Es
tut mir Leid, dass ich erst jetzt wieder was hochlade. Die letzte
Woche ging ganz schön in die Knochen und am Sonntag, meinem einzigen
freien Tag in der Woche, brauchte ich mal ein bisschen Ruhe und Zeit
für mich.
Aber
ihr ahnt schon, wenn die Woche so stressig war, gibt es auch viel zu
berichten. Also dann will ich mal loslegen,ne?!
Am
Samstag, den 23.11. ärgerte ich mich erst mal schon wieder über das
Waschpulver, oder besser über die japanischen Waschmaschinen, denn
die waschen nämlich nur mit kaltem Wasser, weshalb ich immer
Rückstände vom Pulver auf meiner Kleidung habe. Nach einigen
Konsultationen und fachmännischer Beratung mit Mutti, habe ich das
Waschpulver diesmal vorher aufgelöst. Doch auch das hat nichts
gebracht...also muss ich eine andere Lösung finden. (Welche erfahrt
ihr nächste Woche)
Am
Sonntag hab ich noch ein bisschen was für die Uni gemacht. Einen
Geschichtstext gelesen, über den ich eingeschlafen bin, und eine
Abschlussrede auf Japanisch geschrieben, die ich bald halten muss, da
sich meine Zeit hier langsam dem Ende neigt.
Zum
Start in die neue Woche (am 25.11.) gab es das skurrilste, was es je
zum Frühstück gegeben hatte; eine kleine Kohlroulade mit Pilzen und
Würstchen. Wenn ich es nicht selbst gegessen hätte, würde ich es
auch nich glauben. Ehrlich Leute, ich vermisse meine all-morgendliche
Portion Kornflakes! In der Uni gab es dann heute eine Privatstunde
nur für mich, weil Rick wieder mal verschlafen hatte und Melodie
krank war. So war ich allein mit Sensei. (>.<) Das war ganz
schön anstrengend, denn man hat noch nich ma eine Minute zum
Nachdenken oder Verschnaufen, man is ja ständig dran....
Im
Anschluss gings wieder in die Bibliothek. Langsam bekam ich das
Gefühl, dass Narumi niemals rechtzeitig fertig werden würde. Bis
18°° dauerte heut unsre Schicht und dann gings endlich zurück.
Am
Dienstag hab ich früh noch fix Hausaufgaben gemacht und konnte noch
die Polizei beobachten, wie sie die Spuren eines Unfalls festhielt,
bevor die stark befahrene Strecke vor dem Wohnheim wieder für den
Verkehr freigegeben wurde. Ich für meinen Teil hab die Lage so
eingeschätzt, dass ein Motorradfahrer sich wieder mal ganz cool
fühlte und den LKW auf den Trennstreifen zwischen den zwei
Fahrbahnen überholen wollte und dabei ins Schleudern kam. Die fahren
hier echt alle wie die Henker! Vor allem die Motorräder und Mopeds
überholen die Autos eben da, wo grad ä bissel Platz
is...schrecklich! Da kann man meist gar nich hinguggen! (><)
| diese Bahn erinnert mich immer an Interstella 5555 |
Zur
Mittagspause, nach Japanisch wollt ich mich, wie jede Woche, schon in
das Zimmer setzten, in dem wir danach Unterricht haben. Doch es waren
Japaner drin. Ich sagte ihnen, sie könnten bleiben, mich stört es
nich und ich bin ganz still, doch sie packten ihre Sachen und
gingen...
Da
Tyner heut ganz schön durch seinen Stoff gerannt is, hatte ich sogar
noch mal Zeit, um Narumi zu gehen. Im Anschluss gab es im MCV
(Musashi Communication Village) Kaffee und Stollen. Es sollte wie ein
kleines deutsches Fest sein und Reini die Deutschlehrerin hatte mich
und Julia gebeten, als Dekoration zu erscheinen. Ich habe die
kleinen, niedlichen Japanerinnen mit meinen grauenvollen Sätzen
bombardiert, aber das war anscheinend sehr lustig, denn wir haben
alle viel gelacht. ;D
Der
27.11. (Mittwoch) war nich mein Tag. Auf Japanisch folgten drei
Stunden Kultur bei Mock-Sensei. Die 1,5h am Anfang vergingen schnell,
doch durch das anstrengende Zuhören bekam ich im 2. Teil arge
Kopfschmerzen. Ans nach Haus gehen konnt ich aber lange noch nich
denken, denn heut wollte ich unbedingt mit zu einem Schreinfest
gehen. Mit dem Architekten von unserem Wohnheim und einem Mitarbeiter
vom kokusai-Center (die kümmern sich um die Ausländer)
liefen wir los.
Zunächst gingen wir katsudon essen. Es war
soooo lecker und aber auch so viel, dass mir danach ein wenig übel
wurde. Die Kälte und der Wind, der mir um meine kleinen, kalten
Ohren blies, trug nicht zur Verbesserung meines Wohlbefindens bei.
Ein wenig abwesend stand ich auf dem Festgelände rum und schaute mir
mehr oder weniger das traditionelle Theater mit Flötenspiel und
Trommel an. Frierend, mit Kopfweh und Übelkeit wurde ich zusammen
mit den anderen wieder aus der Festmeile geschoben. Japaner sind
dabei echt radikal! Da wird gedrängelt und geschubst, fast noch
schlimmer, wie in Deutschland.
Am meisten bereiteten mir aber die
kleinen Kinder Sorgen, die sich mit ihren Schokobananen und
Süßigkeiten ebenfalls in der Menschenmasse befanden. Wiedererwarten
wurde ich nicht damit voll gekleckert und bin heil aus der ganzen
Sache wieder raus gekommen. Ich war sehr froh, als wir endlich gegen
20:40 wieder im Bus Richtung Wohnheim saßen.
| lecker! es is so ähnlich, wie Schnitzel |
Am
Donnerstag (28.11.) hatte ich wirklich so absolut keine Lust zu
Brians Unterricht zu gehen und so bin ich erst zur 2. Stunde in der
Uni gewesen, um von 11°°-18°° wieder fleißig an Narumis Text zu
arbeiten.
In
der Nacht zum Freitag gab es gegen 1:15Uhr mal wieder ein Erdbeben
(ca. Stärke 3). Zunächst hab ich es in meinen Traum integriert, bin
dann aber trotzdem noch davon wach geworden.
Nach
Japanisch gings noch mal kurz in de Bibliothek (zu Narumi) und danach
traf ich mich mit Julia und noch ein paar Japanerinnen, denn heute
sollte sich einer meiner langen Träume erfüllen. Wir fuhren eine
ganze Weile mit der Bahn und liefen noch ein Stück durch ein kleines
nettes Örtchen und standen dann vor dem Ghibli-Museum.
Wer Kinder
hat und denen mal wirklich gute Zeichentrickfilme zeigen möchte, die
nicht immer nur von Superhelden handeln, sollte Ghibli-Filme
auswählen! Ghibli ist ein Filmstudio, welches mit Nausicaä, aus
dem Tal der Winde 1984 seinen Durchbruch hatte. Das Team um Hayao
Miyazaki und Isao Takahata (hat übrigens Heidi gezeichnet)
hat im Laufe der Jahre viele wunderbare Filme produziert. Meine
Empfehlungen sind: Mein Nachbar Totoro od. Kikis
kleiner Lieferservice. Die Filme haben oft mit der Beziehung
zwischen Mensch und Natur zu tun. Ich liebe vor allem die noch per
Hand gezeichneten wahnsinnig schönen Hintergründe! Doch genug der
Schleichwerbung, denn so wie ich von den Filmen schwärme, so
enttäuschend war doch im Nachhinein das Museum für mich. Natürlich
gab es allerhand Skizzen und derlei Dinge zusehen, man konnte auch
vieles selbst ausprobieren oder irgendwo dran drehen, aber es gab
auch viel Raum, wo einfach Nichts war. Auch gibt es ein striktes
Fotoverbot und in jedem Zimmer steht jemand und schaut darauf, dass
du dieses auch einhälst. Zudem hat kein Rußbällchen eine Chance
sich irgendwo niederzulassen. Auch mit dem Katzenbus dürfen
ausschließlich nur Kinder spielen. Wenigstens hat man mir mal
erlaubt eine Pfote zu streicheln. Das Highlight war für mich
allerdings eine Figurenszenerie, die wie eine Art von riesiger
Weihnachtspyramide aufgebaut war. Wenn diese sich immer schneller und
schneller drehte, so fingen die Figuren an sich zu bewegen, weil sie
alle eine kleine Nuance verschieden waren. Völlig fasziniert hätte
ich ewig davor stehen können. Auch der Kurzfilm, der in einem
kleinen Kino gezeigt wurde war sehr niedlich! Es war eine
herzzerreißende Geschichte, über eine Wasserspinne und einen
Wasserreiter. Es gibt mehrere Kurzfilme, die nur im Museum gezeigt
werden und wenn man alle mal gesehen haben will muss man öfters hin
gehen, denn man darf nur einmal während des Aufenthaltes in das
Kino.
All
diese Regeln und die wenigen Ausstellungsstücke haben mich ein
bisschen enttäuscht. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht,
Produkte zu sehen, die es im Laufe der Jahre so gegeben hatte. Naja,
nichts desto trotz habe ich dennoch im Museumsshop einige schöne
Dinge ergattern können.
Mit einem hübschen Bus sind wir dann wieder
zum Bahnhof gefahren und wieder zurück nach Tokyo rein. Weil Julia
noch eine Verabredung in Ikebukuro hatte, bin ich allein zum
Wohnheim. Puh, endlich war die Woche geschafft! Aber am Samstag stand
schon der nächste Termin an. Doch dies ist schon wieder eine neue
Geschichte. :)
| Wer findet die Rußbällchen? |
Heute
gibt es mal ein skurriles Rätsel.
Auf dem Foto seht ihr einen Teil von dem Schal einer Japanerin
(Chipe). Im Prinzip sind es zwei Füchse und der eine beißt sich am
anderen fest. Ja, und ich glaube die sind sogar echt. (>.<) Aber
nun sind sie einmal tot und sind sehr weich und fluffelig. Ich habe
Chipe gefragt, ob die beiden Namen haben und sie verneinte, worauf
hin ich meinte, die beiden brauchen unbedingt einen Namen! Was glaubt
ihr, welche Namensvorschläge ich ihr beim nächsten Treffen gegeben
habe?
Danke,
dass ihr so lang gewartet und fein durchgehalten habt. Viel Spaß
beim Raten. ;)
Bis
nächstes mal wieder eher, eure Misuka
p.s.
Ich lade demnächst noch ein paar weitere Fotos hoch, wenn mir Chipe
die zugeschickt hat...
Wow... Namen für tote Tiere, die man sich um die Hals hängt? ... Wie wäre es mit ビサール und モルビド!? ^^d (Im Katakana-Style klingt das doch sogar ganz nett! ;D )
AntwortenLöschenAnsonsten bin ich wirklich beeindruckt, dass du dein Sempai-Programm mit Narumi so konsequent durchziehst! Ich hoffe dass das Endergebnis auch dementsprechend gut ausfällt!
Aber dass das Ghibli-Museum so eine Enttäuschung war, hätte ich nicht gedacht... Bin jetzt allerdings froh, dass es bei mir keine Eintrittskarten mehr gab... Hätte ja sonst einen ganzen Tag für die "Ausstellung" verschwendet... -.-
Hoffe diese Woche wird mal wieder etwas ruhiger werden und denk dran: Bald hast du es geschafft und kannst wieder ein typisch dt. Frühstück genießen! XD
*War das Wortspiel mit der "Lösung für Waschpulver, dass sich nicht auflöst" beabsichtigt? ;)
AntwortenLöschen.. Mir scheint übrigens, dass du einen echt starken Magen hast...Also Kohlroulade zum Frühstück ist ja doch echt mehr als grenzwertig! *argh*
Also zum Rätsel geb ich mal keinen Tipp ab ;) ....allerdings hoff ich einfach mal inständig, dass die Tierchen nicht echt sind!
Halt durch! Wünsch dir einen ruhigere Woche (die aber dennoch mit genug Spannendem für den nächsten Blogeintrag gewürzt ist) ;)
Hallo, Misuka, Namen zu diesen Tierchen fallen mir nicht ein, aber z.B "Hab dich zum Fressen gern". Ich denke, das das falsch ist, aber was solls... Sei nicht traurig wegen der Adventszeit, denn hier spielt das Wetter z.Zt. verrückt.
AntwortenLöschenNicht mal Okasan hat dir auf das Rätsel geantwortet? ..... Wünsche Dir, daß deine restliche Zeit ganz schnell vergeht...
Gartennachbarin Akinom