Und da bin ich auch schon
wieder. Diesmal mit etwas Verspätung, weil diese Woche Samstag das
Uni-Fest war und ich blöderweise eine Posterpräsentation hatte.
Und ich warne gleich mal
vor, der heutige Eintrag ist wegen gewissen Umständen etwas länger
geworden. Aber ich hoffe ihr habt trotzdem Spaß dran. ;)
Also zunächst erst mal
zu letztem Sonntag (27.10.). Da war hier voll die Action. Denn als
ich früh zum Zähne putzen schlich, sah ich draußen auf der Straße
ein Großaufgebot an Polizei. Hab mir das ne Weile angeguggt, da kam
auch Julia noch dazu, und da sie erst früh vom Feiern Heim kam,
wusste sie zu berichten, dass die Polizei fast bis vor zum Bahnhof
(ca. 2km) die Straße absichert. Als ich dann Lautsprecher hörte,
war mir alles klar,.. und kurz darauf kamen auch die dazugehörigen
Autos.
Die Rechten waren unterwegs und schrien ihre Parolen durch die Straßen. 'Japan den Japanern! Banzaaaai!!! (← d.h. ungefähr sowas wie 'ewiges Leben', 'Japan lebe hoch!') Das ganze war ziemlich gruselig und ich war sehr froh, dass die nich wussten, dass im Asaka Plaza auch ausländische Studenten wohnen...oder sie wussten es und sind extra hier vorbei gefahren...wer weiß...
Die Rechten waren unterwegs und schrien ihre Parolen durch die Straßen. 'Japan den Japanern! Banzaaaai!!! (← d.h. ungefähr sowas wie 'ewiges Leben', 'Japan lebe hoch!') Das ganze war ziemlich gruselig und ich war sehr froh, dass die nich wussten, dass im Asaka Plaza auch ausländische Studenten wohnen...oder sie wussten es und sind extra hier vorbei gefahren...wer weiß...
Am Montag war die Übung
zum Plakatvortrag, und die lief nich wirklich gut...warum hatte ich
mir nur wieder so ein schweres Thema ausgesucht und so fremde
Vokabeln gewählt?! Aber Sensei hat versucht mich danach aufzubauen
und das wird schon werden. Nach Japanisch musste ich noch eine Weile
warten, weil uns heut ein Überblick über die Studentenreise im
Dezember gegeben werden sollte. Ich wollte die Zeit nutzen und las
inzwischen ein Buch in der Sonne, über dem ich einschlief. Zum Glück
vor dem Vortragszimmer und so hab ich nichts verpasst. (^.^) Im
Endeffekt fahren ganz schön viele Japaner mit, was ich nich gedacht
hätte. Aber es klingt alles ganz spannend und ich freue mich sehr
drauf endlich mal aus Tokyo raus zu kommen!
Nach der Uni wurde ich
von einer netten, neu kennengelernten Japanerin bis zu einem
Einkaufstempel begleitet. Mit der Rolltreppe sollte ich nach ihrem
Vorschlag bis in den 10. Stock fahren. Ich suchte nämlich nach ner
Thermoskanne und da ganz oben sollte es welche geben. Also auf
geht’s! Nach der 4. Etage dacht ich mir: „oh, nö...das geht so
langsam. Nimmste den Fahrstuhl.“ Tja, der war dann allerdings sehr
voll und nachdem ich mich mit reingequetscht hatte fuhr der wieder
nach unten. (-.-') Also noch mal zum Anfang und noch mal die
Rolltreppe benutzt. Kennt ihr das 'Leiterspiel'? (in jeder guten
Kinder-Spielesammlung zu finden) So kann man sich diese Situation
vorstellen, nur in echt. Nach nochmaligem 'Rolltreppen-Umsteigen' hab
ich es dann auch geschafft. Allerdings waren die Kannen sehr teuer
und klein. (für ne 0,3l Kanne ca. 25€) Ich trottete also wieder
von Dannen und versuchte es in einem anderen völlig überfüllten
Laden. Der Grund für die Überfüllung war Halloween. Jeder musste
sich ja unbedingt noch ein Kostüm kaufen. Ich habe das Gefühl, dass
Halloween für die Japaner sowas wie Fasching ist.
Am Abend musste ich noch
ein bisschen fleißig sein.
Der Dienstag (29.10.) war
dann nicht so spektakulär. Geschichte schien aber an diesem Tag gar
nicht zu vergehen. Kennt ihr den Ausdruck 'zum Sterben langweilig'?
Ja, ich glaube das heißt so, weil es einfach so lang dauert, dass man
denkt, bevor das Ende kommt stirbt man. (>.<)
Und im Wohnheim hab ich mich zum Abendbrot noch ma blamiert. Anstatt 'itadakimasu' (guten Appetit) zu sagen, habe ich noch vor dem Essen 'gochisôsamadeshita' (es war lecker) zur Küchenfrau gesagt. Sie hat sehr verwirrt geguggt aber wenigstens mal gelacht. Das macht sie sonst nämlich nur selten. :)
Und im Wohnheim hab ich mich zum Abendbrot noch ma blamiert. Anstatt 'itadakimasu' (guten Appetit) zu sagen, habe ich noch vor dem Essen 'gochisôsamadeshita' (es war lecker) zur Küchenfrau gesagt. Sie hat sehr verwirrt geguggt aber wenigstens mal gelacht. Das macht sie sonst nämlich nur selten. :)
| das Design es kommt mir so bekannt vor.... (~__~') |
Am Mittwoch gab es zum
Frühstück köstlichen Joghurt mit Kakistückchen drin. Da wir die
letzten beim Frühstück waren, aber noch ein paar von den Näbbeln
da standen dachten wir; „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, und
so fragten wir die Küchenfrau, ob wir nicht die übriggebliebenen
Näbbeln noch essen könnten. Doch leider war die Aktion nicht
von Erfolg gekrönt.
Die Uni war an diesem Tag zum Glück nicht so schlimm, wie die am Vorherigen. Der Unterricht mit Mock-Sensei verging recht schnell, da er uns wunderbare Fotos aus Akita gezeigt hat. Und wenn man vor allem die Winterbilder so sieht, bekommt man schon ein bisschen Heimweh. Heute haben wir auch den Bus zurück zum Wohnheim genommen. Der ist nach der 4. Stunde immer brechend voll. Sogar im Mittelgang kann man dann auf ausklappbaren Sitzen Platz nehmen. Und ganz untypisch wurden wir heut von einigen Japanern angequatscht, recht laut und voller Enthusiasmus.
Die Uni war an diesem Tag zum Glück nicht so schlimm, wie die am Vorherigen. Der Unterricht mit Mock-Sensei verging recht schnell, da er uns wunderbare Fotos aus Akita gezeigt hat. Und wenn man vor allem die Winterbilder so sieht, bekommt man schon ein bisschen Heimweh. Heute haben wir auch den Bus zurück zum Wohnheim genommen. Der ist nach der 4. Stunde immer brechend voll. Sogar im Mittelgang kann man dann auf ausklappbaren Sitzen Platz nehmen. Und ganz untypisch wurden wir heut von einigen Japanern angequatscht, recht laut und voller Enthusiasmus.
Nun dann war endlich
wieder Donnerstag. Auf zu neuen Abenteuern! Nach einem ausgiebigen
Frühstück startete ich gemeinsam mit Julia zur Uni. Doch in
Ikebukuro verpassen wir ganz knapp unsere Bahn. Und so lernten wir
gleich noch eine nette Frau kennen, die durch Zufall auch noch
Bekannte in Österreich hat. (Und sie hat auch eine sehr hübsche
Tochter, von der sie uns Fotos zeigte). Schnell gingen wir noch mal
in einen kleinen Supermarkt und ich ab mir vorsichtshalber mal die
Billigvariante von KitKat gekauft. Es war zudem sehr entspannend zu
wissen, dass heute nur Deutschunterricht ist, da Brian sich auf
Dienstreise befindet.
Nun nach der Stunde bin
ich bewaffnet mit Kompas und Karte losgelaufen.
Noch in Ekoda fand ich eine Pachinko-Kugel und einen Kronkorken und die Sonne schien heute im Gegensatz zu letzter Woche, das konnten doch nur gute Zeichen sein, oder?! In Kamiyacho fand ich das riesige Gebäude auf Anhieb. Und Spazierte fröhlich hinein. Diesmal fand ich auch die Commerzbank auf der Übersichtstafel. Alles klar 40. Etage. Vom marmorverkleideten Hauptflur des Gebäudes zweigten sich jeweils nochmal 4 'Zimmer' ab, in denen sich wiederum 4 Aufzüge befanden.
Die waren wiederum noch mal nach Endstadtion (Etage) sortiert.
Mit zwei japanischen Geschäftsmännern fuhr ich bis Etage 36. Allein
gings weiter bis zur 40. Nun war ich da. Ich stand in einem menschenleeren Flur. Jeweils an den Enden des Flurs waren Glastüren.
Wenn man durch die rechte Tür blickte, sah man einen leeren
Meetingraum. Schaute man durch die Linke, erblickte man einen kleinen
'Kiesgarten', ein Duftblubberding und Wartesessel am Fenster von
dem man über Tokyo schauen konnte. Vorsichtig und immer darauf
gefasst eine Alarmanlage damit auszulösen, öffnete ich die linke
Tür. Trat ein paar Schritte in den Raum und dann kam mir plötzlich
ein junger, dynamischer Herr im Anzug entgegen. Übelst aufgeregt
stammelte ich drauf los,...auf Japanisch...(-__-') „Doitsugo o
hanasemasuka?“ (Sprechen Sie Deutsch?) Er: „Sorry, I don't speak
Japanese.“ Ich: „Oh, sorry, do you speak German?“ Er: „Ja.“
Ich: „Gott sei Dank!“ Verzweifelt beschrieb ich ihm meine
Situation. Doch er konnte mir nicht helfen. Zwar schaute er noch mal
ins Büro, aber da war keiner mehr da. Ja, da war keiner mehr, ca. um
viertel zwei!!! Im Internet stand, dass am 1.11. die Filiale zu ist,
dh. für die Mitarbeiter war also heut schon Freitag, was wiederum
bedeutet, dass die deutschen Beamten ihren deutschen Arbeitsrhythmus
auch in Japan beibehalten und sich nicht an japanische
Arbeitsverhältnisse anpassen. Na toll! Der Banker war gerade auf dem Weg
zu einem Meeting, und da er auch eigentlich nur aus Frankfurt kam,
wusste er auch keinen anderen Rat, als die deutsche Service-Hotline
anzurufen. Was für ein hilfreicher Tipp...(-.-) '...alles, was Sie
von einer führenden Mittelstandsbank erwarten...' Genau, dass Sie
nur Interesse an Großkunden mit viel Geld hat. Also verließ ich die
tokyoter Filiale der Commerzbank wieder und aß unten vorm Eingang
meine Trostschokolade unter den skeptisch blickenden Augen eines
Wachmannes. Niedergeschlagen zog ich von Dannen. Aber ich sollte
nicht traurig sein. Schließlich habe ich heut zwei wunderbare
Fundstücke aufgesammelt und bin wieder um eine Erfahrung reicher
geworden.
Noch in Ekoda fand ich eine Pachinko-Kugel und einen Kronkorken und die Sonne schien heute im Gegensatz zu letzter Woche, das konnten doch nur gute Zeichen sein, oder?! In Kamiyacho fand ich das riesige Gebäude auf Anhieb. Und Spazierte fröhlich hinein. Diesmal fand ich auch die Commerzbank auf der Übersichtstafel. Alles klar 40. Etage. Vom marmorverkleideten Hauptflur des Gebäudes zweigten sich jeweils nochmal 4 'Zimmer' ab, in denen sich wiederum 4 Aufzüge befanden.
| da oben irgendwo war ich nun.... |
So kam ich auch mal
wieder dazu mein Lieblingsspiel (Harvest Moon) zu spielen, um meine
Gedanken von all den Problemen abzulenken.
Am Freitag den 1.11.,
hatten wir zum Glück Uni-frei, wegen dem Uni-Fest am Wochenende.
Doch nächste Woche sind auch die Midterm-Examen (Zwischenprüfungen)
und deswegen hab ich den ganzen Tag geschuftet und hab fleißig
gelernt, sowie Geschichtskram ausgearbeitet.
Zur 'Belohnung' (nein,
durch Zufall) gabs zum Abendbrot Chirashi Sushi (Schüssel-Sushi).
Frei nach dem Motto: „You have no time for a role, put all in the
bowl!“ (← hab ich mir selber ausgedacht,.. ich bin eine
Poetin ^.^)
Und ihr dürft jetzt auch
wieder kreativ werden. Die heutige Rätselfrage heißt
natürlich wieder; Was ist das? Viel Spaß beim raten und es dürfen
auch ruhig mehr Leute mitmachen. ;) Lasst euch bitte nicht von dem
einzugebenden Zahlencode bei den Kommentaren abschrecken, das ist
normal und nichts böses.
Bis zum nächsten
Abenteuer, eure Misuka

Uhhhh ... ihr macht im Dezember eine Reise? ... Wo soll es denn hingehen?
AntwortenLöschenDein Abenteuer in der Bank war einfach zu göttlich! (Bin immer noch am Grinsen!) Ich kann mir dieses Anfangsgespräch verdammt gut vorstellen! XD
Zwar ist es echt schade, dass nichts bei rausgekommen ist, aber zur Verteidigung: Am Donnerstag war ja auch ein Feiertag... erstaunlich genug, dass da gegen Mittag noch jemand rumsprang... Und was dt. vs. jap. Arbeitsmoral angeht: Bestes Bsp.: Flughafen Nagoya --> alle anderen Fluggesellschaften öffnen um 7°°, die Lufthansa erst um punkt 9°° =)
... Aber um zum Thema Commerzbank zurück zukommen: Der Name sagt doch eigentlich schon alles! -.- (Als Dresdner Bank war sie definitiv besser!)
Aber eine Frage brennt mir dennoch auf den Nägeln: Wie war denn jetzt euer UniFest und über was handelte dein Referat? ... Oder müssen wir darauf bis zur nächsten Woche warten? :'(
Zum Rätsel: Wenn man den Drang unterdrückt es nicht töten zu wollen und genauer hinschaut, könnte es ein Nahrungsmittel sein. Wegen der rötlichen Färbung würde ich wieder auf Anko tippen, dass man irgendwie kristallisiert und anschließend in Form gebracht hat...
PS: Ganz viel Erfolg für die Prüfungen! ^^d
Es tut mir leid, du musst bis zum Wochenende warten, aber das is ja nich mehr so lang...
LöschenAber ich kann schon mal verraten, wo's hin gehen soll; nämlich nach Aichi und Mie, zum Ise-Schrein und ins Toyotamuseum. Ich bin schon gespannt. Der Trip wird sicher hart, denn der Plan wirkt sehr japanisch-vollgestopft. ^^"
Ich habe es überlebt! ;)
LöschenUnd wie schön, dass ihr nach Ise und ins gute alte Aichi fahrt! Muss gestehen, dass ich in Toyota nie gewesen bin (obwohl das ja gleich in der Nähe von Nagoya liegt...). Aber Ise ist wirklich schön! Ich drück mal die Daumen, dass auf dem Reiseplan auch irgendwo "Seele-baumeln-lassen"und "In-aller-Ruhe-die-Anlage-auf-einen-wirken-lassen" steht...
An die Okâsan: Bei mir kam nur in den Einkaufskorb was ich 1. kannte und 2. mochte. ^^ Solche undefinierbaren (japanischen) Sachen hab ich recht oft einfach ignoriert!
Aber auch mit der deutschen Service-Hotline der Commerzbank kommt man leider nicht viel weiter. Ich hoffe, wir finden dennoch eine brauchbare Lösung.
AntwortenLöschenZu deinem Rätsel, da würde ich sagen es ist dragierter Tang oder eine Wurzel. Es ist wirklich seltsam, was du alles so zu Essen bekommst und wie ich hier sehe, was Mietzi trotz längeren Aufenthalt nicht mal zu Gesicht bekam.
Hallo, habe heute wieder in deinen Seiten gestöbert. Hätte nie gedacht, daß du dich so lustig ausdrücken kannst.
AntwortenLöschenMir fällt da nie was ein. Kommst du Weihnachten nach Hause? Bleib gesund, ist bei der Ernährung auch keine Kunst.
Oder???? Liebe Grüße Akinom
Vielen lieben Dank, für das viele Lob, dass ich bekomme. (^___^) das freut mich unheimlich und es macht dann viel mehr Spaß den Wochenrückblick zu schreiben.
AntwortenLöschenVerspätet, aber die Rätsels Lösung ist eine Alge. Es gibt hier durchaus leckere Algen, aber diese rote gehört allerdings nicht zu meinen Favoriten...(~__~)
An Akinom: Weihnachten komme ich nicht Heim, sonst würd ich für den letzten Monat gar nich wieder her wollen...Aber ich denke es wird hier trotzdem recht interessant. Und gesund ernähren tu ich mich hier wirklich, krank könnte ich nur wegen der Kälte werden, aber ich bin gewappnet. ;)