Dienstag, 3. September 2013

Nun ist es soweit....

Am 1. bin ich mit meinen Eltern und 2 großen Koffern, je ca. 21 kg, nach Halle aufgebrochen, von wo wir am 2. zum Flughafen gefahren sind. Die Aufregung hat mir ganz schön zugesetzt und Essen war an dem Morgen kaum möglich. Doch der Abschied verlief ganz anders als ich dachte. Zu meiner Überraschung war ich gefasst und musste kaum weinen. Auch bei der Check-in-Kontrolle musste ich diesmal meine Schuhe gar nich ausziehen. Sollte dies ein gutes Zeichen sein?
Schon in Leipzig ging es los mit japanisch reden. Denn ich sprach ein Ehepaar einfach an, bei dem ein Zettel runter gefallen war. Die beiden und besonders die Frau war sehr nett. Ich bekam nämlich ihre Adresse und wenn ich Lust und Zeit habe könnte ich gern mit dem Shinkansen in 2 Stunden mal runter nach Kobe fahren. ^.^ Zu meinem Bedauern flogen die beiden ab Frankfurt nach Osaka weiter und warteten auch in der Business-Lounge und nicht am Gate.
An meinem Gate wiederum lernte ich ein Mädchen kennen, die ihren Vater besuchen flog, welcher 3 Jahre in Japan bei einer Autofirma arbeitete. Sie wollte mir eigentlich noch ein bisschen helfen, wenn wir angekommen sind, doch sie war dann verschwunden...naja...
Mein Flug war recht angenehm, bis auf den Mann, der neben mir saß. Er war mir ein bisschen suspekt. Zum Glück blieb der Platz zwischen uns frei, so konnten wir die Beine immer mal lang machen, was gegen Ende des Flugs bei mir auch nicht mehr wirkte. Vor allem mein linkes Bein tat recht weh. Da half auch kein Bein-origami mehr, was ich während des Fluges immer mal machte.
Das schönste an der ganzen Sache war, dass man Mittels 3 verschiedenen Kameras, zwischen denen man wählen konnte, gucken konnte was draußen grad so los war. Viele Filme und Programme gab es zur Auswahl. Mir hatte es ein Krimi-Hörspiel angetan (die Toten von Sandhamn). Doch es wurde zwischenzeitlich ganz schön traurig und so überfiel mich auch meine Traurigkeit. Währen der Rest schlief, prustete ich in mein Taschentuch.
Das Essen an Bord war auch recht gut. Allerdings war 2 Reihen vor mir dann das japanische Menü alle. -.- und es blieb mir nur noch Gulasch mit Kartoffelpüree.
Das Frühstück konnte ich auch kaum anrühren.
Nach der Landung standen alle lange in der Schlange vom Check-out. Denn alle Ausländer über 16 Jahre müssen bei der Einreise ihre Fingerabdrücke und ein Foto abgeben. Zu dem müssen schon im Flugzeug zwei Zettel zur Einreise ausgefüllt werden. Nachdem ich das alles hinter mir hatte war ich froh meine beiden Koffer vom Gepäckband zu zerren.
Zunächst musste ich sie aber beide wieder bei einem Bringe-Service abgeben. Doch letztendlich bin ich froh mich dafür entschieden zu haben. Allein mit 2 großen Koffern durch Tokyo ist wirklich keine gute Idee. So hatte ich Hände und irgendwie auch meinen Kopf frei, um mir ein Ticket zu kaufen und ab ging es mit der Keisei-Linie nach Nippori. Anfangs war ich ein bisschen verunsichert, ob das auch alles so seine Richtigkeit hat, denn auf meinem Plan standen kaum Haltestellen, wo wir auch wirklich hielten. Doch in Nippori war alles gut und ich stieg aus. Vor einem guten Jahr war ich panisch in diesem Bahnhof rumgelaufen und war so froh, als ich damals Lena erblickte. Und nun schaffte ich es ganz allein in die Yamanote-Line umzusteigen. Für manche keine große Kunst und in ein paar Wochen wird es auch für mich Routine sein, aber in dem Moment war ich sehr stolz auf mich und grinste vor mich hin. ^___^ In Ikebukuro fand ich auch schnell das Hotel, wo man mich abholen sollte, nur war keiner da. Also hab ich im Sevice-Center angerufen und man schickte jemanden los. Es dauerte keine 5 min und die beiden waren da. Ein Junge und ein Mädchen (deren Namen ich schon wieder vergessen habe >.<) brachten mich dann zum Wohnheim. Während wir noch ein paar mal umstiegen, was mich doch sehr verwirrte, weil es eigentlich immer die selbe Linie war, textete ich die beidem mit meinem wundervollem Mix aus Japanisch und Englisch zu. Am Wohnheim angekommen nahmen mich der Manager und seine Frau in Empfang. Mir wurde alles gezeigt und tatsächlich habe ich das Zimmer von Risu bekommen. Das Einrichten des Internets war noch ein bisschen kompliziert, weil es eigentlich ganz einfach war, aber dadurch lernte ich auch schon 2 sehr nette Chinesinnen kennen. Die eine hatte sogar Sachen für mich, die Anne-san (ja die böse guggende Anne-san!), für mich hinterlassen hatte (unter anderem Waschmittel).
Den restlichen Tag verbrachte ich mit schlafen und Koffer auspacken, als diese angeliefert wurden. Auch die Dusche danach war eine angenehme Wohltat! Zur Zeit ist es hier sommerlich warm bei ca. 32°C und 75% Luftfeuchte, so schätze ich.
Beim Abendbrot lernte ich 2 weitere Chinesinnen kennen. Soweit ganz ok. Aber die eine scheint ein bisschen eingebildet zu sein. Dennoch bin ich mit diesen beiden nach dem Abendbrot (Reis mit Salat und 2 Stückchen Apfelsine...[ja Risu, ich weiß, es gab auch noch Suppe und Tofu mit nem Pilz, aber Essen klappt erst gut, wenn ich mich eingelebt habe und dann ess ich auch meine Suppe. Nichts desto trotz war es sehr lecker ^^“]), noch mal los zu einer Einkaufmöglichkeit.
Dort habe ich neben großen Klammern für meine Wäschestange auch schon die erste Sünde begangen und hab mir einen super niedlichen Bettüberzug gekauft. ^///^ Bei diesen treuherzig blickenden Kätzchen kann man doch nich widerstehen, oder?!


Den Abend ließ ich mit Kontakt nach Deutschland ausklingen und begab mich um 22°° Ortszeit ins Bettchen.


Was wird wohl der nächste Tag bringen? ...

2 Kommentare:

  1. Das Beinorigami hätt ich doch gern mal gesehen ;)
    Wir sind froh, dass alles so glatt gelaufen ist und warten gespannt auf den nächsten Eintrag :D

    Der Bettüberzug ist eeeecht genial ;)

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  2. Na, Hallo, du Weltenbummler, hätte nie gedacht, daß du das bist und daß du so authentische Berichte schreibst.
    Denke oft an dich und telefoniere ab und an mit deiner Okasan. Hab schon probiert, dir zu antworten, hat wegen der
    Robots nicht geklappt. Gehöre halt schon zu den alten Omis. Auf jeden Fall ziehe ich den Hut vor dir! Die kleine "Gartenmaus" hat sich "gemausert". Bleib gesund und sei lieb gegrüßt von Akinom

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