Montag, 1. Mai 2017

Und plötzlich war es Sommer...

So meine Lieben, da bin ich wieder, um Bericht zu erstatten und euch meine Abenteuer mitzuteilen..
Ich glaube, ich gebe so langsam auf den Blog am Sonntag hochladen zu wollen, denn mich beschleicht das Gefühl, dass mir immer was dazwischen kommt... also wird er sich wohl auf den Montag verschieben... sorry. Ich hoffe, das tut dem Interesse und dem Lesespaß aber keinen Abbruch.
Also dann mal los;

Gleich am Montag (24.4.) hatte ich mir vorgenommen mal wieder fleißig zu sein und bin am Vormittag zum Yasukuni-Schein aufgebrochen, um dort ins Yushukan (dem anliegenden Museum) zu gehen. Über dieses Kriegsmuseum hat man schon so einiges gehört und ich wollte mir im Zuge mit der derzeitigen Sonderausstellung mal ein eigenes Bild machen.
Das erste Gerücht war, dass es im Museum keine engl. Erklärungstexte gibt. Nun, dies kann ich so nicht bestätigen. Es gibt sie, nur sind sie sehr spärlich, und nur an den notwendigsten Stellen. Im Raum mit Objekten zur Kaiserfamilie beschränkt sich das auf eine einzige Informationstafel und das wars.
Da es auch in der Dauerausstellung einen Raum zur Samuraigeschichte gibt, bin ich zunächst in diese gegangen. In diesem Raum hing ich sicher ne Stunde fest, um mir alles genau anzuschauen, durchzulesen und Notizen zu machen. Der Hauptteil des Museum beschäftigt sich allerdings hauptsächlich mit allen Kriegen seit der Landesöffnung/ Meiji-Zeit bis Ende 2.WK. Da diese Ausstellung riesig ist, ich im Grunde noch ein anderes Ziel vor Augen hatte und ich mir in dieser Abteilung nicht alles haarklein angeschaut habe, mag mein Urteil vielleicht ein bisschen verfälscht sein. Ich habe den Eindruck bekommen, dass man als unerfahrener Besucher ohne Hintergrundwissen dies als ein typ. Kriegsmuseum betrachtet. Es werden eben Kriegsverläufe und dergleichen erklärt, Waffen, Uniformen usw. gezeigt. Man merkt doch so etwas wie einen heroisches Flair in manchen Räumen und auch das Wie die Infotexte geschrieben sind, müsste man sich genauer anschauen, aber ich kann nicht sagen, dass ich nun der total Gehirnwäsche unterzogen wurde und absolut Pro-Japan bin. Eher im Gegenteil, denn der letzte Raum, der sich stark mit den Kamikaze-Fliegern beschäftigt hat und in dem schier unendlich viele Porträtfotos die Wände tapezierten, war für mich recht emotional und zeigte nur noch mal das auf, was so oft am Ende eines Krieges passiert; wir verfeuern unsere Jugend und hoffen drauf, dass es noch was nützt. Und das macht einen betroffen und wütend gleichermaßen. Man bedauert die Opfer, aber nicht das Land.
Schon etwas gerädert machte ich mich dann auf zur Sonderausstellung und sofort war ich wieder wach! *___* Ein Himmelreich auf Erden! Ganz viele Rüstungen von Sengoku- bis Edo-Zeit und chice Helme! Ich hab mir jedes Objekt ganz genau betrachtet und viiiiieeele Fotos gemacht. Auch hatte ich Glück, dass einige Objekte aus der Dauerausstellung hier standen und ich sie so fotografieren konnte. ;) Auch konnte ich bei der Literatur nicht widerstehen und hab mir noch ein bisschen was mitgenommen.
So war ich nach ca 4h dann auch wieder draußen (im I-net stand, Besucher würden durchschnittlich etwa 2h in diesem Museum verbringen... wieso brauch ich immer doppelt so lang?) Auch war ich als ausländisches Mädchen, ne echt seltene Kombi in diesem Museum. XD
Ziemlich geschafft, bin ich durchs Schreingelände bis zum Parkbereich gelaufen und hab erst mal 'Mittag' gemacht. Neben mir saßen 3 ältere Herren, die auf ihrem Handy wohl nen alten Kriegsfilm geschaut haben, denn dramatische Musik und ständige Befehlsrufe drangen zu mir herüber .. -__-'
Mit einem kurzen Abstecher nach Shinjuku war ich dann gegen 17°° endlich wieder zu Haus.

Am Dienstag (25.4.) musste ich wieder zur Uni. Da habe ich mich mit Morena getroffen, um mit ihr zu Mittag zu speisen und dann den Kanji-Unterricht zu gehen. Auch haben wir unsere ersten HA zurückbekommen und langsam scheint man bei den Kanji pingelig zu werden. -.- Es nervt mich, weil ich mittlerweile im Jap. eine Handschrift entwickelt hab und wenn an manchmal das Geschmier der Japaner so sieht.. ist ja nicht so, als wenn ich das Kanji jetzt völlig entstellen würde.., aber man tut so...
Auf dem Heimweg habe ich noch ein paar Erledigungen gemacht und ich freue mich, da der Yen-Kurs inzwischen zum Glück wieder besser geworden ist.
Am Abend war full kitchen. Während Audrey und ich gekocht haben, hat Yugo (Audreys Freund) mit Doreen gelernt. (Doreen selbst ist heut früher nach Haus gekommen, als sie wollte, da es ihr nicht gut ging und sie deshalb auch leider ihre AG ausfallen lassen musste.) Das Lernen war an sich sehr lustig, da die dt. Aussprache von Yugo einfach manchmal zu goldig ist! Und so sagte er z.B. nicht Rauchverbot, sondern Lauchverbot. XD

Heilerde hilft immer ;)
Am 26.4. (Mittwoch) machte sich mein Abendbrot gegen 4°° früh bemerkbar und mir wars hundeelend. Gegen 6°° war es immer noch nicht besser, weshalb ich beschlossen hatte nicht zur Uni zu gehen. Und im Grunde habe ich den kompletten Tag im Bett verbracht.
Doreen hat mir auf dem Heimweg noch ein paar Kleinigkeiten mitgebracht und sich um mich gesorgt.
Schon als ich wieder im Bett lag haben die Mädels beratschlagt, wie mit mir weiter zu verfahren sei.

Doch am nächsten Tag (Donnerstag, 27.4.), ging es mir zum Glück schon soweit wieder besser und nach Fiebermessen hab ich beschlossen doch zur Uni zu gehen, anstatt mit Audrey zum Arzt. Zwar merkte ich, dass ich noch erschöpft war, da ich am Vortag kaum was gegessen hab, aber der Tag ging auch irgendwie rum und ich durfte sogar meine HA vom Vortag noch nachreichen. Auch habe ich mir gleich noch von Morena die gestrigen Unterlagen kopieren können und dann gings auch schon wieder Heim und noch bissel ausruhen.

Am Freitagvormittag (28.4.) war ich wieder mit Zetteln sortieren beschäftigt und hab ein bisschen Haushalt, sowie angefangen HA zumachen.
Der Textreadingkurs war jetzt auch nicht sonderlich spannend und da der Tag dann eh schon im Eimer war bin ich nach zu SakuraHouse Miete bezahlen gegangen. Dort ist mir noch ein kl. Malheur passiert, was ich aber erst ein paar Minuten später im ClosetChild gemerkt, als ich eine Krawatte kaufen wollte, und ich noch mal zu SakuraHouse zurück musste. u.u'

Der Samstag (29.4.) versprach dann wieder spannend zu werden, denn ich hatte mich mit Morena am kokuritsu shin bijutsukan (National Art Center Tokyo) verabredet, um in die derzeitige Mucha-Ausstellung zu gehen. Trotz des recht happigen Eintrittspreises freuten wir uns sehr. Dennoch war die Idee an einem Samstag zu gehen nicht so gut, denn es waren super viele Leute da. So konnten die doch recht großen Werke gar nicht so richtig auf einem wirken, aber ich freue mich trotzdem, dass ich Werke dieses Künstlers mal live gesehen zu haben!
Noch voller war es dann im Museumsshop, wo es überteuerte Mucha-Dinge und sogar Sachen mit dem Kleinen Maulwurf gab! Ich habe dennoch ein paar Kleinigkeiten ergattert. ^^ (Vera, du wirst lachen, es gibt hier sogar Essstäbchen und Bentô-Boxen mit dem Kleien Maulwurf drauf! XD Als Gag hätte ich sie fast gekauft, aber sie waren so teuer u_u)
Anschließend ruhten wir uns im Museumscafé aus und machten noch ein paar Fotos, u.a. auch im Außenbereich, deren Bäume von der Künstlerin Yayoi Kusama gestaltet wurden und das typ. Punktmuster aufwiesen (auch von ihr gibt es derzeit eine Sonderausstellung im Museum).
Danach wollte ich gern noch über den angrenzenden Aoyama-Friedhof schlendern und noch weitere Fotos machen. Der Friedhof ist riesig(!) und recht offen. Zum Teil herrscht dort sogar Durchgangsverkehr. Es gibt typ. jap. Gräber aber..oha, ich habe auch christl. Symboliken gesehen, wie Kreuze oder eine Marienfigur. o.o Plötzlich begann es zu schauern und wir warteten unter einer noch blühenden Sakura, bis die dunkle Wolke vorübergezogen war und diese wurde dann kraftvoll von der Sonne angeschienen, es roch nach Regen und uns umspielten die zartrosanen Blütenblätter... ein gar zauberhafter Moment,.. allerdings leider ohne Regenbogen. ^^'
Mittlerweile war es doch schon recht spät und so trennten wir uns wieder an der Station und ich fuhr zurück nach Haus, wobei ich in Harajuku (musste dort umsteigen) noch in eine Demonstration anlässlich des Shôwa-Tags (früherer Tennô) geraten bin.
Ziemlich geschafft kam ich an dem Tag heim, aber Doreen hatte schon eine spontane Idee für den nächsten Tag.

Also ging es dann am Sonntag (30.4.) wieder mal zu einem Matsuri. Der Tag war wunderbar sonnig und so sind wir am Vormittag nach Kameido gefahren. Dort liefen wir zu einem Schrein, der zu dieser Jahreszeit für seinen üppigen Blauregen (Blumen) bekannt ist. Etliche Buden waren aufgebaut, vorwiegend mit Fressalien, wo auch wir bei dem Trockenobst nicht widerstehen konnten. Etwas recht exotisches, was ich mir dort geleistet hab sind sogenannte saru-nashi (Mini-Kiwi). Nachdem wir uns wie hunderte andere Leute über das Schreingelände geschoben hatten und ein Softeis gegessen, sind wir wieder Richtung Bhf. Doch da fiel uns noch ein seltsames Torii auf und so erkundeten wir dort noch fix den Schrein. Zum Glück, denn dort standen noch Rüstungsreplikate rum und bald erhielt ich eine Nachricht von Magda, die ganz in der Nähe war und so verabredeten wir uns spontan noch auf einen Treff.
 Doreen hatte leider noch universitäre Pflichen, weshalb sie zurückgefahren ist. Ich hingegen bin zum Skytree gelaufen, wo ich Magda aufgegabelt hab. Gemeinsam ging es wieder zurück zu dem Matsuri, wo wir auch noch eine Straßenkünstlerin beobachtet haben. Im Schrein angekommen habe ich noch ein leckeres Teigteilchen mit Fleischfüllung gegessen, bis auch wir wieder zur Station zurück sind.
So war ich auch am Sonntag recht spät und erschöpft zu Haus.




Kommende Woche steht dann die Golden Week an. Eine Woche, in der sich mehrere Feiertage an wie an einer Perlenkette aneinander reihen. Wir haben ein bisschen was geplant, daher wird auch da der Bericht wieder etwas länger dauern.
Bis dahin liebe Grüße und man liest sich.

Eure Misuka


…..17

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