Sonntag, 11. September 2016

Noch ein paar ruhige Tage

Ein keiner neuer Post steht an, da ich ab nun meinen Wochen(end)rhythmus einführen möchte, wie ich ihn schon das letzte Mal praktiziert hab.   :)

Wieder war am 7. und 8. noch nicht viel los. Außer dass ich die Kanji (Schriftzeichen) an der Waschmaschine übersetzt hab, um zu verstehen, wie ich sie danach handhaben muss. Die ratterte dann gemütlich vor sich hin und als ich dann die Wäsche in meinem Zimmer verteilt hatte, saß ich wahrlich in einer Sauna (und das obwohl ich beide Fenster sperrangelweit auf hatte!) Luftfeuchte und Temperatur machten das Denken nich grad leichter. Ich saß also fleißig am Schreibtisch und plötzlich klapperten meine Fensterscheiben leicht, der Strommast draußen und das ganze Gebäude wackelte. Ich hielt inne und überlegte, ob es schon Zeit ist unter den Tisch zu kriechen? … (Ok, man soll eigentl. erst eine Tür aufmachen, um einen Fluchtweg zu haben... aber egal) Doch so schnell es da war, um es zu begreifen und zu hinterfragen, so schnell war es auch wieder vorbei. Ich hatte es auf die Stärke 3 geschätzt. Und ich muss sagen, ich glaub ich hab Talent, denn es war wirkl. Stärke 3, wie mir meine Info-Seite wenige Minuten später verriet. (so sieht das dann übrigens aus: http://www.tenki.jp/bousai/earthquake/detail-20160907132858.html Man muss dann nur noch wissen, unter welchem Punkt man ungefähr wohnt. Oder in der langen Liste darunter nachschauen) Wenn ich ab und an bei der Seite vorbeischaue, um zu guggen, ob ich vielleicht mal ein Einser nicht gemerkt habe, fällt auf, dass es derzeit auf Kyûshû ab und an mal ein bisschen wackelt. Mehr wie bei mir. Ist aber auch gut so. ^^“
So vergingen die Tage.

Am 9. war dann der erste Uni-Tag gekommen. Mein dt. Wecker hatte mich verarscht und so bin ich erst später aufgestanden, als ich wollte. -.- Ich habe es aber trotzdem geschafft meine Pflicht, die Plastikflaschen wegzubringen, zu erfüllen. Dann hatte ich noch 'ewig' Zeit, recherchierte noch was und bin dann gegen 9:45 los, da ich langsam nervös wurde.
Ein Eingang auf den Mita-Kampus
 Beim Umsteigen in Shinjuku hab ich lieber noch mal nachgefragt und bin dann mit der Ringlinie bis zu meiner Station. Alles ganz easy alles gefunden. Auch vor Ort konnte ich mich gut orientieren und fand die Uni ohne Probleme, und schritt durch das majestätische Portal. °o° Das Gebäude auf dem Gelände war auch leicht zu finden, sowie Stockwerk und Zimmer. Da ich viel zu zeitig da war (11°°), setzte ich mich unter die Bäume, beobachtet Leute und versuchte das Formular fürs Bahnticket zu übersetzen. Mehr und mehr Ausländer fanden sich ein und es begann ein betretenes Beäugen und Warten. Auch meine Hallenser Kommilitonin traf endlich mit noch einem Mädel aus ihrem Wohnheim ein. Endlich war es 12:30Uhr und es ging los. Es gab eine feste Platzordnung und an der Tafel stand GANZ GROSS geschrieben, dass wir die Umschläge, die an unserem Platz lagen bitte noch NICHT öffnen sollten. Gut, dass sie es rangeschrieben hatten.
Bald stellte sich eine Frau vor und auch die anderen Menschen, an die wir uns ab jetzt immer wenden könnten. Dann gab es noch ein paar Fakten zur Uni. Das Interessanteste mal fix zusammengefasst:
Fukuzawa ist übrgens auch auf der höchsten Banknote
Japans abgebildet *o*
Der Gründer war Fukuzawa Yukichi, der sehr an westlichen Dingen interessiert war. Er reiste nach der Landesöffnung Japans viel umher, vor allem nach Amerika. Um sein Wissen zu teilen gründete er 1858 eine Schule, aus der sich die Keiô entwickelte.
So, jetzt hatte sich die Uni vorgestellt, jetzt waren wir dran.... In Anbetracht von 230 Leuten würde das wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. .. Gut, war, dass die Keiô vorgesorgt hatte und im Hintergrund eine PowerPoint ablief, wo dran stand von wo die Leute gerade kommen, die grad vorn standen. Die meisten kommen aus den USA oder China, auch Kanadier und recht viele Deutsche sind dabei. Außerdem Briten, Koreaner, Schweden, Schweizer, Italiener, Spanier, Australier, Türken, Taiwanesen.... Also im großen und ganzen sehr viele Nationalitäten. Ich war noch nie mit so vielen unterschiedlichen Menschen in einem Raum! O.O
Als wir endl. alle geschafft hatten, war die Aufnahmefähigkeit schon stark gesunken, aber es blieb ja noch eine halbe Stunde laut Plan. Da haben wir dann all die wichtigen Dinge mal ganz fix erklärt bekommen und sollten Formulare ausfüllen.. *Stress >.<* uff und dann wars vorbei. Mit Angelina (Hallenser Kommilitonin) und ihrer Bekannten bin ich noch fix mit ein Onigiri essen gegangen und dann zurück gefahren. Ich war ganz schön geplättet, obwohl es nur in der letzten halben Stunde wirkl. anstrengend war..
Und ich habe doch letztens die Lampions auf dem Heimweg fotografiert,.. jetzt bauten da einige Menschen Buden auf, es sollte wohl bald ein Matsuri stattfinden. Da ich eh schon fasziniert starrend daran vorbei ging, bin ich einfach zu einem hin und hab gefragt, wann das Fest stattfindet (auf jap.!). Er antwortet mir auf englisch 'Am Wochenende'. >__> ja...danke.

Am 10. bin ich nach dem Frühstück mal nach Sasazuka (Nachbarstation) gelaufen.Unterwegs musste ich leider feststellen, dass die Post hier am Wochenende, also auch Samstags geschlossen ist. ._.
  Als ich in Sasazuka ankam hatten die meisten Geschäfte noch zu. (Es war halb 10!) Aber zum Glück hatte der 100yen-shop schon auf, in dem ich dann auch fast über ne Stunde verbracht habe. XD
Dann bummelte ich so noch ein bisschen durch die Gegend und hab voll süße Sachen von den Mumins und Totoro gesehen, aber ich konnte widerstehen! >_<
Auf dem Heimweg war ich noch in einem anderen Laden und habe mir einen neuen Wecker zugelegt, der mich dann hoffentlich pünktlich weckt. (Der hat jetzt sogar Licht und ne Snooze-Funktion! *-*)
fein sortiert von groß nach klein, ...
so gehört sich das beim transportablen Schrein   XD
Am Nachmittag bin ich zu dem besagte Matsuri gegangen. Aber es war ein bisschen enttäuschend. Denn es gestaltete sich wohl eher als eine Art Nachbarschaftstreffen. Ich hatte mehr Buden zu Guggen erwartet. Nichts desto trotz gönnte ich mir ein Yakitori (Hühnerspieß) und die Omi hat sich sehr gefreut als ich ihr hinterher sagte, dass es lecker war. Also bin ich bald wieder zurückgekehrt. Ab und zu hörte man von dem Fest aber die lautstarken Umzüge, wenn die Prunkschreine durchs Viertel getragen wurden.
Gegen Abend waren dann plötzlich Geräusche von unten zu hören. Das war seltsam, weil meine einzige Mitbewohnerin dieses Wochenende eigentl. auswärts nächtigen wollte. Also bin ich guggen gegangen. Und Tatsache, ein neuer Mitbewohner ist da. Er kommt zwar aus Australien ist aber Chinese. Aber recht nett und annehmbar. ^^ Jetzt fehlt nur noch meine andere Freundin und das Haus ist voll.

Auch der Sonntag (11.) verging ohne größere Ereignisse. Lesen und Fleißig-sein waren meine einzigen Tätigkeiten an dem Tag. Morgen beginnt die erste Uniwoche mit noch vielen organisatorischen Punkten, die hoffentlich besser organisiert sind.

So, das soll's erst mal wieder gewesen sein. Ich wünsche allen eine schöne Woche. Man liest sich. 
Bis dahin.

Eure Misuka



Zugabe: Kuriosität
Ein ganz normaler Hinterhof mit Park- aber keinen Wendemöglichkeiten, also gibts hier die ganz private Drehscheibe für zu Hause für den PKW.  (jede Lok wäre neidisch) XD


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