Samstag, 26. April 2014

Die Stunden flogen davon....

Auch am 6.2. haben wir ein letztes mal in dem kleinen Café gefrühstückt und haben es heut zum zweiten mal versucht auf den Fischmarkt zu gehen. Trotzt des fortgeschrittenen Vormittags war immer noch viel los und wir mussten aufpassen von den kleinen fahrbaren Fischtransportern nicht angefahren zu werden. Es war immer noch recht hektisch, da möcht ich gar nicht wissen, wie es hier zu Spitzenverkaufszeiten zugeht. (>.<) Am Rande des Marktes sind kleine Geschäfte, Lokale, sowie Imbissstände. An einem lachte uns eine Eierrolle zu und wir gönnten uns ein zweites kleines Frühstück. Im Anschluss fuhren wir noch mal nach Shibuya.
Zum Einen, weil man schon einmal über die riesige Kreuzung gegangen sein muss, die im Fernsehen immer gezeigt wird, und zum Anderen, finde ich lohnt sich auch ein Besuch an der Statue von Hachiko, dem treuen Hund, der auch nach dem Tod seines Herrchens täglich am Bahnhof auf ihn wartete. Auch gingen wir noch mal duchs Kaufhaus 1O9. Aber die Läden dort sind eher für Mädchen, die das ganze Gegenteil des Lolita-Stils tragen. So bummelten wir so noch ein bisschen rum und fuhren aber auch bald zurück. Als wir ins Hotel zurückgekehrt waren ruhten wir uns eine Weile aus und gingen dann zur rechten Zeit noch mal runter zur Ghibli-Uhr, um ein Video des Spektakels auf zu nehmen. Und dann kam der schwerste Teil meiner Reise, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ich musste versuchen all meinen Kram in 3 Koffern von ca. 23kg zu verteilen (+Handgepäck von ~8kg, +eine 'Handtasche'). Während mein Freund innerhalb einer halben Stunde alles soweit fertig eingepackt hatte, brauchte ich ca. geschlagene 3 Stunden. Auch das wiegen der Koffer war eine Tortur! Nach einer Runde sykpen war dann auch schon schlafen angesagt.

Denn am nächsten Tag (7.2.) hieß es schon ganz zeitig aufstehen. Gegen 4:40Uhr quälte wir uns aus dem Bett, packten die letzten Sachen in die Taschen und ich nahm schweren Herzens langsam Abschied von dem Leben in Japan. Die Bahn war, dank so früher Stunde noch schön leer. Nur ein Betrunkener störte die Stille der schläfrigen Bahnfahrer. In Nippori hieß es wieder umsteigen. Immer ist das Ein- und Aus-checken an diesem Bahngate ein bisschen verwirrend, aber letztendlich hat alles geklappt und nach ein bisschen warten saßen wir dann auch schon im Skyliner, der uns zum Flughafen brachte. Nachdem wir unsere Koffer abgegeben hatten warteten wir ein kleines Weilchen, bis wir in den Sicherheitsbereich gingen. Wir mussten durch mehrere Kontrollen und ich wurde sogar noch mal 'rausgefischt', weil man meine Registrationskarte noch ungültig machen musste. Dann hauten wir unser letztes Kleingeld auf den Kopf, so gut es ging. Beim Kauf von Schokolade fand ich an einer Kasse auch noch einen Pass eines chinesischen Reisenden. An unserem Gate schauten wir beim Putzen und Beladen unserer Maschine zu und aßen unser letztes Onigiri.
Bald hob der Flieger ab und wir flogen, sehr zu meiner Freude, über halb Japan nach Norden, bis hoch nach Hokkaido. Dort war alles voller Schnee. Eine wunderschöne Landschaft! Wäre ich in dem Moment allein gewesen hätte ich sicher viel mehr geweint. Aber zu wissen nicht allein zu sein, dass zu Hause liebe Menschen warten und die Gewissheit wieder her kommen zu können haben über den Abschiedsschmerz hinweg geholfen. Bis ich nicht mehr ein Fitzelchen Land sehen konnte, konnte ich mich auf nichts anderes konzentrieren.
Aber ganz klasse fand ich es dass es diesmal im Bordprogramm einen Film im Angebot gab, für den ich 2012 den Kino-Trailer in der Bahn gesehen hatte, und mir dachte; den würd'ste gern mal guggen! Es war die Realverfilmung des Manga Rurouni Kenshin. Und ich muss sagen, dass mir der Charakter in 'real' noch viel besser gefällt. Was gibt es cooleres, als einen langhaarigen, jungen Samurai. (^w^')

Ansonsten war der Flug recht langweilig und unspektakulär. Ab und zu gab es was zu Essen oder zu Trinken und nach ca. 11 Stunden landeten wir etwas wackelig in Frankfurt. Kaum in Deutschland angekommen kann ich noch nicht mal mehr hiesige Toilettentüren öffnen. Die japanischen Mädchen, die mir halfen staunten über mein japanisches 'Danke' und ich staunte über ihre Verwunderung. Eigentlich müsst ich es doch langsam mal gewohnt sein...An einer Taschenkontrolle herrschte ein wenig Verwirrung. Und da von den ca. 10 Beamten, die dort rum standen nur gefühlte 2 arbeiteten, ging es recht langsam voran. Die Japaner hinter uns, die schon ganz vorbildlich ihre Taschen in ein Körbchen legen wollten, wurden von einer deutschen Beamtin so blöde darauf hingewiesen, dass sie warten sollten, dass ich mich am liebsten für der Frau ihr Verhalten entschuldigt und ihnen erklärt hätte, dass Deutsche, die im Service Bereich arbeiten, nicht immer freundlich sind. Auf das Fremdschämen kam schon der nächste Schock, da mein Freund, der meinen Laptop in der Tasche hatte rausgezogen wurde und ihn vorzeigen sollte. Aber es war alles ok und wir konnten weiter gehen..puh!
Nun suchten wir uns ein Plätzchen und klingelten erst mal zu Hause durch. Und danach habe ich mir das leckerste Käsebrötchen meines Lebens gekauft! Es war sündhaft teuer, aber es schmeckte himmlisch! Nun hatten wir noch ca. 7 Stunden Zeit. Mit kleinen Suchspielen, Leute beobachten und abwechselnd auf dem Katzenkissen schlafen versuchten wir die Zeit tot zu schlagen. Eine Stunde vor Abflug kam eine Durchsage, dass das Gate geändert werde und wir liefen noch mal ein Stückchen und dann ging es auch endlich bald weiter. Kaum hatten wir die maximale Reiseflughöhe erreicht landeten wir eigentlich auch schon wieder. Eine Weile standen wir am Gepäckband und warteten auf unsere Koffer. Ihr könnt euch gar nich vorstellen, wie erleichtert ich war, dass alle da waren! Nun trotteten wir so als die Letzten mit 4 großen Koffern, 2 großen Taschen und nem kleinen Rucksack Richtung Ausgang. Für die Zollbeamten sahen wir wohl sehr verdächtig aus, nach all den Geschäftsleuten, welche nur kleine, Briefkasten-ähnliche Köfferchen hinter sich her zogen. Grund genug für sie, uns aufzuhalten und dämliche Fragen zu stellen. Aber Leute, nach 11+1 Stunde Flug, 7 Stunden abgammeln auf'n Flughafen hat man für so was herzlich wenig Nerven. Sie waren aber nett und ließen uns weiter gehen. Nun wollten wir nur noch ins Auto und nach Hause fahren. Gegen 1°° waren wir endlich angekommen. Meine Mutti war sogar noch wach und begrüßte uns herzlich. Nun war ich wieder dr' Heme!

3 Kommentare:

  1. Es war ein wundervolles Gefühl dich wieder in die Arme schließen zu können, so richtig festhalten, drücken und fühlen zu können. Ich muß sagen, durch die Computertechnik heut zu tage, ist vieles leichter zu ertragen. Man kann sich sehen und life mit einander sprechen, das is so toll. Man muß bloß auf die Zeitverschiebung achten, denn man skypt ja in die Zukunft. Ich möchte mich bei dir ganz herzlich für die vielen Berichte, Fotos und Infos bedanken. Ich hab mir vorher viele Gedanken gemacht, wie wird alles werden, wie wirds dir ergehen so mutterseelenallein in der großen Welt, wie wirst du in der Uni mitkommen, hoffentlich gibts wenigstens ein paar Deutsche, naja, man hat eben so seine Sorgen. Und nun möchte ich dir ganz herzlich gratulieren für deinen ganz super tollen Abschluß, ich bin stolz auf dich! Auch wie du die vielen kleinen Schwierigkeiten und Hindernisse bewältigt hast..... war schon mächtig. Ich wünsch dir nun eine ganz tolle und erfolgreiche Zeit. Bis bald g.l.

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  2. Kann ich mir vorstellen, dass das Flughafen-Brötchen wie der Himmel auf Erden geschmeckt hat! ^^ (Ich glaube, ich hab mir ne Bockwurst und ne Bretzel gegönnt und das war das pure Paradies! *.*)
    Aber bei 7 Stunden Wartezeit wäre ich gestorben! ><
    ...
    Naja, wie dem auch sei: Schön, dass du wieder da bist! :3

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  3. Kaum hat sie mich wieder eine Weile für sich, schon schwärmt sie von langhaarigen Samurai... Also sowas... ;)

    Danke, dass du uns immer so anschaulich auf dem Laufenden gehalten hast! :) Es war ein wirklich spannender Bericht und es ist eine tolle Erinnerung an unsren ersten gemeinsamen Urlaub :-* Ich liebe dich!

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