Sonntag, 29. Dezember 2013

Tokyo in vielen Fassetten

Nun, ich melde mich zurück in Tokyo. Die Reise war sehr schön und anstrengend zugleich, aber dazu mehr im nächsten Post, denn sonst würde dieser zu lang werden. Deshalb erzähle ich euch erst mal, wie meine Ferien begannen.

In der Nacht zum Samstag (21.12.) habe ich von einem Erdbeben geträumt. Wie sich im Verlauf des Tages dann noch raus stellte, hatte es wirklich eins gegeben. Ich habe es also einfach in meinen Schlaf integriert, ohne davon aufzuwachen. Schon sehr früh zeitig bin ich aufgestanden und mit Lulu gleich nach dem Frühstück zum Bahnhof aufgebrochen, um Richtung Tsukiji zu fahren, wo heute der Start für die Walkingtour mit Brian war.
In Tsukiji befindet sich der größte Fischmarkt Tokyos. Schon um 4°° geht hier der Betrieb los. Allerdings dürfen Touristen seit einiger Zeit nicht mehr so zeitig erscheinen, da sie sonst den eigentlichen Betrieb stören. Doch auch gegen 9°° kam ich mir noch reichlich fehl am Platze vor. Denn viele der Händler fahren mit eigenartigen Gefährten durch durch die engen Gassen zwischen den Ständen. Und das in einem unglaublichen Tempo. Ich war echt froh, dass wir vorher beim Sushi Essen waren. Dann all das Getier, was hier zu sehen war hätte meinen Appetit nicht unbedingt vergrößert. Aber dieser Markt hatte einen ganz eigenes Flair, wie man es sonst nur von Märkten aus südlichen Ländern kennt.
Anschließend sind wir mit einem high-speed Aufzug, in eine der oberen Etagen eines Hochhauses gefahren. Von dort hatte man einen schönen Blick auf den Fischmarkt und auf künstlich angelegtes Land, welches die Nutzfläche von Tokyo vergrößern soll.
Nach dem Betrachten einer großen Uhr, die vom Studio Ghibli designt wurde liefen wir weiter zur Rainbow-Bridge Richtung Odaiba. Die Brücke ist rund 800m lang und immer wenn LKWs an einem vorbei fahren, könnte man meinen, es war ein Erdbeben. In Odaiba haben wir kurz am Stand ein bisschen gematscht und haben danach von Brian ein Eis ausgegeben bekommen. Oh, war das lecker!
Als wir wieder zur Bahnstation liefen erkannte ich viele Dinge, die ich schon im letzten Jahr gesehen hatte. Auf dem Heimweg habe ich mit Lulu noch mal ein kleine Pause auf dem Spielplatz gemacht. Alles in allem bin ich an diesem Tag rund 23000 Schritte gelaufen.
Der Sonntag war wieder ein Haushaltstag und auch zum erholen da.Denn am Montag, den 23.12., wartete schon das nächste Abenteuer auf mich. Schon zeitig war ich aufgestanden, da wir eigentlich 8°° aufbrechen wollten. Doch da ein paar unserer Gruppe verschlafen haben kamen wir erst ca. ne Stunde später und auch unvollzählig los. Besonders ärgerte ich mich nach dem Aufbruch, dass ich meinen Schrittzähler vergessen habe!
Vom dem wunderschönen Gebäude des Bahnhofs Tokyo aus, ging es Richtung Kaiserpalast. Der Kaiser, in Japan Tennō genannt, hatte nämlich an diesem Tag Geburtstag und lädt zu einer Gartenparty ein. Wer jetzt denkt, es gibt BBQ und Schnittchen, den muss ich jetzt leider enttäuschen. Es ist eigentlich nur so, dass man an diesem Tag den Garten des Tennō besichtigen kann. Dies ist nur 2 mal im Jahr möglich; nämlich zu seinem Geburtstag und an Neujahr.
Ziemlich viele Leute waren unterwegs, allerdings nicht nur normales Volk, sonder auch ziemlich viele Rechte, die gleich mit ganzen 'Fanbussen' angereist sind. Anstatt Schnittchen hat jeder ein Fähnchen bekommen und nachdem unsere Rucksäcke kontrolliert wurden, durften wir auf das Gelände des Palastes. Ein eigenartiges Gefühl war das. Auf einem großem Platz vor einem chicen Gebäude wurden wir platziert.
Und dann geschah etwas, womit ich nicht wirklich gerechnet hatte, der Tennō trat vors Volk, um eine Rede zu halten. Ein bisschen hab ich verstanden, aber ich war so fasziniert, dass ich kaum auf seine Worte geachtet habe. Nach der Rede mussten wir weiter laufen. Und dann war es gut, dass ich gesagt habe wir nehmen den linken Weg, denn so kamen wir noch in den großen Gartenbereich.
Und obwohl das meiste schon kahl und braun war, gab es doch hier und da noch ein paar Blüten. Sogar ein paar Winterkirschblüten (?) habe ich fotografieren können. Dann bekamen wir so allmählich großen Hunger. Nach kurzer Beratung wurde beschlossen zum All-you-can-eat zu gehen. Shabu-shabu nennt sich dieses Eintopfgericht, was direkt am Tisch zubereitet wird. Zwei Grundsoßen waren in unserem Topf und wir konnten die restlichen Zutaten selbst bestimmen. Oh, dieses Gericht ist so lecker!
Melodie, Lulu und Julia
Anschließend stürzten wir uns noch in die Masse, die ihre letzten Weihnachtseinkäufe machen wollten. Schlimmer, wie auf deutschen Weihnachtsmärkten war das, und das in der Feinkostabteilung, der großen Edelkaufhäuser. Wie froh war ich, als ich an diesem Tag endlich wieder zurück im Wohnheim war!


Am 24.12. hab ich nach dem Frühstück noch mal geschlafen und habe dann am Vormittag noch Weihnachten bei Familie Hoppenstädt und Familie Heinz Becker geguggt. Nach dem Mittag habe ich dann meine Weihnachtspost entgegen genommen. (^_^)
Beinah hätte ich sogar 3 Päckchen bekommen, aber da ich so gar nich wusste, von wem das 3. kommen sollte checkte ich lieber noch ma die Adresse. Und siehe da, es war gar nich für mich. Mit auspacken hab ich gewartet, bis ich mit Mutti geskypt habe, weil auspacken in Gesellschaft einfach mehr Spaß macht. Und Abends habe ich dann noch mit meinem Liebsten geskypt und so ging mein Heiliger Abend auch vorüber.

Am Mittwoch hab ich nur ein bisschen gebastelt und ganz traditionell Drei Haselnüsse für Aschenbrödel geguggt. Außerdem musste ich ja auch noch meine Sachen zusammen suchen, die ich auf die Busreise mitnehmen wollte.

Ihr könnt auf den Bericht der Reise gespannt sein, den ich euch im neuen Jahr hochlade.



So und das letzte Rätsel des Jahres; Brian hat uns dieses Objekt auf der Walkingtour gezeigt. Was könnte das wohl für ein eigenartiges Gebäude sein? 

 



In dem Sinne, guten Rutsch und bis nächstes Jahr. \(^o^)/

6 Kommentare:

  1. Na, nun will ich mich mal an dein Rätsel wagen. Es könnte etwas mit der Seefahrt zu tun haben, wegen der Bullaugenfenster und der eigenartigen Dachkonstruktion. Jedoch vermute ich noch mehr, es handelt sich hier um ein Hostel, jeder Kasten ist ein Zimmer. Bin wirklich gespannt, was hier die richtige Lösung ist. Es ist schon bemerkenswert, was du so alles erlebst, sogar bei Tenno`s Geburtstagsparty dabei zu sein, das hat schon was, auch wenn`s keine Schnittchen gab.

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  2. Na, erst mal wünsche ich Dir recht viel Gesundheit und noch etwas Durchhaltevermögen im neuen Jahr!!
    Hast ja wieder allerhand erlebt. Und der blaue Himmel über Tokyo.... Hier haben wir allerdings auch keinen
    Schnee. Das Rätsel ..... Eigentumswohnungen mit gebührenpflichtigen Parkhaus daneben? Ich denke eher, ich bin mal wieder daneben .... Lb Gruß Akinom

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  3. Auch von mir ein (verspätetes) Happy New Year!! ^o^
    ...
    Mensch, da haben sich bei dir ja kurz vor Weihnachten noch die Ereignisse überschlagen. Nicht nur, dass du auf dem berühmtesten Fischmarkt Japans warst und dem Tennô "gegenüber standest", sogar die Westpakete aus der Heimat sind noch pünktlich bei dir eingegangen! ^^ (Im Übrigen bin ich erstaunt, dass meins noch gefüllt war... so wie das ausschaut. -.-)
    ...
    Und nun zum Rätsel, was mal wieder zeigt, wie faszinierend und gleichzeitig auch furchterregend die japanische Alltagsachitektur ist:
    ... Ich weiß ja nicht, ob ich den anderen damit (mal wieder -.-) die Freude am Rätseln kaputt mache, deshalb halte ich lieber meine Gusche, was die Nutzung des Gebäudes angeht (kann ja die Kanji lesen) und rätsel lieber bei der Fassadengestaltung mit.
    Also einige von diesen runden Öffnungen sehen aus wie Klimaanlagen... allerdings wird man ja wohl kaum eine ganz Hausfront damit zutapeziert haben. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass ein Teil davon Klimaanlagen sind und der Rest dieser Kästchen, die ja doch schon (wenn man sie mit den Fassaden der Nachbarbauten vergleicht) relativ groß sind als Büros und zur Unterbringung der ganzen o-kane genutzt werden...
    Bin ja echt mal gespannt, was du uns darüber berichten kannst! :)

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  4. Also ich hoff ja echt, dass du nur von Erdbeben geträumt hast, weil es eins gab... und nicht umgekehrt... das wär gruslig ;)

    Also beim Kaiser-Geburtstag dabei zu sein ist schon echt eine geniale Sache ^^ Aber als Kaiser hätt er ruhig mal ein paar Würstchen auf den Grill hauen dürfen ;) ...echt mal...sowas geiziges!

    Naja also meine Vermutung war ja auch, dass es sich um ein Hotel handelt bei dem jede Box eine Wohneinheit darstellt. ...Google sagt, dass es sich "Capsule-Hotel" nennt ;)
    Und die Aussicht ist wirklich genial *-* Freu mich schon drauf ;)

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  5. Die perfekte Lösung ist natürlich das Kapsel-Hotel. (^_^) aber ihr wart ja alle nah dran.
    Nur Mietzi, du hast mich diesmal etwas verwirrt... (@_@)

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    1. Verdammte Kanji... da kann man die schon mal lesen und dann hilft es trotzdem nicht weiter... (Warum hab ich das Zeug gleich nochmal studiert? Oô )

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