Und ich freue mich mächtig
darauf. (^_^) Ich habe gerade meinen 1. Koffer soweit fertig gepackt
und ich bin überrascht, dass er doch nur 21,2kg wiegt. Diese
Tatsache beruhigt mich aber auch ungemein! Das könnt ihr euch gar
nich vorstellen.
Bevor ich in die längere
Blogpause gehe hier nun noch der Bericht von meiner letzten Woche.
Am Wochenende vom 18. und 19.1.
geschah wieder das übliche. Ich habe ein letztes mal Hausaufgaben
gemacht, geputzt, war einkaufen und habe mit meinen Eltern
telefoniert (via Computer).
| langsam heißt es, Abschied nehmen... |
Am Montag war dann der Tag des
letzten Japanisch Unterrichts gekommen. Doch schon am Bahnhof von
Asaka stauten sich die Menschenmassen. Es gab wieder mal einen
Selbstmord direkt bei uns auf der Strecke anscheinend. Eine ganze
Weile stand ich mit Rick im Zug. Dass wir zu spät kamen war nicht so
schlimm, da Seki-sensei bescheid wusste. Auch am Nachmittag auf
meinem Heimweg waren die Auswirkungen des Unfalls noch zu merken und
ich musste lange auf meinen Anschlusszug warten. Im Wohnheim
angekommen war ich noch weiter fleißig und lernte für meinen
Kulturtest.
Der Dienstag verging recht zäh.
Ich habe viel gelesen und gelernt. Erst gegen Abend machte ich mich
auf Richtung Uni, da ich mich heute noch mal mit meinem Projektteam
bei Brian treffen wollte. Es dauerte nicht all zu lang und danach bin
ich schnell wieder zurück, um noch Abendbrot zu bekommen. Als ich
wie jeden Abend beim Duschen in meiner Kabine stand und mich auszog,
bemerkte ich , dass ich ja mein Handtuch ganz vergessen hatte...(>.<)
...also noch mal hoch ins Zimmer. Und da war ich dann doch froh, dass
ich nur im 1. Stock wohnte und nich im 7. (Die Duschen sind übrigens
im Erdgeschoss)
| sieht komisch aus, schmeckt aber gut! |
Am Mittwoch (22.1.) bin ich ganz
gemütlich mit dem Bus direkt bis zur Uni gefahren, denn ab 12°°
fährt er nich mehr nur bis zum Bahnhof. Der Test in Kultur setzte
sich aus drei Aufgaben zusammen; 1.) Japanische Begriffe erklären,
2.) Orte in eine leere Karte eintragen und 3.) Einen kleinen Aufsatz
zu einer von 4 Fragen schreiben. Diese 4 Fragen stammten von einem
Zettel, den er uns schon vorher gegeben hatte. Dort waren allerdings
12 Fragen drauf. Ich hatte nur 3 davon richtig ausgearbeitet, die
mich interessiert hatten. Frei nach dem Motto; no risk, no fun. Und
siehe da ich hatte diesmal Glück und eine meiner Lieblingsfragen war
unter den vieren in der Klausur. (^_^)v Da es gut gelaufen war habe
ich mir zur Belohnung etwas leckeres gekauft. (seht ihr im heutigen
Rätsel) Nach der Uni wollte ich gleich noch meinen Bankaccount
kündigen gehen also bin ich dort hin, hab mein Anliegen zwei mal zu
unterschiedlichen Angestellten gesagt und musste ein Formular
ausfüllen. Dann bekam ich noch einen Zettel mit einer Nummer und
sollte ein bisschen warten. Während ich da nun so saß und wartete
lies plötzlich der Sicherheitsbeamte hinter mir ein Wellblechtor
herunter. Nun war ich im Schalterraum gefangen und der Ausgang lag
jenseits des Tores. Gut, dachte ich, erst mal den Account löschen,
danach kümmerste dich drum, wie du hier wider raus kommst...Nachdem
dann alles erledigt, und gar nich so schlimm war, wie ich zuerst
dachte, winkte der Sicherheitsbeamte mir schon zu und ich quetschte
mich durch die Hintertür. Dann traf ich noch mal Melodie und wir
gingen gemeinsam zurück zur Uni und unterhielten uns noch so lang,
bis ich mit dem Bus zurück zum Wohnheim fuhr. Beim Abendbrot
passierte mir dann noch etwas ziemlich peinliches. Ich hatte mein
Salatschüsselchen an der Essensausgabe schon mit Dressing
beträufelt, aber es vergessen auch auf mein Tablett zu stellen. Erst
nach einer Weile beim Essen, bemerkte ich, dass irgendwas fehlte.
Schnell lief ich noch mal vor zur Theke, aber es war nicht mehr zu
sehen, nur noch die Schüsselchen ohne Dressing. Peinlich berührt
versuchte ich der Küchenfrau zu erklären, was gerade geschehen war,
aber ich scheiterte. Die Küchenfrau amüsierte sich, aber ich durfte
mir zum Glück eine neue Salatschüssel wegnehmen. Langsam fing ich
an, an meinem Gehirn zu zweifeln...Gestern das Handtuch heute der
Salat. Oh Gott, was kommt morgen?
Zum Glück passierte mir nichts
noch mal dergleichen, aber Lulu erzählte mir völlig fertig, dass
sie Bücher aus der Bibliothek irgendwo vergessen hatte und sie könne
sich nich mehr erinnern wo.....
Der Donnerstag war für mich der
wirklich letzte richtige Uni-Tag. Noch mal richtig schön, mit 6°°
aufstehen und so. XD Bei Brian mussten wir nun unsere Projektarbeit
vorstellen. Zuerst war das Team der Jungs dran. Es war interessant
und sie sahen die Zukunft der kleinen Musashi-Univerität sehr
global. Alles läuft ihrer Meinung nach 2050 auf Englisch ab. Jedoch
enthielt der Name, den sie sich für die Zukunfts-Uni ausgedacht
hatten kein einziges Wort Englisch. Scheinbar war mir das als einzige
aufgefallen und genau diese Frage stellte ich ihnen nach dem Vortrag.
Nun standen sie da zu sechst bedropst vor der Tafel rum und wussten
nicht, was sie antworten sollten. Das war so niedlich! XD Bis einer
das Wort ergriff und sagte; Kanji seinen japanische Tradition. Und
alle mussten lachen. Auch der Vortrag von unserem Mädchen-Team lief
recht gut. Danach war ich nun für immer befreit von Vorträgen und
Unterricht. Es war ein wunderbares Gefühl endlich ein Ende in
Reichweite zu sehen, auch wenn der Weg dort hin sicher noch ein
bisschen steinig wird.
Der Freitag (24.1.) war noch mal
ein wunderbarer Tag, den ich mit meiner Freundin von der
Tsukuba-Universität verbrachte. Gegen 12°° trafen wie uns in
Ikebukuro und machten die Geschäfte unsicher. Dank ihr habe ich auch
viele Stempel in meine Bonuskarte für den ClosetChild Store
bekommen. ;) Bei McDonalds ruhten wir uns eine Weile aus und
quatschen ewig lang. Und es geschehen noch Wunder, denn dort gab es
noch mein heißgeliebtes Juicy-shaka-shaka-chicken!!! Außerdem hatte
mein liebes Wächter-san mir einen kleinen Überraschungsbeutel
mitgebracht, über den ich mich wahnsinnig freute! Eigentlich wollten
wir an diesem Tag ja ins Kino gehen. Aber als wir endlich mal vorm
Kino standen, hatten beide potentielle Filme schon angefangen und die
nächste Vorstellung war erst viel zu spät. So entschlossen wir ganz
spontan, dass ich ihr einfach mal meine Uni zeige, da die ja gleich
in der Nähe is. Wir wollen evtl. am Dienstag noch mal einen zweiten
Versuch starten. Mal sehn, ob wir es dann schaffen. XD
Und hier noch der Samstag als
Zugabe. (25.1.) Wie ich es geplant hatte habe ich zum letzten mal 2
volle Waschmaschinen angesetzt. Gegen Mittag bin ich mit Lulu los zum
Einwohnermeldeamt, weil ich langsam unruhig werde so kurz vor
Schluss. Aber als wir vor dem Gebäude standen mussten wir
feststellen, dass die Samstags nichts machen. Eigenartig, denn ich
hab immer gedacht Japaner seinen fleißig. Also gingen wir noch mal
ein bisschen was für Sonntag einkaufen und trotteten danach wieder
zurück. Wobei wir auf einem kleinen Spielplatz noch mal eine Pause
gemacht und geschaukelt haben. Das bedeutet, dass ich erst morgen
mich abmelden kann...(>.<) oh, ich hoffe so, dass alles gut
geht.
Jetzt schon ein Résumé zu
schreiben fällt mir sehr schwer, da mein Kopf noch mit so vielen
Dingen gefüllt ist, die noch zu erledigen sind. Außerdem ist es ja
noch nicht ganz vorbei. Aber ich habe in der Zeit so viel gelernt und
kann den Begriff 'Heimat' nun besser definieren. Ich werde sicher
viele Dinge sehr vermissen, wie die Konbinis (24h-Läden), die
sonnigen Wintertage, meine Lieblingsläden, Onsen, sowie einige
Lebensmittel. Zum Beispiel habe ich die allabendliche Miso-Suppe
lieben gelernt! (Zum Frühstück, wollt ich sie aber trotzdem nich
unbedingt ^^“) Es gibt aber auch so mache Dinge, die ich ganz
sicher nicht vermissen werde. So was wie Rush houer, ekliges Essen,
Stress und Enge, nur eine Klimaanlage zum Heizen oder sprachlich nie richtig das ausdrücken zu
können, was man denkt oder fühlt. Aber das könnte man ja noch
lernen. Mal sehn, wie ich darüber denke, wenn ich wirklich wieder zu Hause
bin.
Und da ihr ja jetzt ganz lange
Zeit zum überlegen habt, gibt es heute zwei Rätselfotos. ;)
Was meint ihr sind das für
Lebensmittel?
Ich verabschiede mich an dieser
Stelle erst mal bis Ende Februar. Aber ich möchte hier noch allen
danken, die meinen Blog gelesen oder fleißig mit gerätselt
haben. Ich hoffe sehr, es hat euch allen Spaß gemacht oder ihr habt
neue spannende Dinge kennengelernt. Wenn ihr Fragen zu irgendwas habt
könnt ihr mir die auch gern noch persönlich stellen. Wir laufen uns
sicher mal über den Weg. Durch Mutti hab ich auch erfahren, wieviele 'Stille Leser' ich hatte. Das hat mich sehr gefreut und ich
konnte mich deshalb Woche für Woche aufraffen und die Blogtexte
verfassen.
Ich bin gespannt wann ich wohl
wieder einmal her komme. Dass das auf jeden Fall geschehen wird,
daran hege ich keinen Zweifel. Dafür liebe ich dieses Land einfach zu sehr,
mit all seinen Ecken und Kanten.
p.s. Da ja das Rätsel mit den
Stiftgriffen für viel Wirbel gesorgt hat lade ich hier mal das
unkaschierte Foto noch hoch. Darauf kann man halbwegs gut erkennen,
wie die Dinger zu gebrauchen sind.




