Freitag, 22. November 2013

Hilfe für Narumi

Da bin ich wieder, um von meiner sehr produktiven und vor allem auch sehr sonnigen Woche zu berichten. (^_^) Aber zunächst zum Wochenende.
Der Samstag (16.11.) war tagsüber nicht sehr aufregend. Wie immer hieß es waschen und Bolg schreiben. Doch der Abend hatte noch zwei Ereignisse für mich, die meine Nerven strapazierten. Zunächst hatte ich ein paar Probleme mit meinem Computer (wegen eigener Blödheit) und zu allen Übel kam auch noch ein Erdbeben angerollt. Ja, wirklich angerollt...es wurde langsam immer stärker, aber zum Glück war es auch schnell wieder vorbei. Und das Computerproblem konnte dann ich dann auch mit vielerlei Hilfe lösen. (Danke an Mutti, ich bin stolz auf dich!)
oben Feige, unten Kiwi
Sonntag war auch ein sehr ruhiger Tag. High-light war für mich allerdings das Frühstück, weil es heute zu meinen zwei Toastscheiben zum einen kleine, deutsche Salamis und zum anderen Kiwimarmelade gab.
Der Montag (18.11.) war auch nicht weiter aufregend. Aber es war wieder mal soweit, dass die Miete fürs Wohnheim überwiesen werden musste. Da ich ja nichts falsch machen will frage ich immer einen Angestellten in der Bank, ob er mir hilft. Und diesmal stand ein recht auffällig uniformierter, älterer Herr da, den ich bat mir zu helfen. Er machte das zwar auch, wirkte dabei aber sehr angespannt und blickte sich ständig um, als er bei mir am Automaten stand. Keine Ahnung warum, vielleicht hätte er seinen Platz nicht verlassen dürfen, war aber in der Zwickmühle mir helfen zu wollen,...ich weiß es nicht, aber ich bedankte mich paar mal mit tiefen Verbeugungen und marschierte weiter.
Denn ich habe einen wunderbaren Vorhang letzte Woche gesehen, den ich jetzt unbedingt haben wollte. Und natürlich, wie konnte es anders sein, sind Eulchen drauf. Am Abend quälte ich mich wieder einmal mit einem viel zu spät hochgeladenen Text ab. Dieser war auch noch ziemlich schrecklich, weil er aus Berichten bestand, die sich um den Krieg der Japaner in Manshuko (Mandschurei) drehten. Beim zu Bett gehen hatte ich schon Angst auch noch davon zu träumen und das wo ich so schon nie gute Träume habe... (>.<)
Nach einer Nacht ohne schlechte Träume war am 19.11. (Dienstag) nach dem Japanischunterricht eine Feuerübung angesetzt. Punk 12°° erklang ein Alarmton und es wurde durchgesagt, dass jetzt die Übung sei. Aufgeweckt, wie unsere Lehrerin stets ist rüttelte sie an den Stühlen und rief „Erdbeben, Erdbeben“. Riss noch die Tür auf (damit diese sich im Notfall nicht verklemmt) und hockte sich kurz unter den Tisch. Und dann sollten wir ruhig und ohne Hektik das Gebäude mit unseren Taschen verlassen. Nun standen wir auf dem Platz vor der Uni und warteten auf das Entwarnungszeichen. 
In der Mittagspause hielt ich im Klassenzimmer ein kleines Mittagsschläfchen, bis Tyner-sensei ins Zimmer kam. Jedes mal erzählt er dann mit mir. Und jedes mal verstehe ich kaum etwas, doch er scheint das nicht zu bemerken. Anscheinend habe ich das Talent auch dann noch interessiert und schlau zu guggen, selbst wenn ich keine Ahnung hab, um was es eigentlich geht. Während des Geschichtsunterrichts erreichte mich auf dem Handy ein Hilferuf von Narumi. Sie ist eine sehr liebe Japanerin, die Deutsch lernt und im Moment ihre Abschlussarbeit auf deutsch schreibt. Bis 18°° saß ich mit ihr dann noch in dr' Bibliothek und verbesserte ihre Sätze. So konnte ich gemütlich mit dem Uni-Bus zum Wohnheim zurückfahren und gleich nach der Ankunft das leckere Abendbrot genießen. Es gab endlich mal wieder Curry und ich hab 2x eine riesige Portionen verdrückt. (^____^)
Am Mittwoch fiel der Unterricht von Mock aus und so wollte ich nach Japanisch, wo heut wieder Japanerinnen zum quatschen (üben) da waren, mit Julia nach Harajuku shoppen gehen. Doch Julia sagte ab und so nahm ich mir noch mal 2 Stunden Zeit für Narumi und bin danach allein ins Paradies gefahren. Unter der Woche ist in Harajuku zum Glück nicht all zu viel los und man kann mehr oder weniger in Ruhe bummeln. 
Erstes Ziel war ein kleiner Schmuckladen namens 'Paris Kids'. Weiter ging es in diverse andere Läden und zum Closet Child (das ist mittlerweile Pflicht XD). Fündig bin ich dort natürlich auch geworden. Dann habe ich noch einen weiteren SecondHand-Laden gesucht, den mir eine Japanerin empfohlen hatte. 
Meine Beute
Auf dem Weg zu diesem kam ich noch an einem Gebäude vorbei, wo es angeblich auch Lolita-Klamotten geben sollte. Also guggen kann man ja mal, dacht ich mir und als ich die Etage mit den Sachen gefunden hatte, war ich den Tränen nah! Staunend lief ich umher. Aber traute mich kaum nach den Preisen an den Sachen zu schauen... (>.<) In einer Abteilung (bei h.Naoto) kam ich dann noch mit der Verkäuferin ins Gespräch. Sie war sehr nett und gab mir auch noch einen Fyler mit.
Den letzten SecondHand-Laden hab ich dann auch noch gefunden. Und ich staunte nich schlecht, was es da alles gab! (o.O) Die verkaufen hier noch Klamotten, die bei uns schon lange kein Schwein mehr anziehen würde. Aber in Japan kann man selbst noch einen Strickpulli aus den 80-ern in neongelb und rot für ca. 10€ verkaufen. Ein bisschen Lolitakram hatten sie auch und so hab ich auch da noch was gefunden.
Am Donnerstag (21.11.) hieß es in der 1. Stunde wieder einmal Brians-Zukunfts-Kurs überstehen. Zu allem Übel musste er heut auch noch eher gehen, aber wir sollten in Gruppen weiter über die Zukunft der Musashi diskutieren. Auch im Deutschkurs wurde es nicht besser, da Reini (die Lehrerin) wieder einmal einen deutschen Liedtext dabei hatte. Diesmal von einem angeblich ganz berühmten Sänger...komisch ich hatte noch nie was von ihm gehört. Ich möchte auch davon absehen ihn namentlich in diesem Blog zu nennen, weil ich mit solchen 'Gestalten' nichts zu tun haben möchte! Als sie uns auch noch das Video zu dem Lied zeigte hatte ich einige Probleme meine Fluchtreflex unter Kontrolle zu halten und nich schreiend wegzulaufen! Wenn das deutsche Jugendkultur widerspiegeln soll, dann sehe ich für die Zukunft in Deutschland schwarz! (-.-)
Im Anschluss hieß es wieder bis 'open end' = 18°° Narumis Text korrigieren. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Jugendsprache in Deutschland und Japan im Vergleich. Und ich muss sagen, dass die Ergebnisse ihrer Untersuchungen recht interessant sind.
Auch der Freitag lief kaum anders ab. Wieder saß ich nach Japanisch mit Narumi von 10:30 bis 18°° in dr' Bibliothek und arbeiteten an ihrem Beitrag. Ständig bedankt sie sich, wenn ich stöhne und überlege, wie ich ihre Sätze ins Hochdeutsche bringen kann...arme Narumi. Aber ich muss sagen, dass es mich auch freut ihr zu helfen. Man bekommt an diesen Tagen auch selbst das Gefühl etwas geschafft zu haben. Ich versuche ihr Mut zu machen, so wie meine Mutti mir, wenn ich verzweifelt vor einer Hausarbeit sitze. Ich hoffe wir schaffen es noch rechtzeitig. 
Zu erwähnen sei noch, dass diese Woche ohne Unterbrechung jeden Tag die Sonne von Früh bis Abends schien! Auch wenn es nicht all zu warm ist, so tut dieses Licht unglaublich gut und ich versuche jeden Strahl zu geniesen, denn ich weiß, dass es zu Hause zur Zeit eher grau aussieht..

So und an dieser Stelle ausnahmsweise noch die Auflösung des Rätsels aus der letzten Woche: Natürlich war es der Fuji. Das Bild war von meinem Balkon aus. Und das Bild was ihr hier seht hätte ich, wenn ich im 8. Stock wohnen würde (da ist allerdings leider nur ein Jungsflur und ich bin nunmal leider kein Junge....die wissen das bestimmt gar nich zu schätzen)

Ein neues Rätsel folgt trotzdem noch: Was könnte das nun schon wieder sein?





Bis nächste Woche vom Sempai* Misuka. ;)


* als 'Sempai' werden in Japan Mitschüler bezeichnet, die älter sind als man selbst, oder einen höheren Kurs besuchen. Sie helfen oft den jüngeren Kommilitonen, die Kohai genannt werden. Diese Sempai-Kohai-Beziehung gibt es aber in allen Generationen und ist kein reiner Schulbegriff. Auch in Firmen gibt es diese Art von hierarchischer Struktur.

6 Kommentare:

  1. Nein!!! XD Das Rätsel ist ja mal genial!!! Die hätte ich mir definitiv gekauft! ... Auch wenn es schon recht sinnlos ist, schließlich haben die ja jetzt nicht gerade eine große Langlebigkeit... Aber die Zwillinge sind süß! o^.^o

    Und dass ihr den Fuji von eurem Wohnheim aus sehen könnt ist echt beneidenswert! *.*

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  2. Hallo, Misuka, könnten das Silverster-Knaller sein??? Wenn nicht, dann bin halt ich ein Knaller.....is halt wies is...
    Vor Japan is ja ne neue Insel entstanden. Vielleicht daher das Erdbeben??? War wieder lustig, deine Erlebnisse
    zu lesen. Ja bei uns ist Schei....wetter. Typisch November eben. Ich wünsch Dir was....halt die Ohren steif.
    LG Moni

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  3. Das ist ja diesmal wirklich schwer. Ich tipp heut einfach mal auf Batterien. Mietzi schreibt " nich langlebig", also keine Aufladbaren. Die Eulchen auf dem Vorhang gucken sehr interessiert o - o . Weiterhin gute Rätselideen!!!

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  4. *Hoff, dass nicht irgendwer den Banktresor geleert hat, während du heimlich den Wachmann abgelenkt hast ... Bist doch nicht etwa unter die Bankräuber gegangen?? ;)
    Deine Woche war wieder sehr interessant!! Bin ein bissl neidisch auf dein Curry ;) und finds klasse, dass du dir so viel Zeit ans Bein gebunden hast, um Narumi zu helfen!

    Zum Rätsel: In Anbetracht der "+" und "-" Zeichen auf deinem Foto sowie der Reflexion am rechten Bildrand...würd ich jetzt auch einfach mal auf Batterien tippen....würd das ja anhand der Bilder darauf eigentlich abwegig finden...aber andererseits ists halt Tokyo :P

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  5. Jaaaa, die richtige Antwort lautet; Batterien. :D
    An Moni: Es tut mir leid, es sind leider keine Knaller. Und Erdbeben gibts hier immer mal wieder, ob dabei Inseln entstehen bekomm ich hier nich wirklich mit, denn ich habe hier keinen Zugang zu öffentlichen Medien, und selbst wenn, könnte ich wahrscheinlich nicht viel verstehen. ^^"

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    1. *und ob die japanischen Medien immer alles zeitnah und vollständig berichten sei sowieso mal dahin gestellt ;)

      ....ohne jetzt drängeln zu wollen....wir sind alle schon voll froher Erwartung auf deinen nächsten Eintrag :P

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