Es ist unglaublich. Die Tage vergehen
so schnell! Ich habe so viel zu tun und komme grad so dazu die
Aufzeichnungen für mich zu machen.
| Mein hanko (Namensstempel) im Kästchen |
Dennoch erscheint mir die Zeit hier
noch ewig.
Doch nun will ich euch wieder einmal
berichten, was ich alles so erlebt habe.
Los geht’s mit dem 7.9. Der war an
sich recht ruhig. Doch als ich allein beim Abendbrot saß kam
plötzlich die Hausmutter auf mich zu und sagte mir irgendwas auf
Japanisch. Ich habe kein Wort verstanden, außer, dass ich um 21°°
im Speiseraum sein soll. Voller Angst und Sorgen, dass ich etwas
falsch gemacht haben könnte, konnte ich mein Essen nicht wirklich
genießen. Im Endeffekt ging es dann nur um Belehrungen und um
Briefe, die wir vom Amt bekamen.
Danach gab's noch Bier und wir haben
Tischtennis gespielt.
Am Montag den 9.9. war schon wieder
mehr los.
Aufstehen fiel zwar schwer aber wir
hatten es alle geschafft. In der Uni gab's an diesem Tag einen
kleinen Vortrag zum Thema Culture-shock. Und nach dem Mittag wurden
wir in die hohe Kunst der Bedienung von japanischen Computern
Danach duften wir mit japanischen Studenten Kalligraphieübungen machen. Es war wirklich sehr lustig und am Ende kam bei mir der philosophische Schriftzug „nächtlicher Regen“ heraus.
Nach der Uni gingen wir nach Ikebukuro.
Da keiner so richtig nen Plan hatte oder keiner sich traute zu sagen,
was er machen will, meinte ich wir könnten doch Purikura machen
gehen. Gesagt, getan! Es war sehr lustig, aber da wir so viele waren
erkennt man die Leute auf dem kleinen Bild kaum. ^^'
Dann herrschte wieder Planlosigkeit.
Also schlug ich vor zu claire's im SunshineCity (Einkaufscenter) zu
gehen, also ok, dann machen wir das!
Da gab es
Da gab es
Am 10.9 gab es zum Frühstück
schockierendes zu Essen. Im halbwachen Zustand nahm ich mir erst mal
alle Näbbeln, die im Angebot waren ohne auf den Inhalt zu achten.
Erst am Tisch fiel mir auf, dass mich aus der einen Schüssel viele
kleine Augen anstarrten. (>.<) Weiße kleine Fische mit blauen
Augen... das war zu viel für mich! Einen hab ich gekostet, aber die
Konsistenz sagte mir nicht wirklich zu. Dass ich sie dann weg tun
musste tat mir dann doch bissel leid. Waren sie nicht gestorben, um
mir zu schmecken?!
Danach ging es wieder zurück zum
Wohnheim. Wir alle werden von Tag zu Tag müder und freuen uns
täglich auf unser Bett.
Aber heut erreichte mich auch eine
traurige Nachricht. Einen Traum, den ich hatte, kann ich mir in Tokyo
nicht mehr erfüllen...Seit ich damals den Manga Othello von Satomi
Ikezawa gelesen hatte und dadurch mit dem Gothic-Lolita-Virus
infiziert wurde, war es mein Traum auf der Brücke, die im Manga
gezeigt wird auch Lolitas zu treffen, Fotos zu machen oder selbst so
verrückt angezogen dort aufzukreuzen. Schon letztes Jahr war ich
dort, hab aber niemanden gesehen. Bis mir Julia heute sagte, dass sie
sich nicht mehr dort treffen, weil ihnen die Touristen zu viel
geworden sind. Auf der einen Seite kann ich es verstehen, dass sie
sich einen neuen Platz gesucht haben, denn das war längst kein
Insider-Tipp mehr. Aber auf der anderen Seite macht mich das sehr
traurig, zu wissen, dass es DEN Treffpunkt nicht mehr gibt....
Der 11.9. begann genau so verschlafen,
wie die Tage zuvor. Zumindest war heut das Frühstück normal. (-__-)
| Ja, man kann durchaus manchmal einen Sitzplatz in der Bahn ergattern (links: Julia und Sunny; rechts: Alex, Paul, Richard) |
In der Uni hab ich heut noch weniger
mitbekommen als gestern. Es ist eigenartig. Ich dachte zunächst mein
Englisch wird besser, aber es scheint zu schwanken. Im Moment wird es
wieder schlechter...
Und heute stand der große,.. ähm
naja,..Gesundheitscheck an, wenn man es denn so nennen darf. Als
erstes gings in ein Gebäude, wo wir einen Kuli geschenkt bekamen.
Mit dem füllten wir ein Blatt aus. (Name, Adresse, bitte Kreise die
Krankheiten ein, die du hast. Darunter auch schwanger sein., Nimmst
du Tabletten?, Und hast du irgendwelche Bedenken für deine
Gesundheit hier in Japan?) Dann holte man uns in Gruppen (Jungen und
Mädchen getrennt) vor das Gebäude zu einem Bus. Vor diesem waren
Stühle aufgestellt, dort setzten wir uns und warteten. Ein
Wartezimmer im Freien...,ja das hat was. Einzeln wurden wir in den
Bus gebeten. Wir mussten unsern Oberkörper frei machen, ein
dunkelblaues 'medical-T-Shirt' drüber ziehen, und dann flupps bitte
einmal da hinstellen und ruhig halten.. danke das wars! Ja, wir
wurden einfach mal so geröntgt. Ohne Bleigürtel und sonst wollte
man auch nichts weiter von uns wissen. Weder Größe, Gewicht oder
Blutdruck ist für die Japaner interessant. Was auch immer ihnen die
Röntgen-Info bringt, ich weiß es nicht.
Im Anschluss haben wir noch in 2
Zimmern die Tafeln voll gekritzelt. Aufgabe war aufzuschreiben, was
wir über bestimmte Länder schon wissen und was wir darüber noch
lernen wolln. Als kein Platz mehr war durften wir gehen. Julia und
ich setzten uns von der Gruppe ab, die noch mal nach Ikebukuro
wollte. Somit erlebten wir unsere eigenen Abenteuer. Denn wir stiegen
in den falschen Zug ein und fuhren ein bisschen zu weit. Denn unsere
Station hat er als Haltestelle übersprungen. Aber das ist in Japan
alles kein Problem, man steigt aus und fährt einfach wieder zurück.
Solang man nicht durch ein Gate muss und die gleiche Linie benutzt
könnte man Stunden hin und her fahrn.
Der 12.9. war für mich ein verlorener
Tag. Zwar war heut keine Uni, trotzdem traf sich dort ein riesiger
Trupp um ein Handy kaufen zu gehen. Ich hab zwar das japanische Handy
von Risu, aber ich bin trotzdem mit, weil ich dachte irgendeiner
hilft mir vielleicht beim aufladen. Doch stattdessen saß ich ewig
und 2 Stunden mit bei den anderen im Laden, während sie ihre Handys
kauften. Dieser Landen war Media Markt ähnlich, nur dass hier mehr
Mitarbeiter nutzlos in der Gegend rumstehen, als Kunden sich in dem
Laden befinden. Es war schon interessant zu beobachten wie sie
rumschlichen und eine Beschäftigung suchten. Alle halbe Stunde lief
einer beispielsweise mit nem großen Wischmopp durch.
| ein Onigiri-Samurai XD |
Die ganze Handy-kauf-Aktion hat so viel
Zeit gebraucht, dass für mich keine mehr blieb und so fuhr ich
unverrichteter Dinge wieder mit zum Wohnheim.
Dafür wurde ich beim Abendessen
entschädigt. Es gab Curry!!! Und das war sooooo lecker!
Am Abend wollte ich eigentlich fleißig
sein, aber eine Chinesin hatte Geburtstag und es gab eine kleine
Feier unten im Speisesaal. Naja gut ok, es war ganz lustig und es gab
Obst! Jede Obst-Gelegenheit sollte man hier mitnehmen, denn es ist
meist wahnsinnig teuer! (z.B. ein Apfel = 1€ und der is schon im
Angebot, weil er aus Fukushima ist! [ja wirklich! Aber steht nur ganz
klein daneben.])
Freitag der 13.9. war unser erster
richtiger Uni-Tag. Ich finde meinen Stundenplan ganz ok. Nur dass ich
3x in der Woche früh zeitig hab ist bissel doof. In meinem Kurs ist
aus unserem Wohnheim nur noch Richard. Auf den wollte ich eigentlich
warten, aber als er halb 8 immer noch nich beim Frühstück war, bin
ich allein losgelaufen. Und stellt euch vor, ich habe die richtigen
Züge erwischt und bin sogar, obwohl ich nich wusste wo eigentlich
der Unterrichtsraum is, genau pünktlich gekommen. Richard war zu
meiner Verwunderung auch nur 10min zu spät (hatte aber kein
Frühstück!). Im meinem Sprachkurs sind wir nur zu dritt, aber
dadurch ist das Lernklima sehr gut.
Der Unterricht mit Seki-Sensei scheint
sehr lustig zu werden, denn diese Frau hat echt Power. Kein Wunder,
denn sie ist auch in einer Taiko-Trommler-Guppe.
| Mein Mittag: Sobanudeln im Hotdog-Brötchen |
Da ausgemacht war nach der Uni heut
Karaoke singen zu gehen, aber alle unterschiedlich lang Kurse haben,
hieß es nun erst mal warten und die Zeit irgendwie totschlagen.
Aber dann gings los. Es war wirklich
sehr lustig. Allerdings hab ich nur 2x richtig selbst gesungen, aber
es hat Spaß gemacht.
(die Lieder die ich trellerte → country roads auf japanisch: http://www.animelyrics.com/anime/woth/moscroad.htm
und sakuranbo (ich liebe diese Lied ^__^):
Ich seilte mich nach dem Singen ab, und
der Rest der Truppe ging noch nach Roppongi, dem Vergnügungsviertel
Tokyos. Meine Unlust mich zu besaufen kam nun den anderen ganz schön
zu Gute! Um ca. 23°° wird das Wohnheim abgeschlossen, d.h. man kann
nur noch von innen die Tür öffnen. Gegen 1:30 des Nachts trudelte
die erste Hälfte ein...dann übernahmen, die den 2. Teil. Nun gut...
ich war froh, dass ich nicht mit war, auch wenn ich genauso lang wach
war....
Im Gegensatz zu den meisten anderen war
ich am 14.9. zum Frühstück wach. Nachdem ich noch mal geschlafen
hatte brach ich allein gegen Mittag, da Julia nicht auffindbar war,
nach Ikebukuro auf. Obwohl ich am falschen Gate raus bin
gab es dort
trotzdem einen Handyladen, wo ich endlich ein Aufladebudget kaufen
wollte. Es verlief soweit alles problemlos und stolz zog ich mit
meinem Zettel von dannen. Ich entschloss noch ma fix ins SunshineCity
zu gehen und bisschen zu bummeln. Sehr viele
Menschen waren heut hier
unterwegs, da es ein 'Bralilien-Festival' gab. Ok, es war mehr der
Blick von Japanern auf Brasilien mit Tanz, Glitzerkleidern und viel
lauter Musik.
| Eulenbüsche am Westausgang vom Ikebukuro Bhf |
| Tanzgruppe im SunshineCity |
Auf dem Heimweg schaute ich noch mal im
Daiso (100yen-Laden) und im Supermarkt vorbei. Heut war anscheinend
der 'Ich-gehe-mit-meinem-Kind-einkaufen-Tag'. Schon im SunshineCity
war mir das aufgefallen, aber im Supermarkt war es extrem! Kleine
japanische Kinder sind zwar süß anzuschauen, können aber auch sehr
nervig sein und dürfen einfach alles! Besonders schlimm ist es wenn
die Kleinen Schuhe an haben, die bei jedem Schritt gewollte,
angeblich niedliche Quietschgeräusche machen!! Ja, was es hier nicht
alles gibt!
Zurück im Wohnheim versuchte ich
mehrmals verzweifelt mit meinem erworbenen Zettel Risus Handy
aufzuladen, aber es ging nicht. Völlig fertig und mit der Situation
überfordert half mir der Manager und eine Chinesin. Im Endeffekt
kann ich nun jemanden anrufen, aber Mails und SMS funktionieren immer
noch nicht. (>.>)
| (zum Vergößern auf das Bild klicken) |
Und nun das heutige Rätsel: Was wurde hier wohl mit Asahi-Bier gemischt? (An alle, die es lesen können, lasst den Unwissenden wenigstens erst mal eine kleine Chance)
![]() |
← Hier noch ein Bild für Watzke-san. ^.^ Ich weiß, wie gern hättest du dich daneben gestellt ...
Und dann ham wir hier noch Mameshiba-Knabberzeugs und ein 'little twin stars' Wäschenetz. ^__^ →
Danke, dass ihr so lang gewartet habt! Ich hoffe ich komme demnächst öfter dazu kleine Einträge hochzuladen.
Bis bald, eure Misuka. (^.^)v

Hat die Julia denn auch gewusst, wo die sich jetzt treffen?
AntwortenLöschenJa. Jetzt sei es in Odaiba. Aber auch dieser Stadtteil ist ziemlich groß. Und wo genau die sich da treffen wusste Julia auch nicht recht.
AntwortenLöschenDieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
LöschenMan bei dir passiert ja echt jeden Tag was!!
AntwortenLöschenUnd wie schön ihr euch in der U-bahn nach Geschlechtern getrennt gesetzt habt! XD
Und: Ahhhhhh!! SPOCK!! (Ich hätte mich nicht nur daneben gestellt, ich hätt auch das Zeug gekauft für das er Werbung macht! ^^'') Ganz dolln Dank für's Knipsen! ^x^
Und zum Asahi: Das schöne Bier!! Wie können die Japaner nur so grausam sein!? (╥﹏╥)
*Total genial, was du so an Abenteuern in der Fremde erlebst :D
AntwortenLöschenBin echt beeindruckt, wenn man sich sowas traut!
Aber jetzt mal zu den wichtigen Dingen: Wer bitte trinkt denn Tomatenbier?? Ich mein, Bier ist ja so schon nicht lecker... aber Tomate macht's nun wirklich nicht reizvoller!! ...Dann Doch lieber ein Nudelbrötchen *.*
Wünsch dir eine wahnsinnig tolle und unvergessliche Zeit dort!
Es ist schon sehr seltsam so ein jap. Gesundheitscheck, perönliche Daten ignorieren aber röntgen, wirklich eigenartig.
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