Sonntag, 15. September 2013

Und die Tage vergehen...

Es ist unglaublich. Die Tage vergehen so schnell! Ich habe so viel zu tun und komme grad so dazu die Aufzeichnungen für mich zu machen.
Mein hanko (Namensstempel) im Kästchen

Dennoch erscheint mir die Zeit hier noch ewig.

Doch nun will ich euch wieder einmal berichten, was ich alles so erlebt habe.



Los geht’s mit dem 7.9. Der war an sich recht ruhig. Doch als ich allein beim Abendbrot saß kam plötzlich die Hausmutter auf mich zu und sagte mir irgendwas auf Japanisch. Ich habe kein Wort verstanden, außer, dass ich um 21°° im Speiseraum sein soll. Voller Angst und Sorgen, dass ich etwas falsch gemacht haben könnte, konnte ich mein Essen nicht wirklich genießen. Im Endeffekt ging es dann nur um Belehrungen und um Briefe, die wir vom Amt bekamen.

Danach gab's noch Bier und wir haben Tischtennis gespielt.



Auch zum Sonntag gibt es nicht viel zu sagen, außer dass ich mit Julia einkaufen war. Sonntag ist nämlich der Selbstversorgertag. Die Preise im Supermarkt sind so heftig! Aber an dem Doraemon-Joghurt konnt ich nich vorbeigehen.



Am Montag den 9.9. war schon wieder mehr los.

Aufstehen fiel zwar schwer aber wir hatten es alle geschafft. In der Uni gab's an diesem Tag einen kleinen Vortrag zum Thema Culture-shock. Und nach dem Mittag wurden wir in die hohe Kunst der Bedienung von japanischen Computern
eingeführt. Wie benutze ich meinen Mailaccount und derlei Dinge.
Danach duften wir mit japanischen Studenten Kalligraphieübungen machen. Es war wirklich sehr lustig und am Ende kam bei mir der philosophische Schriftzug „nächtlicher Regen“ heraus.

Nach der Uni gingen wir nach Ikebukuro. Da keiner so richtig nen Plan hatte oder keiner sich traute zu sagen, was er machen will, meinte ich wir könnten doch Purikura machen gehen. Gesagt, getan! Es war sehr lustig, aber da wir so viele waren erkennt man die Leute auf dem kleinen Bild kaum. ^^'

Dann herrschte wieder Planlosigkeit. Also schlug ich vor zu claire's im SunshineCity (Einkaufscenter) zu gehen, also ok, dann machen wir das! 
Da gab es
aber gard Renovierungsarbeiten und da der Ghibli-shop gleich um die Ecke is gings dort hin (auf meinen Wunsch). Da ich ja nun dringend ein Pocket für meine Pasmo brauchte und claire's zu hatte, war ich ja gezwungen eins in diesem Shop zu kaufen. ;D Nebenbei ergatterte ich noch ein sehr süßes kleines Handtuch. Sehr praktisch, weil es hier auf den Toiletten keine Handtücher oder dergleichen gibt. Alle haben ihr eigenes dabei.



Am 10.9 gab es zum Frühstück schockierendes zu Essen. Im halbwachen Zustand nahm ich mir erst mal alle Näbbeln, die im Angebot waren ohne auf den Inhalt zu achten. Erst am Tisch fiel mir auf, dass mich aus der einen Schüssel viele kleine Augen anstarrten. (>.<) Weiße kleine Fische mit blauen Augen... das war zu viel für mich! Einen hab ich gekostet, aber die Konsistenz sagte mir nicht wirklich zu. Dass ich sie dann weg tun musste tat mir dann doch bissel leid. Waren sie nicht gestorben, um mir zu schmecken?!


Nach der Uni, wo es heute einen Vortrag zur geistigen Gesundheit beim Auslandsstudium gab, sind wir alle zusammen mit Brian ins Edo-Tokyo Museum. Dort drin war es wirklich sehr schön. Vor allem die Modellhäuser und nachgebauten Straßenzüge haben es mir angetan. Ab und zu konnte man selber etwas ausprobieren oder anfassen. Für Spielkinder genau das richtige. ;D


Danach ging es wieder zurück zum Wohnheim. Wir alle werden von Tag zu Tag müder und freuen uns täglich auf unser Bett.

Aber heut erreichte mich auch eine traurige Nachricht. Einen Traum, den ich hatte, kann ich mir in Tokyo nicht mehr erfüllen...Seit ich damals den Manga Othello von Satomi Ikezawa gelesen hatte und dadurch mit dem Gothic-Lolita-Virus infiziert wurde, war es mein Traum auf der Brücke, die im Manga gezeigt wird auch Lolitas zu treffen, Fotos zu machen oder selbst so verrückt angezogen dort aufzukreuzen. Schon letztes Jahr war ich dort, hab aber niemanden gesehen. Bis mir Julia heute sagte, dass sie sich nicht mehr dort treffen, weil ihnen die Touristen zu viel geworden sind. Auf der einen Seite kann ich es verstehen, dass sie sich einen neuen Platz gesucht haben, denn das war längst kein Insider-Tipp mehr. Aber auf der anderen Seite macht mich das sehr traurig, zu wissen, dass es DEN Treffpunkt nicht mehr gibt....



Der 11.9. begann genau so verschlafen, wie die Tage zuvor. Zumindest war heut das Frühstück normal. (-__-)
Ja, man kann durchaus manchmal einen Sitzplatz in der Bahn ergattern (links: Julia und Sunny; rechts: Alex, Paul, Richard)



In der Uni hab ich heut noch weniger mitbekommen als gestern. Es ist eigenartig. Ich dachte zunächst mein Englisch wird besser, aber es scheint zu schwanken. Im Moment wird es wieder schlechter...

Und heute stand der große,.. ähm naja,..Gesundheitscheck an, wenn man es denn so nennen darf. Als erstes gings in ein Gebäude, wo wir einen Kuli geschenkt bekamen. Mit dem füllten wir ein Blatt aus. (Name, Adresse, bitte Kreise die Krankheiten ein, die du hast. Darunter auch schwanger sein., Nimmst du Tabletten?, Und hast du irgendwelche Bedenken für deine Gesundheit hier in Japan?) Dann holte man uns in Gruppen (Jungen und Mädchen getrennt) vor das Gebäude zu einem Bus. Vor diesem waren Stühle aufgestellt, dort setzten wir uns und warteten. Ein Wartezimmer im Freien...,ja das hat was. Einzeln wurden wir in den Bus gebeten. Wir mussten unsern Oberkörper frei machen, ein dunkelblaues 'medical-T-Shirt' drüber ziehen, und dann flupps bitte einmal da hinstellen und ruhig halten.. danke das wars! Ja, wir wurden einfach mal so geröntgt. Ohne Bleigürtel und sonst wollte man auch nichts weiter von uns wissen. Weder Größe, Gewicht oder Blutdruck ist für die Japaner interessant. Was auch immer ihnen die Röntgen-Info bringt, ich weiß es nicht.

Im Anschluss haben wir noch in 2 Zimmern die Tafeln voll gekritzelt. Aufgabe war aufzuschreiben, was wir über bestimmte Länder schon wissen und was wir darüber noch lernen wolln. Als kein Platz mehr war durften wir gehen. Julia und ich setzten uns von der Gruppe ab, die noch mal nach Ikebukuro wollte. Somit erlebten wir unsere eigenen Abenteuer. Denn wir stiegen in den falschen Zug ein und fuhren ein bisschen zu weit. Denn unsere Station hat er als Haltestelle übersprungen. Aber das ist in Japan alles kein Problem, man steigt aus und fährt einfach wieder zurück. Solang man nicht durch ein Gate muss und die gleiche Linie benutzt könnte man Stunden hin und her fahrn.



Der 12.9. war für mich ein verlorener Tag. Zwar war heut keine Uni, trotzdem traf sich dort ein riesiger Trupp um ein Handy kaufen zu gehen. Ich hab zwar das japanische Handy von Risu, aber ich bin trotzdem mit, weil ich dachte irgendeiner hilft mir vielleicht beim aufladen. Doch stattdessen saß ich ewig und 2 Stunden mit bei den anderen im Laden, während sie ihre Handys kauften. Dieser Landen war Media Markt ähnlich, nur dass hier mehr Mitarbeiter nutzlos in der Gegend rumstehen, als Kunden sich in dem Laden befinden. Es war schon interessant zu beobachten wie sie rumschlichen und eine Beschäftigung suchten. Alle halbe Stunde lief einer beispielsweise mit nem großen Wischmopp durch.
ein Onigiri-Samurai   XD

Die ganze Handy-kauf-Aktion hat so viel Zeit gebraucht, dass für mich keine mehr blieb und so fuhr ich unverrichteter Dinge wieder mit zum Wohnheim.

Dafür wurde ich beim Abendessen entschädigt. Es gab Curry!!! Und das war sooooo lecker!

Am Abend wollte ich eigentlich fleißig sein, aber eine Chinesin hatte Geburtstag und es gab eine kleine Feier unten im Speisesaal. Naja gut ok, es war ganz lustig und es gab Obst! Jede Obst-Gelegenheit sollte man hier mitnehmen, denn es ist meist wahnsinnig teuer! (z.B. ein Apfel = 1€ und der is schon im Angebot, weil er aus Fukushima ist! [ja wirklich! Aber steht nur ganz klein daneben.])



Freitag der 13.9. war unser erster richtiger Uni-Tag. Ich finde meinen Stundenplan ganz ok. Nur dass ich 3x in der Woche früh zeitig hab ist bissel doof. In meinem Kurs ist aus unserem Wohnheim nur noch Richard. Auf den wollte ich eigentlich warten, aber als er halb 8 immer noch nich beim Frühstück war, bin ich allein losgelaufen. Und stellt euch vor, ich habe die richtigen Züge erwischt und bin sogar, obwohl ich nich wusste wo eigentlich der Unterrichtsraum is, genau pünktlich gekommen. Richard war zu meiner Verwunderung auch nur 10min zu spät (hatte aber kein Frühstück!). Im meinem Sprachkurs sind wir nur zu dritt, aber dadurch ist das Lernklima sehr gut.

Der Unterricht mit Seki-Sensei scheint sehr lustig zu werden, denn diese Frau hat echt Power. Kein Wunder, denn sie ist auch in einer Taiko-Trommler-Guppe.
Mein Mittag: Sobanudeln im Hotdog-Brötchen

Da ausgemacht war nach der Uni heut Karaoke singen zu gehen, aber alle unterschiedlich lang Kurse haben, hieß es nun erst mal warten und die Zeit irgendwie totschlagen.

Aber dann gings los. Es war wirklich sehr lustig. Allerdings hab ich nur 2x richtig selbst gesungen, aber es hat Spaß gemacht.

(die Lieder die ich trellerte → country roads auf japanisch: http://www.animelyrics.com/anime/woth/moscroad.htm 
und sakuranbo (ich liebe diese Lied ^__^):

Ich seilte mich nach dem Singen ab, und der Rest der Truppe ging noch nach Roppongi, dem Vergnügungsviertel Tokyos. Meine Unlust mich zu besaufen kam nun den anderen ganz schön zu Gute! Um ca. 23°° wird das Wohnheim abgeschlossen, d.h. man kann nur noch von innen die Tür öffnen. Gegen 1:30 des Nachts trudelte die erste Hälfte ein...dann übernahmen, die den 2. Teil. Nun gut... ich war froh, dass ich nicht mit war, auch wenn ich genauso lang wach war....



Im Gegensatz zu den meisten anderen war ich am 14.9. zum Frühstück wach. Nachdem ich noch mal geschlafen hatte brach ich allein gegen Mittag, da Julia nicht auffindbar war, nach Ikebukuro auf. Obwohl ich am falschen Gate raus bin
Eulenbüsche am Westausgang vom Ikebukuro Bhf
gab es dort trotzdem einen Handyladen, wo ich endlich ein Aufladebudget kaufen wollte. Es verlief soweit alles problemlos und stolz zog ich mit meinem Zettel von dannen. Ich entschloss noch ma fix ins SunshineCity zu gehen und bisschen zu bummeln. Sehr viele
Tanzgruppe im SunshineCity
Menschen waren heut hier unterwegs, da es ein 'Bralilien-Festival' gab. Ok, es war mehr der Blick von Japanern auf Brasilien mit Tanz, Glitzerkleidern und viel lauter Musik.

Auf dem Heimweg schaute ich noch mal im Daiso (100yen-Laden) und im Supermarkt vorbei. Heut war anscheinend der 'Ich-gehe-mit-meinem-Kind-einkaufen-Tag'. Schon im SunshineCity war mir das aufgefallen, aber im Supermarkt war es extrem! Kleine japanische Kinder sind zwar süß anzuschauen, können aber auch sehr nervig sein und dürfen einfach alles! Besonders schlimm ist es wenn die Kleinen Schuhe an haben, die bei jedem Schritt gewollte, angeblich niedliche Quietschgeräusche machen!! Ja, was es hier nicht alles gibt!

Zurück im Wohnheim versuchte ich mehrmals verzweifelt mit meinem erworbenen Zettel Risus Handy aufzuladen, aber es ging nicht. Völlig fertig und mit der Situation überfordert half mir der Manager und eine Chinesin. Im Endeffekt kann ich nun jemanden anrufen, aber Mails und SMS funktionieren immer noch nicht. (>.>) 
(zum Vergößern auf das Bild klicken)

Und nun das heutige Rätsel: Was wurde hier wohl mit Asahi-Bier gemischt? (An alle, die es lesen können, lasst den Unwissenden wenigstens erst mal eine kleine Chance)




← Hier noch ein Bild für Watzke-san. ^.^ Ich weiß, wie gern hättest du dich daneben gestellt ...


Und dann ham wir hier noch Mameshiba-Knabberzeugs und ein 'little twin stars' Wäschenetz. ^__^   →


Danke, dass ihr so lang gewartet habt! Ich hoffe ich komme demnächst öfter dazu kleine Einträge hochzuladen.
Bis bald, eure Misuka. (^.^)v

6 Kommentare:

  1. Hat die Julia denn auch gewusst, wo die sich jetzt treffen?

    AntwortenLöschen
  2. Ja. Jetzt sei es in Odaiba. Aber auch dieser Stadtteil ist ziemlich groß. Und wo genau die sich da treffen wusste Julia auch nicht recht.

    AntwortenLöschen
  3. Man bei dir passiert ja echt jeden Tag was!!
    Und wie schön ihr euch in der U-bahn nach Geschlechtern getrennt gesetzt habt! XD

    Und: Ahhhhhh!! SPOCK!! (Ich hätte mich nicht nur daneben gestellt, ich hätt auch das Zeug gekauft für das er Werbung macht! ^^'') Ganz dolln Dank für's Knipsen! ^x^

    Und zum Asahi: Das schöne Bier!! Wie können die Japaner nur so grausam sein!? (╥﹏╥)

    AntwortenLöschen
  4. *Total genial, was du so an Abenteuern in der Fremde erlebst :D

    Bin echt beeindruckt, wenn man sich sowas traut!

    Aber jetzt mal zu den wichtigen Dingen: Wer bitte trinkt denn Tomatenbier?? Ich mein, Bier ist ja so schon nicht lecker... aber Tomate macht's nun wirklich nicht reizvoller!! ...Dann Doch lieber ein Nudelbrötchen *.*

    Wünsch dir eine wahnsinnig tolle und unvergessliche Zeit dort!

    AntwortenLöschen
  5. Es ist schon sehr seltsam so ein jap. Gesundheitscheck, perönliche Daten ignorieren aber röntgen, wirklich eigenartig.

    AntwortenLöschen