Wenn man sich den Tag vor
Augen hält, an dem ich nun nach so langer Zeit meinen Liebsten
endlich wiedersehen sollte, so könnte man meinen unser Urlaub stünde
unter keinem guten Stern...
Am 29.1. war es soweit!
Schon heute sollte ich meinen Liebsten endlich wieder in die Arme
schließen können. Natürlich bin ich vor lauter Aufregung eher auf
gewesen, als ich es denn durch meinen Wecker gewollt hätte. So
schmiss ich noch mal das Internet an, um auf dem Flugradar zu suchen,
wo sich seine Maschine grad befand. Doch sie war unauffindbar. (-.-)
Gegen 6°° bin ich aufgestanden und war keine ¾ Stunde später auf
dem Weg. Allerdings hatte ich meine Mütze vergessen, weshalb ich
noch mal fix Kehrt machte. Auf dem Weg hatte ich auch noch
Nasenbluten und nich genug Taschentücher dabei. Deshalb musste ich
mir auch noch solche typisch-dünnen Japanischen kaufen, sowie noch
ein bisschen Frühstück. Als ich nun endlich am Bahnhof war
sammelten sich schon wieder einmal die Menschenmassen am Eingang.
Zunächst stand ich mit vielen anderen Menschen im Zug und wartete
eine Weile. Noch war ich überhaupt nicht aufgeregt oder dergleichen.
Denn wer mich kennt weiß, dass ich immer genügend Zeitpuffer
einbaue, wenn ich irgendwo hin gehe.
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| alle wollen nach Wakoshi |
Ich muss an dieser Stelle
allerdings sagen, dass es diesmal blöderweise kein Personenschaden,
sondern ein richtiger Unfall, und das ganze dadurch nich innerhalb
von ner halben Stunde erledigt war. Eine ältere Frau, die ich zur
Situation befragte, riet mir bis Wakoshi (nächste Station) zu laufen
und von da die U-Bahn nach Ikebukuro zu nehmen. Also lief ich einfach
mal ein paar anderen Leuten hinterher. Auf dem Weg wurden es dann
immer mehr Leute. Auch wenn man den Weg nicht kannte man musste nun
einfach nur noch der Masse folgen. Ein bisschen ärgerte es mich,
dass ich nun die Strecke nach 'Ike' bezahlen musste, weil ich ja nun
eine andere Linie benutzte, die nicht in meiner Monatskarte enthalten
war. Auch sind die U-Bahnen so langsam wie ein Local. Mit einer
wahnsinnigen Verspätung bin ich endlich in 'Ike' in die
Yamanote-Linie gesprungen und nach Nippori gefahren, um dort noch mal
in die Bahn zum Flughafen umzusteigen. Voller Panik und Sorgen
erreichte ich sogar noch eine 'Skyliner-Linie' (Schnellzug) und als
ich endlich im finalen Zug saß wurde meine Aufregung immer größer.
Als ich endlich im
Ankunftsbereich war, sah ich ihn schon ganz weit hinten stehen und
stürmte auf ihn zu. Nach einer langen Umärmelung gab ich ihm erst
mal seine Pasmo (Zugkarte; eine Spende von Lulu) und einen kleinen
Anhänger, der ihm auf unseren Wegen Glück bringen sollte. Nun hieß
es nur noch ein Bahnticket bis Nippori organisieren und auf in den
Bummelzug zurück Richtung Hotel. Die Rückfahrt schien irgendwie
ewig zu dauern. Vor lauter Aufregung verhaspelte ich mich mal bei den
Zugrichtungen. Doch letztendlich hatten wir es, mit nur einem Koffer,
gut durch die Menschenmassen geschafft. Der Eingang zum Hotel war
auch relativ schnell gefunden und nach einmal fragen sind wir auch
in der Lobby im 25. Stock angekommen.
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| das graue Gebäude in der Mitte war unser Hotel |
Der Check-in war ebenso
schnell erledigt und nun ging es auf's Zimmer im 30. Stock. Ein
bisschen traurig war ich allerdings doch, dass wir weder Richtung
Tokyo Tower noch Richtung Odaiba guggen konnten, sondern nur zu
anderen Hochhäusern. Aber selbst diese Aussicht entpuppte sich am
Abend als atemberaubend schön! Doch bis es soweit war, bin ich erst
noch mal allein mit dem roten Koffer, mit dem wir ankamen (nun
allerdings leer) noch mal aufgebrochen. Dies entlockte der Frau an
der Rezeption einen verwirrten Blick. In Asaka habe ich gleich noch
was fürs Abendbrot eingekauft und bin zum Wohnheim getappt. Zwar
hatte ich an den Zimmern der anderen geklopft aber es war niemand da.
Nachdem ich soweit fast alles in den Koffern verstaut hatte bin ich
nun mit meinem eigenen wieder losmarschiert. Dass ich nun mit einem
blauen Koffer zurückkehrte ließ die Frau an der Rezeption
wahrscheinlich völlig an ihrem Verstand zweifeln.

Wir aßen gemeinsam mein
mitgebrachtes Abendbrot und stauten noch eine Weile über die
wunderbare Aussicht.
Am 30.1. frühstückten
wir wolkenhafte gefüllte Brötchen. Schließlich brachen wir als
erstes nach Ekoda auf. Und vor der letzten Fahrt zur Uni habe ich mir
noch ein leckeres Süßkartoffel-Kuchenstück gekauft, von einem
Bäcker, an dem ich jeden Morgen vorbei kam. Jedesmal hatte es dort
unglaublich lecker gerochen. Und ich sagte mir; 'Wenn ich mal einen
besonderen Anlass habe kaufe ich mir so ein gut riechendes Teil!'
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| Model der Musashi |
Wir
liefen durch Ekoda und ich zeigte meinem Schatz die Uni und die
Plätze, an denen ich täglich im vergangenen halben Jahr meine
Abenteuer erlebte. IN der Uni verabschiedete ich mich von den Leuten
im Kousai-Center und von denen im MCV.
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| der Hof im Karee |
Im Japanisch Zimmer machten
wir noch eine kleine Pause, bevor ich dann ein letztes mal durch das
Tor der Musashi ging. Nach dem schon fast 'ländlichen' Ekoda fuhren
wir nach Ikebukuro. Dort zerrte ich meinen Freund erst mal in alle
wichtigen und sehenswerten Läden. Auch war ich sehr glücklich, dass
er im SunshineCity in den Genuss kam ein 'Juicy-Chaka-chaka-Chicken'
zu essen! Gegen 15°° brachen wir bei leichtem Regen auf nach Asaka.
Dort trafen wir sogar noch mal Tintin am Bahnhof und ich habe noch
Briefmarken für unsere vorhin erworbenen Postkarten gekauft.
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| Eingangsbereich vom Wohnheim |
Im
Wohnheim habe ich die letzten Sachen gepackt und mein Zimmer noch mal
gesäubert. Auch die Verabschiedung von Lulu viel schwer und war sehr
lang. Julia war leider nicht anzutreffen. Nach
der Zimmerkontrolle, durch den Manager, kehrte ich meinem
Studentenleben in Japan den Rücken. Es ist ein ganz eigenartiges
Gefühl nach so langer Zeit von dort weg zu gehen. Und dabei war die
Zeit, die ich dort war eigentlich gar nicht sooo lang. Denn Lulu oder
einige andere waren ja ein ganzes Jahr dort. Wie mag es denen wohl
ergangen sein?
Auf dem Weg zum Bahnhof machten
wir noch an einem Curry-Imbiss halt, in dem ich schon 2012 mit Lena
war. Es war sehr lecker und gut gestärkt sind wir zurück zum Hotel
gefahren mit zwei voll gepackten Koffer. Am Abend war für die
Einstimmung auf die nächsten Tage eine Runde Pastewka in Japan
angesagt, damit der Kulturschock nicht all zu groß für ihn wurde.
(^u^)
Irgendwie kommt es mir so vor, als wären wir erst letzte Woche zurück gekommen, wenn ich deinen Blog les ^^
AntwortenLöschenFreu mich schon riesig auf die nächste Japanreise in ein paar Jahren ;)
:-*
(Findest du es nicht etwas bedenklich, dass du einen "echten Unfall" schlimmer findest, als nen Personenunfall? *grins*)