Donnerstag, 20. März 2014

Großes Wiedersehen

Wenn man sich den Tag vor Augen hält, an dem ich nun nach so langer Zeit meinen Liebsten endlich wiedersehen sollte, so könnte man meinen unser Urlaub stünde unter keinem guten Stern...

Am 29.1. war es soweit! Schon heute sollte ich meinen Liebsten endlich wieder in die Arme schließen können. Natürlich bin ich vor lauter Aufregung eher auf gewesen, als ich es denn durch meinen Wecker gewollt hätte. So schmiss ich noch mal das Internet an, um auf dem Flugradar zu suchen, wo sich seine Maschine grad befand. Doch sie war unauffindbar. (-.-) Gegen 6°° bin ich aufgestanden und war keine ¾ Stunde später auf dem Weg. Allerdings hatte ich meine Mütze vergessen, weshalb ich noch mal fix Kehrt machte. Auf dem Weg hatte ich auch noch Nasenbluten und nich genug Taschentücher dabei. Deshalb musste ich mir auch noch solche typisch-dünnen Japanischen kaufen, sowie noch ein bisschen Frühstück. Als ich nun endlich am Bahnhof war sammelten sich schon wieder einmal die Menschenmassen am Eingang. Zunächst stand ich mit vielen anderen Menschen im Zug und wartete eine Weile. Noch war ich überhaupt nicht aufgeregt oder dergleichen. Denn wer mich kennt weiß, dass ich immer genügend Zeitpuffer einbaue, wenn ich irgendwo hin gehe. 
alle wollen nach Wakoshi
Ich muss an dieser Stelle allerdings sagen, dass es diesmal blöderweise kein Personenschaden, sondern ein richtiger Unfall, und das ganze dadurch nich innerhalb von ner halben Stunde erledigt war. Eine ältere Frau, die ich zur Situation befragte, riet mir bis Wakoshi (nächste Station) zu laufen und von da die U-Bahn nach Ikebukuro zu nehmen. Also lief ich einfach mal ein paar anderen Leuten hinterher. Auf dem Weg wurden es dann immer mehr Leute. Auch wenn man den Weg nicht kannte man musste nun einfach nur noch der Masse folgen. Ein bisschen ärgerte es mich, dass ich nun die Strecke nach 'Ike' bezahlen musste, weil ich ja nun eine andere Linie benutzte, die nicht in meiner Monatskarte enthalten war. Auch sind die U-Bahnen so langsam wie ein Local. Mit einer wahnsinnigen Verspätung bin ich endlich in 'Ike' in die Yamanote-Linie gesprungen und nach Nippori gefahren, um dort noch mal in die Bahn zum Flughafen umzusteigen. Voller Panik und Sorgen erreichte ich sogar noch eine 'Skyliner-Linie' (Schnellzug) und als ich endlich im finalen Zug saß wurde meine Aufregung immer größer.
Als ich endlich im Ankunftsbereich war, sah ich ihn schon ganz weit hinten stehen und stürmte auf ihn zu. Nach einer langen Umärmelung gab ich ihm erst mal seine Pasmo (Zugkarte; eine Spende von Lulu) und einen kleinen Anhänger, der ihm auf unseren Wegen Glück bringen sollte. Nun hieß es nur noch ein Bahnticket bis Nippori organisieren und auf in den Bummelzug zurück Richtung Hotel. Die Rückfahrt schien irgendwie ewig zu dauern. Vor lauter Aufregung verhaspelte ich mich mal bei den Zugrichtungen. Doch letztendlich hatten wir es, mit nur einem Koffer, gut durch die Menschenmassen geschafft. Der Eingang zum Hotel war auch relativ schnell gefunden und nach einmal fragen sind wir auch in der Lobby im 25. Stock angekommen. 
das graue Gebäude in der Mitte war unser Hotel
Der Check-in war ebenso schnell erledigt und nun ging es auf's Zimmer im 30. Stock. Ein bisschen traurig war ich allerdings doch, dass wir weder Richtung Tokyo Tower noch Richtung Odaiba guggen konnten, sondern nur zu anderen Hochhäusern. Aber selbst diese Aussicht entpuppte sich am Abend als atemberaubend schön! Doch bis es soweit war, bin ich erst noch mal allein mit dem roten Koffer, mit dem wir ankamen (nun allerdings leer) noch mal aufgebrochen. Dies entlockte der Frau an der Rezeption einen verwirrten Blick. In Asaka habe ich gleich noch was fürs Abendbrot eingekauft und bin zum Wohnheim getappt. Zwar hatte ich an den Zimmern der anderen geklopft aber es war niemand da. Nachdem ich soweit fast alles in den Koffern verstaut hatte bin ich nun mit meinem eigenen wieder losmarschiert. Dass ich nun mit einem blauen Koffer zurückkehrte ließ die Frau an der Rezeption wahrscheinlich völlig an ihrem Verstand zweifeln.
 Wir aßen gemeinsam mein mitgebrachtes Abendbrot und stauten noch eine Weile über die wunderbare Aussicht.


Am 30.1. frühstückten wir wolkenhafte gefüllte Brötchen. Schließlich brachen wir als erstes nach Ekoda auf. Und vor der letzten Fahrt zur Uni habe ich mir noch ein leckeres Süßkartoffel-Kuchenstück gekauft, von einem Bäcker, an dem ich jeden Morgen vorbei kam. Jedesmal hatte es dort unglaublich lecker gerochen. Und ich sagte mir; 'Wenn ich mal einen besonderen Anlass habe kaufe ich mir so ein gut riechendes Teil!' 
Model der Musashi
Wir liefen durch Ekoda und ich zeigte meinem Schatz die Uni und die Plätze, an denen ich täglich im vergangenen halben Jahr meine Abenteuer erlebte. IN der Uni verabschiedete ich mich von den Leuten im Kousai-Center und von denen im MCV. 
der Hof im Karee
Im Japanisch Zimmer machten wir noch eine kleine Pause, bevor ich dann ein letztes mal durch das Tor der Musashi ging. Nach dem schon fast 'ländlichen' Ekoda fuhren wir nach Ikebukuro. Dort zerrte ich meinen Freund erst mal in alle wichtigen und sehenswerten Läden. Auch war ich sehr glücklich, dass er im SunshineCity in den Genuss kam ein 'Juicy-Chaka-chaka-Chicken' zu essen! Gegen 15°° brachen wir bei leichtem Regen auf nach Asaka. Dort trafen wir sogar noch mal Tintin am Bahnhof und ich habe noch Briefmarken für unsere vorhin erworbenen Postkarten gekauft.
Eingangsbereich vom Wohnheim
Im Wohnheim habe ich die letzten Sachen gepackt und mein Zimmer noch mal gesäubert. Auch die Verabschiedung von Lulu viel schwer und war sehr lang. Julia war leider nicht anzutreffen.
Nach der Zimmerkontrolle, durch den Manager, kehrte ich meinem Studentenleben in Japan den Rücken. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl nach so langer Zeit von dort weg zu gehen. Und dabei war die Zeit, die ich dort war eigentlich gar nicht sooo lang. Denn Lulu oder einige andere waren ja ein ganzes Jahr dort. Wie mag es denen wohl ergangen sein?
Auf dem Weg zum Bahnhof machten wir noch an einem Curry-Imbiss halt, in dem ich schon 2012 mit Lena war. Es war sehr lecker und gut gestärkt sind wir zurück zum Hotel gefahren mit zwei voll gepackten Koffer. Am Abend war für die Einstimmung auf die nächsten Tage eine Runde Pastewka in Japan angesagt, damit der Kulturschock nicht all zu groß für ihn wurde. (^u^)

1 Kommentar:

  1. Irgendwie kommt es mir so vor, als wären wir erst letzte Woche zurück gekommen, wenn ich deinen Blog les ^^
    Freu mich schon riesig auf die nächste Japanreise in ein paar Jahren ;)
    :-*
    (Findest du es nicht etwas bedenklich, dass du einen "echten Unfall" schlimmer findest, als nen Personenunfall? *grins*)

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