Freitag, 15. September 2017

Tempel, Schreine, Museen und andere Abenteuer

Dann will ich gar nicht weiter rumtrödeln und euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier kommt nun der restl. Teil unserer Reise in die Kinki-Region. Vorhang auf ;3

Auch am 14.8. (Montag) hieß es wieder zeitig aufstehen und in den vollen Bus quetschen, bis es dann weiter mit der Bahn nach Nara ging. Dieser Ort war mir schon seit meiner Kindheit bekannt und ich wollte da schon immer mal hin. Trotzdem war ich im Zug überaus schläfrig.. ^^“
Am Bhf holten wir noch etwas Proviant, denn laut Doreen, die im Feb. schon mal mit ihren Ellis dort war, gäbe es im Park keine Verpflegungsmöglichkeiten mehr... (haha,.. sie sollte sich irren, schließlich ist Hauptsaison XD )
so stiefelten wir aber zuerst zielstrebig Richtung Nationalmuseum. Dort gab es etwas Verwirrung beim Ticketkauf und nach der fixen Besichtigung der Buddha-Ausstellung wollten wir nun endl. In die archäologische Abteilung, wie wir dann aber feststellen mussten hatte die schon wieder zu, wegen der däml. Sonderausstellung. -.-
 Doreen war gleich doppelt angepisst, denn das war schon ihr 2. Versuch dort hinein zu kommen. Etwas resigniert mussten wir feststellen, dass der Montag uns nun auf die Füße fiel, denn die anderen Museen in der Umgebung hatten zu... Also fingen wir an das gr. Park-, Schrein- und Tempelgebiet zu erkunden. Auf unseren Wegen begleiteten uns stets mehr oder minder aufdringliche Rehe, die hofften etwas leckeres zugesteckt zu bekommen. Brav senkten die meisten vorher ihren Kopf und bekamen dann ein Leckerli. Allerdings wurden einige Hirsche auch etwas ruppiger, wenn man sie zu lang hinhielt. XD
Unser erstes Ziel war der Daibutsu, der gr. Buddha (größte Buddhastatue Japans) im Tôdai-ji (Tempel). Schon die Eingangstore sind riesig und man wird von der Architektur fast erschlagen. Auch das Hauptgebäude ist in seinen Dimensionen überaus beeindruckend! Trotz der vielen Touristen konnte man in ruhe schauen und staunen. Zudem gab es eine Säule im Tempel, in welcher unten ein Loch hindurchgeschlagen war. Viele Kinder und so manch Erwachsener versuchten sich durch den Spalt zu quetschen, denn wenn man hindurch kam, versprach das ein langes Leben, Glück, Gesundheit oder allgem. ein gutes Omen. Wir sahen allerdings davon ab und gingen weiter unseres Wegs.
Beim nächsten Tempel, der an einem Hang lag, gab es oben neben der schönen Aussicht auch einen kostenlosen kalten Mugi-cha (Gerstentee) und so verschnauften wir kurz. Unterwegs kehrten wir aber auch bei einem Geschäft ein und gönnten uns ein Eis. Dann ging es an vielen lauernden Rehe vorbei, weiter zu einem benachbarten Schrein. Hier fand auch gerade eine Chorprobe oder soetwas statt, aber eigentl. Attraktion sind die vielen Steinlaterenen, die in der Umgebung zu finden sind und die Wege säumen. Angeblich 1000 sollen es sein.
Schon recht spät erreichten wir das Kasuga-taisha Schatzhaus. Hier sind zwar einige Rüstungen ausgestellt, aber Doreen hatte mir den Ausstellungsband schon mitgebracht und die Zeit war recht knapp, als dass es sich noch gelohnt hätte. Also schlenderten wir langsam wieder zum Bhf. Unterwegs kamen wir noch an einer Schauvorführung zum Mochi-schlagen vorbei, worauf wir aber zieml. lang warten mussten.
Auch unser Zug ließ auf sich warten und in der Bahn wurden wir wahrlich schockgefroren.. >.< Der Ausstieg war eine Wohltat!
Unser selbst organisiertes Abendbrot habe ich zubereitet (wir haben nen Gasherd und da ich die meiste Erfahrung damit hab.. ^^), während Doreen Wäsche gewaschen hat.

Auch am Dienstag (15.8.) ging es wieder zeitig aus den Federn. Heutiges Tagesziel war Kobe, wo wir als erstes den Minatogawa-Schrein ansteuerten (wegen einer Empfehlung des Herrn aus Odawara). Das Schreingelände war wirklich toll, aber das war nicht der eigentl. Grund unseres Besuchs. Denn im Schatzhaus stehen 2 wichtige Rüstungen, die ich mir natürlich anschauen wollte. Da allerdings keine Fotos erlaubt waren, lümmelten wir alsbald wie Penner vor den Vitrinen herum, um die Texte abzuschreiben. (Doreen hat mir zum Glück geholfen, sonst hätte ich da ewig gesessen >.<) Zum Glück waren wir so gut wie die einzigen Besucher, da war das kein Problem. Nur Vera hat sich sicher mächtig gelangweilt. (gomen >.<')
Gegen Mittag waren wir wieder zurück am Bhf, wo wir uns etwas zum Schnabbeln suchten. Auf Grund von Sprühregen verkrümelten wir uns allerdings in eine Einkaufspassage und liefen von dort aus dann zum Hafen. Überall waren Figuren von Anpanman (einer Manga-Figur aus den 60er-Jahren/ Anime ab den 80er Jahren) zu sehen, der Grund dafür war ein Anpanman-Museum am Hafen. XD Das war allerdings nicht unser Ziel und so wandelten wir die Promenade entlang Richtung Kobe-Tower. Dann gins in die Stadt hinein, die recht modern ist, aber mit vielen kl. Vintage-Lädchen zum Schlendern einlud. Doch auch hier machten wir nicht wirkl. Halt, sondern suchten das hist. Museum. Das erste Geb., welches wir dafür hielten hatte zu. Nach kurzem Schock, liefen wir dann aber zu dem richtigen Geb. und dort war dann zum Glück auch auf. :D
Die Ausstellung war allerdings nicht so ergiebig wie erhofft. Aber in der hauseigenen Leseecke konnten Doreen und sich doch ein paar Notizen machen und Bücher finden, die bei unserer Forschung hilfreich sein könnten.
Und schon bald ging es auch wieder zurück nach Kyoto, wo wir noch Verpflegung organisierten und am Abend ein lustiges Würfelspiel spielten.

Am 16.8. (Mittwoch) genehmigten wir es uns auszuschlafen (bis 8°° XD). Auch beim Frühstück haben wir zieml. getrödelt. Aber an dem Tag sind wir eh in Kyoto geblieben, so war das alles kein Problem. Erster Tagespunkt auf der Liste war das Nationalmuseum. Während ich in dem Raum mit Rüstungen in der 1. Etage hängen geblieben bin (wieder durfte man keine Fotos machen -.-) ist der Rest schon weitergezogen. Und wieder bekam ich einen däml. Stift gereicht.
Doreen fand ich denn in der 2. Etage wieder, die gerade bei einer Frau an einem Informationsstand einen Spiegel in der Zerre hatte. XD Die Frau war von unseren Japanisch und Archäologiewissen beeindruckt und hat sich ne ganze Weile mit uns unterhalten.
 Dann lief ich noch mal fix durch die Sonderausstellung mit Doreen und als wir dort heraus kamen, befand sich ein weiteres Info- und Spieletischchen. Auch dort kamen wir mit den Angestellten ins Gespräch und erfuhren, dass der Marmor, welcher die Wände verkleidet, im Museum aus München kommt. 
Der Museumsshop machte nicht viel her und so sammelten wir Vera wieder ein, die auf uns gewartet hatte und aßen draußen auf ner Bank ein paar Kekseln. Danach wollten wir eigentl. den Fluss entlangspazieren, aber ein Regenschauer ließ uns bei McDoof einkehren, aber danach gings gut gestärkt Richtung Gion.
Der Fluss, an welchem wir entlangwandelten war gesäumt mit chicen und alten Häuschen, an denen man sich kaum sattsehen konnte.
In Gion selbst schoben wir uns mit 1000den anderen Touristen durch die Straßen und schauten uns etwas um, bevor wir zügigen Schrittes zum Kiyomizu-dera gelaufen sind. Ich war in diesem Tempel schon mal, aber Doreen wollte unbedingt noch ein Omamori abgreifen, also stürmte sie vorweg. Auch Vera und ich erreichten außer Atem ein paar Minuten später den Tempel. Hinein sind wir allerdings nicht. Denn zur Zeit wird ein Großteil gebaut und 400¥ Eintritt für nur noch ne halbe Stunde fanden wir dann doch zu arg. So schlenderten wir dann lieber durch die Omiyage-Läden und gönnten uns ein Eis.
Am Abend machten wir uns dann auf, um an einem guten Guggpunkt auf das Daimonji-Fest zu warten, bei dem riesige Schriftzeichen und Bilder mit Fackeln an den Berghängen um Kyoto herum kreiert werden. Ein wenig wie die Hanghühner saßen wir auf einer Wiese und warteten. Wir haben das erste Zeichen () eigentl. recht gut gesehen, aber wie das Fest abläuft und dass es besser gewesen wäre zu laufen, anstatt an einer Stelle zu warten, haben wir erst zu spät mitbekommen. Und so sahen wir nur noch das Schiff und noch einen Strich von einem anderen Zeichen. Denn innerhalb von ner halben Stunde war alles schon wieder vorbei. :/ Und wir dachten die Zeichen werden nach und nach erleuchtet.. Zum Schluss fanden wir nen guten Guggpunkt aber da war dann nix mehr zu sehen...
Etwas enttäuscht suchten wir nach der nächstgelegenen Bushaltestelle, um zurück zur Unterkunft zu fahren, wo uns der aus dem Fenster guggende Husky von den Nachbarn neugierig beäugte. XD

Am nächsten Tag (17.8., Donnerstag) ging es in die Natur. Vom Bhf Arashiyama, welcher im Westen Kyotos liegt ging es als erstes in einen Bambuswald. Zum Glück waren wir recht zeitig dort und so war das Gebiet noch nicht ganz so überlaufen. Dennoch plagten mich die Mücken wieder fies.. >.< Kurz besuchten wir einen kleinen Schrein, Doreen hat im Drachen-Schrein ein Omamori gekauft und dann liefen wir durch einen kleinen Wald den Hügel hinunter und kamen an einem malerisch im Tal gelegenen Fluss heraus. Auf dem Weg begegnete uns dabei allerlei hübsches Getier. Kurz machen wir Rast und auf Grund der Hitze wäre man am liebsten gleich in den Fluss gehüpft.
Jedoch spazierten wir weiter über eine bekannte Brücke und schlenderten über ein kl. Inselchen. Hier machten wir auch Mittagspause, beobachteten das Wasser und die Leute. Mein Klobesuch wurde dann doch recht heiter, denn ein kl. Frosch hatte sich ins Toilettenhäuschen verirrt.
Allerdings traute ich mich nich an die Rettung ran und so eilte Doreen mit mir zurück, um den kleinen Kerl davor zu bewahren in eines der Klos zu fallen. Jedoch war der Frosch wendiger und klitschiger, als wir angenommen hatten. Lachend und quietschend und unter skeptischen chin. Augen hat Doreen das Tier aber zu greifen bekommen und dann am Fluss abgesetzt. Na hoffe er hat seine Lektion gelernt! XD
Anschließend schoben wir uns wieder mit 1000enden, überwiegend chin. Touristen, die Straße nach vorn. Doch je weiter wir kamen, desto ruhiger wurde es. Ab und an kehrten wir in einen Tempel oder Schrein ein und bestaunten die malerischen Straßen.
 In einem Tempel standen beispielsweise hunderte Steinlaternen und es gab einen wunderhübschen Garten. Und dann zog sich der Weg schier ins Unendliche. Immer ging es ein bisschen bergauf, bis wir an einem ganz verschlafenen Tempel ankamen, in dem wiederum hunderte kl. Steinfiguren standen, die alle eine unterschiedl. Mimik und Gestik hatten. Teilweise lachten sie ausgelassen und heiter, oder tranken sogar Sake. Dieser Ort war irgendwie magisch und so ließen wir uns verleiten in der kleinen Haupthalle eine Weile zu verschnaufen, die angenehme kühle Bergluft einzuatmen und dem Plätschern des kl. Wasserlaufs zu lauschen.
Doch wir konnten ja nicht ewig verweilen und alsbald machten wir uns auf den Rückweg, der bergab natürlich viel schneller beschritten war. Bevor wir aber wieder zum Bhf sind, gönnten wir uns noch ein leckeres Eis.
Der Abend in der Unterkunft verlief ruhig und heut ging es schon zeitig zu Bett. Nicht nur weil wir nach 19300 Schritten doch etwas erschöpft waren, sondern weil der nächste Tag ein zeitiges Erwachen forderte.

4:44 Uhr ging es am 18.8. (Freitag) aus den Federn. Die Berge um Kyoto herum hingen voller dunkler, dicker Wolken und es gewitterte gefährlich. (Im Grunde das perfekte Wetter für unser heutiges Tagesziel) Doch wir waren schon froh, dass es in Osaka nicht mehr regnete, denn heute ging es für uns in die Universal Studios. Doreen und ich schalteten in den Extrem-Fangirl-Modus und auch Vera wurde immer hibbeliger, als wir am Einlass standen und darauf warteten, durch die Schranke gehen zu dürfen. Wir ließen alle Attraktionen links liegen und liefen geradewegs in den HarryPotter Bereich. Der Zugang war hier durch einen Wald (verbotener Wald) gestaltet, wo wir auch auf das Auto der Weaselys trafen, das gegen einen Baum gefahren war. XD
 Dann standen wir schon in Hogsmade, gleich neben dem Hogwartsexpress, der scheinbar grad dort angekommen war. :3 Dort wurden wir von einer netten Angestellten in das kl. Bahnhäuschen hineingelockt, wo wir ein Foto mit Umhängen und Schal machen durften (was tut man nicht alles bei 30°C im Schatten für ein tolles Erinnerungsfoto XD )
Anschließend liefen wir neugierig von A nach B und staunten und freuten uns nen Ast! „Gugg mal da, der Honigtopf! Dort die Eulenpost! Und das Gasthaus zu den Drei Besen, sowie eine Zweigstelle von Madame Malkins Bekleidungsgeschäft oder Ollivanders Zauberstabladen~“ (der hatte dort sogar sein Schaufenster dekoriert!) [Merke; gehe nie mit Freaks in so einen Themenpark, außer du bist selbst einer!] XD [Speziell für diesen Anlass habe ich mein 'Rumtreiber-Karten-Kleid' angezogen und tatsächlich ist es einigen Angestellten aufgefallen und sie waren alle hellauf davon begeistert. X3 ]
Da noch relativ wenig los war, sind wir zunächst ins Schloss Hogwarts. Dort war es leider recht dunkel, aber es machte trotzdem Spaß Dumbledores Büro anzuschauen, durch ein Klassenzimmer zu gehen oder den sprechenden Bildern zuzuhören. ♡
Wieder draußen gönnten wir uns ein Butterbier (hier eine süße Limonade mit Sahnehaube) Die Verkäuferin am Fass war super lieb und freute sich zu hören, dass wir aus Dtl. kommen, denn sie wäre mal 4 Wochen in Leipzig gewesen, weil die Kyoto Uni mit Leipzig im Austausch steht. Was für ein Zufall!
Was rein geht muss auch wieder raus und so gings zum Klo und auch hier war alles bis ins kleinste Detail durchdesignt! Sogar die Maulende Myrte hat ab und an gelacht, aber leider hatte sie sich nicht in meinem Klo versteckt. u.u Schade, ich hätte sie gern mal getroffen. XD Gleich neben an konnte man sich für eine Show bei Ollivander anstellen und nach ein paar Minuten fand man sich mit einer kleineren Gruppe in dem schummrig beleuchteten Geschäft wieder, welches über und über mit Zauberstabschachteln vollgestopft war, inkl. einem europ. Herren, der einen auf Ollivander machte. Er fragte also in die Runde, ob wir alle da sind, um einen Zauberstab zu erwerben, aber nur einer hatte die Möglichkeit persönl. bedient zu werden. Und dieser eine war .. ich. Ô.O „Wtf, was ich? Meint der wirkl. mich?! Oh, Gott, hoffendl. versteh ich alles was er mir sagt....“, so, oder so ähnl. waren meine Gedanken in dem Moment. Er und ich verständigten uns in einer illustren Mischung aus Englisch und Japanisch und ich durfte mit ihm die Szene nachspielen, in der Harry seinen Zauberstab aussucht, bzw. sich finden lässt.
 D.h. in etwa, ich habe erst seinen Laden in Schutt und Asche gelegt und dann auf magische Weise beleuchtet.. uwaaaahh~ episch... XD Der für mich ausgesuchte Zauberstab war Haselnuss (den Kern hab ich leider vor Aufregung vergessen >.<) Und im ersten Moment dacht ich wirkl. ich bekomm den jetzt geschenkt,.. aber nein... Harry musste schließl. für seinen auch bezahlen, aber ich hab dann draußen dankend abgelehnt, denn für die ca. 45€ lassen sich ganz andere, tollere Omiyage kaufen! Aber Spaß hat es trotzdem gemacht!
Sogleich fingen wir dann an uns auf Mitbringseljagt zu begeben und das ist gar nicht so leicht sich zu entscheiden, bei dem tollen Angebot! u.u
Schweren Herzens verließen wir aber dann die HarryPotter-Welt erst einmal, um auch mal durch die anderen Bereiche zu guggen. Als nächstes landeten wir beim Weißen Hai und machten eine abenteuerliche Bootsfahrt mit, bei der uns mächtig eingeheizt wurde und wir auch etwas nass wurden. Unser Kapitän bekämpfte todesmutig und mit jap. Enthusiasmus den Hai, der uns zu verfolgen schien. Ja..ok, ich geb es zu, mir ging schon ein wenig die Pumpe.. ^^“
Wir kamen an einer Show von OnePiece vorbei, stiefelten durch JurassicPark und einen amerikan. Straßenzug und landeten bei den Minions,.. hier waren scheinbar auch alle Besucher gelb mit blauen Latzhosen bekleidet (selbst erwachsene Männer!!), so dass wir doch wieder schleunigst die Flucht ergriffen... Unser Fluchtweg wurde allerdings von einer riesigen Minion-Musik-Wasser-Parade abgeschnitten und ich hatte schon Angst dieser Hölle nie zu entkommen, aber irgendwie haben wir es geschafft.
Aber um erneut nach Hogsmade zu kommen braucht man nun ein Zeitticket, welches wir uns organisierten und dann noch ne Stunde warten mussten. Also legten wir im Schatten ne länger Pause ein, bis wir wieder in die HP-Welt durften. Dort haben wir uns noch mal ausgiebig umgesehen, noch mehr Fotos gemacht, waren noch mal im Schloss und haben zwei Aufführungen auf einer Bühne angeschaut. Doch schweren, schweren Herzens mussten wir dann bald doch Abschied nehmen, denn der Rückweg nach Kyoto dauerte schließlich auch noch ne ganze Weile.
Dort hingen noch immer dunkle Wolken am Himmel und wie es ausschaute hatte es da den ganzen Tag geregnet. Da hatten wir richtig Glück mit dem Wetter!

Am 19.8. (Samstag) ging es wie immer früh raus und so sind wir mit der Bahn nach Hikone gefahren. Doch bevor wir diesen Ort besichtigten ging es weiter mit einer kl. süßen Privatbahn nach Taga. In diesem kl. verschlafenen Nest wartete etwa in der Ortsmitte ein wunderhübscher Schrein auf uns. Der Taga-taisha ist mit einer der ältesten Schreine im Land und dem Götterpaar Izanami und Izanagi gewidmet (die dem aufmerksamen Leser ja schon von unserer Kyushu-Reise bekannt sind ;P ). Ich muss sagen, dass dieser Schrein irgendwie mit einer der hübschesten war, die ich bislang gesehen habe. Ich kann nicht genau beschreiben warum, da er zwar prächtig ausgeschmückt, aber auch nicht zu viel Prunk hatte.
Besonderen Spaß hatten wir beim Überqueren -klettern der Brücke, da diese übermäßig steil konstruiert war. XD
Auf dem Rückweg zur Station trafen wir nicht nur zwei nette Priester, sondern Doreen holte sich in der wohl kl. Bäckerei Japans ein Donut-ähnliches Gebäck. Gerade mal 2 Kunden konnte das kl. Häuschen aufnehmen und auf wohl ca. 4m² war auch noch Platz für ne Theke und die Verkäuferin!
Zurück ging es dann mit der Retro-bahn wieder nach Hikone, wo wir erst noch mal in einem Buchladen hängen geblieben sind.
Dann versackten wir noch (zum Glück trieb uns Doreens Omamori-Sucht hinein) in einem Schrein. Für die Omamori mussten wir extra jemanden herausklingeln, aber da sich diesmal ein Helm auf dem Talisman befand, hab ich natürlich auch eins gekauft. ;) Und die nette Frau lobte mich sogar für meine gute Aussprache. X3
Anschließend machten wir uns dann aber wirkl. auf zur Burg. Während ich aber noch ins Museum abbog, (was nicht schlecht war, aber ich habe mir nur bei dem für mich relevanten Teil Zeit genommen), stiefelten Doreen und Vera schon mal ein bisschen weiter bergauf. Dort sammelte ich die zwei ein wenig später wieder an einem kl. Kiosk auf und wir schauten uns das Burggelände dann gemeinsam an.
In einem der Torhäuser gab es eine kleine Ausstellung zu dem Film 'Sekigahara', da einige Szenen hier an der Burg gedreht wurden. Schon hier hieß es für mich das 2. mal Schuhe ausziehen. Weiter ging es dann zum Hauptgebäude. (auch hier wieder Schuhe aus!)
Da Wochenende war, gab es einen zieml. großen Andrang und wir mussten ein bisschen Warten. Aber da es eine der 12 noch großteils im Original erhaltenen Burgen ist, war es schon etwas besonderes dieses Gebäude zu erkunden. Die Treppen nach oben waren extrem steil und wer hier nicht gelenkig war, konnte die Besteigung vergessen.
Ganz oben hatte man einen herrlichen Blick auf die Umgebung und den Biwa-See. Außerdem bekamen wir einen kl. geheimen Raum gezeigt, von dem aus geschossen werden konnte, um sich im Belagerungsfall zu verteidigen.
[Wieder unten versuchte ich das letzte Mal mein Glück an den Samurai-Gacha-Automaten und nach ein paar Versuchen konnte ich endl. Date Masamune mein Eigen nennen! Das muss erwähnt werden, weil ich schon so lang vergeblich auf ihn gehofft hatte. XP ]
In einem, im Gelände weiter hinten gelegenen, Wehrturm (wieder Schuhe aus) gab es noch eine Modell- und Informationstafel-Ausstellung zu den 12 noch heute historisch erhaltenen Burgen, sowie eine weitere Möglichkeit einen Ausguck zu erklimmen.
Nach dem Abstieg des Burghangs, gelangten wir an einen Garten, durch welchen wir noch schlenderten, aber da es schon kurz vor 18°° war, wurden wir alsbald auch hinausgekehrt. Nachdem wir noch mal fix in einem Konbini waren ging es auch schon zurück zum Bhf und nach Kyoto, wo wir noch räumen und unsere Taschen packen mussten.

20.8. (Sonntag) Ein letztes Mal zeitig aufstehen, die letzten Sachen packen und den Müll rausbringen, sowie Küchenutensilien und Schlüssel abgeben und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von Kyoto. An der Bushaltestelle trafen wir an diesem Morgen sogar noch eine Frau, die eine Bekannte in Düsseldorft hat und seit einigen Monaten Deutsch lernt (was schon zieml. gut war!). Zufälle gibt’s! (Mal wieder..)
Zwar ging es schon in die Richtung, aber auf etwa halber Strecke, in Sakai, an einer kl. Stadtion, stiegen wir noch einmal aus, schlossen unsere Rucksäcke ein und wanderten um die 1. Hälfte des größten Kofuns in Japan herum. Zusätzlich gilt dieser Grabhügel als die drittgrößte Grabanlage der Welt! (Zahlen und Fakten bei Doreen auf dem Blog XD https://bakenekodesu.wordpress.com/2017/08/22/kyoto-2-0-oder-auch-fangirling-extreme/ )
Im Süden des Hügels lag ein Museum, in welches wir natürlich hinein sind. Hier fanden sich zum Glück nicht nur Informationen zu Grabhügeln und deren Fundmaterial, sondern auch zu Schusswaffen, da in Sakai eine der großen Produktionsstätten zur Zeit der streitenden Reiche lag. Leider war die Literatur wieder nur sehr spärlich, aber trotzdem hat sich der Besuch des Museums gelohnt.
Wieder draußen liefen wir weiter um das Kofun herum und peilten das örtl. Rathaus an, um von dort noch einmal einen schönen Ausblick auf die Umgebung und weitere Grabhügel zu haben. Im 21. Stock gönnten Vera und ich uns noch ein Stück Kuchen und Doreen ließ sich das Kofun-Curry mit Kofun-Kaffee schmecken. XD
Bald darauf ging es zurück zum Bhf und weiter zum Flughafen. Zunächst schauten wir uns etwas um und wollten dann aber doch bald einchecken. Dabei erfuhren wir, dass unser Flug um ca eine Stunde verschoben wurde und somit hatten wir noch massig Zeig, um im anderen Terminal (wo wir eigentl. gard hergekommen waren) noch in Ruhe Abendbrot zu machen.
Zu der angekündigten Zeit gings aber immer noch nicht los und wir mussten noch mal ein Stückchen warten, wobei ich mir mit Doreen schon Gedanken gemacht hab, wie wir wohl am Besten von unserem Heimatflughafen wegkommen würden. Und so nebenbei entdeckte sie, dass sie ihre Schere im Federmäppchen vergessen hatte, was dem jap. Personal im Sicherheitsbereich mal so gar nicht aufgefallen war. XD
Mit 1,5h Verspätung gings wieder nach Tokyo: Da aber schon keine Bahnen am Airport mehr fuhren, mussten wir den Bus in die Stadt nehmen und kamen dann letztendlich gegen 0°° zu Haus an.


Uff, was für eine Reise! Aber Kyûshû konnte sie nicht toppen.. Denn es macht einen himmelweiten Unterschied, ob man zur Haupt- oder Nebensaison unterwegs ist und ich denke, dass auch die ausgewählte Region eine große Rolle spielt. Man hat immer die Vorstellung in Kyoto 'das wahre Japan' zu finden/ zu treffen. Aber nach meinen jetzigen Erfahrungen gibt es zum einen 'das wahre Japan' nicht wirkl., zumindest nicht an einem einzigen Ort, und zum anderen sind solche Orte doch sehr touristisch geprägt und die Frage bleibt, wieviel hier wirkl. noch authentisch ist oder dem Besucher nur als solches verkauft wird, oder wie man Authentizität definieren will.
Ich denke man kommt dem Land aber zumindest schon ein bisschen näher, wenn man abseits der üblichen Wege geht und eigene Entdeckungen macht, so wie wir es versucht haben.
Sollte ich je noch einmal das Glück haben her zu kommen (und ich werde definitiv wiederkehren!) würde ich gern die Region um die Inlandsee erkunden, sowie endl. auch mal einen Fuß auf Shikoku setzten wollen. :D Und somit ist ein neuer Lebenstraum geboren. Schließlich ist einmal nach Japan reisen&einmal in Japan die Kirschblüte erlebenschon abgehakt. ;D

Die Woche des Abschieds und meine Ankunft in Dtl. gibt es dann beim nächsten Mal, also bleibt dran. ;)
Bis dann~



p.s. hier noch ein paar Fotos, die ich euch nicht vorenthalten wollte ;)















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