So meine Lieben, da bin
ich wieder, um Bericht zu erstatten und euch meine Abenteuer
mitzuteilen..
Ich glaube, ich gebe so
langsam auf den Blog am Sonntag hochladen zu wollen, denn mich
beschleicht das Gefühl, dass mir immer was dazwischen kommt... also
wird er sich wohl auf den Montag verschieben... sorry. Ich hoffe, das
tut dem Interesse und dem Lesespaß aber keinen Abbruch.
Also dann mal los;
Gleich am Montag (24.4.)
hatte ich mir vorgenommen mal wieder fleißig zu sein und bin am
Vormittag zum Yasukuni-Schein aufgebrochen, um dort ins Yushukan (dem
anliegenden Museum) zu gehen. Über dieses Kriegsmuseum hat man schon
so einiges gehört und ich wollte mir im Zuge mit der derzeitigen
Sonderausstellung mal ein eigenes Bild machen.
Das erste Gerücht war,
dass es im Museum keine engl. Erklärungstexte gibt. Nun, dies kann
ich so nicht bestätigen. Es gibt sie, nur sind sie sehr spärlich,
und nur an den notwendigsten Stellen. Im Raum mit Objekten zur
Kaiserfamilie beschränkt sich das auf eine einzige Informationstafel
und das wars.
Da es auch in der
Dauerausstellung einen Raum zur Samuraigeschichte gibt, bin ich
zunächst in diese gegangen. In diesem Raum hing ich sicher ne Stunde
fest, um mir alles genau anzuschauen, durchzulesen und Notizen zu
machen. Der Hauptteil des Museum beschäftigt sich allerdings
hauptsächlich mit allen Kriegen seit der Landesöffnung/ Meiji-Zeit
bis Ende 2.WK. Da diese Ausstellung riesig ist, ich im Grunde noch
ein anderes Ziel vor Augen hatte und ich mir in dieser Abteilung
nicht alles haarklein angeschaut habe, mag mein Urteil vielleicht ein
bisschen verfälscht sein. Ich habe den Eindruck bekommen, dass man
als unerfahrener Besucher ohne Hintergrundwissen dies als ein typ.
Kriegsmuseum betrachtet. Es werden eben Kriegsverläufe und
dergleichen erklärt, Waffen, Uniformen usw. gezeigt. Man merkt doch
so etwas wie einen heroisches Flair in manchen Räumen und auch das
Wie die Infotexte geschrieben sind, müsste man sich genauer
anschauen, aber ich kann nicht sagen, dass ich nun der total
Gehirnwäsche unterzogen wurde und absolut Pro-Japan bin. Eher im
Gegenteil, denn der letzte Raum, der sich stark mit den
Kamikaze-Fliegern beschäftigt hat und in dem schier unendlich viele
Porträtfotos die Wände tapezierten, war für mich recht emotional
und zeigte nur noch mal das auf, was so oft am Ende eines Krieges
passiert; wir verfeuern unsere Jugend und hoffen drauf, dass es noch
was nützt. Und das macht einen betroffen und wütend gleichermaßen.
Man bedauert die Opfer, aber nicht das Land.
Schon etwas gerädert
machte ich mich dann auf zur Sonderausstellung und sofort war ich
wieder wach! *___* Ein Himmelreich auf Erden! Ganz viele Rüstungen
von Sengoku- bis Edo-Zeit und chice Helme! Ich hab mir jedes Objekt
ganz genau betrachtet und viiiiieeele Fotos gemacht. Auch hatte ich
Glück, dass einige Objekte aus der Dauerausstellung hier standen und
ich sie so fotografieren konnte. ;) Auch konnte ich bei der
Literatur nicht widerstehen und hab mir noch ein bisschen was
mitgenommen.
So war ich nach ca 4h
dann auch wieder draußen (im I-net stand, Besucher würden
durchschnittlich etwa 2h in diesem Museum verbringen... wieso brauch
ich immer doppelt so lang?) Auch war ich als ausländisches
Mädchen, ne echt seltene Kombi in diesem Museum. XD
Ziemlich geschafft, bin
ich durchs Schreingelände bis zum Parkbereich gelaufen und hab erst
mal 'Mittag' gemacht. Neben mir saßen 3 ältere Herren, die auf
ihrem Handy wohl nen alten Kriegsfilm geschaut haben, denn
dramatische Musik und ständige Befehlsrufe drangen zu mir herüber
.. -__-'
Mit einem kurzen
Abstecher nach Shinjuku war ich dann gegen 17°° endlich wieder zu
Haus.
Am Dienstag (25.4.)
musste ich wieder zur Uni. Da habe ich mich mit Morena getroffen, um
mit ihr zu Mittag zu speisen und dann den Kanji-Unterricht zu gehen.
Auch haben wir unsere ersten HA zurückbekommen und langsam scheint
man bei den Kanji pingelig zu werden. -.- Es nervt mich, weil ich
mittlerweile im Jap. eine Handschrift entwickelt hab und wenn an
manchmal das Geschmier der Japaner so sieht.. ist ja nicht so, als
wenn ich das Kanji jetzt völlig entstellen würde.., aber man tut
so...
Auf dem Heimweg habe ich
noch ein paar Erledigungen gemacht und ich freue mich, da der
Yen-Kurs inzwischen zum Glück wieder besser geworden ist.
Am Abend war full
kitchen. Während Audrey und ich gekocht haben, hat Yugo (Audreys
Freund) mit Doreen gelernt. (Doreen selbst ist heut früher nach Haus
gekommen, als sie wollte, da es ihr nicht gut ging und sie deshalb
auch leider ihre AG ausfallen lassen musste.) Das Lernen war an sich
sehr lustig, da die dt. Aussprache von Yugo einfach manchmal zu
goldig ist! Und so sagte er z.B. nicht Rauchverbot, sondern
Lauchverbot. XD
| Heilerde hilft immer ;) |
Am 26.4. (Mittwoch)
machte sich mein Abendbrot gegen 4°° früh bemerkbar und mir wars
hundeelend. Gegen 6°° war es immer noch nicht besser, weshalb ich
beschlossen hatte nicht zur Uni zu gehen. Und im Grunde habe ich den
kompletten Tag im Bett verbracht.
Doreen hat mir auf dem
Heimweg noch ein paar Kleinigkeiten mitgebracht und sich um mich
gesorgt.
Schon als ich wieder im
Bett lag haben die Mädels beratschlagt, wie mit mir weiter zu
verfahren sei.
Doch am nächsten Tag
(Donnerstag, 27.4.), ging es mir zum Glück schon soweit wieder
besser und nach Fiebermessen hab ich beschlossen doch zur Uni zu
gehen, anstatt mit Audrey zum Arzt. Zwar merkte ich, dass ich noch
erschöpft war, da ich am Vortag kaum was gegessen hab, aber der Tag
ging auch irgendwie rum und ich durfte sogar meine HA vom Vortag noch
nachreichen. Auch habe ich mir gleich noch von Morena die gestrigen
Unterlagen kopieren können und dann gings auch schon wieder Heim und
noch bissel ausruhen.
Am Freitagvormittag
(28.4.) war ich wieder mit Zetteln sortieren beschäftigt und hab ein
bisschen Haushalt, sowie angefangen HA zumachen.
Der Textreadingkurs war
jetzt auch nicht sonderlich spannend und da der Tag dann eh schon im
Eimer war bin ich nach zu SakuraHouse Miete bezahlen gegangen. Dort
ist mir noch ein kl. Malheur passiert, was ich aber erst ein paar
Minuten später im ClosetChild gemerkt, als ich eine Krawatte kaufen
wollte, und ich noch mal zu SakuraHouse zurück musste. u.u'
Der Samstag (29.4.)
versprach dann wieder spannend zu werden, denn ich hatte mich mit
Morena am kokuritsu shin bijutsukan (National Art Center
Tokyo) verabredet, um in die derzeitige Mucha-Ausstellung zu gehen.
Trotz des recht happigen Eintrittspreises freuten wir uns sehr.
Dennoch war die Idee an einem Samstag zu gehen nicht so gut, denn es
waren super viele Leute da. So konnten die doch recht großen Werke
gar nicht so richtig auf einem wirken, aber ich freue mich trotzdem,
dass ich Werke dieses Künstlers mal live gesehen zu haben!
Noch voller war es dann
im Museumsshop, wo es überteuerte Mucha-Dinge und sogar Sachen mit
dem Kleinen Maulwurf gab! Ich habe dennoch ein paar Kleinigkeiten
ergattert. ^^ (Vera, du wirst lachen, es gibt hier sogar Essstäbchen
und Bentô-Boxen mit dem Kleien Maulwurf drauf! XD Als Gag hätte
ich sie fast gekauft, aber sie waren so teuer u_u)
Anschließend ruhten wir
uns im Museumscafé aus und machten noch ein paar Fotos, u.a. auch im
Außenbereich, deren Bäume von der Künstlerin Yayoi Kusama
gestaltet wurden und das typ. Punktmuster aufwiesen (auch von ihr
gibt es derzeit eine Sonderausstellung im Museum).
Danach wollte ich gern
noch über den angrenzenden Aoyama-Friedhof schlendern und noch
weitere Fotos machen. Der Friedhof ist riesig(!) und recht offen. Zum
Teil herrscht dort sogar Durchgangsverkehr. Es gibt typ. jap. Gräber
aber..oha, ich habe auch christl. Symboliken gesehen, wie Kreuze oder
eine Marienfigur. o.o Plötzlich begann es zu schauern und wir
warteten unter einer noch blühenden Sakura, bis die dunkle Wolke
vorübergezogen war und diese wurde dann kraftvoll von der Sonne
angeschienen, es roch nach Regen und uns umspielten die zartrosanen
Blütenblätter... ein gar zauberhafter Moment,.. allerdings leider
ohne Regenbogen. ^^'
Mittlerweile war es doch
schon recht spät und so trennten wir uns wieder an der Station und
ich fuhr zurück nach Haus, wobei ich in Harajuku (musste dort
umsteigen) noch in eine Demonstration anlässlich des Shôwa-Tags
(früherer Tennô) geraten bin.
Ziemlich geschafft kam
ich an dem Tag heim, aber Doreen hatte schon eine spontane Idee für
den nächsten Tag.
Also ging es dann am
Sonntag (30.4.) wieder mal zu einem Matsuri. Der Tag war wunderbar
sonnig und so sind wir am Vormittag nach Kameido gefahren. Dort
liefen wir zu einem Schrein, der zu dieser Jahreszeit für seinen
üppigen Blauregen (Blumen) bekannt ist. Etliche Buden waren
aufgebaut, vorwiegend mit Fressalien, wo auch wir bei dem Trockenobst
nicht widerstehen konnten. Etwas recht exotisches, was ich mir dort
geleistet hab sind sogenannte saru-nashi (Mini-Kiwi). Nachdem
wir uns wie hunderte andere Leute über das Schreingelände geschoben
hatten und ein Softeis gegessen, sind wir wieder Richtung Bhf. Doch
da fiel uns noch ein seltsames Torii auf und so erkundeten wir dort
noch fix den Schrein. Zum Glück, denn dort standen noch
Rüstungsreplikate rum und bald erhielt ich eine Nachricht von Magda,
die ganz in der Nähe war und so verabredeten wir uns spontan noch
auf einen Treff.
Doreen hatte leider noch universitäre Pflichen,
weshalb sie zurückgefahren ist. Ich hingegen bin zum Skytree
gelaufen, wo ich Magda aufgegabelt hab. Gemeinsam ging es wieder
zurück zu dem Matsuri, wo wir auch noch eine Straßenkünstlerin
beobachtet haben. Im Schrein angekommen habe ich noch ein leckeres
Teigteilchen mit Fleischfüllung gegessen, bis auch wir wieder zur
Station zurück sind.
So war ich auch am
Sonntag recht spät und erschöpft zu Haus.
Kommende Woche steht dann
die Golden Week an. Eine Woche, in der sich mehrere Feiertage an wie
an einer Perlenkette aneinander reihen. Wir haben ein bisschen was
geplant, daher wird auch da der Bericht wieder etwas länger dauern.
Bis dahin liebe Grüße
und man liest sich.
Eure Misuka
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