsviertel Tokyos. Meine Unlust mich zu besaufen kam nun den anderen ganz schön zu Gute! Um ca. 23°° wird das Wohnheim abgeschlossen, d.h. man kann nur noch von innen die Tür öffnen. Gegen 1:30 des Nachts trudelte die erste Hälfte ein...dann übernahmen, die den 2. Teil. Nun gut... ich war froh, dass ich nicht mit war, auch wenn ich genauso lang wach war....



Im Gegensatz zu den meisten anderen war ich am 14.9. zum Frühstück wach. Nachdem ich noch mal geschlafen hatte brach ich allein gegen Mittag, da Julia nicht auffindbar war, nach Ikebukuro auf. Obwohl ich am falschen Gate raus bin
Eulenbüsche am Westausgang vom Ikebukuro Bhf
gab es dort trotzdem einen Handyladen, wo ich endlich ein Aufladebudget kaufen wollte. Es verlief soweit alles problemlos und stolz zog ich mit meinem Zettel von dannen. Ich entschloss noch ma fix ins SunshineCity zu gehen und bisschen zu bummeln. Sehr viele
Tanzgruppe im SunshineCity
Menschen waren heut hier unterwegs, da es ein 'Bralilien-Festival' gab. Ok, es war mehr der Blick von Japanern auf Brasilien mit Tanz, Glitzerkleidern und viel lauter Musik.

Auf dem Heimweg schaute ich noch mal im Daiso (100yen-Laden) und im Supermarkt vorbei. Heut war anscheinend der 'Ich-gehe-mit-meinem-Kind-einkaufen-Tag'. Schon im SunshineCity war mir das aufgefallen, aber im Supermarkt war es extrem! Kleine japanische Kinder sind zwar süß anzuschauen, können aber auch sehr nervig sein und dürfen einfach alles! Besonders schlimm ist es wenn die Kleinen Schuhe an haben, die bei jedem Schritt gewollte, angeblich niedliche Quietschgeräusche machen!! Ja, was es hier nicht alles gibt!

Zurück im Wohnheim versuchte ich mehrmals verzweifelt mit meinem erworbenen Zettel Risus Handy aufzuladen, aber es ging nicht. Völlig fertig und mit der Situation überfordert half mir der Manager und eine Chinesin. Im Endeffekt kann ich nun jemanden anrufen, aber Mails und SMS funktionieren immer noch nicht. (>.>) 
(zum Vergößern auf das Bild klicken)

Und nun das heutige Rätsel: Was wurde hier wohl mit Asahi-Bier gemischt? (An alle, die es lesen können, lasst den Unwissenden wenigstens erst mal eine kleine Chance)




← Hier noch ein Bild für Watzke-san. ^.^ Ich weiß, wie gern hättest du dich daneben gestellt ...


Und dann ham wir hier noch Mameshiba-Knabberzeugs und ein 'little twin stars' Wäschenetz. ^__^   →


Danke, dass ihr so lang gewartet habt! Ich hoffe ich komme demnächst öfter dazu kleine Einträge hochzuladen.
Bis bald, eure Misuka. (^.^)v

Samstag, 7. September 2013

Die Abenteuer der letzten 3 Tage

„Tokyo, verdammte Scheiße. Da lag ich nun in diesem miesen kleinen Hotelzimmer auf einem knochenharten Futon und dachte an meinen Auftrag....“*
...tja, bloß was ist mein Auftrag?
Zunächst einmal vielleicht einen kühlen Kopf trotz der Sommerhitze zu bewahren.
Die letzten Tage waren teilweise sehr anstrengend und kompliziert für mich. Am 4. September war noch nichts weiter los. An dem Tag war noch frei und die letzten Ausländischen Studenten trudelten ein. Unter anderem auch ein sehr nettes Mädchen aus der 2. deutschen Partneruniversität Passau. Julia heißt sie und kann schon sehr gut Japanisch! Mit ihr hab ich mich noch viel unterhalten und bin froh nicht mehr die einzige Deutsche zu sein.
Doch auch dieser scheinbar so friedliche Tag hatte noch eine Überraschung für mich. Zunächst dachte ich es sind noch die Schwankungen in meinem Kopf, vom Flug und den Bahnfahrten, doch dann bemerkte ich, dass es ein Erdbeben war...es hatte, wie ich später erfahren habe Stärke 4. Letztes Jahr hatte ich schon 2 erlebt, aber die waren eher gering. Diesmal war es etwas heftiger und mir wurde schon etwas bange, weil auch auf dem Flur hier im Wohnheim eine Durchsage kam, aber ich hatte nichts verstanden. >.<“
ein Blick in mein Zimmer

Der 5. September war dann schon nicht mehr so ruhig und angenehm, wie der 4.
Heute war die erste Hürde schon das Frühstück... ok gestern gab es Spaghetti, aber heute wurde es noch merkwürdiger; es gab Reis und Schweinefleisch in Suppe und einen Algensalat. Nun ja.. besser als nichts...
Es hatte schon die ganze letzte Nacht gewittert und auch am Morgen hatte der Regen nicht nachgelassen. Und Regen heißt hier mehr Sintflut, gute Voraussetzungen, um durch die Stadt zu laufen...
Nach dem Frühstück holte uns der Oberorganisator dieses Austauschprogramms, Brian, am Wohnheim ab. Zunächst ging es zu den Behörden und wir meldeten uns in unserem 'Stadtviertel' an. All die Schalter, Pieptöne und Symbole verwirren einen mächtig! Am ungewöhnlichsten fand ich allerdings, dass wir für unsere nassen Schirme am Eingang eine Plastetüte nehmen mussten, wo wir die rein stecken konnten. Danach wurde diese entsorgt.
Solch eine Handhabung ist mir nun schon öfters aufgefallen. Nicht sehr umweltfreundlich, wie ich finde. Da gefallen mir die 'Regenschirm-Park-Ständer' schon besser.
Es ging alles gut auf dem Amt und wir stiefelten mit Brian weiter zur Uni. Naja, vorher kämpften wir uns durch die Wirren des Bahnnetzes. An dem unaussprechlichem (versucht es ruhig mal und steigert euch nach und nach in der Geschwindigkeit!) Bahnhof 'Takemukaihara' gingen wir noch mal durch ein recht ansehnliches Wohnviertel, bis wir schließlich an der Uni angelangt waren. Der Campus ist recht überschaubar und lässt sich von der Fläche her etwa mit dem Campus am Löwengebäude (+ dem Neuen Theater) vergleichen. Nur ist hier alles viel kompakter und die Gebäude haben viel mehr Stockwerke.
Nachdem wir unser unterwegs gekauftes Essen verspeist hatten, gab es eine Vorstellung der Mitarbeiter und wir mussten uns selbst noch vorstellen. Auch haben wir heute unsere Namensstempel (hanko) bekommen und die Formulare für die Bankkonten ausgefüllt. Zu meiner Überraschung kann man sich hier seine PIN selber aussuchen. ö.Ö
Nachdem soweit alles erledigt war fuhren wir mit 2 Japanerinnen nach Ikebukuro, um dort unsere Monatstickets für die Bahn zu holen. Zunächst waren wir im falschen Office. Nachdem das richtige gefunden und die richtigen Zettel ausgefüllt waren passierte bei mir eine kleine Tragödie; meine Kreditkarte hat versagt! Ich konnte nicht damit bezahlen und war total aufgelöst, denn letztes Jahr funktionierte sie eigentlich gut.
Das belastete meine Nerven schon sehr! Naja,.. wir sind zusammen zum Wohnheim zurückgefahren und gingen schnell essen. Wir alle waren hungrig. Das Hight-light dieses Abendbrotes war ein 'Macha-Pudding mit Anko' (grüner Tee-Pudding mit süßen, roten Bohnen). Schade, dass das Näbbel so schnell alle war. (._.)

niedliche Werbung (^o^) warum gibts das bei uns nich auch?

Am 6.9. wollte ich eigentlich 6:33Uhr aufstehen, aber dank Risus wiederbelebten Handy wurde ich schon 5:30 geweckt.....
Nach dem Frühstück trafen wir uns alle in der Lobby um gemeinsam den Weg zur Uni zu suchen. Von Asaka bis Wakoshi (Umsteigepunkt) machten wir das Drama der Rush Houer mit; umfallen unmöglich! Zum Glück dauerte das nich lang. Brian holte uns von der Station ab und führte uns wieder zur Uni. Als erstes mussten wir heute unsere Japanischtests absolvieren. Es gab einen leichten und einen schwereren. Danach wurden wir in die Kurse eingeteilt. Bei mir und 2 weiteren war es allerdings recht schwierig. Wir sollen uns nun 2 Wochen den Beginner und den Vortgeschrittenen Kurs ansehen und entscheiden, was für uns besser ist. (ö.ö) ich bin noch ein bisschen im Zwiespalt, was ich davon halten soll.


Als nächstes war eine Mittagspause angesetzt. In einem Bereich für 'internationale Freundschaften' gab es für alle Pizza und Knabbereien und zu Trinken. Weitere japanische Studenten und Lehrer kamen hinzu. So konnte man erste unbefangene Kontakte knüpfen. Ich hab schon 2 sehr nette Japanerinnen kennengelernt, die Harajuku auch total toll finden. Die eine davon lernt sogar Deutsch, aber erst seit diesem Semester.
Diese ungezwungene Zeit war leider viel zu schnell um und wir sind wieder zum Klassenzimmer. Dort wurde uns noch was zu den Kursen erzählt, die wir neben dem Japanischkurs belegen sollen/ können. Und dann gings auch schon weiter zum nächsten Tagespunkt.
Das spannendste war heute der Besuch im Life Safety Learning Center in Ikebukuro.


Hier haben wir gelernt, wie wir uns in Gefahrensituationen verhalten sollen. Besonders viel Wert legt man da in Japan auf Erdbeben und Tsunamis. Zunächst wurde uns ein Film gezeigt, in dem es darum ging, wie Erdbeben entstehen und was sie für Folgen haben können. Auch das Beben von 2011 und seine Folgen wurden erwähnt. Allerdings fiel in keinem einzigen Satz das Wort Fukushima. Noch nicht einmal bei der Erwähnung der betroffenen Orte.

Danach gings an die praktischen Übungen, welche teilweise doch recht lustig waren. Und ich bin froh mal geübt zu haben, wie ein Feuerlöscher funktioniert! Und nicht vergessen immer schön KAJIDAAAAAA rufen! (FEUER) Die 2. Übung, die wir machen mussten, war; bei Rauch- bzw. Feueralarm durch einen Raumparkour zu 'laufen'. Dabei wurde das Licht allmählich gedimmt und auch ein gewisser Duft, ähnlich wie Qualm, war zu riechen. Die letzte Übung bestand darin schnellstmöglich mit einem Kissen auf dem Kopf unter einen Tisch zu kommen. Das allerdings, wenn sich die Umgebung auch bewegt. Wir saßen auf einer Plattform, die beweglich war. Damit konnte man verschiedene Erdbeben simulieren. Wir bekamen Magnitude 7 zu spüren. Zunächst dachte ich, 'hui, das schüttelt ganz schön.' Aber von einem Moment auf den anderen wurde es noch heftiger. Nun half es auch nicht mehr viel den Tisch festzuhalten, denn dies diente wohl wahrscheinlich nur dazu, dass dieser über uns blieb und nichts auf uns fallen konnte. Es war schon ein sehr beklemmendes Gefühl. Ich hoffe sehr, dass mir so etwas hier erspart bleibt!
Nach diesem Programm trennten sich Schüler und Lehrer voneinander und wir Schüler wollten zunächst karaoke singen gehen, doch dann wurde umentschieden und einige sind los in ein isakaya  (eine Art jap. Kneipe). Doch ich und noch ein paar andere mussten ihre Monatskarte noch holen. Heute habe ich einfach bar bezahlt....Dann sind wir zu der Absteige an der Hauptverkaufsstraße in Ikebukuro gelaufen.
Dort drin musste man für einen bestimmten Bereich seine Schuhe ausziehen und in ein kleines Fach einschließen. Als ich zur Toilette wollte musste ich Pantoffeln anziehen, die für die Gäste bereit standen. Als ich allerdings hineinschlüpfte pickste mich etwas in meinen großen Zeh. Auf der Toilette sah ich mein Unglück; ein Glassplitter von ca. 5mm steckte darin. (>.<) Nachdem ich mich verarztet hatte ging ich zurück zum Tisch. Zu Anfangs war es noch ganz nett. Doch irgendwann war mir das Englisch zu schnell und ich fand nicht mehr wirklich den Anschluss. Also beschloss ich zum Wohnheim zurückzufahren. Blöderweise hatte ich ein Glas Mango-irgendwas getrunken. Und so richtig mitgeschnitten, dass das eine 'nomihodai' (trink soviel du kannst) war, hab ich auch nicht. Welch Lehre wird mir das sein!
Allein hab ich mich dann durch den Untergrund der Ikebukuro-Station gekämpft. Tatsächlich hab ich nach einer Weile die Tobu-Toju-Linie gefunden und lieber nochma gefragt, ob der Zug wirklich nach Asaka fährt.
Aus Angst, es nicht mehr rechtzeitig zum Abendbrot zu schaffen, ging ich noch an einem Konbini (kleiner 24h Supermarkt) vorbei und hab mir noch 2 Onigiri (Reisbällchen) und Bohnen geholt. Doch ich hab es gerade noch so geschafft und durfte noch was essen. So schnell hatte ich noch nie gegessen! Wie man es in den Animes immer sieht, so habe ich geschlungen. Schade, denn es war so lecker, ich hätte es gern mehr genossen! (._.)'

Bis zum nächsten mal, eure Misuka

RTL-Preisfrage: Welche 2 Buchstaben fehlen?

p.s. Da es hier Alexander und mich, Alexandra, gibt und wir beide bis jetzt nur Alex genannt wurden und es dadurch ständig Verwechslungen gab, wurde heut beschlossen mich A-chan zu nennen. (^^)''


* Zitat aus Pastewka in Japan Teil I (2004)