Am 1. bin ich mit meinen Eltern und 2
großen Koffern, je ca. 21 kg, nach Halle aufgebrochen, von wo wir am
2. zum Flughafen gefahren sind. Die Aufregung hat mir ganz schön
zugesetzt und Essen war an dem Morgen kaum möglich. Doch der
Abschied verlief ganz anders als ich dachte. Zu meiner Überraschung
war ich gefasst und musste kaum weinen. Auch bei der
Check-in-Kontrolle musste ich diesmal meine Schuhe gar nich
ausziehen. Sollte dies ein gutes Zeichen sein?
Schon in Leipzig ging es los mit
japanisch reden. Denn ich sprach ein Ehepaar einfach an, bei dem ein
Zettel runter gefallen war. Die beiden und besonders die Frau war
sehr nett. Ich bekam nämlich ihre Adresse und wenn ich Lust und Zeit
habe könnte ich gern mit dem Shinkansen in 2 Stunden mal runter nach
Kobe fahren. ^.^ Zu meinem Bedauern flogen die beiden ab Frankfurt
nach Osaka weiter und warteten auch in der Business-Lounge und nicht
am Gate.
An meinem Gate wiederum lernte ich ein
Mädchen kennen, die ihren Vater besuchen flog, welcher 3 Jahre in
Japan bei einer Autofirma arbeitete. Sie wollte mir eigentlich noch
ein bisschen helfen, wenn wir angekommen sind, doch sie war dann
verschwunden...naja...
Mein Flug war recht angenehm, bis auf
den Mann, der neben mir saß. Er war mir ein bisschen suspekt. Zum
Glück blieb der Platz zwischen uns frei, so konnten wir die Beine
immer mal lang machen, was gegen Ende des Flugs bei mir auch nicht
mehr wirkte. Vor allem mein linkes Bein tat recht weh. Da half auch
kein Bein-origami mehr, was ich während des Fluges immer mal machte.
Das schönste an der ganzen Sache war, dass man Mittels 3
verschiedenen Kameras, zwischen denen man wählen konnte, gucken
konnte was draußen grad so los war. Viele Filme und Programme gab es
zur Auswahl. Mir hatte es ein Krimi-Hörspiel angetan (die Toten von
Sandhamn). Doch es wurde zwischenzeitlich ganz schön traurig und so
überfiel mich auch meine Traurigkeit. Währen der Rest schlief,
prustete ich in mein Taschentuch.
Das Essen an Bord war auch recht gut.
Allerdings war 2 Reihen vor mir dann das japanische Menü alle. -.-
und es blieb mir nur noch Gulasch mit Kartoffelpüree.
Das Frühstück
konnte ich auch kaum anrühren.
Nach der Landung standen alle lange in
der Schlange vom Check-out. Denn alle Ausländer über 16 Jahre
müssen bei der Einreise ihre Fingerabdrücke und ein Foto abgeben.
Zu dem müssen schon im Flugzeug zwei Zettel zur Einreise ausgefüllt
werden. Nachdem ich das alles hinter mir hatte war ich froh meine
beiden Koffer vom Gepäckband zu zerren.
Zunächst musste ich sie aber beide
wieder bei einem Bringe-Service abgeben. Doch letztendlich bin ich
froh mich dafür entschieden zu haben. Allein mit 2 großen Koffern
durch Tokyo ist wirklich keine gute Idee. So hatte ich Hände und
irgendwie auch meinen Kopf frei, um mir ein Ticket zu kaufen und ab
ging es mit der Keisei-Linie nach Nippori. Anfangs war ich ein
bisschen verunsichert, ob das auch alles so seine Richtigkeit hat,
denn auf meinem Plan standen kaum Haltestellen, wo wir auch wirklich
hielten. Doch in Nippori war alles gut und ich stieg aus. Vor einem
guten Jahr war ich panisch in diesem Bahnhof rumgelaufen und war so
froh, als ich damals Lena erblickte. Und nun schaffte ich es ganz
allein in die Yamanote-Line umzusteigen. Für manche keine große
Kunst und in ein paar Wochen wird es auch für mich Routine sein,
aber in dem Moment war ich sehr stolz auf mich und grinste vor mich
hin. ^___^ In Ikebukuro fand ich auch schnell das Hotel, wo man mich
abholen sollte, nur war keiner da. Also hab ich im Sevice-Center
angerufen und man schickte jemanden los. Es dauerte keine 5 min und
die beiden waren da. Ein Junge und ein Mädchen (deren Namen ich
schon wieder vergessen habe >.<) brachten mich dann zum
Wohnheim. Während wir noch ein paar mal umstiegen, was mich doch
sehr verwirrte, weil es eigentlich immer die selbe Linie war, textete
ich die beidem mit meinem wundervollem Mix aus Japanisch und Englisch
zu. Am Wohnheim angekommen nahmen mich der Manager und seine Frau in
Empfang. Mir wurde alles gezeigt und tatsächlich habe ich das Zimmer
von Risu bekommen. Das Einrichten des Internets war noch ein bisschen
kompliziert, weil es eigentlich ganz einfach war, aber dadurch lernte
ich auch schon 2 sehr nette Chinesinnen kennen. Die eine hatte sogar
Sachen für mich, die Anne-san (ja die böse guggende Anne-san!), für
mich hinterlassen hatte (unter anderem Waschmittel).
Den restlichen Tag verbrachte ich mit
schlafen und Koffer auspacken, als diese angeliefert wurden. Auch die
Dusche danach war eine angenehme Wohltat! Zur Zeit ist es hier
sommerlich warm bei ca. 32°C und 75% Luftfeuchte, so schätze ich.
Beim Abendbrot lernte ich 2 weitere
Chinesinnen kennen. Soweit ganz ok. Aber die eine scheint ein
bisschen eingebildet zu sein. Dennoch bin ich mit diesen beiden nach
dem Abendbrot (Reis mit Salat und 2 Stückchen Apfelsine...[ja Risu,
ich weiß, es gab auch noch Suppe und Tofu mit nem Pilz, aber Essen
klappt erst gut, wenn ich mich eingelebt habe und dann ess ich auch
meine Suppe. Nichts desto trotz war es sehr lecker ^^“]), noch mal
los zu einer Einkaufmöglichkeit.
Dort habe ich neben großen
Klammern für meine Wäschestange auch schon die erste Sünde
begangen und hab mir einen super niedlichen Bettüberzug gekauft.
^///^ Bei diesen treuherzig blickenden Kätzchen kann man doch nich
widerstehen, oder?!
Den Abend ließ ich mit Kontakt nach
Deutschland ausklingen und begab mich um 22°° Ortszeit ins
Bettchen.
Was wird wohl der nächste Tag bringen?
...
Das Beinorigami hätt ich doch gern mal gesehen ;)
AntwortenLöschenWir sind froh, dass alles so glatt gelaufen ist und warten gespannt auf den nächsten Eintrag :D
Der Bettüberzug ist eeeecht genial ;)
Na, Hallo, du Weltenbummler, hätte nie gedacht, daß du das bist und daß du so authentische Berichte schreibst.
AntwortenLöschenDenke oft an dich und telefoniere ab und an mit deiner Okasan. Hab schon probiert, dir zu antworten, hat wegen der
Robots nicht geklappt. Gehöre halt schon zu den alten Omis. Auf jeden Fall ziehe ich den Hut vor dir! Die kleine "Gartenmaus" hat sich "gemausert". Bleib gesund und sei lieb gegrüßt von Akinom