Donnerstag, 23. Februar 2017

10 Tage quer durch Kyûshû – … oder 10 Tage mit unvergesslichen Erlebnissen

Die Überschrift lässt erahnen, welch Eindrücke die Reise hinterlassen hat und dass im Rückreisegepäck nicht nur dreckige Wäsche, gefühlte 100 Omiyage (Mitbringsel) und ca. 1000 Fotos waren, sondern auch Erinnerungen an Situationen und Erfahrungen, die ich nicht missen möchte und für die sich diese Reise wirklich gelohnt hat!
Dieser Bericht wird seeeeehr lang werden, aber ich verspreche viele tolle Geschichten und Geschehnisse, die ich euch so gern berichten möchte. Allerdings weiß ich gar nicht recht, wo ich beginnen soll, denn ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es eine der schönsten Reisen war, die ich je unternommen habe! Da hat sich die viele Planerei und Recherche (typ. Deutsch XD ) zuvor wirklich ausgezahlt! Denn wir haben uns nie wirklich verlaufen oder es ist etwas schief gegangen. Und selbst wenn etwas nicht ganz so lief, wie wir uns das vorgestellt hatten, so waren das keine größeren Probleme oder Enttäuschungen.
Doch zunächst noch ein bisschen was Allgemeines zur Einstimmung, nicht wahr?! ;)
Kyûshû ist eine der 4 Hauptinseln von Japan und ist die südlichste. Auch kann sie in der Geschichte als das Tor Japans zur Welt betrachtet werden. Obwohl Doreen und ich in unterschiedlichen Zeiten forschen, so ist Kyûshû für uns beide ein wahrlich interessanter Ort! Und so haben wir Punkte angesteuert, die geschichtlich relevant sind, bzw. wo sich interessante Museen befinden. Es war also nicht nur eine Vergnügungs-, sondern auch eine Forschungsreise. (so war zumindest unsere Hoffnung..)
Unsere Route sah wie folgt aus: Tôkyô → Fukuoka → Nagasaki → Shimabara → Kumamoto → Takachiho → Kumamoto → Tôkyô
Um diese Städte ein bisschen besser einschätzen zu können hier mal ein Vergleich mit Halle:
                        Einwohner
Halle                237 000
Fukuoka       1 553 600
Kitakyûshû     956 700
Nagasaki         429 100
Shimabara        44 800
Kumamoto     739 900
Takachiho         12 500

Da die Fahrt mit dem Shinkansen viel zu teuer gewesen wäre und auch zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte (obwohl das echt cool gewesen wäre..), haben wir uns dafür entschieden hin zu fliegen. So waren wir letztendlich in der Luft, aber auch auf der Schiene, auf Straßen und sogar auf dem Wasser unterwegs. Nicht zu vergessen aber unsere Füße, die uns zuverlässig getragen haben.
In Distanzen gesprochen haben wir zunächst knapp 900km von Tôkyô bis Fukuoka zurückgelegt, wo unsere Reise begann. Insgesamt haben wir zwischen unseren Stationen (ab und bis Tôkyô zurück) ca. 2363km zurückgelegt und sind in etwa 171300 Schritte gelaufen, was wohl auch so um die 170km sein dürften. Dass man auf solch einer Strecke viel erlebt, liegt wohl auf der Hand. Deshalb will ich euch gar nicht lang auf die Folter spannen und lege einfach mal los. ;)

Am 7.2. (Dienstag) begann unsere Reise. Zunächst einmal mit unglaublich früh aufstehen. 3³° quälten wir uns aus den Betten und nahmen um kurz vor 5°° die Bahn noch Shinjuku. Trotz, dass es so früh war, waren doch einige Leute unterwegs. Weiter ging es nach Nippori, wo wir in den Skyliner (Schnellzug) zum Flughafen Narita umgestiegen sind. Auf dem Weg konnten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang beobachten. Gut war, dass wir das Ticket schon vorreserviert hatten und so kamen wir schneller durch das Gate und eher als gedacht am Flughafen an. Bis zum Check-in blieb noch Zeit für Kleinigkeiten wie Kaffee und Klo und dann waren wir bald auch unser Gepäck los. (Mein Rucksack hatte um die 8kg gewogen..)
Da wir noch massig Zeit hatten sahen wir uns im Flughafen etwas um, doch bald gings durch den Sicherheitsbereich, wo wir dann schon anfingen aufzufallen... ( ̄▽ ̄) Da ich alle Unterlagen eingesteckt hatte konnte Doreen nicht durchs Gate und nur ich musste meine Schuhe noch ausziehen...
Kunst am Flughafen
Nach kurzem Warten gings mit dem Bus zum Flieger. Leider hatten wir keinen Fensterplatz gebucht, da der teurer war. Und die Tussi neben uns hat es doch tatsächlich gewagt das Fester einfach zu zumachen und zu schlafen! (`⌒´) aaaarrrh~, darf ja wohl nich wahr sein! Mühselig verrenkten wir uns die Hälse nach offenen Fenstern … (>.>) Zudem war es sehr windig an dem Tag und während des Flugs wurden wir doch recht kräftig durchgeschüttelt.. Außerdem gab es alle Durchsagen und Hinweise nur auf Japanisch... tja, im Notfall sterben die Ausländer zuerst... natürliche Selektion... XD Ich glaube auch beobachtet zu haben, dass wir die einzigen Nicht-Asiaten waren... Nach knappen 2h Flug landeten wir sehr sanft gegen 11²° in Fukuoka. Schon bei der Gepäckabholung mussten wir kräftig lachen, denn obwohl wir nicht gebummelt hatten, waren unsere Rucksäcke 2 von insgesamt 4 Gepäckstücken, die sogar schon vom Laufband runtergestellt wurden, damit sie da nicht so Ehrenrunden drehen... XD
Dann holten wir uns fix ne Kleinigkeit zu Essen und Trinken und schlitterten dann schon fast an den Schalter, wo wir uns ein Busticket kaufen wollten. Die Frau dort war sehr nett und hat uns viel erklärt, so das wir ein tolles Angebot für die Fahrt nach Nagasaki buchen konnten und auch für morgen alles erklärt bekamen.
Mit der Metro, in der zum Glück unsere elektronische Karte (Pasmo) aus Tôkyô funktionierte, ging es zu einen ziemlich zentral gelegenem Bhf dort schauten wir uns ein bisschen um und sind in das Einkaufszentrum TokyuHands, in dem es angeblich Kofun-(Grabhügel)-Zeug geben soll. Den Verkaufsstand haben wir sogar gefunden und Doreen ist total abgegangen. XD Ich find das Zeug zwar fetzig, aber es ist nicht mein historischer Favorit und so habe ich lediglich einen Löffel in Form eines Spatens gekauft... schließl. braucht jeder tolle Ausgräber nen Spaten.. XD
Da noch Zeit bis zum Check-in im Hotel blieb, kehrten wir in einen Starbucks ein. Die kl. Stärkung war lecker und als ich hilflos das Regal für die Geschirrrückgabe gesucht hab, und der halbe Laden sich anfing zu amüsieren, half mir kurzerhand eine nette Mittelschülern. ^^''
In dem Moment fiel uns auf, dass wir hier ganz schön auffallen.. In Tôkyô sind nicht-asiatische Gesichter keine Seltenheit, aber wie wir im Laufe unserer Reise feststellten auf Kyûshû schon, selbst in größeren Städten.
Was uns aber auch gleich ins Auge fiel war, dass die Leute hier alle freundlicher wirkten, oder wir einfach immer nur nette Leute getroffen hatten.. wer weiß...
Bald gings zum Hotel. Es war nicht berauschend, aber annehmbar und noch hatten wir den Luxus von getrennten Betten.
Kurz verschnauft, machten wir uns auch schon wieder auf, um den Rest des Tages noch zu nutzen, bevor die Sonne untergeht. Also sind wir zu dem Tempel gelaufen, den wir schon auf unseren Hinweg entdeckt hatten. Das Gebäude und auch der Hof davor waren wirklich prächtig und wunderschön! Zudem konnte man in eine Halle gehen, wo die größte sitzende hölzerne Buddha-Statue Japans steht. Da es einen kleinen Obolus kostete hinein zu gehen, aber im Preis Räucherstäbchen und ne Kerze inbegriffen waren, bat ich kurzerhand noch um eine gute Reise, kann ja nicht schaden,ne?! ;)
Außerdem war der untere Bereich des Buddhas begehbar. Man kam dort einen kleinen Gang entlang, in welchem Bilder mit Höllen-Darstellungen aufgehangen waren und im Hintergrund wurde eine Geschichte erzählt. Die Bilder waren wahrlich grausam und gruselig(!) und dann am Ende des Gangs ging es in einen finsteren Tunnel, ohne Licht.. ich wollt erst gar nich durchgehen. Dich hinter Doreen, die ihr Handy als Taschenlampe gezückt hatte, lief ich wieder nach draußen... Ganz ehrlich,..ich hatte wirkl. weiche Knie! Das war eine Erfahrung der dritten Art! ((><))
Ganz in der Nähe befand sich ein weiterer Tempel in einem riesigen Gelände. Die Gebäude waren allerdings schlichter und nicht übermäßig angestrichen. Ein wirkl. hübsches Areal in dem wir auch eine Katzenfamilie antrafen, die wie bestellt alle mittig auf den Tempelstufen saßen. X3 Grad so vor Torschluss verließen wir das Areal und obwohl es doch recht kalt war beschlossen wir vor zum Hafen zu laufen. Der Geruch des Wassers und das Plätschern der Wellen brachte uns nun endgültig in Urlaubsstimmung. :)
Da wir in allen Unterkünften keine Verpflegung hatten mussten wir uns immer selbst etwas suchen. Auf die Dauer nicht wirkl. empfehlenswert, aber im Vergleich zu Restaurants billiger, sind da die Mahlzeiten aus den Konbinis! Ich habe sie noch einmal mehr schätzen gelernt und wünschte mir sowas auch in Dtl.! Man bekommt das Essen auch warm gemacht, wenn man das möchte, und es gibt auch Besteck dazu. Es ist lecker, zumeist auch sehr frisch und in bestimmten Ketten ist die Auswahl riesig. Lasagne, Nudeln, Schnitzel, Reis mit irgendwas, Salate usw. Auch Zeug fürs Frühstück kann man dort erwerben und da wir fast immer einen Wasserkocher zur Verfügung hatten, war das Leben auch ohne Buffet angenehm. ;)

Auch am nächsten Tag (Mittwoch, 8.2.) hieß es zeitig aufstehen und nach einem kl. Frühstück gings mit der U-Bahn zu einem größeren Bhf, in welchem wir die Busstation gesucht haben. Diese liegt lustiger Weise in der 3. Etage und die Busse fahren von dort auch ab. XD Eine nette Frau an der Information, die sogar Freunde in Dtl. hatte, verkaufte uns ein Ticket und erklärte, wo der Bus abfährt. Gegen 9°° ging es dann mit dem Überlandbus nach Kitakyûshû. Die Landschaft unterwegs zog einen in den Bann und ca nach einer Stunde kamen wir in Kitakyûshû an. Etwas orientierungslos, wo wir nun hin müssen, habe ich eine Frau gefragt, ob sie wüsste, wie man zu unserem Ziel kommt. Sie meinte kurzerhand, wir sollen ihr folgen und sie führte uns zu einer anderen Bushaltestelle. Doch der Bus war grade weg. Da es aber nicht mehr all zu weit war, beschlossen wir zu laufen.
Eine Ehrenrunde ums Museum gedreht, da wir den Eingang nich gefunden hatten, beeumelten wir uns erst mal über die Verbots-Schilder. Denn man siehe und staune; in diesem Museum sind nicht nur Haustiere, sondern auch Topfpflanzen verboten! XD Nach kurzer Überlegung haben wir ein Ticket für das komplette Museum gekauft. Wohlgemerkt ist das „Museum of Natural History & Human History“ riesig und man könnte über 2 Tage dort drin verweilen! Und trotzdem war der Eintritt nur 500¥ für Studenten!
Hauptaugenmerk, und unser eigentl. Grund fürs Kommen war die derzeitige Sonderausstellung; „Ausgegrabenes Japan 2016“, wo alle Grabungen und Fundstücke daraus präsentiert wurden, die 2016 durchgeführt wurden, über alle Perioden hinweg. Leider war nichts Spektakuläres für uns dabei. Aber wir haben uns mit einem Opi und mit einer Omi unterhalten, die sich ebenfalls die Ausstellung angesehen haben. :)
Recht lang verbrauchten wir in der Sonderausstellung und rannten dann mehr oder minder durch den anderen Bereich des Museums, was sehr schade war, denn es war wirkl. sehr ansprechend gestaltet und ja ich gebe es offiziell zu, ich liebe ausgestopfte Tiere... ^^'
Auch die Geschichtsabteilung war im Vergleich zum Rest recht klein, aber nicht schlecht und im Gegensatz zur Sonderausstellung gabs hier sogar engl. Beschriftungen. ^^d
Auch der Museumsshop wurde durchstöbert und dann begaben wir uns in ein benachbartes Einkaufszentrum, um dort nach Mittagessen zu suchen. Eigentl. wollten wir ein leckeres Omuraisu (Reis im Omlett) essen, aber irgendwie fehlte dann zu unserer Verwunderung der Reis im Omlett, da wir eine etwas speziellere Variante bestellt hatten.. naja egal, es hat geschmeckt.
Da wir immer noch ein bisschen Zeit hatten stöberten wir in den Geschäften rum und ich versackte im AxesFemme, weil die gerade Sale hatten und bei den Preisen musste ich einfach zuschlagen! (>///<) Auch kamen wir an einem Claire's (Jugend-Schmuckladen) vorbei in dem ein wahrlich bunter Angestellter arbeitete. Er hatte sogar die selbe hohe Verkäuferinnen-Stimme drauf, wie seine sonstigen Kolleginnen.. ô.O wow.. aber der hat voll in den Laden gepasst!
Auch im Daiso (100yen-Shop) waren wir. Ich musste mir u.a. einen Schirm kaufen, denn es hatte angefangen mächtig zu regnen und unter den kleinen Schirm von Doreen hätten wir beide nich gepasst...
Auf dem Weg zurück zum Bus wurde uns immer kälter und der hatte zu unserem Leidwesen auch noch ein klein wenig Verspätung.
Als wir wieder in Fukuoka waren, konnten wir aber zum Glück an einer Station aussteigen, die näher an unserem Hotel lag und so brauchten wir nur noch fix was zu Essen holen und dann fielen wir auch schon totmüde ins Bett.

Am Donnerstag (9.2.) waren wir wieder ca. halb 7 aufgestanden und sind mit unseren 7 Sachen zum Bhf, um dort die Rucksäcke in einem Schließfach einzusperren. ^^ Von Fukuoka gings dann nach Futsukaichi, wo wir umsteigen mussten. Auch in Tokyo muss man manchmal zwischen zwei Bhf-Gebäuden aber hier betrug die Strecke zum umsteigen ca. 11min zu Fuß. Wir wanderten also einmal durch den kompletten Ort zu der anderen Eisenbahnstecke, die auch nur 3 Stationen bis zum Endpunkt Dazaifu beinhaltet. Dort angekommen waren wir erst mal geplättet von den ganzen kleinen Lädchen, die die Straße zu einem berühmten Schrein säumten. Die Lädchen sowie auch den Schrein ließen wir allerdings erst mal links liegen, denn das eigentl. Ausflugsziel an diesem Tag war das Kyûshû National Museum. Der Eingang und auch das Gebäude sind sehr futuristisch gestalten und haben ungeheure Dimensionen. Auch hier besuchten wir zuerst die Sonderausstellung zu der heiligen Insel Okinoshima. Wieder waren wir die einzigen Europäer dort drin. ^^' Was sich in der Dauerausstellung ein klein wenig änderte.
 Leider waren Fotos dort komplett verboten und auch die Ausstellungsstücke waren irgendwie enttäuschend. Sie waren ohne Frage hübsch und interessant, aber mein Forschungsthema wurde, wenn man es überhaupt so nennen kann, in nur einer Vitrine kurz angerissen. (._.) Deshalb war ich etwas ernüchtert und von all den anderen Objekten und er Größe des Museums ziemlich erschlagen und kaputt. Doreen hatte da mehr Geduld. Beim Verschnaufen in der Eingangshalle haben wir von einer netten Mitarbeiterin sogar noch zwei Origamibasteleien bekommen. :)
Wieder draußen schauten wir uns mit den rund 500 anderen Touristen den Schrien und das dazugehörige Gelände an.
  Auch haben wir eine Schreindienerin gefragt, warum Eulen an diesem Ort augenscheinlich so bekannt sind (überall gab's Eulen-Dinge zu kaufen) und sie erklärte, dass sie hier in einem weiteren, nahegelegenen Schrein in den Bäumen sitzen, Touristen und die Schreindiener beobachten würden. XD (Ich hab schweren Herzens widerstanden und mir kein Eulen-Plüschi für meinen Schwarm zu Hause gekauft..) … und so zogen wir die Straße entlang, um nach Essbarem Ausschau zu halten. Anscheinend eine Spezialität (weils die an jedem 3. Laden gab), waren gebackene Mochi mit Anko drin (= Reiskuchen, mehr oder minder klebrig mit Rotebohnen-Muß). Auch gab es einen 'Samurai-Shop', mit allerlei witzigen Dingen, in dem ich mir auch eine Kleinigkeit gekauft hab.
Da noch Zeit war, bis unser Zug zurück fuhr und es wieder recht kalt war bin ich mit Doreen noch mal in einen Starbucks eingekehrt. Wie durch Zufall konnten wir sogar noch einen Platz ergattern, der grad frei geworden war (das war echt ne Sache von Sekunden!) (--)
Dann ging es auch schon bald mit dem Zug zurück. Man möchte meistens gar nicht mehr aus den Wagons aussteigen. Vor allem nicht, wenn man einen Sitzplatz hatte, denn die sind so schön beheizt. (=__=,)
Wieder an dem gr. Bhf in Fukuoka besuchten wir das örtl. HardRock-Café in dem Doreen ein T-Shirt kaufte und wir noch einen netten Plausch mit dem Verkäufer hielten, der halb Japaner, halb Amerikaner war und sehr schnuckelig aussah. (^◡ ^)
Zudem waren wir noch Tempura (Frittiertes) essen, wo wir uns für die Gemüsevariante entschieden hatten. Da Doreen keine Pilze mag, konnte ich durch Nachfrage diesen bei ihr gegen ein Stück Lotus tauschen lassen. (nett, dass sie das gemacht haben)
Anschließend holten wir unsere Rucksäcke und gingen zum Busterminal. Zum Glück hatten wir unser Ticket ja schon und nach kurzem Warten kam unser Bus, der uns nach Nagasaki brachte.
Megane-bashi (Brillen-Brücke),
die erste Steintreppe Japans unter Laternen
Die Fahrt dauerte ca. 2h und in Nagasaki war es noch kälter, denn es schneite ein ganz klein wenig. Bis zum Hostel mussten wir noch ein Stück mit der Tram fahren, in der leider unsere Pasmo nicht funktionierte und wir bar zahlen mussten..
Nach dem Check-in in unser Hostel wussten wir beim Anblick des Zimmers nicht, ob wir lachen oder weinen sollten, ich hatte mich für das Positivere von beidem entschieden und nach einer abenteuerlichen Dusche gings auch bald zu Bett, in welchem es nur eine normale Decke, aber zum Glück 2 Kuscheldecken gab, welche aber in Kombination mit meinem Schlafanzug kl. Blitze verursachte. (ô.O)

Die Nacht war an sich recht kalt und am nächsten Morgen (Freitag, 10.2.) war das Resultat dessen zu sehen, denn dicke fette Schneeflocken fielen vom Himmel! Doch es half alles nichts, wir wollten ja auch was anguggen gehen. Leider hatten wir nichts fürs Frühstück am vorherigen Abend kaufen können, so sind wir in einer nahegelegenen Einkaufsstraße in ein Café eingekehrt und ich habe da die leckerste Schokotorte meines Lebens gegessen! (*-*)
Auf dem Weg zum heutigen Ausflugsziel kamen wir noch an einem riesigen Daiso vorbei und verbrachten dort drin eine gefühlte Ewigkeit. Warum kann es diesen Laden nicht auch in Dtl. geben?
Anschließend gings zu der einstigen Handelsinsel Dejima, welche künstlich errichtet wurde und im Mittelalter einst das Tor Japans zur Welt darstellte. Dort lebten, fein unter Beobachtung durch die Japaner, die ausländischen Händler. Das Gebiet wurde durch weitere Aufschüttungen mittlerweile von der Stadt verschluckt und liegt nicht mehr am Meer. Heute ist ein Teil von Dejima ein Freilichtmuseum mit Nachbildungen der damaligen Häuser, in denen je ein Thema oder verschiedene Aspekte des Lebens und des Handels vorgestellt werden. Ich mochte den Aufbau und die Ausstellungsstücke. Doch auch hier wieder wenig bis keine Informationen über Waffenhandel (worauf ich gehofft hatte). Auch der Museumsshop war wieder nicht wirklich ergiebig, was Literatur anging. :/

Als wir soweit durch waren sind wir mit der Tram zum Friedenspark gefahren. Das war mein ganz persönliches Anliegen, da ich auch schon in Hiroshima am Epizentrum der Bombe war, wollte ich das in Nagasaki auch unbedingt anschauen gehen. Denn ich hab das Gefühl, dass Nagasaki oft ein bisschen ausgeklammert wird, wenn es ums Erinnern an den 2. WK geht.
Der Platz am Epizentrum und Überreste der Urakami-Kirche, welche hier aufgestellt wurden (rechts)
 Auch hätte ich sehr gern das Friedensmuseum besucht, was sich auf Grund der Kälte wirkl. angeboten hätte. Aber Doreen interessierte sich so gar nicht dafür, was ich sehr schade fand.. (und so erhielt Nagasaki auch von mir Abstriche..gomen) (u.u,) Aber immerhin habe ich das Denkmal gesehen, welches von der DDR an Nagasaki gestiftet wurde. (^-^)
Da wir durchgefroren waren und Kleingeld für die Tram zurück brauchten, sind wir in einen Konbini, haben ne Kleinigkeit gegessen und sind danach ins Hostel zurückgekehrt, um unseren gekauften Kram abzulegen und uns noch wärmer anzuziehen. So machten wir uns noch mal auf zu einigen in der Nähe gelegenen Tempeln, bevor es dunkel wurde. Die erste Anlage war wirklich beeindruckend und man konnte schon ein bisschen über die Stadt blicken, wenn man in den Friedhofsbereich reingelaufen ist. Um noch möglichst viel zu schaffen hielten wir uns dort nicht all zu lang auf und stiefelten weiter, denn wir wollten unbedingt einen besonders hübschen Tempel, der auf unserer Karte eingezeichnet war noch erreichen.
Jedoch zog mich ein Weg in seinen Bann, der hoch in den Friedhofshang führte. Zu erwähnen sei, dass Nagasaki in einem Tal mit Zugang zum Meer liegt und am Fuße des Hangs auf einer Seite wurden viele Schreine und Tempel gebaut, und dieser Hang, der sich weiter hinaufzieht ist komplett mit Gräbern voll. Logisch, dass mich das wie magisch angezogen hat. (^.^) In kleinen Etappen kämpften wir uns immer weiter nach oben und konnten einfach nicht aufhören weitere Stufen zu erklimmen. Zudem ging die Sonne schon langsam unter und die Beleuchtung ließ uns immer wieder anhalten und Fotos machen. Als wir ganz oben angekommen waren stellten wir mit Hilfe von Google fest, dass wir nur am schnellsten wieder zurück in die Stadt kommen, wenn wir den Friedhofsweg weitergehen.. ansonsten hätten wir um den kompletten Hang herumlaufen müssen..
  Es erklärt sich von selbst, dass wir darauf keinen Bock hatten und somit den, wenn auch gruseligen und steilen Weg durch die Gräber wieder nach unten gegangen sind. Die alten Stufen hatten oft unterschiedliche Höhen, waren weggebrochen oder bemoost.. und es wurde kontinuierlich dunkler... In dem Moment hätte es nur noch gefehlt, dass Irrlichter oder Geister aufsteigen, aber wahrscheinlich haben die sich gar nich rausgetraut, weil sie gesehen haben, dass wir Ausländer sind und nicht ahnen konnten, dass wir Japanisch verstehen. XD
Mit wackeligen Knien (was natürlich nur an den Stufen lag...) kamen wir endl. wieder auf einer richtigen Straße raus. Und trotz dessen, dass es schon dämmerte kamen wir noch in einen kleinen Schrein hinein. Im Anschluss haben wir sogar den Prunktempel (unser eigentl. Ziel), der durch die alten Holzbauten echt mystisch wirkte, erreicht und durften auch hier noch eintreten. :)
 Überall in der Stadt waren in dieser Woche Laternen und Figuren aufgestellt, die abends leuchteten (voll hübsch) (*-*), denn hier wurde eine Art chin. Neujahrsfest gefeiert, was sich schlicht einfach 'Laternenfest' nannte. Auf der Suche nach Abendbrot gerieten wir durch Zufall aber auch noch in einen Festumzug mit Musik und tanzenden Drachen. Das war wirkl. total cool und obwohl wir dachten, das war schon der krönende Abschluss unseres Abends, sollte dies noch gesteigert werden!
Wir wandelten also durch das 'Kneipen-Viertel', und schauten uns diverse Speisekarten an, die uns aber alle nicht sonderlich zusagten. Ich weiß nicht genau warum, denn die folgende Karte war überhaupt nicht auffällig, hatte keine Bilder und war komplett auf Japanisch, aber da stand was von gerillter Salzmakrele. Da das mein Lieblingsfisch ist, haben wir es einfach riskiert und sind hoch in die 2. Etage, wo sich das Lokal befand. Nachdem ich die Schiebetür öffnete war mit einem Mal Stille im Raum und viele erstarrte Augenpaare schauten uns an. Es war so ein berühmter 'Grillen-zirp-Moment', wie in vielen Filmen. Da wir sofort auf Japanisch fragten, ob wir eintreten dürfen lösten sich die erstarrten Gesichtszüge und wandelten sich in ein freundl. Lachen. :) Wir wurden an die Theke beordert, bekamen sofort unaufgefordert was zu Essen und kamen mit den Gästen und den zwei netten Frauen hinter der Theke ins Gespräch. Wir haben so viel gelacht und immer, wenn wieder ein Gast hinzukam wurden wir vorgestellt und herzlich begrüßt. XD Es war wirklich zum schießen! Ein Opi hatte zufällig Pralinen einstecken, die er uns kurzerhand schenkte, wir durften derlei Sachen probieren, u.a. sogar Auster.. (o.O) und der Herr neben mir hat uns sogar noch Omiyage aus Kumamoto gegeben, wo er auf Reisen war.
Das Lokal hatte im Übrigen ein tolles System, was die Sakeflaschen anbelangt. Man kauft sich hier als Stammgast eine komplette Flasche, um welche ein Schild od. Foto gehängt wird und man trinkt aus dieser soviel man eben schafft/will. Dann wird die Flasche im Regal hinter der Theke verwahrt und wenn man wieder kommt, bekommt man wieder seine Flasche an den Platz gestellt. XD Wirkl. ne coole Idee! Die Leute dort waren alle so lieb und der Opi wollte morgen wieder her kommen, in der Hoffnung, dass wir doch auch wieder da sind, obwohl wir ihm gesagt hatten, dass wir am nächsten Tag weiter nach Shimabara fahren.. das war so süß!
Schweren Herzens brachen wir doch irgendwann auf und der nette Herr neben mir hat uns sogar eingeladen (>//<), sowie noch ein Stück zum Hostel begleitet, bis er wusste, dass es nicht mehr weit ist. Das war so lieb!

Trotz des doch recht langen Vorabends mussten wir am nächsten Tag (Samstag, 11.2.) wieder etwas zeitiger raus. Doreen mochte nicht so recht aus dem Bett, was ich auf Grund der Flocken, die wieder vor unserem Fenster tanzten auch irgendwie verstehen konnte... (._.) Doch es half nichts und bald standen wir wieder mit unserm Gepäck in der Kälte und gingen in einem nahegelegenen Konbini frühstücken, in dem es zum Glück ne kleine Sitzecke gab.
Also ob wir als Ausländer nicht schon genug auffallen, mit dem großen Reiserucksack auf dem Rücken wahrscheinlich noch einmal mehr. Denn auch im Konbini scherzte man wieder mit uns uns selbst der Lieferant wurde auf uns aufmerksam gemacht.. (°▽ °)
Glaskunst und Intarsienkunst
Das Ziel diesen Tages war das örtl. Historische Museum. Die Ausstellung hatte wieder einige wundervolle Stücke im Ensemble, aber auch hier wieder nichts zu meinem Forschungsbereich. :/ Allerdings konnte man durch ein nachgestelltes 'Regierungshaus' der Edozeit laufen. Am Ausgang bekamen wir wieder von einer älteren Dame einen Origami-Kranich. ^^
Selbst auf Nachfrage im Shop gab es auch hier wieder keine spezifischen Bücher. Ein Mädchen hatte diese Problematik allerdings mitbekommen und hat uns geraten zu einer Buchhandlung am Hafen zu laufen, die sowas vielleicht im Sortiment haben.
Leider konnten wir, da keine Locker mehr frei waren, unsere Rucksäcke nicht in dem Einkaufszentrum einschließen und mussten mit dem Gepäck rumlaufen. Aber tatsächlich wurden wir in dem Laden fündig. Haben dort auch gleich noch Mittag gemacht, bevor wir dann zum Bhf zurückgelaufen sind. Dieser hat verwunderlicher Weise nur 5 Gleise, darunter Gleis 0. (ô.O)? Scheiß auf Gleis 9¾! Gleis 0, das ist magisch! Viellicht fahren hier die Züge zu einer jap. Zaubererschule ab?! ..hm~ wer weiß....
Unser Zug mutete ebenfalls recht historisch an und schon bald tuckelten wir an Reisfeldern, Bergen und dem Meer vorbei. (*_*) (Blöderweise saßen wir auf der verkehrten Seite und konnten keine Fotos machen. (°°) Der Zug hatte leider etwas Verspätung, weshalb wir unseren eigentl. Anschlusszug verpasst hatten, doch so blieb uns genügend Zeit uns mit dem Ticketautomat auseinanderzusetzen, denn wieder konnten wir nicht mit Pasmo zahlen.
Auf der Fahrt nach Shimabara wurde es dann schon bald dunkel und wir haben leider nichts mehr von der tollen Natur gesehen. Jedoch ging gerade der Mond auf und das war ein wahrlich tolles Schauspiel, weil er riesig groß und feuerrot war. (*-*) (Foto durch die holprige Strecke leider unmöglich.. )
Als wir in Shimabara ausgestiegen sind und uns auf den Weg zum Hotel gemacht haben war es fast stockfinster, kaum Autos waren unterwegs und die Bürgersteige längst hochgeklappt, dabei war es noch gar nicht all zu spät.. (ô.O)
Das Hotel an sich lag auf einem kleinen Hügel und wir hatten einen wundervollen Blick auf die Lichter der Stadt und den Mond, der sich im Meer spiegelte.
Allerdings sind wir noch mal fix losgezogen, um Abendbrot und Frühstück zu organisieren. Nach dem Essen hab ich mir erst mal ein wundervolles Bad gegönnt, um die Kälte aus den Knochen zu vertreiben.
Doch als wir schlafen gehen wollten, wurden wir vor ein neues Problem gestellt, denn ein Lichtschalter war kaputt und wenn wir aber den Zimmerschlüssel aus dem Modul für den Strom gezogen hätten, wären auch die Steckdosen tot, wo aber unsere Geräte geladen werden mussten. Erst nach 10min fiel Doreen auf, dass wir doch noch eine weitere Fernbedienung haben... und Tatsache das Licht ging damit auszuschalten. Doch die wohlverdiente Ruhe musste noch einen Moment warten. Denn als es endl. finster war nahm ich meine Brille ab und riss dabei einen der Lampenschirme am Nachtschränkchen herunter. Allerdings hat sich Doreen im gleichen Moment die Zudecke übergeworfen und dachte, sie hätte diese Randale ausgelöst. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass eigentl. ich das war, aber sie war zu müde od. zu geschockt das nachzuvollziehen, weshalb sie noch bis zum nächsten Abend dachte, sie hätte das Zimmer ramponiert. XD (Jedes Mal, wenn wir an diesen Abend zurückdenken haben wir Tränen in den Augen vor Lachen!)

Am Sonntag (12.2.) hatten wir uns vorgenommen Shimabara zu erkunden. Leider verbrachten wir hier nur eine Nacht, weshalb wir aber freundlicher Weise für den Tag noch im Büro des Hotels abstellen durften. Der Angestellte mühte sich herzzerreißend ab mit uns Englisch zu sprechen und als wir denn Japanisch antworteten, stand ihm der Schweiß auf der Stirn.. ach Gottchen... XD Er war aber total lieb und hat uns noch aufgemalt (ein Bild für die Götter!), wie wir zur Busstation kommen, um in die 'Innenstadt' zu kommen.
Den Bus haben wir angetroffen und sind Richtung Burg gefahren. Nun.. ich weiß nicht warum, aber es fällt mir schwer den dt. Begriff Burg od. Schloss auf jap. Festungsanlagen anzuwenden. Ich finde es impliziert ein falsches Bild im Kopf, weshalb ich Folgenden nur noch Jô schreiben werde...(gesprochen 'tschô')
Wir waren zum Glück recht früh dran und mit eine der ersten Besucher. Das Hauptgebäude beinhaltete eine wundervolle Ausstellung zum Christentum in Japan od. bzw. in Shimabara in der ersten Etage. Darauf folgten Gegenstände zum Kriegshandwerk. Meine absolute Lieblingsetage, da hier 7 Rüstungen und Pläne, Waffen und derlei Dinge ausgestellt waren. (*-*) Mein Herz machte einen Hüpfer und ich hab viele Fotos gemacht! Noch eine Treppe weiter oben war nicht viel zu sehen, doch ganz oben im Turm gab es natürlich einen wundervollen Ausblick über die Stadt, hin zum Meer und zu den Bergen, inkl. Vulkan. XD Das Wetter war herrlich und wir konnten so weit guggen! Am liebsten wäre ich ewig dort verweilt, aber wir hatten ja einen straffen Zeitplan...
Auch in den Wachtürmen des Jôs war noch eine Skulpturen-Ausstelung von dem Bildhauer, der auch die Friedensstatue in Nagasaki gestaltet hat und im nächsten eine Ausstellung von Alltagsgegenständen aus vergangenen Zeiten. (*ω *) Ich mag solche alten Sachen... 
 Außerdem haben wir im Gartenbereich, wo schon die Pflaumenblüte im vollen Gange war an einer Umfrage zum Tourismus teilgenommen. Eine Frage u.a., ob wir mit den jap. Toiletten (den alten) klar kommen... XD Außerdem gab es eine kl. Sonderausstellung zum Hina-Matsuri (dem Puppen- od. Mädchenfest), bei dem traditionell die Verkörperung des Kaiserpaars und deren Hofstaat auf ein Podest gestellt werden. Sehr hübsch anzuschauen das ganze, in ganz verschiedenen Varianten, von traditionell bis modern. (^^) Dort haben wir ein Becherchen Amazake (wie flüssiger Milchreis) bekommen und wurden dann von einer Omi angesprochen, die uns anschließend einsackte und uns auf unserer Tour begleitete, bzw. führte, denn sie was eine Freiwillige vom Tourismusverband.
Dennoch mussten wir noch in den Shop vor Ort, wo ich doch ein bisschen Geld gelassen habe. Allerdings gab es keinen Ausstellungskatalog zum Museum, was mich sehr ärgerte!! Der wäre so perfekt gewesen. (~~)
Weiter gings mit der Omi zu den nahegelegenen Samurai-Wohnhäusern, die man begehen kann, natürlich mit vorher Schuhe ausziehen versteht sich. ('_~) So zieml. alle die wir auf dem Weg getroffen haben kannte die alte Dame und wir wurden sofort vorgestellt. Nach der Besichtigung der Häuser durften wir noch bei einer Anwohnerin in den Garten, weil bei ihr schon der Kirschbaum blüht.
Die Straße bei den Samurai-Wohnhäusern ist sehr idyllisch und am liebsten wären wir sofort in eins der verlassenen Häuser dort eingezogen. (^o^) Zudem durchzieht ein kleiner Kanal die Straße. Überall in Shimabara lässt sich etwas mit Wasser finden. Doch zunächst gings erst mal kurz zurück zum Tourismusbüro, wo sich die Omi erkundigte, wo man am besten Rokube, eine örtliche Spezialität (Nudeln aus Süßkartoffelmehl) essen könnte. Während sie ihre Recherche machte quatschen wir mit einem Opi, oder er eher mit uns. Denn sein Dialekt(?) oder Sprache war so schwer zu verstehen, dass wir nur ab und zu etwas rafften. Aber er war so angetan von uns, so dass wir noch mal fix vor dem Büro uns in Pose stellen sollten. XD
Bald aber zogen wir mit der Omi weiter zu einem kl. Restaurant, wo uns recht fix die Köstlichkeit dargeboten wurde. Es war sehr lecker, auch wenn ich die Konsistenz der Einlagen nicht wirkl. mag... Lieb, wie die alte Dame war, hat sie uns auch noch eingeladen.. Danach gings unverzüglich weiter zu einem Koi-Center. Es gab einen Teich außen und im Haus eine Glasscheibe, auf die man treten konnte und wo man die Fische direkt darunter beobachten konnte. Etwas traditioneller war das Fischebeobachten im nächsten Haus, wo wir auf einer Terrasse, die über den Teich gebaut war und man gleichermaßen in den Garten guggen konnte, saßen und sogar noch Grünen Tee serviert bekamen. (*_*) Das war wirkl. himmlisch! Aber auch dort verweilten wir nicht lang, denn noch ein Punkt stand auf unserer Tour.
Denn gleich um die Ecke begrüßte uns ein Mann (ebenso in einem traditionellen Haus, was jeweils immer bedeutete, dass wir unsere Schuhe ausziehen mussten XD), mit dem wir eine örtliche Süßigkeit hergestellt haben. Nach dem Hände Säubern, bei einem seeehr nostalgischem Waschbecken bekamen wir in eine Schüssel 2 versch.
 Mehlsorten, die Schluck für Schluck mit Wasser angereichert wurden und die wir durchkneten sollten. (wie Backen XD). Im Anschluss wurden aus der Masse kl. Kügelchen geformt (die bei uns alle unterscheidl. Größen hatten (-__-')), welche anschließend gekocht und abgeschreckt wurden. Dann füllt man diese zusammen mit Honigwasser in ein Glas und isst sie. Diese Süßigkeit namens Kanzarashi wurde für uns in einem Nebenraum hübsch angerichtet und mit Blick in den Garten genossen wir unsere fabrizierten Kügelchen und bekamen sogar noch ein kl. 'Diplom'. (hier mal noch ein Foto, wie die Herstellung von Statten ging ('_~)
Der Kirschbaum in dem privaten Garten
Dann war es aber leider auch schon wieder Zeit für uns aufzubrechen. Vom Busbahnhof wollten wir zu unserem Hotel zurückfahren, um unsere Rucksäcke abzuholen. Dort trafen wir noch mal die Omi, die dann auch noch so lange stehen blieb, dass sie uns noch mal zuwinken kann, wenn der Bus wegfährt.
Im Hotel erklärte uns wieder der nette ältere Mitarbeiter, wie wir zum Hafen kommen. Mit der Beschreibung; 'Naja, es dauert vielleicht 11 Minuten zu Fuß. Aber ihr habt ja lange Beine, da sind es nur 7 Minuten.' XD Außerdem bat er uns gut auf uns aufzupassen (mind. 3x). Einfach nur goldig!
Als wir jedoch am Hafen waren stimme irgendwas mit unserer Zeitentabelle nicht und die Fähre, die wir nehmen wollten war gerade weg. Da Doreen auch nicht die langsame Fähre nehmen wollte, da sie Seekrank wird, haben wir uns entschieden noch knapp über ne Stunde zu warten. Erst besorgen wir uns Infomaterial zu unserer nächsten Station, doch die Frau vom Ticketschalter kam dann zu uns und sagte, dass es ein warmes, kostenloses Fußbad gleich gegenüber gibt und so sind wir dort noch hin und haben unseren Fußis mal was gutes gegönnt. Das Wasser war wunderbar warm doch bald mussten wir schon wieder zurück.
Auch die Überfahrt war klasse. Gleich nach dem Einsteigen bat uns ein Herr vom Tourismusverband an einer Umfrage teilzunehmen. Da es ein kostenloses Getränk dafür gab machten wir mit, worauf wir uns später noch nen Kaffee holten. Ich war die meiste Zeit dann eigentl. draußen am Deck und hab die Möven beobachtet, die von den Passagieren gefüttert wurden und die gesamte Strecke mitflogen, sowie war völlig von dem wunderschönen Sonnenuntergang gefangen... und ich spürte, dass ich mein Herz auf der anderen Seite zurückgelassen hatte!
Nach ca. einer halben Stunde Fahrt erreichten wir unsere nächste Station, Kumamoto.
Mit dem Bus ging es anschließend in die Stadt, denn der Hafen liegt sehr weit entfernt vom Zentrum. Dort angekommen, fanden wir eigentl. recht schnell unser Hotel, was doch sehr edel wirkte. (ö.ö) Als wir später noch mal mit unseren Konbini-Plastetüten voller Abendbrot und Frühstück durch die Lobby schlichen kamen wir uns leicht fehl am Platz vor. XD

Der 13.2., ein Montag,.. leider. Denn eigentl. war es geplant, dass wir an dem Tag zu einem Museum zu bemalten Grabhügeln fahren, was doch noch einmal etwas weit ab vom Schuss lag und einen Tagesausflug in Anspruch genommen hätte. Aber das Museum hat Montags zu, was uns leider auch erst bewusst wurde, als die Reise schon in Sack und Tüten war. (._.) Unter dem Motto, dumm gelaufen. Schliefen wir an dem Tag also erst mal wieder aus und gingen es ruhig an.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Stadt zu erkunden, legten aber beim Busterminal noch einen Zwischenstopp ein, um schon unser Ticket für den nächsten Tag zu kaufen.
Dann liefen wir zum Jô. Es werden sich sicher nicht mehr viele an das Erdbeben erinnern, welches letztes Jahr in der Region gewütet hat und so gesehen das komplette Jô zerstört hat. Schon die ersten Schäden, die wir sahen nahmen uns mit. Das Gelände an sich ist abgesperrt, aber man kann durm herum laufen. Wir schauten uns aber erst mal in einem Bereich mit Souvenirshops und Delikatessläden (od. auch 'Fressbuden', mir fällt aber grad kein neutrales Wort dafür ein..) um.
 Außerdem gab es eine nette kl. Aufführung von tanzenden Samurai. (Stecke einen Japaner in eine Rüstung und ich bin hin und weg... ( ̄▽ ̄) Die Rüstungen klapperten aber auch so toll, weil sie anscheinend wirkl. aus Metall waren (*ω*) )
Danach machten wir uns auf das Jô zu umrunden. An jeder sichtbaren Zerstörung blieben wir stehen und konnten nicht so recht begreifen, was wir da sahen, wie es möglich sein kann, dass solche massiven Mauren einfach so zerbröseln können. Man kann es einfach nicht fassen und das Herz schmerzt bei solch einem Anblick. Wir haben auch mal jemanden gefragt, der dort aufpasst, dass keiner die Absperrungen überschreitet, wie lang der Wiederaufbau wohl dauern wird. Und er antwortete uns; Vielleicht Jahrzehnte... Das trifft einen doch, weshalb wir auch etwas für den Wiederaufbau gespendet haben.

Nachdem wir unsere Runde herum waren und auf dem Weg liegende Schreine und Tempel besucht hatten, kehrten wir zu den Souvenirläden zurück und suchten uns was zu Essen (Grünteewaffeln + Anko od. Sakuracreme & Lostus gefüllt mit Senfpaste) und ließen uns mit den netten Samurai fotografieren. ;)
Der Nachmittag war noch nicht vorüber und so machten wir uns mit der Tram zum Suizenji-Garten, einem Schrein mit großem Gartenareal, denn dort sollte es laut unserem Flyer eine Illumination geben. Aber vor Ort sagte man uns, die gibt’s nur am Wochenende. (-.-) na toll...
Dennoch war der Garten recht hübsch anzusehen und wir hatten zudem das Glück ein Brautpaar in traditioneller Kleidung beim Fotos machen zu beobachten. :D
Auch hier schlenderten wir noch durch die kl. Lädchen, fuhren aber bald wieder zurück und ließen den Abend mit leckerem Essen ausklingen.


Am 14.2. (Dienstag) hieß es wieder zeitig aufstehen und zum Bus. Dort war der Herr, der die Haltestelle 'managte' etwas verwirrt, dass wir nicht in einen Bus steigen wollten, der zum Flughafen fährt, die an der gleichen Haltestelle stoppen, sondern mit der Linie fahren wollen, die nur 2x am Tag in die Berg fährt. XD
Es war viel Platz im Bus, so dass Doreen und auch ich einen Fensterplatz hatten. Leider war es an diesem Tag sehr diesig, so dass man die Schönheiten der Natur leider nicht in ihrem vollen Ausmaß betrachten konnte. :/ Wir fuhren durch kleine Nester, Serpentinen hoch und runter und ich hab sogar mal jap. Kühe gesehen! Auf einigen der Hänge lag noch zieml. viel Schnee und nach einem kurzen Zwischenstopp und ca. 3 Stunden fahrt kamen wir gegen halb eins in dem Nest namens Takachiho an.
Mit der Annahme, dass wir hier mind. genauso herzlich behandelt werden, wie in Shimabara, da wir ja so gut wie die einzigen Ausländer sein werden, vor allem zu dieser Jahreszeit, lagen wir allerdings falsch, denn man reagierte doch recht verhalten auf uns. (Eigenwilliges Bergvölkchen?)
Da wir noch viel Zeit hatten stöberten wir erst mal durch die Touristeninfo am Busterminal, kosteten vom Shitake-Tee (= Piltz-Tee?? nun ich würde es eher klare Pilzbrühe nennen XD), kauften erste Souvenirs und machten uns dann zu unserem Hostel auf, was diesmal ein Ryokan (Gästehaus im traditionellen Stil) war. Von unserem Zimmer aus hatten wir einen wundervollen Blick auf die gegenüberliegenden Bergklippen.

 
Doch lange verweilten wir nicht, denn wir machten uns gleich zu der nahegelegenen Schlucht auf. Da es keinen Fußweg gab, liefen wir die Serpentinenstraße hinunter. Eigentl. kann man in der Schlucht auch Ruderboot fahren, aber da seit dieser Woche Dammbauarbeiten durchgeführt werden, wie man uns erklärte wäre das z.Z. nicht möglich. :/ Enttäuscht kauften wir was zum Naschen (leider gab es keinen Amazake) und Postkarten und kehrten ineinm großen Umwag (auch wandern genannt) langsam zum Ryokan zurück, wo wir den Besitzer fragten, wo am gut zu Abend essen könnte. Also steuerten wir das Izakaya (Lokal) am Busterminal an und stärkten uns für den Abend.  
Danach machten wir einen Verdauungsspaziergang, den man auch als Nachtwanderung bezeichnen könnte, da es fast stockfinster war und die Straßenlampen in Takachiho eher als Funzeln bezeichnet werden können, wenn sie denn überhaupt rumstehen.

Dennoch erreichten wir pünktl. den Schrein, wo es noch eine Tanzaufführung geben sollte. Nun muss ich noch ein bisschen ausholen und erklären, dass es in Takachiho eine Höhle gibt, in der sich, der Sage nach, Amaterasu die Sonnengöttin nach einem Streit mit ihrem Bruder zurückgezogen hat und nicht mehr herauskommen wollte. Damit war auch die Sonne aus der Welt verschwunden und die anderen Götter überlegten nun, wie sie die Sonne wieder hervorlocken könnten und haben lustige Tänze aufgeführt. Als Amaterasu dann ein Stück hervorlunzte hat einer der Götter dann den Fels beiseite geschoben und sie trat wieder aus der Höhle heraus.
Drei dieser Tänze werden nun jeden Abend im örtl. Schrein vollführt, denen man beiwohnen kann. Diese waren wirklich beeindruckend, auch wenn sie an sich sehr minimalistisch waren. Im Anschluss folgte noch eine Episode von den Göttern Izanami und Izanagi, dem Geschwisterpaar, welches angeblich Japan erschaffen hat. Und das war wirklich sehr lustig! Denn sie haben Reiswein hergestellt, den getrunken und dann .. nun ja.. miteinander *hust* geschäkert, um es mal harmlos auszudrücken.. XD
Ziemlich angeheitert kehrten wir zurück zum Ryokan, haben uns noch nen Tee in der Lobby gegönnt und ich habe mich anschließend in das kalte Gemeinschaftsbad gewagt. Zum Glück war keiner da.. (^^') Vorm Schlafen gehen haben wir unsere Futons aufgebaut und es war eine recht erholsame Nacht (ich liebe es auf Futon zu schlafen (*_*)).

Der Morgen des folgenden Tages (15.2. Mittwoch) war wirklich eisig! Wir sind kaum richtig warm geworden und haben deshalb so viele Schichten wie möglich angezogen und sind zum Frühstück. Und dieses war wirkl. wunderbar. Es gab sogar Obst! Gut gestärkt brachen wir ins heutige Abenteuer auf. Wobei uns der Ryokan-Besitzer zum Busterminal gefahren hat. (^_^) Dort schlossen wir die Rucksäcke ein und starrten auf unsere Karte, woraufhin uns ein Taxifahrer angesprochen hat. Als wir erklärten wo wir hin wollen und das sogar zu Fuß erschrak er, denn das seinen 8km.
 Auf unserer Karte sah das jedoch gar nicht so weit aus. Das Taxi war uns allerdings zu teuer und der Bus grad weg, weshalb wir doch losgelaufen sind mit einem Abstecher zu einem hübschen Schrein und dann quer durch den Wald, wo wir zufällig an der Stelle vorbeigekommen sind, wo der erste Throninhaber geboren wurde (ein zieml. verwahrloster Platz).
Weiter ging es an der Straße entlang, wo wir heute von der Sonne verwöhnt wurden und ich unter den 6 Schichten doch ganz schön schwitzte. (^.^;) Auch musste ich irgendwann eins meiner Sockenpaare ausziehen, wobei sich Doreen sehr amüsierte, dass meine Füße wirkl. dampften. XD
Da wir den Bus an uns vorüberziehen ließen, da wir dachten nach der nächsten Kurve hätten wir es geschafft, es aber dann irrtümlich doch noch 4km waren organisierte ich mir einen Bambusstock vom Wegesrand und es muss wirkl. lustig ausgesehen haben, wie Doreen ca. 10m weiter vorn lief und ich mit Stock hinterher... XD
Nach ca. 2h erreichten wir endl. unser Ziel, ließen uns von den Eisständen nicht ablenken und liefen straff weiter zu einem Schrein, der ganz idyllisch in einem Tal in einer Höhle liegt. Ein wirklich magischer Ort, aber leider nicht die besagte Höhle der Amaterasu. Diese liegt noch ein bisschen woanders, ist nur mit einer Führung zu erreichen und man kommt noch nicht mal hinein, bzw. sieht den Eingang noch nicht mal richtig (laut der Beschreibung unserer Senpai). Dennoch hat der Ort uns verzaubert und wir verweilten kurz dort. Auf dem Rückweg kaufen wir uns an einem kleinen Stand noch Manju (wie Hefeteigklöße mit Anko gefüllt) bei einer Omi, die das Anko sogar selber herstellte (was mich gleich an den Kinofilm 'An' erinnerte (^.^)). Da in der Box nur 5 Manju dirn waren gab uns die Omi noch einen zusätzlich, damit wir nicht um den letzten streiten müssten.. (^o^) war das lieb!
 Also haben wir auf einer sonnigen Bank rast gemacht und gleich ein paar der Manju verdrückt, Doreen hat noch Omamori (Talismane) gekauft und dann haben wir leider festgestellt, dass wir den Bus zurück knapp verpasst hatten, der nächste aber erst in 2h fuhr.. Obwohl dieser doch recht knapp für unseren Anschluss war pokerten wir und schauten uns also noch ein wenig in der Umgebung um und besuchten einen weiteren Schrein mit heiliger Quelle. Auf dem Rückweg begegneten wir einer Schar Schülern, die gerade Unterrichtsschluss hatten. Einige von ihnen grüßten uns, andere starrten uns verwirrt an. Wieder andere tuschelten über die 'Gaijin' (Ausländer) und als wir sie jap. grüßten fühlten sie ich ertappt. Leider schienen sie noch nie etwas von Dtl. gehört zu haben und konnten unser Heimatland wohl nicht so wirkl. auf einer Weltkarte einordnen.. „Hä, Doitsu? Wo ist das denn?“ XD
Mit dem Rückbus waren die 8km schnell bewältigt und wir mussten nur noch unsere Rucksäcke aus dem Schließfach holen und bald schon kam der Bus zurück nach Kumamoto.
Die Fahrt war recht entspannt, aber recht kalt und gegen 20°° kamen wir wieder in der Zivilisation an, holten noch Abendbrot und checkten im gleichen Hotel wieder ein. Dort kannte man uns noch, doch wir mussten trotzdem noch mal alles ausfüllen..
Da unser Bad diesmal etwas größer war (dafür das Bett kleiner, aber weicher XD) gönnte ich mir an dem Abend noch ein Bad, um die Kälte aus den Knochen zu vertreiben.

Eine Art 'Kuchen-Brötchen'
mit der Silhouette von Kyûshû
Am 16.2. (Donnerstag) war der Tag es Abschieds gekommen. Nach dem Frühstück packte Doreen noch mal ihren kompletten Rucksack um (^^'') und wir verließen punkt 11°° das Hotel um reumütig nach 10min wiederzukommen, da am Busbahnhof keine Locker für unsere Rucksäcke mehr frei waren und wir darum baten, sie doch im Hotel zwischenzulagern.
Anschließend schlenderten wir durch eine nahegelegene Einkaufspassage, die aber mehr aus Kneipen und Pachinko-Läden bestand, als aus normalen Geschäften. Dann stießen wir auf einen Laden, der den Himmel und die Hölle zugleich verkörperte, zumindest für uns. Ein Stoff- und Nähbedarf-Laden, der alles im Angebot hatte, was man sich vorstellen oder auch nicht vorstellen kann!! Bei den Stoffresten mit traditionellen Mustern konnten wir allerdings nicht nein sagen und haben doch noch was mitgenommen.
Weiter wollten wir zum TokyuHands, da es vielleicht noch mal lustiges archäologisches Merchandise gibt. Da wir zwar das Banner das Ladens, aber keinen Eingang sahen, habe ich einfach ein Mädchen gefragt, wo sich dieser denn befindet. Kurzerhand sackte sie uns ein, lief mit uns kreuz und quer durch Luxusläden und Passagen, bis sie uns in einer 6. Etage absetzte, wo sich besagter Laden befand. (°∀ °) Aber es gab nichts von Belang, dafür war das Klo sehenswert! Das ist das 1x, dass ich eine Kabine mit Klo für Mama & Kind sehe, inkl. Wickeltisch.
Dann schlenderten wir aber wieder Richtung Jô und vertrieben uns die Zeit noch ein bisschen zw. den Souvenirläden, gönnten uns ein Eis und schauten uns noch mal die Tanzshow, diesmal mit anderen Samurais und einer Frau an. Diesmal saßen wir in der 1. Reihe und fielen wie immer auf. (^^') Der eine Samurai wollte dann einen Flyer ins Publikum reichen, wobei ihm sein Schwert in den kleinen Wasserlauf vor er Bühne gefallen ist. Nass wie es war wischte er es an dem Überwurf des andern ab, der dem Publikum gerade etwas erklären wollte. 
 Dieser stockte also und schaute seinen Kollegen verwirrt an, während dieser kurz inne hielt und trocken erwiderte; „Du wolltest den Leuten was erklären, also rede weiter!“ Kaum dass dieser wieder sprach, wischte der andere sein Schwert weiter trocken. XD Wir haben Tränen gelacht, auch die Unterhaltung mit den Herren und die Frage um ein Foto zusammen war lustig, da wir zwei Mädels größer als die Samurai waren. XD
Allmählich wurde es jedoch Zeit zurückzukehren und unsere Sachen abzuholen und schon bald saßen wir an der Bushaltestelle zum Flughafen. Dort sprach uns noch ein ziemlich angeheiterter Opi an. Er war aber nicht aufdringlich und wollte einfach ein bisschen quatschen und erzählte uns z.B., dass er gern wandern geht. Ganz im Gegensatz zu dem Typ vom Roten Kreuz, der sich noch zu uns gesellte und Doreen zwielichtige Komplimente zusprach.. (ô.O) Der Bus rettete uns aus dieser Situation und nach fast 45min Fahrt waren wir am Flughafen, konnten relativ zeitig unser Gepäck am Jetstar-Schalter abgeben und uns so noch mal auf die Suche nach Omiyage begeben. Wir kosteten uns durch die Läden und entschieden uns für die leckere mit Senf gefüllte Lotus für unsere Mitbewohnerinnen und Kräckern für alle übrigen Freunde und Bekannten. XD
Nach der Sicherheitskontrollen hieß es wieder kurz warten, doch bald konnten wir einchecken und hatten diesmal sogar einen Fensterplatz. ♡ Wobei ich in den Genuss dessen kam~ Die Lichter von Kumamoto beim Start beobachtend hatten wir bald Reiseflughöhe erreicht und bekamen sogar ein Getränk. (°o°) Damit hatten wir gar nich gerechnet.
Doch so schnell wir oben waren, waren wir wieder unten.. :/ Und zurück im grauen, ähm dunklen Tôkyô angekommen. Diesmal beschlossen wir mit dem Bus in die Stadt reinzufahren, da wir einen Bock mehr hatten noch ewig umzusteigen. Denn es war bereits 22°° als der Bus startete.
Von Shinjuku ging es auf vertrauten Wegen nach Haus, mit einem flüchtigen 'Abendbrot' aus dem Konbini.
Gegen 1°° lag ich dann endlich im Bett.
Uff,.. was für eine Reise!

Und stellt euch vor, ihr habt es geschafft, ihr seid durch! Hurra.. naja fast.. Denn zum Schluss habe ich noch ein paar lustige und interessante Zahlenangaben für euch, über die ich mich freue, dass wir sie so konsequent gezählt haben.
Absoluter Spitzenreiter ist die Frage nach unserer Herkunft, die wir 45x beantwortet haben. XD
Zudem haben wir 16x etwas geschenkt/ umsonst bekommen.
14x haben wir ungefragt Hilfe bekommen, weil wir entweder planlos in der Gegend rumstanden, oder man dachte, dass wir keinen Plan haben. XD
Außerdem wurden wir 10x einfach so von Leuten gegrüßt.
Und Schlusslicht in dieser Auflistung sind die Fotos, die mit oder von uns gemacht wurden, mit 5x.

Es war einfach zu niedlich.. X3
Um möglichst viele Bilder in den Blog integrieren zu können musste ich diesmal viele kleine Kollagen machen. Ich hoffe, dass das auch in eurem Sinne war und ihr sie so zwar nicht all zu groß anguggen könnt, aber dafür mehr Eindrücke bekommen habt. ^^
Auch muss ich sagen, dass diese Reise im Groben vielleicht auch ohne Japanischkentnisse durchführbar gewesen wäre, aber dann wohl auch viel, viel beschwerlicher! Vieles hätten wir einfach nicht so erlebt, wie wir es eben erlebt haben und wir hätten definitiv viel weniger Spaß gehabt! Während ich meistens die Sprech- und Frage-Rolle übernommen habe, haben uns Doreens Kanji-Kenntnisse uns oft weitergeholfen. So haben wir uns wunderbar ergänzt und gegenseitig geholfen. ;) Im Hör-Verstehen sind wir beide nicht die Leuchten, aber wir haben es gut gemeistert und im Notfall hilft immer Lächeln und Nicken. (^^')
So, wer jetzt immer noch nicht genug hat, oder mehr Details, Fakten oder konkretere Angaben haben möchte, oder das Ganze einfach noch mal aus einer anderen Perspektive lesen möchte, der sollte dem folgenden Link folgen, der auf Doreens Blog leitet.

Wir haben uns eigentl. immer vertragen und ich ich muss sagen, dass ich mir keine besser Begleitung auf diesem Trip hätte vorstellen können. :3 Daher ein Danke an dieser Stelle für die tollen Tage und den Spaß, den wir zusammen hatten!  

Pamphlets & Flyer                      erworbene Klamotten
der wunderbare Stoff *__*              Omiyage & Postkarten 


~
 
~



2 Kommentare:

  1. Oh, meine Güte, da habt ihr aber viel erlebt. Ich freu mich mit dir, das die Reise so gelungen ist und sie dir toll gefallen hat. Prima das sich die ganze Mühe vorher lohnte und soweit alles gut klappte. Ich staune immer wieder über diese präzise Organisation. Zum Glück haben auch eure Füße gut durchgehalten, denn es war schon eine enorme Leistung. Danke für diesen eindrucksvollen Bericht mit den vielen Erlebnissen und Eindrücken dieser Reise. Ich hoffe und wünsche, das sich diesmal wieder ein paar mehr Leser zu Wort melden und du für deine Aufzeichnungen auch etwas Resonanz und weiteren Ansporn erhältst. Bis zum nächsten Bericht ganz liebe Grüße.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Misuka,
    Vielen vielen Dank für diesen wundervollen Blogeintrag. Es hat mir sehr viel Freude gemacht ihn zu lesen. So viele tolle Fotos <3
    Auch wollte ich dir auf diesem Wege noch Danke sagen für deine analoge Postkarte.
    Schlau von dir, gleich deine BlogURL drauf zu schreiben, denn so konnte ich noch viel mehr über deine tolle Reise erfahren, als auf der Postkarte in so kunstvoll-winziger Schrift überhaupt an Platz fand ;)
    Ich habe mich wahnsinnig gefreut von dir zu hören und wenn ich lese, was du alles so erlebst, bekomme ich gleich selber Fernweh.
    Es freut mich zu hören, dass du deine Zeit in Japan genießt und dass es dir gut geht!
    Schreibe bitte weiter für uns.
    Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland, A.W.

    AntwortenLöschen