Dienstag, 3. Dezember 2013

So viel Stress

Es tut mir Leid, dass ich erst jetzt wieder was hochlade. Die letzte Woche ging ganz schön in die Knochen und am Sonntag, meinem einzigen freien Tag in der Woche, brauchte ich mal ein bisschen Ruhe und Zeit für mich.
Aber ihr ahnt schon, wenn die Woche so stressig war, gibt es auch viel zu berichten. Also dann will ich mal loslegen,ne?!

Am Samstag, den 23.11. ärgerte ich mich erst mal schon wieder über das Waschpulver, oder besser über die japanischen Waschmaschinen, denn die waschen nämlich nur mit kaltem Wasser, weshalb ich immer Rückstände vom Pulver auf meiner Kleidung habe. Nach einigen Konsultationen und fachmännischer Beratung mit Mutti, habe ich das Waschpulver diesmal vorher aufgelöst. Doch auch das hat nichts gebracht...also muss ich eine andere Lösung finden. (Welche erfahrt ihr nächste Woche)
Am Sonntag hab ich noch ein bisschen was für die Uni gemacht. Einen Geschichtstext gelesen, über den ich eingeschlafen bin, und eine Abschlussrede auf Japanisch geschrieben, die ich bald halten muss, da sich meine Zeit hier langsam dem Ende neigt.
Zum Start in die neue Woche (am 25.11.) gab es das skurrilste, was es je zum Frühstück gegeben hatte; eine kleine Kohlroulade mit Pilzen und Würstchen. Wenn ich es nicht selbst gegessen hätte, würde ich es auch nich glauben. Ehrlich Leute, ich vermisse meine all-morgendliche Portion Kornflakes! In der Uni gab es dann heute eine Privatstunde nur für mich, weil Rick wieder mal verschlafen hatte und Melodie krank war. So war ich allein mit Sensei. (>.<) Das war ganz schön anstrengend, denn man hat noch nich ma eine Minute zum Nachdenken oder Verschnaufen, man is ja ständig dran....
Im Anschluss gings wieder in die Bibliothek. Langsam bekam ich das Gefühl, dass Narumi niemals rechtzeitig fertig werden würde. Bis 18°° dauerte heut unsre Schicht und dann gings endlich zurück.
Am Dienstag hab ich früh noch fix Hausaufgaben gemacht und konnte noch die Polizei beobachten, wie sie die Spuren eines Unfalls festhielt, bevor die stark befahrene Strecke vor dem Wohnheim wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Ich für meinen Teil hab die Lage so eingeschätzt, dass ein Motorradfahrer sich wieder mal ganz cool fühlte und den LKW auf den Trennstreifen zwischen den zwei Fahrbahnen überholen wollte und dabei ins Schleudern kam. Die fahren hier echt alle wie die Henker! Vor allem die Motorräder und Mopeds überholen die Autos eben da, wo grad ä bissel Platz is...schrecklich! Da kann man meist gar nich hinguggen! (><)
diese Bahn erinnert mich immer an Interstella 5555
 Zur Mittagspause, nach Japanisch wollt ich mich, wie jede Woche, schon in das Zimmer setzten, in dem wir danach Unterricht haben. Doch es waren Japaner drin. Ich sagte ihnen, sie könnten bleiben, mich stört es nich und ich bin ganz still, doch sie packten ihre Sachen und gingen...
Da Tyner heut ganz schön durch seinen Stoff gerannt is, hatte ich sogar noch mal Zeit, um Narumi zu gehen. Im Anschluss gab es im MCV (Musashi Communication Village) Kaffee und Stollen. Es sollte wie ein kleines deutsches Fest sein und Reini die Deutschlehrerin hatte mich und Julia gebeten, als Dekoration zu erscheinen. Ich habe die kleinen, niedlichen Japanerinnen mit meinen grauenvollen Sätzen bombardiert, aber das war anscheinend sehr lustig, denn wir haben alle viel gelacht. ;D
Der 27.11. (Mittwoch) war nich mein Tag. Auf Japanisch folgten drei Stunden Kultur bei Mock-Sensei. Die 1,5h am Anfang vergingen schnell, doch durch das anstrengende Zuhören bekam ich im 2. Teil arge Kopfschmerzen. Ans nach Haus gehen konnt ich aber lange noch nich denken, denn heut wollte ich unbedingt mit zu einem Schreinfest gehen. Mit dem Architekten von unserem Wohnheim und einem Mitarbeiter vom kokusai-Center (die kümmern sich um die Ausländer) liefen wir los. 
lecker! es is so ähnlich, wie Schnitzel
Zunächst gingen wir katsudon essen. Es war soooo lecker und aber auch so viel, dass mir danach ein wenig übel wurde. Die Kälte und der Wind, der mir um meine kleinen, kalten Ohren blies, trug nicht zur Verbesserung meines Wohlbefindens bei. 
Ein wenig abwesend stand ich auf dem Festgelände rum und schaute mir mehr oder weniger das traditionelle Theater mit Flötenspiel und Trommel an. Frierend, mit Kopfweh und Übelkeit wurde ich zusammen mit den anderen wieder aus der Festmeile geschoben. Japaner sind dabei echt radikal! Da wird gedrängelt und geschubst, fast noch schlimmer, wie in Deutschland. 
Am meisten bereiteten mir aber die kleinen Kinder Sorgen,
die sich mit ihren Schokobananen und Süßigkeiten ebenfalls in der Menschenmasse befanden. Wiedererwarten wurde ich nicht damit voll gekleckert und bin heil aus der ganzen Sache wieder raus gekommen. Ich war sehr froh, als wir endlich gegen 20:40 wieder im Bus Richtung Wohnheim saßen.  
Am Donnerstag (28.11.) hatte ich wirklich so absolut keine Lust zu Brians Unterricht zu gehen und so bin ich erst zur 2. Stunde in der Uni gewesen, um von 11°°-18°° wieder fleißig an Narumis Text zu arbeiten.  
 In der Nacht zum Freitag gab es gegen 1:15Uhr mal wieder ein Erdbeben (ca. Stärke 3). Zunächst hab ich es in meinen Traum integriert, bin dann aber trotzdem noch davon wach geworden. Nach Japanisch gings noch mal kurz in de Bibliothek (zu Narumi) und danach traf ich mich mit Julia und noch ein paar Japanerinnen, denn heute sollte sich einer meiner langen Träume erfüllen. Wir fuhren eine ganze Weile mit der Bahn und liefen noch ein Stück durch ein kleines nettes Örtchen und standen dann vor dem Ghibli-Museum.
Wer findet die Rußbällchen?
Wer Kinder hat und denen mal wirklich gute Zeichentrickfilme zeigen möchte, die nicht immer nur von Superhelden handeln, sollte Ghibli-Filme auswählen! Ghibli ist ein Filmstudio, welches mit Nausicaä, aus dem Tal der Winde 1984 seinen Durchbruch hatte.  Das Team um Hayao Miyazaki und Isao Takahata (hat übrigens Heidi gezeichnet) hat im Laufe der Jahre viele wunderbare Filme produziert. Meine Empfehlungen sind: Mein Nachbar Totoro od. Kikis kleiner Lieferservice. Die Filme haben oft mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur zu tun. Ich liebe vor allem die noch per Hand gezeichneten wahnsinnig schönen Hintergründe! Doch genug der Schleichwerbung, denn so wie ich von den Filmen schwärme, so enttäuschend war doch im Nachhinein das Museum für mich. Natürlich gab es allerhand Skizzen und derlei Dinge zusehen, man konnte auch vieles selbst ausprobieren oder irgendwo dran drehen, aber es gab auch viel Raum, wo einfach Nichts war. Auch gibt es ein striktes Fotoverbot und in jedem Zimmer steht jemand und schaut darauf, dass du dieses auch einhälst. Zudem hat kein Rußbällchen eine Chance sich irgendwo niederzulassen. Auch mit dem Katzenbus dürfen ausschließlich nur Kinder spielen. Wenigstens hat man mir mal erlaubt eine Pfote zu streicheln. Das Highlight war für mich allerdings eine Figurenszenerie, die wie eine Art von riesiger Weihnachtspyramide aufgebaut war. Wenn diese sich immer schneller und schneller drehte, so fingen die Figuren an sich zu bewegen, weil sie alle eine kleine Nuance verschieden waren. Völlig fasziniert hätte ich ewig davor stehen können. Auch der Kurzfilm, der in einem kleinen Kino gezeigt wurde war sehr niedlich! Es war eine herzzerreißende Geschichte, über eine Wasserspinne und einen Wasserreiter. Es gibt mehrere Kurzfilme, die nur im Museum gezeigt werden und wenn man alle mal gesehen haben will muss man öfters hin gehen, denn man darf nur einmal während des Aufenthaltes in das Kino. 
All diese Regeln und die wenigen Ausstellungsstücke haben mich ein bisschen enttäuscht. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht, Produkte zu sehen, die es im Laufe der Jahre so gegeben hatte. Naja, nichts desto trotz habe ich dennoch im Museumsshop einige schöne Dinge ergattern können. 
Mit einem hübschen Bus sind wir dann wieder zum Bahnhof gefahren und wieder zurück nach Tokyo rein. Weil Julia noch eine Verabredung in Ikebukuro hatte, bin ich allein zum Wohnheim. Puh, endlich war die Woche geschafft! Aber am Samstag stand schon der nächste Termin an. Doch dies ist schon wieder eine neue Geschichte. :)


Heute gibt es mal ein skurriles Rätsel. Auf dem Foto seht ihr einen Teil von dem Schal einer Japanerin (Chipe). Im Prinzip sind es zwei Füchse und der eine beißt sich am anderen fest. Ja, und ich glaube die sind sogar echt. (>.<) Aber nun sind sie einmal tot und sind sehr weich und fluffelig. Ich habe Chipe gefragt, ob die beiden Namen haben und sie verneinte, worauf hin ich meinte, die beiden brauchen unbedingt einen Namen! Was glaubt ihr, welche Namensvorschläge ich ihr beim nächsten Treffen gegeben habe?

Danke, dass ihr so lang gewartet und fein durchgehalten habt. Viel Spaß beim Raten. ;)
Bis nächstes mal wieder eher, eure Misuka



p.s. Ich lade demnächst noch ein paar weitere Fotos hoch, wenn mir Chipe die zugeschickt hat...

3 Kommentare:

  1. Wow... Namen für tote Tiere, die man sich um die Hals hängt? ... Wie wäre es mit ビサール und モルビド!? ^^d (Im Katakana-Style klingt das doch sogar ganz nett! ;D )

    Ansonsten bin ich wirklich beeindruckt, dass du dein Sempai-Programm mit Narumi so konsequent durchziehst! Ich hoffe dass das Endergebnis auch dementsprechend gut ausfällt!
    Aber dass das Ghibli-Museum so eine Enttäuschung war, hätte ich nicht gedacht... Bin jetzt allerdings froh, dass es bei mir keine Eintrittskarten mehr gab... Hätte ja sonst einen ganzen Tag für die "Ausstellung" verschwendet... -.-

    Hoffe diese Woche wird mal wieder etwas ruhiger werden und denk dran: Bald hast du es geschafft und kannst wieder ein typisch dt. Frühstück genießen! XD

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  2. *War das Wortspiel mit der "Lösung für Waschpulver, dass sich nicht auflöst" beabsichtigt? ;)
    .. Mir scheint übrigens, dass du einen echt starken Magen hast...Also Kohlroulade zum Frühstück ist ja doch echt mehr als grenzwertig! *argh*

    Also zum Rätsel geb ich mal keinen Tipp ab ;) ....allerdings hoff ich einfach mal inständig, dass die Tierchen nicht echt sind!
    Halt durch! Wünsch dir einen ruhigere Woche (die aber dennoch mit genug Spannendem für den nächsten Blogeintrag gewürzt ist) ;)

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  3. Hallo, Misuka, Namen zu diesen Tierchen fallen mir nicht ein, aber z.B "Hab dich zum Fressen gern". Ich denke, das das falsch ist, aber was solls... Sei nicht traurig wegen der Adventszeit, denn hier spielt das Wetter z.Zt. verrückt.
    Nicht mal Okasan hat dir auf das Rätsel geantwortet? ..... Wünsche Dir, daß deine restliche Zeit ganz schnell vergeht...
    Gartennachbarin Akinom

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