Sonntag, 26. Januar 2014

Langsam geht’s nach Hause...

Und ich freue mich mächtig darauf. (^_^) Ich habe gerade meinen 1. Koffer soweit fertig gepackt und ich bin überrascht, dass er doch nur 21,2kg wiegt. Diese Tatsache beruhigt mich aber auch ungemein! Das könnt ihr euch gar nich vorstellen.
Bevor ich in die längere Blogpause gehe hier nun noch der Bericht von meiner letzten Woche.
 Am Wochenende vom 18. und 19.1. geschah wieder das übliche. Ich habe ein letztes mal Hausaufgaben gemacht, geputzt, war einkaufen und habe mit meinen Eltern telefoniert (via Computer).
langsam heißt es, Abschied nehmen...
Am Montag war dann der Tag des letzten Japanisch Unterrichts gekommen. Doch schon am Bahnhof von Asaka stauten sich die Menschenmassen. Es gab wieder mal einen Selbstmord direkt bei uns auf der Strecke anscheinend. Eine ganze Weile stand ich mit Rick im Zug. Dass wir zu spät kamen war nicht so schlimm, da Seki-sensei bescheid wusste. Auch am Nachmittag auf meinem Heimweg waren die Auswirkungen des Unfalls noch zu merken und ich musste lange auf meinen Anschlusszug warten. Im Wohnheim angekommen war ich noch weiter fleißig und lernte für meinen Kulturtest.
Der Dienstag verging recht zäh. Ich habe viel gelesen und gelernt. Erst gegen Abend machte ich mich auf Richtung Uni, da ich mich heute noch mal mit meinem Projektteam bei Brian treffen wollte. Es dauerte nicht all zu lang und danach bin ich schnell wieder zurück, um noch Abendbrot zu bekommen. Als ich wie jeden Abend beim Duschen in meiner Kabine stand und mich auszog, bemerkte ich , dass ich ja mein Handtuch ganz vergessen hatte...(>.<) ...also noch mal hoch ins Zimmer. Und da war ich dann doch froh, dass ich nur im 1. Stock wohnte und nich im 7. (Die Duschen sind übrigens im Erdgeschoss)
sieht komisch aus, schmeckt aber gut!
Am Mittwoch (22.1.) bin ich ganz gemütlich mit dem Bus direkt bis zur Uni gefahren, denn ab 12°° fährt er nich mehr nur bis zum Bahnhof. Der Test in Kultur setzte sich aus drei Aufgaben zusammen; 1.) Japanische Begriffe erklären, 2.) Orte in eine leere Karte eintragen und 3.) Einen kleinen Aufsatz zu einer von 4 Fragen schreiben. Diese 4 Fragen stammten von einem Zettel, den er uns schon vorher gegeben hatte. Dort waren allerdings 12 Fragen drauf. Ich hatte nur 3 davon richtig ausgearbeitet, die mich interessiert hatten. Frei nach dem Motto; no risk, no fun. Und siehe da ich hatte diesmal Glück und eine meiner Lieblingsfragen war unter den vieren in der Klausur. (^_^)v Da es gut gelaufen war habe ich mir zur Belohnung etwas leckeres gekauft. (seht ihr im heutigen Rätsel) Nach der Uni wollte ich gleich noch meinen Bankaccount kündigen gehen also bin ich dort hin, hab mein Anliegen zwei mal zu unterschiedlichen Angestellten gesagt und musste ein Formular ausfüllen. Dann bekam ich noch einen Zettel mit einer Nummer und sollte ein bisschen warten. Während ich da nun so saß und wartete lies plötzlich der Sicherheitsbeamte hinter mir ein Wellblechtor herunter. Nun war ich im Schalterraum gefangen und der Ausgang lag jenseits des Tores. Gut, dachte ich, erst mal den Account löschen, danach kümmerste dich drum, wie du hier wider raus kommst...Nachdem dann alles erledigt, und gar nich so schlimm war, wie ich zuerst dachte, winkte der Sicherheitsbeamte mir schon zu und ich quetschte mich durch die Hintertür. Dann traf ich noch mal Melodie und wir gingen gemeinsam zurück zur Uni und unterhielten uns noch so lang, bis ich mit dem Bus zurück zum Wohnheim fuhr. Beim Abendbrot passierte mir dann noch etwas ziemlich peinliches. Ich hatte mein Salatschüsselchen an der Essensausgabe schon mit Dressing beträufelt, aber es vergessen auch auf mein Tablett zu stellen. Erst nach einer Weile beim Essen, bemerkte ich, dass irgendwas fehlte. Schnell lief ich noch mal vor zur Theke, aber es war nicht mehr zu sehen, nur noch die Schüsselchen ohne Dressing. Peinlich berührt versuchte ich der Küchenfrau zu erklären, was gerade geschehen war, aber ich scheiterte. Die Küchenfrau amüsierte sich, aber ich durfte mir zum Glück eine neue Salatschüssel wegnehmen. Langsam fing ich an, an meinem Gehirn zu zweifeln...Gestern das Handtuch heute der Salat. Oh Gott, was kommt morgen?
Zum Glück passierte mir nichts noch mal dergleichen, aber Lulu erzählte mir völlig fertig, dass sie Bücher aus der Bibliothek irgendwo vergessen hatte und sie könne sich nich mehr erinnern wo.....
Der Donnerstag war für mich der wirklich letzte richtige Uni-Tag. Noch mal richtig schön, mit 6°° aufstehen und so. XD Bei Brian mussten wir nun unsere Projektarbeit vorstellen. Zuerst war das Team der Jungs dran. Es war interessant und sie sahen die Zukunft der kleinen Musashi-Univerität sehr global. Alles läuft ihrer Meinung nach 2050 auf Englisch ab. Jedoch enthielt der Name, den sie sich für die Zukunfts-Uni ausgedacht hatten kein einziges Wort Englisch. Scheinbar war mir das als einzige aufgefallen und genau diese Frage stellte ich ihnen nach dem Vortrag. Nun standen sie da zu sechst bedropst vor der Tafel rum und wussten nicht, was sie antworten sollten. Das war so niedlich! XD Bis einer das Wort ergriff und sagte; Kanji seinen japanische Tradition. Und alle mussten lachen. Auch der Vortrag von unserem Mädchen-Team lief recht gut. Danach war ich nun für immer befreit von Vorträgen und Unterricht. Es war ein wunderbares Gefühl endlich ein Ende in Reichweite zu sehen, auch wenn der Weg dort hin sicher noch ein bisschen steinig wird.
Der Freitag (24.1.) war noch mal ein wunderbarer Tag, den ich mit meiner Freundin von der Tsukuba-Universität verbrachte. Gegen 12°° trafen wie uns in Ikebukuro und machten die Geschäfte unsicher. Dank ihr habe ich auch viele Stempel in meine Bonuskarte für den ClosetChild Store bekommen. ;) Bei McDonalds ruhten wir uns eine Weile aus und quatschen ewig lang. Und es geschehen noch Wunder, denn dort gab es noch mein heißgeliebtes Juicy-shaka-shaka-chicken!!! Außerdem hatte mein liebes Wächter-san mir einen kleinen Überraschungsbeutel mitgebracht, über den ich mich wahnsinnig freute! Eigentlich wollten wir an diesem Tag ja ins Kino gehen. Aber als wir endlich mal vorm Kino standen, hatten beide potentielle Filme schon angefangen und die nächste Vorstellung war erst viel zu spät. So entschlossen wir ganz spontan, dass ich ihr einfach mal meine Uni zeige, da die ja gleich in der Nähe is. Wir wollen evtl. am Dienstag noch mal einen zweiten Versuch starten. Mal sehn, ob wir es dann schaffen. XD
Und hier noch der Samstag als Zugabe. (25.1.) Wie ich es geplant hatte habe ich zum letzten mal 2 volle Waschmaschinen angesetzt. Gegen Mittag bin ich mit Lulu los zum Einwohnermeldeamt, weil ich langsam unruhig werde so kurz vor Schluss. Aber als wir vor dem Gebäude standen mussten wir feststellen, dass die Samstags nichts machen. Eigenartig, denn ich hab immer gedacht Japaner seinen fleißig. Also gingen wir noch mal ein bisschen was für Sonntag einkaufen und trotteten danach wieder zurück. Wobei wir auf einem kleinen Spielplatz noch mal eine Pause gemacht und geschaukelt haben. Das bedeutet, dass ich erst morgen mich abmelden kann...(>.<) oh, ich hoffe so, dass alles gut geht.

Jetzt schon ein Résumé zu schreiben fällt mir sehr schwer, da mein Kopf noch mit so vielen Dingen gefüllt ist, die noch zu erledigen sind. Außerdem ist es ja noch nicht ganz vorbei. Aber ich habe in der Zeit so viel gelernt und kann den Begriff 'Heimat' nun besser definieren. Ich werde sicher viele Dinge sehr vermissen, wie die Konbinis (24h-Läden), die sonnigen Wintertage, meine Lieblingsläden, Onsen, sowie einige Lebensmittel. Zum Beispiel habe ich die allabendliche Miso-Suppe lieben gelernt! (Zum Frühstück, wollt ich sie aber trotzdem nich unbedingt ^^“) Es gibt aber auch so mache Dinge, die ich ganz sicher nicht vermissen werde. So was wie Rush houer, ekliges Essen, Stress und Enge, nur eine Klimaanlage zum Heizen oder sprachlich nie richtig das ausdrücken zu können, was man denkt oder fühlt. Aber das könnte man ja noch lernen. Mal sehn, wie ich darüber denke, wenn ich wirklich wieder zu Hause bin.

Und da ihr ja jetzt ganz lange Zeit zum überlegen habt, gibt es heute zwei Rätselfotos. ;)
Was meint ihr sind das für Lebensmittel?



Ich verabschiede mich an dieser Stelle erst mal bis Ende Februar. Aber ich möchte hier noch allen danken, die meinen Blog gelesen oder fleißig mit gerätselt haben. Ich hoffe sehr, es hat euch allen Spaß gemacht oder ihr habt neue spannende Dinge kennengelernt. Wenn ihr Fragen zu irgendwas habt könnt ihr mir die auch gern noch persönlich stellen. Wir laufen uns sicher mal über den Weg. Durch Mutti hab ich auch erfahren, wieviele 'Stille Leser' ich hatte. Das hat mich sehr gefreut und ich konnte mich deshalb Woche für Woche aufraffen und die Blogtexte verfassen.
Ich bin gespannt wann ich wohl wieder einmal her komme. Dass das auf jeden Fall geschehen wird, daran hege ich keinen Zweifel. Dafür liebe ich dieses Land einfach zu sehr, mit all seinen Ecken und Kanten.

p.s. Da ja das Rätsel mit den Stiftgriffen für viel Wirbel gesorgt hat lade ich hier mal das unkaschierte Foto noch hoch. Darauf kann man halbwegs gut erkennen, wie die Dinger zu gebrauchen sind.

Montag, 20. Januar 2014

Auf zum Endspurt

Langsam aber sicher geht die Zeit hier seinem Ende entgegen. Ich betrachte das ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber die Vorfreude auf zu Haus überwiegt doch den Abschiedsschmerz. Mit ein klein wenig Verspätung gibt es aber nun wieder einen Wochenrückblick.

so sieht fleißig sein aus ;)
Beginnen wir mit dem Wochenende, welches wieder sehr ruhig war. Ich war ein bisschen faul aber auch ein bisschen fleißig und habe angefangen für die Prüfungen zu lernen. Am Sonntag hat sich dann Sunny verabschiedet. Sie kehrte schon eher als der Rest wieder in ihr eigentliches Studienland zurück. Auch der Montag (13.1.) verlief nicht viel anders, da es wieder mal ein Feiertag war. Ich freute mich sehr darüber, weil das einer der Tage in der Woche war, an dem ich zur 1. Stunde in der Uni hätte erscheinen müssen.

Am Dienstag habe ich dem netten Busfahrer ein kleines Beutelchen mit Schokolade geschenkt, weil ich mich so gern richtig bei ihm bedanken wollte. Ich finde, Bus fahren in Tokyo ist ein anstrengender Job! Jeder sagt zwar 'Danke' zu ihm, aber wie viele davon meinen das auch ernst und sagen es nicht nur, weil man das eben so sagt?! (Ich war auch sehr stolz auf mich, dass ich ihm auf Japanisch erklären konnte, warum ich meine, dass er so ein Danke verdient hat.) (^__^) Das hat ihn anfangs sehr verwirrt. Aber er muss sich auch unheimlich drüber gefreut haben, denn immer wenn ich jetzt mit seinem Bus fahre, bekomme ich ein Bonbon von ihm. (^.^) (Scheint wohl so, als hätte ich mir wieder mal ne Feder verdient.) In der Uni bekamen wir heute von Tyner die Aufgaben für die Geschichtsklausur. Es handelte sich dabei um 3 Fragen, aus der wir eine wählen konnten und dazu einen Report schreiben mussten. Freitagabend war der Abgabetermin. Die Fragen waren allesamt sehr bescheiden! Ich hatte an dem Abend echt zu tun, raus zu finden, zu welcher der drei ich wohl am meisten schreiben könnte.

Am Mittwoch, den 15.1., bin ich zur Mittagspause mal zum 100¥-Laden in Ekoda gegangen, um noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Auf dem Rückweg lief ich einfach mal ein paar Leuten hinterher, die einen Schleichweg benutzten. Und auf diese Weise kam ich an einem ganz wundersamen Ort raus. Ein kleiner, hübscher Schrein befindet sich in Mitten des Häusergewühls. Man fühlt sich einmal in eine ganz andere Welt versetzt und dort scheint es auch ganz ruhig zu sein...


Als ich dann wieder in der Uni war wollte ich mich eigentlich nur im MCV bis zur nächsten Stunde noch etwas aufwärmen. Aber zu meiner Überraschung gab es wieder mal ein kleines Event und Süßigkeiten. Da ich kein Mittag hatte aß ich hier gleich noch ein paar übelst leckere Kekse und ein bisschen Popcorn mit undefinierbarem aber sehr leckeren (japanischem) Geschmack. Die letzte Unterrichtsstunde bei Mock hat sich so ewig hingezogen (ähnlich wie ein Mochi). Da ich heute mit dem Bus zurück fahren wollte, aber der gegen 16:30 immer so voll is, wollte ich auf den 18°°-Bus warten. Ich hab in der Zwischenzeit Mails geschrieben, Hausaufgaben gemacht und mit einer Mitarbeiterin des MCVs ein bisschen über mein Projekt bei Brian gesprochen. Also konnte ich an dem Tag noch gar nichts für Geschichte machen. Zu allem Übel erzählten mir die anderen, dass der 16:30Uhr-Bus fast leer war. Na so ein Mist, hätt ich das gewusst..(-.-)

Am Donnerstag war ich wieder einmal froh nicht den Semi-Express (Bahn) nehmen zu müssen und stattdessen ganz gemütlich mit dem Local zu fahren. Denn ich konnte an dem Tag beobachten, wie drei Mitarbeiter der Bahn alle Müh und Not hatten die Leute in die Bahn zu stopfen, so dass die Türen sich schließen konnten.

Ein Teil des Projekts bei Brian
Der Unterricht bei Brian verging wie immer sehr zäh. Die letzte Stunde Deutsch verflog allerdings im Nu. Schnell machte ich mich dann auf den Heimweg und versuchte etwas für den Report in Geschichte zusammen zu schreiben. Nach dem Abendbrot widmete ich mich noch mal Japanisch, denn schließlich war am Freitag (17.1.) die Prüfung. Um nicht zu spät zu kommen musste ich mich heut doch mal mit in den Semi quetschen. Soweit verlief der Test ganz gut. Besonders die Höraufgaben haben Spaß gemacht. Auch an diesem Tag beeilte ich mich mit dem Rückweg, um mich wieder an Geschichte zu setzten, aber glaubt mir Anfangen ist wirklich sehr schwer! Nach dem Abendbrot gab es erst mal noch eine längere Pause, in der mir meine zwei Liebsten Durchhaltevermögen geschenkt haben. Und so habe ich es pünktlich bis Mitternacht geschafft.



So, und nun kommt das vorletzte Rätsel. Ich hab es noch nicht ausprobiert, also kann ich euch nicht sagen, ob es wirklich funktioniert. Aber ich hoffe es mal ganz sehr, denn sonst hätte ich es nich gekauft. Was könnte dies für ein wundersames Produkt sein? (und wieso gibt’s das nich auch in Deutschland?...) (-.-)





Nächste Woche folgt dann der letzte Eintrag. Erstmal... Denn ich werde nicht einfach so wieder zurückfliegen und gut ist...Nein! Zum krönenden Abschluss mache ich noch mit meinem Liebsten Tokyo für ein paar Tage unsicher! Der Bericht folgt dann Ende Februar denke ich. Außerdem habe ich es auch nicht geschafft Sonderbeiträge hochzuladen, die ich aber schon halbfertig rum liegen habe. Diese möchte ich im Nachhinein noch posten. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch die noch lesen würdet. Es wird sicher lustig, versprochen. ;)

Also bis nächste Woche,

         eure Misuka



p.s. Große Freude; mein dicker Weihnachtsbrief an meine Eltern ist in der Woche endlich angekommen! :D Nach genau einen Monat. Ich war so erleichtert, weil da viele schöne Dinge drin warn! Nur haben die Idioten vom Zoll ihren Aufkleber genau auf meinen niedlichen Schneeman geklebt, den ich auf den Umschlag gemalt hatte... (-.-)

Samstag, 11. Januar 2014

Ein Besuch im Zoo und weitere Abenteuer

Hallo meine Lieben, es geht ganz langsam aufs Ende zu. Noch liegen ein paar komplizierte Dinge vor mir. Ich hoffe sehr, dass ich die gut meistern werde. Doch das wird die Zeit zeigen. Jetzt einmal der Wochenrückblick auf die letzten Ferientage.

Am Sonntag den 5.1. hatte es spontan geklappt, dass ich mich mit einer langjährigen, japanischen Freundin treffen konnte. Wir haben ausgemacht, dass wir uns im Ueno Bahnhof treffen. Ich war natürlich wieder mal zu zeitig und schlich noch ein bisschen durch den Bahnhof. 
Nachdem sie da war liefen wir erst durch eine große Parkanlage, wo wir noch mal eine Weile bei einem Straßenkünstler stehen blieben. Er hatte wahnsinnige Tricks mit Diabolos drauf! Außerdem konnte er Würfel in einem Becher übereinanderstapeln und eine Glaskugel so in seinen Händen bewegen, dass man glaubte die Kugel würde schweben. (*.*) Fasziniert schauten wir ihm bis zum Ende zu. Dann gingen wir weiter in den ältesten Zoo Tokyos. Der Eintritt (auch in Museen und dergleichen) ist in Japan nicht all zu hoch. 
Doch leider war auch der Standard des Zoos nicht wirklich gut. Viele Tiere sind allein im Gehege oder man sieht ihnen an, wie sie sich langweilen. Die Kleineren hingegen haben viel Platz und sind in großer Gesellschaft. 
Gegen Mittag sind wir kurz aus dem Zoo raus in eine belebte Einkaufstraße, die man mit einem türkischen Basar vergleichen könnte. Von Meeresgetier bis Schuhen gab es hier alles. 
Wir entschieden uns dann für sowas ähnliches wie Döner. (Es sollte eigentlich einer sein, aber ich finde er hat den Namen nich ganz verdient ...^^'') Trotzdem wars wieder mal lecker und es war sehr lustig, als ich mich mit dem Türken auf Japanisch unterhielt und er mir erzählte, dass seine Schwester in Köln einen Dönerladen hat. XD


Gegen 17°° schlossen sich die Tore und wir quatschen noch ein bisschen in einem Café am Bahnhof, bevor wir uns schließlich wieder trennten. Auch wenn der Tag ein bisschen traurig war habe ich mich trotzdem gefreut Risa endlich mal wieder gesehen zu haben! (^__^)

An diesem Tag wollte ich eigentlich so eine Schutzmaske tragen, um die Japaner nich mit meinem Schnupfen anzustecken, aber schon nach ein paar Metern musste ich das Ding wieder abnehmen, weil es äußerst unpraktisch für Brillenträger ist! Sobald man nämlich atmet beschlägt die Brille. (@.@) Wobei ich mich dann fragte, wenn ich in Japan krank bin, sind das nun japanische Bazillen oder Deutsche?

Am Montag war ich wieder mal fleißig. Abwechselnd hab ich gelernt oder meinen 'Haushalt' geschmissen. Auch der Dienstag verging nich anders.

Am Mittwoch (8.1.) war dann aber irgendwie der Wurm drin. Nachdem ich fleißig Kanji gelernt hatte (was aber nutzlos war, weil Sensei am Freitag sagte, wir brauchen die gar nich -.-') wollte ich mich an Kultur setzten und dann fingen sie irgendwo an zu bohren. Nach einem kurzen Mittagsschlaf war meine Nase übelst kalt und ich wunderte mich schon, warum es denn so arg kalt geworden war. Als ich dann zur Toilette ging sah ich das Unheil; alle Fenster in unsere Etage standen sperrangelweit auf! Zudem stand Putzzeug rum und anscheinen war heute der 'Frühjahrsputz' fürs Wohnheim angesagt. Schnell war ich wieder in meinem Zimmer. Erst gegen Abend traute ich mich wieder aus meinem Zimmer. Und als ich zum Abendbrot bin war das Putzzeug zwar weg, aber die Fenster standen immer noch auf! Schnell hab ich alles zu gemacht und bemerkte dabei, wie mein Atem zu kleinen Wölkchen wurde, und das im Inneren des Wohnheims! (o.O)

Der Donnerstag war dann wieder der 1. Uni-Tag. Ein bisschen zu zeitig wartete ich auf die anderen des Kurses. Doch lange Zeit waren wir nur zu dritt. Langsam begannen wir ein bisschen was auszuarbeiten. Brian hatte uns als Anreiz, dass wir auch alle kommen Pizza versprochen. Als die dann kam, waren wie durch ein Wunder auch plötzlich die anderen da. 
Nach dem leckeren Essen und ein bisschen Arbeit bin ich mit einer der Japanerinnen noch mal nach Ikebukuro gefahren und wir waren ein bisschen bummeln und haben Purikura gemacht. Sie hat anscheinend einen Narren an mir gefressen und würde sich freuen, wenn ich mich ab und zu melde, auch wenn ich wieder in Deutschland bin. Irgendwie schon süß. (^_^)

Am Freitag (10.1.) musste ich zum ersten mal wieder 6°° aufstehen und das fiel mir verdammt schwer! Auch Japanisch klappte an dem Tag nich wirklich gut. Als Sensei dann auch noch mit völlig neuen Vokabeln ankam, die wir zu Prüfung bräuchten, aber die Kanji, die ich gelernt hatte nich, wars bei mir vorbei. Vollkommen niedergeschlagen habe ich mich dem Frust-Omiyage-Kauf im Daiso hingegeben. Mit fleißig sein war dann nich mehr viel an dem Tag, denn nach dem Abendbrot habe ich mich fix umgezogen, da es heut einen 'Abschieds-Umtrunk' gab.
Wir fuhren nach Ikebukuro und gaben uns die Kante...naja, fast. Denn der GinTonic schmeckte eher so, als hätte der Gin beim Mixen von Tonic und Eiswürfeln nur zugeguggt. Auch sind die restlichen Cocktails eher mit Saft zu vergleichen. Aber das ist gar nicht so schlimm find ich, denn da kann man mehr trinken. (^.^)v Irgendwann bin ich mit Lulu und Julia aufgebrochen, weil wir die Hoffnung hatten dass wir es noch vor 0°° bist zum Wohnheim schaffen würden, denn ab 0°° kann man die Tür nur noch von innen öffnen. Aber natürlich gab es hier und da immer wieder Verzögerungen und auch beim besten Willen und mit Taxi hätten wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Verzweifelt versuchten wir eine japanische Freundin zu erreichen, aber die schien schon zu schlafen. Am Wohnheim saßen wir noch ein paar Minuten im Schuhraum rum und hofften, dass noch einer duschen geht. Aber zum Glück kam dann auch noch einer, der von seinem Kumpel reingelassen wurde. Grinsend öffnete er nun auch noch für uns die Tür.



Diesmal musste ich beim Rätsel ein bisschen kaschieren, weil man sonst die Lösung gleich wieder geshen hätte. Und ihr wollt ja schließlich auch bissel raten, ne?! Allbekannte Frage; Was ist das?







Und bei mir wird allmählich die Vorfreude auf zu Haus von Tag zu Tag immer größer!

Bis dann,

                            Misuka



*Bonus: Wer sich in Japan nach Zuneigung sehnt braucht sich einfach nur in der Bahn neben einen schlafenden Menschen setzten und abzuwarten.....Lulu demonstriert uns das hier mal...(daneben Alex und Yon)

Sonntag, 5. Januar 2014

Das Ende und der Anfang

Am Tag nach der Reise (29.12.) haben Julia und ich ein kleines Kochevent geplant. Am Vormittag haben wir alles für einen guten Milchreis eingekauft und den am Abend auch gekocht. Denn wenn man Asiaten davon berichtet, dass wir in Europa den Reis ab und zu in Milch kochen bekommen die immer große Augen und können sich in dem Moment wahrscheinlich schlecht vorstellen, wie das schmecken soll. Aber all unsre Chinesinnen waren begeistert und es hat ihnen geschmeckt. Vor allem Alex war happy, weil es so lecker gewesen wäre, wie daheim. Und so hat er als Dankeschön für uns abgewaschen. (^_^)
meine Hausschuhe
Der Montag verging recht ereignislos. Solche Tage sind aber ganz gut um Kleinigkeiten zu erledigen, die einem ständig im Nacken sitzen.
Und nun kommen wir zum Silvestertag. Am Vormittag habe ich mit Julia endlich mal Fotos hin und her getauscht, weil sie oft schöne Schnappschüsse gemacht hat und ich ab und zu welche von ihr. Dann war ich an diesem Tag auch noch fleißig und am Abend hatte ich eigentlich vor eventuell mit Lulu zum Schrien zu gehen. Doch 1. wer lässt uns nach 0°° wieder rein? Der Rest is ja komplett bis Früh feiern, 2. hab ich sie auch nich noch mal getroffen und 3. hatte ich nach dem Abendbrot so gar keine Lust mehr aufs Rausgehen. Also blieb ich in meinem Zimmer und hab es mir mit ein paar Harry Potter Filmen gemütlich gemacht. ;) 
Silvester 0°²  in Japan
Kurz vor 0°° habe ich mich mit Julia im 8. Stock des Wohnheims getroffen, weil wir die Hoffnung hatten, dass wir vielleicht irgendwo ein Feuerwerk sehen. Denn wir dachten in Tokyo is bestimmt irgendwo so was los und schließlich sieht man vom Wohnheim aus sogar den SkyTree. Doch hätte ich nich durch Zufall in dem Moment auf mein Handy geguggt, hätten wir gar nich mitbekommen, dass eben das neue Jahr angefangen hat. Es passierte nämlich gar nichts! Stille rings um! So blickten wir in die Nacht hinaus und hörten nur von der Ferne öfters mal ein 'dong', von der Glocke aus einem Tempel, die diese Nacht 108x geläutet wird. Julia erklärte mir, dass das angeblich die 108 Begierden der Menschen darstellen soll. Nach 5 – 10 min gingen wir wieder zurück in unsere Zimmer. Ich hab noch ein bisschen mit der Heimat kommuniziert und bin dann zu Bett.
Noch ein wenig verschlafen bin ich dann am Neujahrstag mit Lulu zu einem kleinen Schrien ganz in der Nähe gelaufen. An einem kleinen Stand wurde uns eine Suppe und Rettich angeboten. Dann reihten wir uns in die Schlange fürs Neujahrsgebet. Traurig blickte ich allerdings in ein heiliges Feuer, als ich sah, was da alles schönes verbrannt wurde; all die Talismane und religiöse Dekoration aus dem Vorjahr. *schnüff *
Neujahrsschmuck an der Tür vom Wohnheim
Am 2.1. kam ich wieder mal meinen häuslichen Pflichten nach und habe außerdem 5 Stunden am Bolgeintrag rumgebastelt.
Auch zum 3.1. kann ich nicht viel schreiben, außer dass ich an diesem Tag wichtige Zettel ausgefüllt und mir einen Überblick über die Dinge, die noch zu erledigen sind, geschafft habe.
Am Samstag musste ich dann dringend mal wieder hinaus. Zum einen, weil mir sonst die Decke auf den Kopf gefallen wäre und zum anderen, weil ich meine neue Monatskarte kaufen gehen musste. Also habe ich mich nach dem Frühstück aufgerafft und bin nach Ikebukuro gefahren. Vorher bin ich aber noch mal an der Post vorbei, um Karten abzugeben und den netten Beamten zu fragen, warum der Brief an meine Eltern immer noch nich angekommen ist. Er hat mir viel erzählt, leider hab ich keine Ahnung was eigentlich, aber er klang recht zuversichtlich...(^^') In Ikebukuro habe ich außerdem noch nach Omiyage (Mitbringsel und Geschenke) gesucht. Ich kann nur hoffen, dass ich bei allem die richtige Wahl getroffen habe. Vor allem das Gewühl im Animate hat mich fertig gemacht und so war ich doch recht froh, als ich wieder im Wohnheim war.

Im Reisebericht gabs ja kein Rätsel, da hattet ihr ja schon mit Lesen genug zu tun. Aber heute gibt es wieder eins; Diese Punkte, die ihr auf den Fotos seht gibt’s in mehreren Farbvarianten und sie befinden sich meist auf Fußwegen. Mir persönlich fallen sie immer in Parks oder ähnlichem auf. Diese beiden Exemplare sind welche aus dem kaiserlichen Garten. Auf was könnten diese Dinger wohl hinweisen? 

Strengt euch an.
 Bis nächste Woche (^_^)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Durch Japan im Sauseschritt

Hallo alle miteinander. Wie war euer Jahreswechsel? Frohes Neues! Meiner war der unspektakulärste, den ich je erlebt habe. Mehr dazu aber erst nächste Woche, denn jetzt folgt der gaaaanz lange Bericht über die Busreise. Viel Spaß dabei. (^__^)

Zeitig wollten wir uns alle am 26.12. in der Lobby des Wohnheims treffen, damit wir schnell noch frühstücken können und dann loslaufen. Doch Julia und ich waren die einzigen, die pünktlich waren. (so haben wir eines unserer deutschen Klischees bestätigt...) Zu allem Übel gabs auch noch den komplizierten Fisch mit den dünnen Gräten und die meisten Chinesinnen hatten total die Ruhe weg, während Julia und ich schon die Hummeln im Hintern hatten. 8:45 sollten wir an der Uni sein und da wir viel Gepäck hatten wollte ich unbedingt den Local nehmen, doch der war beim besten Willen nich mehr zu schaffen, trotz dass wir eher als unsere Trödelliesen losgelaufen sind. Das hieß nun leider umsteigen in den Semi, der früh natürlich völlig überfüllt war! Jule und ich ärgerten uns etwas, dass wir noch ein bisschen auf die anderen gewartet hatten, weil wir nun auch erst kurz vor knapp da sein werden, und dass wo wir doch die einzig pünktlichen waren! (ò.ó) Auch die Trödel-Chinesinnen kamen zur gleichen Zeit in der Uni an, wie wir. Keine Ahnung, wie die das geschafft ham?! Nun gut, alles noch geschafft, das war die Hauptsache.

Bevor wir in den Bus einsteigen durften, bekamen wir alle noch ein Umhängeschild mit unserem Namen, unserer Landesflagge und auf der Rückseite befand sich eine Telefonnummer eines 'Lehrers' und die Adresse von unserem Hotel in Nagoya. Des weiteren mussten wir noch ein Stäbchen aus dem Umschlag für die ausländischen Studenten ziehen. Ich hatte Sitz Nr. 11 und meine japanische Sitznachbarin war eigentlich recht nett. Und dann konnte es auch schon losgehen. 
Nach einiger Zeit waren wir aus Tokyo raus und die Landschaft begann sich zu verwandeln. Statt einem Häusermeer sah man jetzt viele kleine Ortschaften, Tee- und Reisfelder und bald erhoben sich auch die steilen Berge links und rechts der Straße. Leider war es heute doch recht trüb und regnerisch, so dass wir den Fuji nicht sehen konnten. Wir hatten sogar unsere eigene Reiseleiterin dabei und die erzählte uns auf der Fahrt allerhand Interessantes und Wissenswertes. Als wir einen LKW mit alten Fahrrädern überholten sagte sie die Hitparade des meist vorkommenden Mülls in Japan an; Auf Platz 1: Fahrräder, Platz 2: geht an Futons und auf Platz 3 sind Regenschirme. Irgendwann konnte ich der guten Frau aber nicht mehr zuhören. Da sie durchweg auf Japanisch redete lies meine Aufmerksamkeit mehr und mehr nach. Bald kamen wir in einer Stadt Namens Okazaki an und dort war unsere 1. Station eine Miso-Manufaktur. 
Miso ist eine Art Würzmittel, welches in Japan oft als Suppengrundlage verwendet wird. Durch pressen und lange lagern wird die sogenannte Misopaste aus verschiedenen Sorten Bohnen gewonnen. Nach einer wirklich schnellen Führung durch die Lagerhallen mit den großen Holzfässern durften wir Suppe kosten und im Verkaufsraum gab es sogar Reiscracker mit Miso zum kosten. Einen kleinen Beutel haben wir sogar geschenkt bekommen. (^_^) Im Anschluss ging es weiter zu einer Papierlampen-Werkstatt. 
Viele Tische waren für uns aufgebaut und wir wurden platziert. Uns wurde kurz erklärt, wie die Lampe zu machen ist und wir durften uns kleine Bildchen aussuchen, die die Lampe zieren sollten. Ich hatte mich für die Wappen von Tokugawa Ieyasu, Toyotomi Hideyoshi und Oda Nabunaga, drei berühmten Feldherren und ein shintoistisches Symbol entschieden. 
Als unsere Lampen fertig waren durften wir noch dem Altmeister zusehen und unterhielten uns mit dem Mitarbeitern des kleinen Betriebes. Nun war es schon dunkel geworden und wir fuhren zum Hotel. Auch die Zimmeraufteilung war schon festgelegt und ich hatte Glück im Unglück. Zwar kannte ich nur ein Mädchen aus meinem Zimmer, aber wir waren nur zu viert und nich 9 Leute im Raum! Unser Zimmer war zudem ein richtig traditionelles mit Tatami-Matten, Futons und Yukatas. Gleich nach der Ankunft gab es auch schon Abendbrot. 
auf dem Foto is noch nich mal alles drauf
Noch geschafft von der Reise hatte ich nicht wirklich Appetit und dass das Essen auch noch typisch japanisch war, machte die Sache nich besser. Aber wenigstens sah alles hübsch aus. Nach dem Essen wurden wir mit kleinen Bussen zu einem Hochhaus gefahren und ganz oben wartete die nächtliche Szenerie von Nagoya auf uns. Blöderweise war der oberste Bereich dieses Hauses nicht wirklich überdacht und so regnete es rein. 

Nicht nur das, es gab auch noch eine 'Lichtershow', bei der wir von Wassernebel umhüllt wurden und dieser dann in unterschiedlichen Farben angeleuchtet wurde. Frierend und mit Kopfschmerzen lief ich nach diesem letzten Tagespunkt mit zwei 'Lehrern' zurück zum Hotel. Nachdem ich meine Schuhe trocken geföhnt hatte bin ich mit meiner einen Zimmergenossin ins Gemeinschaftsbad, Ofuro genannt. Oh, war das herrlich! Man schruppt sich vorher ordentlich ab und dann steigt man in ein Becken mit ca. 40°C Wassertemperatur und lässt sichs gut gehen. (*__*) 
Nach dem Baden zieht man dann den Yukata an, welcher auch gleichzeitig als Schlafanzug dient. 

 

Am nächsten Tag (27.12.) sollte es schon zeitig losgehen und bevor ich wieder in den Bus stieg verteilten die beiden Kinder von einem Lehrer (Brian), die er mitgebracht hatte, unser Frühstück. Wieder hieß es ein Stäbchen ziehen und meine heutige Glückszahl lautete 28. Meine heutige Sitznachbarin kannte ich schon ein bisschen und wir haben uns gut unterhalten. Heute mal viel auf Englisch, wo ich doch gestern ausschließlich Japanisch gesprochen hatte. Heute ging es zum Schrein von Ise. 
Dieser soll angeblich der prächtigste Schrien ganz Japans sein, was ich aber nicht wirklich sagen kann, weil man den prächtigsten Teil als Normalsterblicher gar nich zu sehen bekommt. Dieser Schrein wird übrigens auch alle 20 Jahre neu erbaut und die alten Teile als geweihtes Baumaterial an Schreine im ganzen Land verteilt. 2013 war es wieder mal soweit, weshalb das Holz noch eine ganz helle Farbe hatte. Das sah wirklich schön aus. In diesem Schrein wird unter anderem auch die Sonnengöttin Amaterasu verehrt. 
Sie soll die Urahne des Tennō gewesen sein. Aber nach dem 2. Weltkrieg, zur Kapitulation sollte der Tennō seine Göttlichkeit ablegen und dem widersprechen. Es gibt noch mehr Sagen und Mythen zu ihr und einiges über die Sonnengöttin musste ich dann erst mal meiner Sitzplatznachbarin erklären, weil sie das nich wusste....Durch den Schrein wurden wir ganz schön gescheucht! Nich ma ne halbe Stunde und wir waren wieder draußen. Gern hätte ich mir das Gelände drum herum noch angeguggt, aber nein es geht weiter zum Mittagessen. 
Da ich keinen Hunger hatte und noch was vom Frühstück übrig, seilte ich mich irgendwann ab und machte mich auf die Suche nach Mitbringseln (Omiyage). Gleich neben dem Schrein gibt es eine historische Einkaufsstraße mit allerlei Klimbim und Essen. Weiter ging es dann nach Iga. Nein, nich zur Gartenausstellung, sondern in ein Ninja-Museum. 
Zuerst ging es ein traditionelles Haus. Da bekamen wir von einer netten Dame Tricks und Verstecke gezeigt, die sich die Ninjas damals bautechnisch so ausgedacht hatten. Anschließend schauten wir uns im Museum Waffen, Kleidung und derlei Dinge an. 
auf dem Schirm balanciert er eine Münze
Zum Abschluss gab es noch eine Show. Lustig und interessant gestalteten sich die Darbietungen. Am Ende durfte selbst jeder mal probieren, wie es ist, die Metallsterne gegen einer Holzwand zu werfen. Meine 5 sind alle stecken geblieben. (^_^)v Der Sohn von Brian war so angetan von Ninjas, dass er ihnen schon vorher ein Buch gebastelt hatte und es nun voller Stolz überreicht hat.

Sehr müde schliefen fast alle im Bus auf der Rückfahrt zum Ryokan (traditionelles Hotel) ein, auch ich. Nach ein bisschen warten gingen wir alle in den Speißeraum und dort wartete ein wunderbares Buffet auf uns. 
Doch zuvor stellten sich ein paar ältere Herren vor, die wir zuvor noch nich gesehen hatten. Allesamt waren sie ehemalige Musashi-Studenten und haben diese Reise so bissel mit finanziert. Denn das alles, was wir hier erlebten, hat uns im Endeffekt nur rund 150€ gekostet! Nach dem Essen sollten wir Ausländer mal vor zur der kleinen Bühne kommen. Ich ahnte schon das schlimmste, doch was sahen meine müden Augen da liegen?? 
Richtige tolle Kimonos!! Sofort war ich wieder hell wach. Wir durften uns einen aussuchen und anprobieren. Das Gefühl war unbeschreiblich! Die Schwere und der Glanz der Stoffe waren einfach traumhaft! Es ist nicht der Wert sondern das Wesen dieses Stoffes, das ihn so ehrfürchtig erscheinen lässt! Ich erwähne hier mal am Rand, dass so ein Kimono ca. 60.000€ kostet und ausleihen für einen Tag ist auch schon sündhaft teuer! Ich weiß nicht warum, aber ich fühlte mich in dem Moment wie eine Braut. 
Leider durften wir nur ca. 10 min damit für Fotos posieren und mussten ihn dann schon wieder ausziehen, aber diese Augenblicke werde ich niemals vergessen! Danach wurde noch ein bisschen gesungen, Karaoke und die Alten sangen uns die Hymne der Musashi vor. Zudem sollte ich auch noch mal auf die Bühne, um für alle Geschenke entgegen zu nehmen. Wieso gerade ich, hab ich bis jetzt noch nich raus gefunden, aber ich war in dem Moment so verwirrt, was man mir auch ansah. Man war das peinlich. (^^'') Nach der Feierlichkeit sind wir alle wieder ins Bad und hatten viel Spaß.


 Nun war schon der letzte Tag (28.12.) der Reise gekommen. Nach einem traditionellen, aber diesmal sehr leckeren Frühstück schnappten wir alle unsere Sachen und es ging erst mal zum Schloss von Nagoya. 
Meine Platznummer war heut die 13. Da wir ein bisschen Verzug bei der Abfahrt hatten wurde diese Zeit natürlich von der Besichtigungszeit des Schlosses abgezogen, weshalb wir gerade mal eine ¾ Stunde für die 5 Etagen hatten. So schnell hab ich mir noch nie ein Museum angeguggt. Viel kann ich darüber nicht erzählen, weil ich nicht viel gesehen hab... (._.) Nach dem Schloss fuhren wir weiter zum Toyota-Museum, was interessanter war, als ich dachte. Wer jetzt denkt, ein Auto-Museum is ja langweilig, nö, dem ist nich so! 
Auch ich konnte hier noch was lernen, denn wie auch ich nicht wusste startete Toyota um die Jahrhundertwende mit der Produktion von Webmaschinen. Erst um die 20-er, 30-er Jahre begann die Autoproduktion. So waren in der ersten Ausstellungshalle ausschließlich Webmaschinen verschiedener Epochen zu sehen. 
Und voller Stolz erzählte ich: „An so ähnlichen Maschinen hat mal meine Mutti gearbeitet.“ In der 2. Halle gings dann um die Autoherstellung. Von der Skizze bis zum fertigen Auto. Und hier konnte ich sagen: „Oh, guggt mal, an so ner ähnlichen Maschine arbeitet mein Vati.“ Auch den Unimate, den ersten Industrieroboter, an dem Toyota mit geforscht hat hatten sie da, genau so wie einen humanoiden Roboter, den ich ausversehen mit dem Asimo von Honda verwechselte. (^.^'') 
erstes Toyota-Model
Es gab auch eine Bastelecke, aber wieder nur für kleine Kinder und so schauten wir alle nur traurig und neidisch dabei zu, wie die kleine Tochter von Brian ein Aufziehauto zusammenbaute. (~_~) Die letzte Station war ein edles Hotel, bei dem wir uns am Buffet unser Mittagessen zusammen stellen konnten. Innerhalb einer Stunde hab ich gegessen und vor allem getrunken was das Zeug hält. Schließlich war die Zeit vorbei und der Bus fuhr wieder in Richtung Tokyo. Wir wurden auf der Fahrt noch mit englischen und japanischen Filmen bespaßt, obwohl ich jedoch mehr geschlafen habe. 

Und da heut gutes Wetter war hatten wir diesmal einen einmaligen Blick auf den Fuji! (*o*) Der Fuji ist eben doch nicht einfach bloß ein Berg! Es war ganz schön schwer, aus den 38 Fotos das schönste für den Blog auszuwählen.


Gegen 18°° waren wir wieder an der Musashi. Das letzte Stück des Weges bis zum Wohnheim bin ich allein noch gelaufen. Die anderen haben den Bus genommen, aber ich hatte das Gefühl mich nich sonderlich viel in den letzten Tagen bewegt zu haben. Da wir alles mehr mit dem Bus gefahren sind und das meist bis vor die Tür. Zudem ging einfach alles zu schnell. Wir waren eben mit einer japanischen Reisegruppe unterwegs gewesen, in japanischem Reisetempo...



Ich hoffe es war nich all zu viel für euch und ihr hattet Spaß am Lesen und habt vielleicht sogar noch was gelernt. (^_^) Das würde mich freun. Bis zum nächsten mal,

eure (schon wieder ein bisschen kränkelnde) Misuka